Stress mit der Lehrerin

Ach… ich habe Stress wegen einer Lehrerin. Mein Sohn schreibt regelmässig die Nomen klein. Warum er das genau macht, wissen wir nicht. Eigentlich wüsste er es und in Grammatik ist er sonst sehr gut. Es zieht sich seit Jahren hin. Es passiert vor allem, wenn er nicht bei der Sache ist oder in stressigen Situationen - auch wenn er die Medis nimmt, die ja sonst recht gut wirken bei ihm. Er ist jetzt in der 8. Klasse. Nun hatte er einen Englischtest. Bei einer Frage hatte er inhaltlich alles absolut korrekt. Es ging im Test um etwas Bestimmtes, das hat er einwandfrei umgesetzt. Allerdings hat er bei genau dieser Aufgabe alle Grossbuchstaben am anfang des Satzes kleingeschrieben. Die Lehrerin hat ihm die volle Punktzahl abgezogen. Hätte er gar nichts geschrieben, oder alles falsch, hätte er genau gleich viele Punkte erhalten. Ich fand das eine etwas merkwürdige Bewertungsstrategie und habe nett nachgefragt. Es kam dann eine patzige Antwort zurück, das sei in der 8. Klasse nicht akzeptabel und er solle das als Lehrgeld ansehen. Ich habe dann nochmals zurückgeschrieben, dass ein Abzug gerechtfertigt sei, aber sicher nicht der Ganze, da der Inhalt ja korrekt war. Sie hat mich dann belehrt und gemeint, der Abzug sei ja noch mild (hätte sie ihm noch Minuspunkte geben wollen?!). Jetzt habe ich Angst, dass sie ihn künftig noch härter rannehmnen wird. Hätte ich doch einfach nichts gesagt… es ist so schwierig. Ich habe auch erklärt, dass er wegen seiner ADHS zu solchen Fehlern neigt, aber darauf hat sie nichts geantwortet. Danke, dass ich mich kurz ausjammern konnte…

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Ich finde die Bewertungskriterien der Lehrerin sehr seltsam. Wenn ich in Deutsch Arbeiten schreiben lasse, steht vorher fest, wie viele Punkte es für welche Aufgabe gibt und wie viel Abzug es für Rechtschreibung und Grammatik geben könnte. Sämtliche Punkte abzuziehen halte ich für absolut ungerechtfertigt.

Deinem Sohn empfehle ich, am Ende einer Arbeit kurz durchzuatmen und dann selber zu kontrollieren. Wenn er die Regeln der Großschreibung in Deutsch und Englisch eigentlich beherrscht, hat er damit zumindestens bessere Chancen. Das fällt meinen Schülerinnen und Schülern allerdings auch nicht leicht. Mir geht es ebenso.

An wen kannst du dich wenden, wenn sich die Lehrerin so quer stellt?

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Puh, schwierig. Englisch ist Fremdsprache und da zählt Rechtschreibung halt sehr viel. Nicht nur die Lernwörter, sondern alles. Von daher kann ich die Lehrerin verstehen.

Ich kann auch euren Frust verstehen, wenn das eigentlich Gelernte beherrscht worden ist. Ich hab auch ein Kind, bei dem Rechtschreibung unter Stress im Nirvana verschwindt und es gab daher auch schon mehr als einmal Punktabzug. (Und Englisch ist das Hass-Fach.)

Insgesamt denke ich, dass die Lehrerin im Recht ist, auch wenn es blöd ist.

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Also ich verstehe es nicht, dass es so strikt ist. Weil im täglichen Leben ist Englisch zwar wirklich sehr wichtig, aber ob man jetzt Groß- und Kleinschreibung kann, wird in vielen Berufen ehrlich gesagt wurscht sein. Rechtschreibung ist zwar wichtig, aber auch da wird man drüber leicht hinwegsehen später. In der Schule soll es aber hier natürlich mal entsprechend bewertet werden.
Wichtig ist sich ausdrücken können, ein Wortschatz und keine Scheu einfach zu reden.

Was ich machen würde: Lehrerin konkret nach den kompletten Bewertungskriterien fragen. Wie Ajena schrieb, hat man die ja wohl als Lehrkraft. Und davon würde ich weiter gehen… Hat sie sich daran gehalten, oder wurde hier ein Exempel statuiert.
Wenn die Lehrerin jetzt zickt, würde ich es wohl so halten, dass ich schaue, wie mein Kind durch dieses Jahr kommt. Wenn es durchkommt und die Note aktuell keine größere Rolle spiel (wegen Schulwechsel, Ausbildung etc.), würde ich es wohl aussitzen. Ansonsten wird es schwierig. Zumindest in Ö darf man nur negative Noten anfechten. Und alles andere ist sehr schwierig, da es dafür Stellen gibt, aber am Ende des Tages entscheidet halt die Lehrkraft…

Und ich verstehe dich sehr gut, da mein Kind auch unfair benotet wird (was im übrigen nicht nur ich als voreingenommene Mutter sage). Man sitzt aber definitiv am kürzeren Ast…

Danke euch allen für die lieben Worte. Es geht mir gar nicht um die Note, ich finde einfach, dass das Bewertungsmodell merkwürdig ist. Ein Abzug ist absolut OK, aber wenn der den Inhalt richtig hat, sollte es nicht einfach 0 Punkte geben. Sonst wäre jemand, der der gar nichts schreibt ja genau gleich bewertet. Den Teststoff hat er ja fehlerfrei gekonnt.

Ich verstehe schon. Dir geht es darum, dass es nicht fair ist.
Leider schwierig… Wenn du das weiter verfolgen willst, musst du da sicher „geschickt“ vorgehen. Weil leicht ist das nicht, wenn eine Lehrkraft da strikt ist.

Am besten lasse aber mal etwas ZEit verstreichen. Erstens um klarer zu sehen, ob und wie du etwas machen kannst und evt. auch nächste Beurteilung abwarten, ob Befürchtungen mit „noch strenger“ eintreten.

Und vielleicht hat sie ja recht, dass dein Sohn so einen (wenn wie wir schon besprochen haben evt. nicht so fairen :wink: ) Anstoß braucht. Also versuche trotz Grant, diese Energie auch zu nutzen. Du musst deinem Sohn ja nichts vormachen, dass du es fair findest. Aber ein authentisches a la „ich finde diese Bewertung zwar auch unfair, aber in der Sache hat die Lehrerin doch recht, dass du das besser umsetzen sollst“, wäre schon ein guter Ansatz, denke ich. Und mit ihm überlegen, welche Ideen er hat, das nächstes mal besser zu machen. In der 8 wird er dazu ja sicher schon gute Ideen haben.

Das finde ich auch so. In Deutsch gibt es bei uns Punkteabzug dafür, wie das in Englisch ist, kann ich nicht sagen.

Hast du mal darüber nachgedacht bei deinem Sohn durch den Psychiater eine Lese- Rechtschreibschwäche diagnostizieren/ bescheinigen zu lassen,

Du nimmst dieser Lehrerin damit viel wind aus den Segeln. Nanchmal hab ich das auch zumal wo schreiben nicht Alltagsroutine war und mit Adhs neigen genug Betroffene dazu.

Ich würde dann Anträge auf Nachteilsausgleiche stellen und plötzlich ist die Lehrerin die böse, die „beeinträchtigte Kinder“ schlecht und demütigend behandelt

Danke. Eigentlich hat er keine Leseschwäche. Er ist sogar recht gut in Grammatik. Daher ist es uns auch ein Rätsel, welhalb er Nomen oft klein schreibt. Aber es könnte eben schon sein, dass das im Stresse so macht und es mit ADHS zu tun hat. Auf einen Antrag für Nachteilsausgleich habe ich bis jetzt verzichtet, evtl. müsste ich da noch einmal über die Bücher.

Ich auch! :adxs_ai:

Noch als Denkanstoß:
Wenn ich das richtig sehe, ist das Kind ja schon 14 (8. Schulstufe). Eine Idee wäre auch, dass er das selbst klärt. Kommt natürlich drauf an, ob er dazu in der Lage ist (mein Großer könnte das locker, mein Kleiner - oh, da glaube ich wird das mal schwierig - mal sehen).
Meistens ist Teenagern aber so viel Einfluss der Eltern eher peinlich. Ich hätte das mit 14 also auch nicht gewollt. Vielleicht wäre das auch noch zu berücksichtigen. :wink:
Wobei es in dem Fall halt schon gerade noch ok ist, wenn die Eltern sich einmischen. Sollte aber mit dem Jugendlichen abgestimmt sein, finde ich.

Er ist erst 13 und er klärt das eigentich schon selber. Aber hier wollte ich einfach auch Grundsätzliches zur Bewertung klären. Das Kind war aber involviert.

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Macht mein Sohn auch :woman_shrugging:t3:

Das klingt mir sehr danach, dass die Lehrerin die Benotung als Erziehungsmaßnahme nutzt - und das ist nicht zulässig. Noten sind einzig zur Leistungsbewertung da, nicht für die Erziehung. Schau mal in Euer Schulgesetz bzw. in die Vorschriften für die Benotung. Da sollte das auch eindeutig drin stehen und darüber darf sich die Lehrerin nicht einfach hinwegsetzen.

Kann das Kind die Arbeit mal einem anderen Englischlehrer geben, um sich von dem ne Zweitmeinung zu holen? Wie ist die Schulleitung drauf? Könntest Du da mal nachfragen, wenn die Lehrerein sich so bockig stellt?

Mir kommt die Benotung auch sehr unfair vor, wenn der Inhalt richtig war und eigentlich nur ein Bruchteil der Wörter (nämlich die Satzanfänge) falsch (klein) geschrieben waren.

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Uff, anderem Lehrer geben, das wird aber nicht gut ankommen. Ich verstehe die Idee, aber das könnte das ganze doch eher eskalieren lassen…

Frage ist außerdem, ob sich ein anderer Lehrer überhaupt auf so etwas einlässt.

Du könntest dich auch an die Klassenleitung wenden. Das ist in meiner Klasse mitunter so gelaufen und funktionierte ganz gut, weil ich am Anfang vermitteln konnte.

Für meine Begriffe müssen die Kriterien für Notenvergabe transparent sein. Bei uns ist innerhalb des Fachbereiches festgelegt, in welcher Klassenstufe was wie gewertet wird. So wie eben auch für die Schule verbindlich festgelegt ist, bei welchem Prozentsatz an erreichten Punkten es welche Note gibt. Bewertungen können doch nicht von meiner Laune oder dem Verhalten des Kindes oder Jugendlichen abhängen. Dafür muss es doch klare Kriterien geben.

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Danke euch allen für die Einschätzung. Vermutlich bin ich auch einfach über die Jahre hinweg empfindlich geworden. Als wir noch gar keine Diagnose hatten (bzw. ADHS explizit noch ausgeschlossen wurde), musste mein Sohn immer wieder als Sündenbock herhalten wegen seinem Verhalten. Das war so anstrengend. Jetzt bin ich sehr empfindlich, wenn ich das Gefühl habe, dass er ungerecht behandelt wird. Ich mag die Lehrerin eigentlich gut, daher war ich auch etwas perplex, dass sie gar nicht auf das einging, was ich geschrieben habe.

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finde ich nicht überempfindlich.
Es ist doch wirklich nicht fair!

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Auch wenn die Sache vermutlich nicht rechtens und auch unfair ist.
Vielleicht hilft der unpädagogische Denkzettel deinem Sohn trotzdem und es gelingt ihm nun daran zu denken die Großschreibung am Ende noch mal zu überprüfen und zu kontrollieren. Das wäre in dem Fall für alles weitere im Laufe seiner Schullaufbahn dann hilfreich.

Es wäre natürlich ungünstig wenn er es nicht steuern kann und der „Denkzettel“ ihn noch mehr blockiert .

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Bitte die Lehrerin (über die Schulleitung per Einschreiben ) zur schriftlichen Begründung der Benotung. Somit muss die jede Klassenarbeit der Klasse schriftlich begründen wieso wer welche Note hat. Dann sind die Weihnachtsferien nix mit Urlaub.