Studieren mit ADS

Hallo Zusammen!

Ich bin relativ neu hier auf diesem Forum und hab schon einige Beiträge gefunden, aber nichts was in die Richtung meines Anliegens geht und wenn, dann nur von 2024 :sweat_smile:

Ich bin 30 und studiere seit einem Dreivierteljahr Medizin. Das ist mein erstes Studium nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen, bei denen ich am Ende aber immer unterfordert war - ihr kennt das bestimmt :face_with_peeking_eye:

Jedenfalls komme ich inzwischen hier und da an neue Grenzen, die ich vorher nicht kannte und suche Leute mit denen ich mich über das Thema „Studium mit ADS“ austauschen kann.

Was mich aktuell besonders beschäftigt sind Vorlesungen, bei denen der Prof extrem langsam spricht, ich deswegen nicht immer genau zuhöre und dann den Faden verliere. On top kommen dann unübersichtliche und wirklich unansprechende Vorlesungsfolien.

Grade bei Themen wie Biochemie, wo ich eigentlich super aufpassen und mitschreiben will und müsste, fällt es mir unglaublich schwer am Ball zu bleiben (ich bin medikamentös gut eingestellt).

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich besser lernen kann, wenn ich mir die Inhalte Zuhause auf YT erklären lasse und das Thema dann für mich selber ausarbeite, habe aber Angst in der Vorlesung wichtige Informationen zu verpassen, die im Video dann nicht erwähnt werden.
Also quäle ich mich zu den Vorlesungen um passiv zuzuhören, vielleicht doch etwas mitzunehmen, was sich am Ende aber eigentlich nie rentiert.

Kennt das jemand von euch?

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Mir hilft es in solchen Fällen, selbst zu visualisieren, also z.B. die Folien vom Prof bei mir in Powerpoint besser nachzubauen. So kann ich mit einem Ohr zuhören und gleichzeitig am PC was zum gleichen Thema basteln.

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Ja.

Und deswegen habe ich in meinem Studium von meinen Kommilitonen scherzhaft den Awards für die wenigste Kontaktzeit bekommen :rofl: man hat mich maximal am Anfang des Semesters gesehen, danach war ich wie ein Geist…verschwunden…:face_in_clouds: weil mich die Vorlesungen einfach nicht so gejuckt haben und ich mir das selber zuhause eh besser alleine beibringen kann (auch dank KI).

Prüfungen hab ich trotzdem immer alle auf anhieb bestanden (ok bis auf 1 Ausnahme aber da war ich sehr lern-faul). Also ist die Frage, wieso tust du dir das an? Mitschriften aus den Vorlesungen hab ich mir immer von anderen besorgt, manchmal sagen sie ja doch was Klausur relevantes (selten :joy: )

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Ja geht mir tatsächlich genauso! Aber auf diesem Weg bin ich dann im zweiten Semester das erste Mal durch eine Prüfung gefallen und seit dem hab ich Angst, dass das nochmal passieren kann :face_with_peeking_eye:
Und so bin ich (mehroderweniger) gezwungen irgendwie, wenn auch passiv irgendwas mitzunehmen.

Aber ich stell auch fest, das ist nicht der Weg.

Altklausuren und Altfragen helfen schon viel, aber irgendwie würd ich gerne bei den Vorlesungen mehr mitnehmen können :frowning:

Die Dozenten, die schlechte Folien haben, sind die schon älter? Und machen seit Jahren das gleiche? Dann könntest du in den höheren Semestern fragen, ob die ein Skript, eine Zusammenfassung, einen Insidertipp haben.

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Ja! Das auf jeden Fall. Grade bei Biochemie, wo die Strukturformeln schon wirklich nicht so einfach zu merken sind und dann viele verschiedene ganz unübersichtlich auf einem leicht braunen Hintergrund. Ich kann garnicht beschreiben wie eintönig das aussieht und unübersichtlich ._.
Die aus dem höheren Semester haben fast alle nur mit Altfragen gelernt :smiley: Das ist wohl nen doller Gamechanger.
Ich will mich darauf aber nicht verlassen, das hat mir die letzte Klausur nicht geholfen :face_with_peeking_eye:

Ist es. Ich lerne auch nur mit Altfragen (und gebe dann einer KI die Fragen und sag, stell mir ähnliche Fragen) damit auch mal frischer Wind rein kommt. Kann also sehr empfehlen mit KI zu lernen (NoteBookLM).

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Welche KI nutzt du?

Hab ich ja geschrieben - NoteBookLM

Ansonsten, für stilistische Überarbeitungen von Texten die ich geschrieben habe, nehme ich Gemini (Google). NoteBookLM ist auch von Google.

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Wow! NotebookML ist fantstisch! Vielen Dank! Das hilft mir wirklich sehr! <3

Was studierst du? In welchem Semester bist du?

Ich studiere einen Ingenieur Studiengang und ich bin im letzten Semester und schreibe dementsprechend gerade meine Bachelorarbeit :graduation_cap:

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Ich habe mit 30 nochmal Psychologie studiert, und kenne gut was du da beschreibst. Ich würde glaube ich zuerst mal davon abraten, KI zu nutzen. Das führt nur zu einer weniger tiefen Auseinandersetzung mit dem Thema. Gerade beim Lernen halte ich das für Gift.

Bei uns wurden regelmäßig Dinge in den Vorlesungen erwähnt, die nicht in den Folien standen. Mir hat es weiterhin wahnsinnig geholfen, zu den Vorlesungen zu gehen, weil das Struktur fürs Lernen gibt. Ich habe mir auch mal ein Semester eingeredet, dass ich mir die Dinge lieber selbst beibringe, was dann aber nur dazugeführt hat dass sich die nachzuarbeitenden Vorlesungen nach zwei Wochen anfingen, sich zu stapeln.

In den Vorlesungen selbst war meine Strategie, möglichst viel mitzuschreiben. Ich habe einfach auf meinem Laptop mitgeschrieben, was der Dozent zu den Folien gesagt hat. So war ich die ganze Zeit aktiv beschäftigt. Selbst, wenn ein Dozent langsam gesprochen hat, war es herausfordernd mitzuschreiben und das hat mich in eine sehr aktive Rolle beim zuhören gebracht. Ich habe so durchgängig die Konzentration aufrecht erhalten können.

Nach den Vorlesungen habe ich die Folien sofort in Anki Karten verwandelt. Als Medizinstudent solltest du die Software ja kennen :slight_smile: Anki Karteikarten haben mehrere Vorteile. Erstens, sie können überall gelernt werden. Entweder zu Hause vor dem PC oder auf dem Smartphone unterwegs. Zweitens, auch hier bin ich beim lernen wieder aktiv und lese nicht nur passiv. Drittens, ist spaced repetition mit Abruf auch wissenschaftlich erwiesenermaßen eine der besten und effektivsten Arten zu lernen.

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Ich hab es ähnlich gemacht wie WCWBF. Ich musste zu den Vorlesungen hingehen und mitschreiben, so gut wie möglich, weil ich zuhause alleine überhaupt nicht gut lernen kann. Wenn ich meine Notizen im Skript hatte, konnte mein Gehirn das alles viel besser abrufen und verknüpfen.

Es kam bei mir aber auch extrem darauf an, ob mich die Vorlesungsinhalte interessiert haben. Von machen Vorlesungen konnte ich mich sogar an mehr Details und Zusammenhänge erinnern als meine Freunde, von anderen Vorlesungen habe ich überhaupt gar nichts aufgenommen und konnte anschließend noch nicht mal mit Sicherheit sagen, worum es da grob ging :rofl:

Was ich unbedingt auch empfehlen würde, falls du das nicht eh schon hast: Such dir eine Gruppe Mitstudierende, mit denen du zusammen in die Vorlesungen gehst und zusammen lernst. Das hat mich oft total gerettet. Wir haben uns gegenseitig motiviert und auch immer zusammengesetzt und unsere Notizen ergänzt und vor den Prüfungen gemeinsam gelernt. Da bin ich zwar oft auch bei verzweifelt, weil ich mich dabei einfach nie so motivieren und konzentrieren konnte wie die anderen, aber es hat trotzdem sehr viel gebracht!

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Ah das ist eine wirklich sehr gute Idee!! Mit dem „selber nachlernen“ hab ich auch schon selbst schlechte Erfahrungen gemacht! :smiley:

Aber das aktive Mitschreiben probiere ich morgen direkt aus! Danke! Ich hab mir zu der Vorlesung jetzt angewöhnt den Stoff im Vorraus per YT zu lernen und mich dann vom Prof nurnoch ergänzen zu lassen :smiley: Aber dann passe ich nur noch weniger auf, weil „kenn ich ja schon“ Aber mitschreiben ist ne 1A Idee!

Und im Medizinstudium gibts zu allen Sachen schon fertige Karten bei Anki und mit denen kann ich richtig gut lernen!

Ja auf jeden Fall! Eine Lerngruppe hab ich und die Mädels sind alle super! <3

Bei mir hat folgendes geholfen:

  • Die Vorlesung scribbeln also mitzeichnen, da ich ein sehr bildhaft denkender Mensch bin und auch gerne zeichne
  • Mit Programmen wie Goodnotes kannst du parallel das Audio aufnahmen und dann mit doppelter Geschwindigkeit abspielen lassen https://support.goodnotes.com/hc/de/articles/7352688559631-Audioaufnahmen-zu-Ihren-Dokumenten-hinzufügen#h_01HD5EHRJXXE5M5W6D714PN97S
  • Wenn möglich mit hochgeladenen Materialien in notebooklm (YouTube, pdfs,…) Audios erzeugen lassen. Vielleicht auch als Vorbereitung. Das kann man dann auch mal beim Spazierengehen hören.
  • notebooks in notebooklm kann man in Gemini als Quelle angeben. So kannst du die Tools sehr gut zusammen nutzen. (Hängt von der Lizenz ab)
  • Überhaupt Spazierengehen: Bewegung hilft beim Lernen. Ebenfalls in Goodnotes gibt es Karteikarten (Lernsets). Mit der richtigen Lizenz kannst du mit verschiedenen Endgeräten dann Lernen.
  • In Bezug auf Lernsets/Karteikarten: Versuche mit Gamification (Belohnungen) das Lernen spannender zu machen.
  • Du hast ja schon eine Gruppe: Also machst du ja schon bodydoubling.
  • Da Dopamin das Hormon der Vorfreude ist, musst du dir ein positives Ziel setzen, das du erreichen willst. Möglichst kleinschrittig.
  • Ich habe irgendwann angefangen Erklärfolien/AB etc. zu machen. Du kannst Erklärvideos für dich und andere erstellen. Auf youtube etc. hochladen. Irgendwas, was dich anschiebt - nein, anzieht.

Liebe Grüße und viel Erfolg

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