Studie: 45 % der ADHS-Probanden litten an vorzeitigem Samenerguss

Moinsen,
das fand ich etwas schräg.
Kennt ihr Männer mit ADHS, denen das so geht?

Sehr kleine untersuchte Gruppe beziehungsweise Gruppen (24 ADHS und 38 NN - und das dann noch mit der Unsicherheit, die die Testverfahren zur Zuordnung alleine schon haben!), wenn du mich fragst - das zweifle ich daher mal einfach an.

Das mit Testosteron im Mutterleib finde ich dennoch interessant. Ich persönlich könnte mir bei mit höhere Testo-Werte vorstellen.

Meine Schwangerschaften passen evt. nicht ganz:

neuronormaler Sohn: Ich hatte ziemlichen Akneschub (habe ich generell seit der Pubertät) in der Schwangerschaft - würde jetzt mit Testo korrelieren.

neurodiverser Sohn: Die schönste Haut meines Lebens und meine Haare waren der Hammer, haben null gefettet und waren einfach nur schön. Allerdings hatte ich etwa in letzten Trimester einen Schwangerschaftsausschlag - der korreliert mit “männlichem Nachwuchs” soweit ich weiß.

Soweit meine rein episodische Anmerkung, die natürlich keine Aussage in irgendeine Richtung hat. :wink:

Hab bissl rumgelesen und dachte, ich hänge die KI-generierte Übersicht mal mit dran.


ADHS, vorzeitige Ejakulation und 2D:4D-Ratio

1. Studien zu ADHS und vorzeitiger Ejakulation
1.1 Überblick
  • Bisher wenige, aber konsistente Studien zu ADHS und vorzeitiger Ejakulation (PE).

  • Männer mit lebenslanger PE zeigen deutlich häufiger ADHS-Symptome als Kontrollgruppen.

  • Männer mit ADHS haben deutlich häufiger PE als Kontrollen.

  • Effektgrößen groß (≈ 40 % vs. 4–5 %), trotz kleiner Stichproben.


1.2 Soydan et al., 2013
  • Titel: Attention-deficit hyperactivity disorder in patients with premature ejaculation: a pilot study

  • Design: Fall-Kontroll-Studie (urologisches Setting)

  • Stichprobe:

    • 38 Männer mit lebenslanger PE

    • 27 Kontrollen ohne PE

  • Diagnostik:

    • PE: 10-Item Premature Ejaculation Index

    • ADHS: WURS + CAARS

  • Ergebnisse:

    • ADHS bei 16/38 (≈ 42 %) der PE-Patienten

    • ADHS bei 1/27 (≈ 3,7 %) der Kontrollen

  • Kernaussage:

    • ADHS stark überrepräsentiert bei Männern mit lebenslanger PE.

1.3 Ayan et al., 2022
  • Titel: Lifelong Premature Ejaculation and Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: A Controlled Study

  • Design: kontrollierte Querschnittsstudie

  • Stichprobe:

    • 48 Patienten mit lebenslanger PE

    • 40 Kontrollen

  • Diagnostik:

    • ADHS: WURS-25 + ASRS

    • PE: PEDT + Arabic Index of Premature Ejaculation

  • Ergebnisse:

    • ADHS bei 20/48 (≈ 41,7 %) der PE-Patienten

    • ADHS bei 2/40 (5 %) der Kontrollen

    • Mehrheit hyperaktiv-impulsiver Subtyp

  • Kernaussage:

    • Befunde replizieren Soydan 2013: deutliche ADHS-Überrepräsentation bei lebenslanger PE.

1.4 Unal et al., 2025
  • Titel: Association of premature ejaculation with adult attention deficit hyperactivity disorder: Relationship with digit ratio

  • Design: Beobachtungsstudie mit ADHS- und Kontrollgruppe

  • Stichprobe:

    • 24 erwachsene Männer mit ADHS

    • 38 Kontrollen

  • Diagnostik:

    • ADHS: WURS + DSM-IV-Rating

    • PE: klinische Diagnose nach DSM-5

    • 2D:4D-Ratio gemessen (siehe Abschnitt 2)

  • Ergebnisse:

    • PE-Häufigkeit bei ADHS: 45,8 %

    • PE-Häufigkeit bei Kontrollen: 5,2 %

    • ADHS-Gruppe: signifikant niedrigere 2D:4D-Ratio

  • Kernaussage:

    • ADHS geht mit deutlich erhöhter PE-Häufigkeit und niedriger 2D:4D einher.

1.5 Ergänzende Evidenz
  • Systematische Übersichten: ADHS-Gruppen haben im Mittel niedrigere 2D:4D-Werte.

  • Einzelfallberichte: selten spontane Ejakulation unter Atomoxetin oder Modafinil (kein systematischer ADHS–PE-Fokus).

  • Gesamtbild: drei unabhängige Studien bestätigen deutliche Überlappung von ADHS und PE.


2. Rolle der 2D:4D-Ratio und Messung
2.1 Bedeutung der 2D:4D-Ratio
  • 2D = Zeigefinger, 4D = Ringfinger

  • Niedrigere Ratio → Hinweis auf höhere pränatale Testosteronexposition

  • Höhere Ratio → Hinweis auf geringere pränatale Testosteronexposition

  • Sehr kleine Effektstärken; nicht zur Individualdiagnostik geeignet


2.2 2D:4D im Kontext von ADHS und PE
  • Unal 2025: einzige Studie, die ADHS, PE und 2D:4D kombiniert untersucht

  • ADHS-Patienten hatten niedrigere Ratio als Kontrollen

  • ADHS + PE zeigte tendenziell niedrigere Werte, aber statistisch nicht signifikant

  • Interpretation: mögliche gemeinsame biologische Grundlage über pränatale Hormonprägung

  • Meta-Analyse (Fusar-Poli 2021): ADHS-Gruppen haben im Mittel niedrigere 2D:4D-Werte


2.3 Messung der 2D:4D-Ratio
  • Messung getrennt für rechte und linke Hand

  • Messpunkte (palmar):

    • Start: proximale Beugefalte (Fingerbasis)

    • Ende: Fingerspitze

  • Instrumente:

    • Digitale Schieblehre (z. B. 0,01 mm Auflösung)

    • Alternativ: hochauflösende Scans/Fotokopien

  • Messprotokoll:

    • Jeder Finger mindestens zweimal gemessen

    • Mittelwertbildung

    • Berechnung der Ratio: 2D:4D = 2D-Länge / 4D-Länge


2.4 Klinische Bedeutung
  • 2D:4D ist ein reines Forschungsinstrument

  • Keine Rolle in klinischer Diagnostik oder Therapieentscheidung für ADHS oder PE


3. Vorzeitige Ejakulation: Definition und klinischer Leidensdruck
3.1 Grundkonzept
  • Drei Dimensionen:

    • sehr kurze IELT

    • Kontrollverlust über den Ejakulationszeitpunkt

    • klinisch relevanter Leidensdruck


3.2 ISSM-Definition

Lifelong (lebenslange) PE

  • Ejakulation immer oder fast immer innerhalb von ≈ 1 Minute nach Penetration

  • Beginn mit ersten sexuellen Erfahrungen

  • Kontrollverlust

  • Leidensdruck

Acquired (erworbene) PE

  • Früher zufriedenstellende Latenz

  • Deutliche Verkürzung (z. B. von 10–15 Minuten auf ≲ 3 Minuten)

  • Kontrollverlust

  • Leidensdruck


3.3 DSM-5 und ICD-11

DSM-5

  • Ejakulation innerhalb ≈ 1 Minute bei fast allen Penetrationen

  • Dauer ≥ 6 Monate

  • Auftreten bei ≈ 75 % der sexuellen Begegnungen

  • Klinisch signifikanter Leidensdruck

ICD-11

  • Im Wesentlichen ISSM-Definition

  • Zusätzlich: „subjective PE“ bei normaler IELT, aber subjektivem Leidensdruck


3.4 Kurze IELT
  • IELT = Zeit von Penetration bis intravaginaler Ejakulation

  • Medianwerte ohne PE: 5–6 Minuten

  • IELT ≤ ≈ 1 Minute → unterstes 1–2,5 Perzentil

  • Grundlage für lebenslange PE-Definition

  • Erworben: Fokus auf deutliche Verkürzung gegenüber früher, nicht auf festen Cutoff


3.5 Klinisch relevanter Leidensdruck

Individuell

  • Frustration, Scham, Schuldgefühle

  • Angst vor Intimität, Vermeidung

  • Reduziertes sexuelles Selbstwertgefühl

Partnerschaftlich

  • Konflikte, Rückzug

  • Unzufriedenheit in der Beziehung

Zeitliche Dimension

  • Beschwerden über Monate stabil

Differenzierung

  • Schnell → nicht automatisch klinische Störung, wenn kein Leidensdruck besteht

3.6 Erfassung in Studien & Praxis

Studien

  • „Goldstandard“: Stoppuhrmessung der IELT

  • Standardisierte Fragebögen: PEDT, PE-Indizes

Praxis

  • Anamnese der Latenz, des Kontrollgefühls und des Leidensdrucks

  • Fragebögen zur Strukturierung


4. Quellen

4.1 Primärstudien ADHS & PE

  • Soydan H et al., 2013
  • Ayan ÜB et al., 2022
  • Unal GA et al., 2025

4.2 2D:4D-Ratio

  • Fusar-Poli L et al., 2021
  • Manning JT et al. (Grundlagen)

4.3 PE-Definitionen

  • ISSM Guidelines
  • DSM-5
  • ICD-11
  • Waldinger MD et al.: IELT-Studien

4.4 Ergänzende Berichte

  • Einzelfallberichte zu Atomoxetin, Modafinil
  • Reviews zur Sexualphysiologie

Metastudie:

Crazy okay 45% klingt erstmal echt viel.

Aber es waren am Ende dann ja nur 24 Probanden.

Also ich bin ja eine Frau, aber da ich lustigerweise größtenteils ADHS-Männer anziehe (gleich und gleich gesellt sich gern) kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung nur sagen, dass die Männer mit ADHS deutlich standhafter sind/waren als die ohne :wink: die meisten nehmen/nahmen Medikamente bzw medizinisches Cannabis.

Lieber @UlBre , also ich persönlich kann mich Deiner Einschätzung, von wegen das Du diese „Studie?“ schräg findest, eigentlich NUR total anschliessen.

Und zwar ERSTENS wenn es um die Frage geht „WER?“ und „WARUM?“ hat sich anscheinend „IRGEND JEMAND“, überhaupt mit diesem „Thema“ „beschäftigt?“, UND AUSSERDEM, WAS ZUM GEIER SOLL DIESER BULLSHIT EIGENTLICH ÜBERHAUPT „BEWEISEN“ ???".

Wie auch immer, und ich bin ja auch kein Mann, aber nicht desto trotz, und ganz einfach und ganz ehrlich?, „braucht“ es „sowas“ wirklich ???, und ausserdem, WEM sollten solche Behauptungen, heisst solche Fragen eigentlich „nützen?“, und ganz ehrlich, WAS SOLL DAS „ÜBERHAUPT“ ???.

Heisst WARUM will anscheinend „irgend jemand“ „die Potenz“ von männlichen Adhs’lern, oder von Audhs’lern" in Frage stellen ???".

Zumindest, wenn ich das ganze anscheinend nicht irgendwie „missverstanden“ habe?.

So oder so, das ganze erscheint mir persönlich jedenfalls irgendwie nur absolut GAGA. :zany_face:

Nein, ich kenne keine solchen Männer. Bin das Gegenteil.

Es könnte mit Testosteron zusammenhängen, dafür gibt es schon ein paar andere Hinweise.

Und wenn vorzeitiger PE mit ADHS korreliert (die 45 % halte ich auch für nicht belastbar, das hätten wir schon längst hier im Forum als Thema gehabt), kann das hilfreich sein, um mögliche Entwicklungspfade zu identifizieren (Testosteron ist nur einer, der hier infrage kommt), wenn man sie mit den Entwicklungspfaden anderer komorbider Störungsbilder vergleicht und dabei Häufungen findet.

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Oh ja, natürlich das göttliche Testosteron, welches die Evangelikalen der USA so über alles loben.

Liebe @AbrissBirne das mit dem Testosteron war glaube ich rein fachlich sachlich gemeint .
Ich finde wenn jemand so eine Studie oder das Thema interessant findet oder um es ggf. zu hinterfragen hier ins Forum reinstellt , dann darf das auch mal zur Diskussion stehen .

Falls das Thema dich hochfahren kann überleg vielleicht ob du es Stumm schaltest oder nicht reingehst .
Ich habe ein wenig Sorge, dass du hier aus Versehen deine Zeit und sinnlose Energie verlieren könntest .:sad_but_relieved_face:

Lass es einfach hier als Männerthema sein.

Pass bitte gut auf dich auf :mending_heart:

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Liebe @Nelumba_Nucifera , Oh ja, und sei Dir sicher, ich werde mich weder hier, noch andernorts, keineswegs auf irgendwelche Diskussionen über solche, oder ähnliche Diskussionen einlassen, und das wollte ich auch überhaupt nicht beabsichtigen.

Wie auch immer, und wie gesagt, wahrscheinlich handelt es sich hier um ein sogenanntes „Männer Thema“, dass eh nur Männer beantworten können, wenn überhaupt?.

Was mich persönlich aber trotzdem stört, zumindest wenn ich ein Mann wäre, ist die Unterteilung zwischen potent, oder nicht potent.

Aber da ich nun mal kein Mann bin, bin ich höchstens gespannt, was Männer ansonsten noch alles zu diesem Thema so zu sagen haben.

Und von daher, ich verabschiede mich hier. :heart:

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Das war Cheaten :adxs_zunge:

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Aber ehrlich gesagt, habe ich mich auch gefragt, warum man das untersucht. Ich kann es aber als Frau wohl echt nicht beurteilen, wo der Nutzen liegt.

2D:4D wird anscheinend die letzten Jahrzehnte vermehrt untersucht. Als Laie denke ich mir: Kannst halt recht einfach messen und alles mögliche, was dir einfällt (und man als geschlechtsspezifisch sehen mag) korrelieren. Dann kommt was raus und zack hast wieder eine fachliche Arbeit. Netterweise eine, die interessant sein kann, da man von einem einfach zu ermittelnden Wert sich diverse Wahrscheinlichkeiten berechnen kann…

Allerdings hat ja die Messung schon ihre Tücken. Von Beugefalte und Schiebelehre her - also das ist ja fast auf dem Niveau Schulversuch für mein Verständnis, wenn man dann feinste Unterschiede korreliert. :smiling_face_with_sunglasses:

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Bei meinem ADS-ler kann ich naturgemäß nix zur PE sagen. Aber 2D:4D passt schon mal nicht… da könnte ich mir laut Studien jetzt “schöne” andere Sachen raussuchen, die das bedeuten kann. Aber ist halt kein greifbares Kriterium trotz allem…

Vorbemerkung: Sehe ich das richtig, dass sich hier überwiegend Frauen an dem Thema abarbeiten?

Ich, männlich, 76, halte diese Studie für Gaga. Das wäre was für einen Karnevalsvortrag.

Dass man versucht etwas herauszufinden, wie sich erhöhte Testosteronexposition während der Schwangerschaft auf einen männlichen Fötus auswirkt, und welche Langfristfolgen das hat, ist interessant. Aus der Länge der Finger die ein Maß für die Testosteronexposition sein sollen,wird wohl abgeleitet, dass Männer mit ADHS nicht nur zuviel Testosteron abbekommen haben. Und wenn der Zeigefinger viel kürzer als der Ringfinger ist, dann haben 45% kurz nach der Penetration einen Samenerguss. Das gilt aber nur dann wenn sowohl auf der rechten Seite als auch auf der linken Seite der Ringfinger länger ist.

Was ein Glück: mein Ringfinger ist nur rechts länger als der Zeigefinger; links ist es anders. Das erklärt mir jetzt auch, weswegen ich nur auf der rechten Seite ADHS habe? Für mich interessanter wäre gewesen, herauszubekommen, woran es liegt, dass es bei mir ziemlich lange dauert bis zum Samenerguss. Möglicherweise ist mein linker Zeigefinger zu groß und dran schuld.

Spott und Ironie beiseite. Ich zitiere mal aus den abstracts die dort veröffentlicht sind, wie gesichert die Erkenntnisse sind. (Hervorhebungen von mir)

“Dies deutet darauf hin, dass hohe Testosteronspiegel sowohl in der Ätiologie von ADHS als auch von PE eine Rolle spielen. Daher wird angenommen, dass die Koexistenzhäufigkeit aufgrund der möglichen gemeinsamen Ätiologie dieser beiden klinischen Diagnosen hoch sind ist.“

Frage an die Frauen: Kann man aus dem 2D:4D Verhältnis von Frsuenhänden ablesen, ob sie ADHS hat und häufig Orgasmen hat?

Das ist ganz normale Wissenschaftssprache. Die formuliert immer so vorsichtig. Da kann man nichts reininterpretieren.

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Es gab mal eine größere Diskussion im Zusammenhang mit fetaler Testosteronexposition bei Autismus. Man hat nach Belegen für die Extreme-male-brain -Theory gesucht*.* Vielleicht ist das für dich interessant:

Interessanterweise sind einige Dokumente (z.B. der Uni Heidelberg), die vor fünf Jahren noch online waren, inzwischen verschwunden. Ist halt ein Thema mit politischem „Sprengstoff“.