Stimulanzien und Koffein - Eure Erfahrungen

Es war nicht leicht, es hat halt die Entscheidung dafür gebraucht. Und wenn ich wählen muss zwischen guter medikamentöser Einstellung mit Stimulanzien und der Gewohnheit / der Leidenschaft, Kaffee mich reinzuschütten… hm…

Ich hatte es auch nicht gedacht, aber ich bin zwischenzeitlich morgens kein Zombie mehr :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Bist du denn gerade bei der Eindosierung? Hast du ev. mal versucht, die Medis 30-45min VOR dem aufstehen im Bett zu nehmen? Könnte ev. den Gang zur Kaffeemaschine ersetzen…

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Das ist eine super Idee - vielleicht ersetzt es dann ein wenig den Kaffee.
Mit der Eindosierung starte ich erst nach Weihnachten - also noch ein wenig Zeit, um den Kaffeekonsum zu reduzieren/einzustellen.

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Mein Körper kommentiert Medikinet und Kaffee auf seine ganz eigene Art. Morgens ist Ruhe. Koffein läuft einfach mit, unauffällig. Erst Kaffee, dann Müsli und dann Medikinet.

Trinke ich aber nachmittags einen Kaffee, kippt die Stimmung, wenn die Nachmittagsdosis anfängt zu wirken: Der Puls hat eigene Ideen, der Magen möchte aus dem Bild verschwinden, und mein System fährt hoch, als hätte jemand den Regler ohne Rücksprache weitergedreht. Es fühlt sich nicht gefährlich an, aber eindeutig: Da arbeitet was in Schichten. In der zweiten Zyklusphase wird’s zudem besonders stressig mit kaltem Schweiß.
Essen mit Umami und viel Wasser holt mich manchmal runter, alles andere sagt mein Körper ab.

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Ich weiß nicht genau wie lange man von Eindosierung sprechen kann, aber ich bin seit einigen Wochen jetzt dabei und für mich hat sich jetzt bisher herausgestellt, dass ich genau spüre, wann was dran ist und wann nicht. Ich trinke gewohnheitsmäßig morgens einen Kaffee, den ich dann schnell weggelassen habe, weil die Mischung Medikinet10mg Retard-Kaffee in den ersten drei Tagen GAR NICHT funktioniert hat und es mir sehr schlecht ging. Mein Arzt meinte daraufhin, dann sei die Diagnose falsch. Ich habe aber erst mal wirklich Kaffee durch Getreidekaffee ersetzt und auch da war das An- und Abfluten des Medikinet unrund und fühlte sich immer einfach nicht gut an. Ich habe dann gewechselt von 10 auf 5mg Retard und habe ausprobiert wie sich das anfühlt wenn ich es zeitversetzt einnehme und sofort gespürt, dass das viel besser für mich passt. Inzwischen nehme ich über den Tag verteilt 4-5mal Medikinet 5mg Retard, nach Bedarf, ich spüre deutlich wann und ob ich einen Kaffee trinken kann oder auch manchmal sollte. Nach 16:30h nehme ich auch bei dieser geringen Dosis natürlich keine Retardkapsel mehr, trinke dann aber zB gerne einen Espresso. Auch morgens trinke ich jetzt wieder meinen Capuccino und nehme die erste Tablette frühestens 1 Std später nach dem Frühstück, oft die zweite dann ca 15-30 Minuten später usw. Das klappt jetzt bei mir prima. Ich merke ab und zu, sehr unregelmßig, im Tagesverlauf irgendwann ein Bedürfnis nach einer Tasse Kaffee und wenn ich das so deutlich wahrnehme, dann trinke ich ihn auch. Es gibt keine Regelmäßigkeit, es gibt kein Verbot, ich folge meinen deutlich spürbaren Bedürfnissen, trinke niemals Kaffee, nur weil gerade Kaffeepause ist oder andere einen trinken, sondern immer nur genau dann, wenn ich das deutliche Bedürfnis bei mir spüre. Das funktioniert so aktuell ganz hervorragend und insgesamt, zusammen mit der Medikation ist das für mich u.a. die absolut beste Migräneprävention die ich je hatte.

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Guten Morgen!

möchte zu dem Thema auch gerne meine Erfahrungen hier dazu bringen. Direkt zu Beginn der Eindosierungsphase meinte mein Psychiater zu mir ich solle einfach weiter Kaffee trinken (mit dem Argument das ich es nach der Eindosierung wahrscheinlich eh weiter trinken würde, also lieber mit normalem “Pegel” die richtige Dosierung und Umgang mit Kaffee finden anstatt danach nochmal rumrudern zu müssen), aber ich natürlich stark auf Blutdruck Achten soll, auch mit dem Hinweis das es durchaus viele Personen gibt bei welchen sich Kaffee und MPH nicht sehr vertragen.

Nun denn, Eindosierung auf 10mg Ritalin Adult begonnen (sollte Methylphenidat AL werden aber war ausverkauft und nicht nachbestellbar..) habe keine Wirkung gemerkt, weder mit als auch ohne Kaffee. Erst nach Hochdosierung ab so 30mg Ritalin Adult hat sich eine dezente Steigerung meiner.. “Gereiztheit” am Nachmittag offenbart, die klar zu beobachten war. Anekdotisch möchte ich behaupten das diese Gereiztheit bei Konsum des Kaffees zum Medikament schon am Vormittag ersichtlich war, da allerdings nicht so klar von anderen zu Beobachten.

Ritalin Adult schien für mich allerdings nicht wirklich zu wirken.

Aktuell bin ich immer noch bei der Eindosierung und bei 40mg Tagesdosis angekommen, jetzt mit Methylphenidat AL. Wirkung deutlich spürbar und damit auch die “Probleme” die Kaffee einherbringen.

Zur Referenz, ich nehme aktuell 30mg morgens 8:00 und 10mg Mittags 11:30-12:30 (wenn ich den rebound merke dann eher, ich versuche dem vor zu kommen mit der zweiten Einnahme aber das gelingt mir noch nicht immer). Jeder Arzt hat mich auch als SEHR schnell-stoffwechselnd beschrieben, was wahrscheinlich auch hier einige Wirkungskurven beeinflusst.

Für mich habe ich entdeckt das ich meinen Kaffee nicht direkt gleichzeitig mit dem Medikament nehmen möchte, aber dennoch hilfreich sein kann:

  • Unmittelbar vor oder bei Einnahme der Medikamente 1x Tasse Kaffee (in meinem Fall Cappuccino Double Shot meist): Die Wirkung vom MPH steigt “zu schnell” an, statt dem recht glatten Übergang zur Wirkung in ~20 Minuten den ich sonst fühle scheint die Wirkung nach 10 Minuten schon hoch zu rasen, welche dann auch seine 20-30 weiteren Minuten braucht um sich wieder zu “beruhigen”, diese Zeit fühlt sich als rasend schnell an, so als würde mein Körper immer weiter hochfahren bis es dann nach einer Stunde nach Einnahme einen Punkt gibt ab dem schlagartig alles ruhig wird und die Wirkung wie gewünscht ist. Es ist sehr plötzlich und überrascht mich auch jedes mal (falls ich mal vergesse den Kaffee nicht direkt da zu trinken..). Es fühlt sich aber nicht wie ein “zu stark” an sondern wie ein “zu schnell ansteigend”, falls das Sinn ergibt.

  • Eine Stunde nach Einnahme: Leider, weil das eigentlich genau die Zeit ist in der ich gerne Kaffee trinke, scheint dies auch die Wirkung zu erhöhen, dadurch das ich vermutlich nach einer Stunde/ 1 1/2 Stunde erst beim ersten “Peak” des MPHs bin denke ich verstärkt Kaffee das für eine Weile, sodass auch der Mini-Rebound von der ersten Wirkungspitze sich schon recht unangenehm anfühlen kann weil er dann abrupter ist.

  • Eine Stunde VOR der Einnahme 1x Tasse Kaffee: Hier merke ich keine Probleme. Mein Körper kriegt sein geröstetes Suchtmittel, ich werde wacher (weniger vom Kaffee, aber das ist noch ein anderes Thema..) und, nicht bis zur Einnahme aber zumindest bis zum spürbaren Wirkeintritt schwindet der Effekt vom Kaffee, die Wirkung vom MPH scheint dadurch nicht beeinflusst zu sein. Wenn der Tag es erlaubt versuche ich genau das einzuhalten, hat für mich keinerlei Probleme sondern eher den Vorteil das es mir bis zum Wirkeintritt schon besser geht und ich nicht wie n Kind diese ~1 Stunde abwarten muss bis ich “loslegen” kann.

  • Kurz vor / ab der Mittags-Rebound Dosis: Hier muss ich sagen finde ich die Wirkung von den 10mg zu schwach (denke ich werde zumindest auf 40mg Morgens und 20mg Mittags steigen müssen?) und trinke daher gerne Kaffee weil der “Schub” auf die Wirkung des Medikaments ganz nett ist. Das ziehe ich eine Weile weiter: Ich versuche zwar meist nach Mittag keinen Kaffee mehr zu trinken, aber an besonders langen Tagen an dem ich jedes bisschen ausreizen will trinke ich doch jede Stunde einen Kaffee da der Schub aufs MPH immer sehr nett ist. Ich denke das Kaffee verlängert die Wirkung nicht, sondern verstärkt sie nur in ihrer Intensität, weswegen ich am Nachmittag wenn ich sonst schon nichts mehr merke einfach das bisschen rest-MPH im Blut noch ein wenig aufbooste.

Abschließend, ich möchte am Morgen verteilt dennoch gerne Kaffee trinken, also hat sich das recht natürlich so entwickelt das ich mir etwas nach Einnahme einen Kaffee braue für welchen ich mir dann aber auch 2-3 Stunden Zeit lasse, immer ein paar kleine Schlücke bis zur Auffrisch-Dosis ungefähr.

Mein Blutdruck ist bei gleichzeitiger Einnahme an der Grenze zu Hochnormal, einmal jedoch an Grenze zu Hypertonie Grad 1 gemessen (aber das war zusätzlich mit dezentem Stress, ymmv). Bei vorherigen Einnahme im Normalen Wertebereich und im Nachmittag sogar meist im Optimalbereich, auch wenn es ein Tag mit Unmengen an Kaffee war. Änderungen im Blutdruck merke ich dahingehend also nur Morgens/Vormittags und vergleichsweise “niedrige” Blutdrucke machen sich eher bemerkbar als leicht erhöhte, war zumindest mein Gefühl.

So, das war meine halbe Bibel. Bin noch recht neu mit glaube 3 Monaten und recht analytisch an der Sache aber die Wirkungszeiten die ich beschrieben habe könnte ich fast mit einer Stoppuhr abmessen. Die treten immer in den exakt gleichen Abständen ein sofern ich ein gutes Frühstück hatte. (Frühstück, besonders Protein und Fett, helfen bei der Wirkung ENORM! Sehr viel mehr als jede Änderung beim Kaffeekonsum! Vllt. noch als Hinweis an alle anderen Neulinge :slight_smile:)

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Nabend :folded_hands:t2:

Ich nehme seit 23.10.25 bisher nur elontril ein (Bupropion), da ich noch in der Diagnostik bin.

Ich habe am ersten Tag nach erster Einnahme (bzw erneut erster Einnahme, erhielt es bereits 2013 und in der Zeit danach) morgens meinen Kaffee getrunken, ich hatte frei. Ich bekam Herzrasen und fühlte mich insgesamt unwohl und unruhig. Ich hatte sonst bisher keine anregende Wirkung vom Koffein gemerkt, ob nun in Form von Kaffee oder Energy Drinks.

Seitdem bin ich nun also koffeinfrei.

Seitdem träume ich extrem echt und häufig. Es sind aber keine Träume, in denen ich verfolgt werde und schreie, ohne dass ein Ton herauskommt oder ich mich nicht vom Fleck bewegen kann.

Es sind einfach sehr realistische Träume, die auch meist iwas mit meiner aktuellen Realität zu tun haben und die mich gefühlsmäßig noch ins Aufwachen begleiten.

Auf der Arbeit hatte ich zum Ende meines Frühdienstes mal richtig Kaffeedurst, das war vor vlt zwei Wochen. Ich hab vlt ne halbe Tasse getrunken, schwarz. Ich bekam Hitzewallungen (mir ist eh immer eher warm) und Herzrasen und fühlte mich nicht gut.

Also. Weiterhin kein Koffein :folded_hands:t2:

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