Guten Morgen!
möchte zu dem Thema auch gerne meine Erfahrungen hier dazu bringen. Direkt zu Beginn der Eindosierungsphase meinte mein Psychiater zu mir ich solle einfach weiter Kaffee trinken (mit dem Argument das ich es nach der Eindosierung wahrscheinlich eh weiter trinken würde, also lieber mit normalem “Pegel” die richtige Dosierung und Umgang mit Kaffee finden anstatt danach nochmal rumrudern zu müssen), aber ich natürlich stark auf Blutdruck Achten soll, auch mit dem Hinweis das es durchaus viele Personen gibt bei welchen sich Kaffee und MPH nicht sehr vertragen.
Nun denn, Eindosierung auf 10mg Ritalin Adult begonnen (sollte Methylphenidat AL werden aber war ausverkauft und nicht nachbestellbar..) habe keine Wirkung gemerkt, weder mit als auch ohne Kaffee. Erst nach Hochdosierung ab so 30mg Ritalin Adult hat sich eine dezente Steigerung meiner.. “Gereiztheit” am Nachmittag offenbart, die klar zu beobachten war. Anekdotisch möchte ich behaupten das diese Gereiztheit bei Konsum des Kaffees zum Medikament schon am Vormittag ersichtlich war, da allerdings nicht so klar von anderen zu Beobachten.
Ritalin Adult schien für mich allerdings nicht wirklich zu wirken.
Aktuell bin ich immer noch bei der Eindosierung und bei 40mg Tagesdosis angekommen, jetzt mit Methylphenidat AL. Wirkung deutlich spürbar und damit auch die “Probleme” die Kaffee einherbringen.
Zur Referenz, ich nehme aktuell 30mg morgens 8:00 und 10mg Mittags 11:30-12:30 (wenn ich den rebound merke dann eher, ich versuche dem vor zu kommen mit der zweiten Einnahme aber das gelingt mir noch nicht immer). Jeder Arzt hat mich auch als SEHR schnell-stoffwechselnd beschrieben, was wahrscheinlich auch hier einige Wirkungskurven beeinflusst.
Für mich habe ich entdeckt das ich meinen Kaffee nicht direkt gleichzeitig mit dem Medikament nehmen möchte, aber dennoch hilfreich sein kann:
-
Unmittelbar vor oder bei Einnahme der Medikamente 1x Tasse Kaffee (in meinem Fall Cappuccino Double Shot meist): Die Wirkung vom MPH steigt “zu schnell” an, statt dem recht glatten Übergang zur Wirkung in ~20 Minuten den ich sonst fühle scheint die Wirkung nach 10 Minuten schon hoch zu rasen, welche dann auch seine 20-30 weiteren Minuten braucht um sich wieder zu “beruhigen”, diese Zeit fühlt sich als rasend schnell an, so als würde mein Körper immer weiter hochfahren bis es dann nach einer Stunde nach Einnahme einen Punkt gibt ab dem schlagartig alles ruhig wird und die Wirkung wie gewünscht ist. Es ist sehr plötzlich und überrascht mich auch jedes mal (falls ich mal vergesse den Kaffee nicht direkt da zu trinken..). Es fühlt sich aber nicht wie ein “zu stark” an sondern wie ein “zu schnell ansteigend”, falls das Sinn ergibt.
-
Eine Stunde nach Einnahme: Leider, weil das eigentlich genau die Zeit ist in der ich gerne Kaffee trinke, scheint dies auch die Wirkung zu erhöhen, dadurch das ich vermutlich nach einer Stunde/ 1 1/2 Stunde erst beim ersten “Peak” des MPHs bin denke ich verstärkt Kaffee das für eine Weile, sodass auch der Mini-Rebound von der ersten Wirkungspitze sich schon recht unangenehm anfühlen kann weil er dann abrupter ist.
-
Eine Stunde VOR der Einnahme 1x Tasse Kaffee: Hier merke ich keine Probleme. Mein Körper kriegt sein geröstetes Suchtmittel, ich werde wacher (weniger vom Kaffee, aber das ist noch ein anderes Thema..) und, nicht bis zur Einnahme aber zumindest bis zum spürbaren Wirkeintritt schwindet der Effekt vom Kaffee, die Wirkung vom MPH scheint dadurch nicht beeinflusst zu sein. Wenn der Tag es erlaubt versuche ich genau das einzuhalten, hat für mich keinerlei Probleme sondern eher den Vorteil das es mir bis zum Wirkeintritt schon besser geht und ich nicht wie n Kind diese ~1 Stunde abwarten muss bis ich “loslegen” kann.
-
Kurz vor / ab der Mittags-Rebound Dosis: Hier muss ich sagen finde ich die Wirkung von den 10mg zu schwach (denke ich werde zumindest auf 40mg Morgens und 20mg Mittags steigen müssen?) und trinke daher gerne Kaffee weil der “Schub” auf die Wirkung des Medikaments ganz nett ist. Das ziehe ich eine Weile weiter: Ich versuche zwar meist nach Mittag keinen Kaffee mehr zu trinken, aber an besonders langen Tagen an dem ich jedes bisschen ausreizen will trinke ich doch jede Stunde einen Kaffee da der Schub aufs MPH immer sehr nett ist. Ich denke das Kaffee verlängert die Wirkung nicht, sondern verstärkt sie nur in ihrer Intensität, weswegen ich am Nachmittag wenn ich sonst schon nichts mehr merke einfach das bisschen rest-MPH im Blut noch ein wenig aufbooste.
Abschließend, ich möchte am Morgen verteilt dennoch gerne Kaffee trinken, also hat sich das recht natürlich so entwickelt das ich mir etwas nach Einnahme einen Kaffee braue für welchen ich mir dann aber auch 2-3 Stunden Zeit lasse, immer ein paar kleine Schlücke bis zur Auffrisch-Dosis ungefähr.
Mein Blutdruck ist bei gleichzeitiger Einnahme an der Grenze zu Hochnormal, einmal jedoch an Grenze zu Hypertonie Grad 1 gemessen (aber das war zusätzlich mit dezentem Stress, ymmv). Bei vorherigen Einnahme im Normalen Wertebereich und im Nachmittag sogar meist im Optimalbereich, auch wenn es ein Tag mit Unmengen an Kaffee war. Änderungen im Blutdruck merke ich dahingehend also nur Morgens/Vormittags und vergleichsweise “niedrige” Blutdrucke machen sich eher bemerkbar als leicht erhöhte, war zumindest mein Gefühl.
So, das war meine halbe Bibel. Bin noch recht neu mit glaube 3 Monaten und recht analytisch an der Sache aber die Wirkungszeiten die ich beschrieben habe könnte ich fast mit einer Stoppuhr abmessen. Die treten immer in den exakt gleichen Abständen ein sofern ich ein gutes Frühstück hatte. (Frühstück, besonders Protein und Fett, helfen bei der Wirkung ENORM! Sehr viel mehr als jede Änderung beim Kaffeekonsum! Vllt. noch als Hinweis an alle anderen Neulinge
)