Stress mit der Lehrerin

Eins sei noch gesagt: Eine Schulnote stellt einen Verwaltungsakt dar. Und gegen jeden Verwaltungsakt kann man Widerspruch einlegen.

Dann muss neu bewertet werden. Von jemand anderem.

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Deswegen sagte ich schriftlich begründen lassen… aber schön über die Schulleitung machen..

Hat das Kind Nachteilsausgleich geltend gemacht ?

ADHS und Schule . . .

Das war für mich stets ein massives Pokern, Schachern und permanentes (in der Schule) präsent sein.
Über Monate und Jahre hatte ich intensiv das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht.
Glaub mir, ich hatte mich mit nicht wenigen geradezu gefetzt! Das wurde auch manchmal laut.
Mein Resumé:
Für meinen Sohn hat es sich gelohnt!
Klar die Schule will für jeden Pips und Pups eine Bescheinigung haben.
Da ich zudem einen sehr guten Draht zur Ärztin hatte, die die Diagnose stellte, ging das alles zügig.

Mit den Monaten hatte ich so eine verhältnismäßig breite Basis (Ärztin, Lehrer und andere) die hinter
uns standen. Natürlich gab es auch Lehrer die „ihr Ding“ einfach weiter durchzogen, aber in der
Summe an Anstrengungen geht es sich vor allem für meinen Sohn nun deutlich besser.

Ich kann Dich nur eindringlich ermutigen: Suche den Kontakt! Rede mit allen Beteiligten!
Und zwar nicht über das blöde Edupage, - sondern persönlich! Werde persönlich vorstellig!
Vor der Schule, also kurz vor acht - ich bin einfach mit in die Schule gegangen,
Nach der Schule, direkt in die Klasse zur Lehrerin - direkt ansprechen - wochenlang . . !
Glaub mir, es war mir nicht entgangen, wie manche Lehrer die Augen verdrehten: Er nu wieder . . .
Wenn mir mal zu blöd wurde hab ich auch mal zurück gezickt: „Nur so zum Verständnis, ich bin hier
nicht wegen eines Klappstuhles dem die Farbe abgeplatzt ist, sondern um das wunderbarste was ich je
zustande gebracht habe: MEIN SOHN. Und ich will dass es ihm gut geht!“

Auch habe ich stets betont, daß ich keine Extrawurst für meinen Sohn will, so kam es mir bei einigen
in der Schule vor. Viele Lehrkräfte haben nach wie vor nicht das Bewußtsein, weder für ADHS noch
für Legasthenie. Leider . . . Besser wurde es erst mit dem beantragten Nachteilsausgleich, der
irr witzigerweise für Deutsch gilt, nicht aber für Englisch oder Mathematik.

Wiederspruch einlegen geht für mich immer in Richtung Konfrontation, das versuchte ich so gut es geht zu vermeiden.

Das ist der Nachteil in Bayern zu wohnen.

Sei stark!

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Ohne amtlich eingetragenen Nachteilsausgleich ist falsche Groß-/Kleinschreibung ein Fehler. Wobei ich auch nicht weiß, ob ein Nachteilsausgleich für ADHS überhaupt möglich ist und was er umfasst.

Man könnte evtl. noch versuchen, was mit Wiederholungsfehler auszuhandeln (Englisch ist nicht mein Fach, deshalb nur eine Idee).

Ich kann verstehen, dass sich das ungerecht anfühlt und eine “patzige” Anwort der Lehrkraft ist natürlich auch nicht in Ordnung.

Ansonsten hilft nur: die Note abhaken, weiter üben und versuchen, das nicht so schwer zu nehmen (und dem Kind das auch vermitteln).

Viele Grüße und alles Gute

kernig

Wie gesagt, geht es mir zumindest in diesem Fall nicht um die Note. Es geht mir um das Bewertungssystem. Das Kind, das den Prüfungsstoff einwandfrei beherrscht (aber den Anfangsbuchstaben nicht gross schreibt) erhält im konkreten Fall genau so viele Punkte, nämlich null, wie dasjenige Kind, das den Satz inhaltlich komplett falsch hat (und das Prüfungsthema nicht beherrscht) oder gar nichts geschrieben hat. Das begreife ich nicht. Ein Abzug ja, aber sicher nicht den kompletten

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Ja, ich verstehe das Gefühl.

Aber irgendwie muss man sowas ja bewerten und das auch im Rahmen des Machbaren. Wenn es also z. B. einen Punkt auf das Wort gibt und es ist falsch geschrieben, ist der Punkt leider weg. Kommt dann noch ein wenig drauf an, ob man mit “Fehlerpunkten” oder “Punkten auf Richtiges” arbeitet.

Und klar ist das schwierig. Wenn es zum Beispiel einen Punkt insgesamt auf eine richtige Antwort gibt, also auf den ganzen Satz, dann könnte man noch mit halben Punkten hantieren, aber am Ende gibt es Abzug für die falsche Schreibweise, vor allem in einer Sprache.

Und auch in anderen Fächern ist “fast richtig” eben nicht richtig.

Es ist nunmal so, dass die Schule ein System ist, das nicht immer und für jeden gerecht sein kann. In der 8. Klasse sollte man das verstehen können und sich einordnen. Ja, das ist mit ADHS manchmal schwierig und klappt nicht so schnell wie bei anderen Kindern. Aber es hilft nichts. Später in der Abschlussprüfung oder im Abitur gibt es teilweise strikte Korrekturvorgaben - spätestens da hat die Lehrkraft gar keinen Spielraum mehr. Es hilft alles nichts: das muss ein Kind lernen, damit umzugehen, das gehört zum Leben dazu.

Den Versuch mit Wiederholungsfehler würde ich in deinem Fall mal probieren. Ist ja immer derselbe Fehler.

Es ging halt nicht einfach um ein Wort, das hingeschrieben (übersetzt oder so) werden musste und das dann entweder richtig oder falsch war, sondern einen vollständigen Satz. Mein Vergleich: einer schreibt ein Wort klein statt gross, den Satz aber sonst vollkommen korrekt. Er kriegt 0 Punkte. Der andere schreibt gar keine Satz hin. Er kriegt 0 Punkte.

Na ja, ADHS und Legsthenie sind zwei verschiedene Dinge, oder?
Wenn ich richtig informiert bin, kann ein Kind sehr wohl ADHS haben und dennoch gut in Rechtschreibung sein. Öfters jedoch gibt es die Kombination ADHS und Legasthenie.

Klar bracht Die Schule / Lehrerin ein Papier in der Hand, damit sie etwas anders machen kann.
Ein Versucht ist es allemal wert.

Also bei meinem Kindern geht es eben nicht so . . .
Um bei meinen Kindern zu bleiben: Wenn ein Kind die Rechtschreibung nicht versteht, dann versteht es die Rechtschreibung nicht. Punkt.
Noten abhacken geht, aus meiner Erfahrung auch nicht so einfach, da das Kind nicht alleine in der Schule ist. Schlechte Noten machen schnell die Runde, das macht es in vielen Klassen / Schule noch schwieriger ein Kind positiv in eine Klasse zu integrieren.

Was mir noch einfällt:
Konnte er vielleicht mal mit anderen Klassenkameraden vergleichen, ob bei denen auch bei einem Rechtschreib-/Grammatik-Fehler die Antwort mit 0 Punkten bewertet wurde?
Wenn das bei denen nämlich nicht so wäre (und ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand außer Deinem Kind Rechtschreib-/Grammatik-Fehler gemacht hat), dann wäre die Bewertung ungerecht. Entweder bekommt jeder für die entsprechende Aufgabe 0 Punkte, wenn ein solcher Fehler drin ist oder keiner.

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Wohnt ihr in der Schweiz?

Edit: Ich sehe gerade, du hattest es schon mal geschrieben.

Genau

Ich finde es problematisch, das so endgültig zu formulieren und hoffe, du sagst das deinem Kind gegenüber nicht genauso. Damit stellst du auf jeden Fall sicher, dass es auch so bleibt. Selbsterfüllende Prophezeiung.

Gerade Groß- und Kleinschreibung ist ja nichts, was man verstehen muss. Da gibt es sehr wenige klare und eindeutige Regeln.

Und ich habe nicht behauptet, dass das alles einfach ist. Und dass es allen gleich leicht fällt.

@ kernig
Die Hoffung stirbt zuletzt, schon klar, aber ich schreibe hier von über sieben Jahren Lehrerfahrung. Wenn ich ertragen muß, wie sich ein Kind bemüht, zu konzentrieren und zu schreiben, Stunde um Stunde, Woche für Woche, Monat für Monat . . . Du erkennst das es einfach nicht klappen will - egal wie - ist es besser, ein Kind von der Qual des Lernen müssen und nicht verstehen zu „erlösen“ In meinem Fall bedeutet das die Lehrnschwerpunkte dort zu setzen wo „es wirklich was bringt“ Denn dadurch bekommt ein Kind mehr Selbstvertrauen und Mut das es eben doch etwas kann (Halt nicht korrekte Rechtschreibung - Notenausgleich hat unser Kind schon) und damit auch bei den Mitschülern deutlich besser da.

Wenn du eigentlich gut mit ihr zurecht kommst, würde ich vielleicht nochmal das persönliche Gespräch suchen. Wer weiß, was auf ihrer Seite dazu geführt hat, dass sie auf deine Nachfrage so reagiert hat…
Klar manchmal ist der Weg über die Schulleitung vielleicht notwendig, aber es ist ja nicht das Hauptziel ihr einen Rüffel zu verpassen, sondern die Sache für deinen Sohn möglichst gut zu klären.

Ich kenne es übrigens so, dass es in den Sprachen eine Bewertungsgrundlage gibt, wo genau die Punkte für Inhalt, Ausdruck, Rechtschreibung usw. aufgeschlüsselt sind (meist eine kleine Tabelle). Soweit ich es im Kopf habe, kann es dann eigentlich nicht passieren, dass es 0 Punkte gibt, wenn es inhaltlich richtig ist. Ich meine sogar, dass das für den Fachbereich, also die ganze Schule, gilt. Zumindest der Rahmen, wieviel Spielraum es dann gibt, weiß ich nicht. Aber da bin ich mir auch nicht sicher…
Gibt es sowas gar nicht, sondern immer einfach nur eine Punktzahl? Vielleicht könntest du das auch nochmal allgemein nachfragen, vielleicht auch bei der/dem KlassenlehrerIn.

Habe ich das überlesen oder nicht mitbekommen? Bei deinem Kind ist es LRS? Dann nehme ich das mit dem “nicht verstehen” zurück und stimme dir zu.

Klar gibt’s da auch verschiedene Ausprägungen, bei manchen geht mehr, bei anderen weniger.

(Ich weiß auch grundsätzlich nicht, ob Rechtschreibung wirklich so wichtig ist, wie wir das alle denken. Ich bin selbst so erzogen und getrimmt worden, aber wenn ich das reflektiere, würde ich sagen: egal, Hauptsache, man versteht sich.

Aber ich lebe nunmal in dieser Welt und da ist das noch als wichtig vorgesehen)

Die Lehrerin wird ja ihre Richtlinien haben, nach denen sie ihre Tests bewertet. Und die dürfen jedenfalls nicht für ein Kind anders ausfallen als für ein anderes. Also wenn alle Punkte abgezogen werden für bestimmte Rechtschreibefehler bei ihm, dann bei allen anderen auch.

Und die Bewertungskriterien werden sich auch an den Lehrplänen orientieren müssen und nicht nur an den pädagogischen Vorlieben der einzelnen Lehrerin. Da könnte man sich ja mal erkundigen?

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Ich kann die Bewertung nicht nachvollziehen, bin aber auch nicht sicher, was hier ein kluges Vorgehen wäre. Mein Sohn hatte mal eine Englisch-Arbeit, da war die Benotung für die text production sehr undurchsichtig. Bei seiner alten Lehrerin war er sprachlich immer sehr gut bewertet worden und in dieser Probe bei einer Quereinsteigerin auf einmal richtig schlecht, das war für mich nicht plausibel. Ich habe das beim nächsten Elternsprechtag nett angesprochen und mir erklären lassen - die Bewertung war immer noch unlogisch, ABER seine Sprache wurde in den nächsten Proben wieder gut bewertet :smirking_face: Ich schätze, wenn ich die Probe der Fachschaftsleitung (=seiner alte Lehrerin :grin:) vorgelegt hätte, hätte ich vermutlich Recht bekommen, aber seine neue Lehrerin wäre ihm nicht gerade wohlgesonnen gewesen.

Mein Sohn ist leider auch jemand, der eigentlich fit ist in Groß- und Kleinschreibung, das aber auch gerne durcheinander wirft. Da wird am Satzanfang klein geschrieben, Verben groß usw. Ich denke, er müsste sich einen Aufsatz am Ende IMMER nochmal auf diese Aspekte hin durchlesen - ob er das macht, weiß ich nicht, oft reicht die Zeit nicht. Da wir in Bayern leben, gibt es für ADHS auch keinen Nachteilsausgleich.

Falls jemand eine gute Idee hat, wie er besser auf Groß- und Kleinschreibung achten kann: bitte her damit!

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