Hallo,
ich bin eine Frau von 37 Jahren und lebe in Berlin. Ich wurde letztes Jahr mit Autismus diagnostiziert. Mit 16 dachte ich das erste Mal, ich könne ADHS haben. Leider wurde das damal von einer Therapeutin nicht ernst genommen.
Als Kind konnte ich keine Schulmappe ordentlich halten, habe viel Ärger für mein langsames Arbeiten bekommen. Aufgaben die mir nicht gelegen haben, habe ich schlicht nicht gemacht… stattdessen habe ich endlose Serien Star Trek im Kopf imaginiert. Ich hatte als einziges Kind zum Beispiel keinen Einmaleins-Pass, weil ich nicht selbstständig lernen konnte.
Ich bin impulsiv und brauche starke Anreize um Dinge zu tun, hab krasse Stimmungsschwankungen und mein Konzentrationavermögen schwankt sehr. Ich kann schwer willentlich entscheiden, was ich machen will oder To-Do-Listen nach Plan abarbeiten. Oder ich vergesse To-Do-Listen einfach… ich kann fast nur Sachen regelmäßig erledigen, die mir Spaß machen und für die ich eine Routine habe (was wohl Dank Autismus so is). Mit Routinen bin ich aber auch irgendwann überfordert: Wenn Situationen immer stereotyp gleich bleiben, fehlt der Reiz des Neuen. Das ist mitunter so unerträglich, dass ich heftige Verstimmungen deshalb bekommen kann. Deshalb verändere ich inner Teile von meinen Routinen.
ADHS liegt auch in meiner Familie, es wurde bei meiner Schwester diagnostiziert.
Ich weiß wirklich nicht wie ich eine Warteliste für eine Diagnostik finden soll, die derzeit nicht geschlossen ist. Übrig bleiben nur Selbstzahlerangebote. Von der Krankenkasse würde mir telefonisch erklärt, dass eine Kostenerstattung partout nicht möglich sei. Stimmt das, oder hat mir die Mitarbeiterin Quatsch erzählt?
Das war auch echt weird. Ich würde dann zur Terminvermittlungshotline meiner Krankenkasse verwiesen. Dort hieß es man dürfe (!) keine Termine für eine ADHS-Diagnostik verweisen.
Vielleicht weiß hier jemand etwas über Kostenerstattungsverfahren oder Möglichkeiten irgendwo ADHS abklären zu lassen ohne es selbst zahlen zu sollen? Zwar kann und würde ich reisen, jedoch haben ja viele Ambulanzen ein Einzugsgebiet.
Von einem Psychologen habe ich eine sehr gutes vernünftig erscheinendes Angebot erhalten - notgedrungen würde ich dirt die Diagnostik machen und versuchen das Geld aufzutreiben.
Wenn ich mir keine Hilfe wünschte und ich die Medis nicht gern mal ausprobieren würde, wär mir die Abklärung nicht so wichtig. Aber wirklich, ich hab in meinen Augen ganz deutlich Probleme, die gut möglich mit ADHS zu tun haben können (zum Beispiel tausende Euro Schulden, weil ich Papierkram prokastiniere). Es wäre toll, wenn ich dies und anderes endlich bewältigen könnte!
Danke fürs Lesen und eine schöne Zeit allen!