Suche einen ADHS Arzt

Hallo zusammen ich bin relativ neu hier und habe auch noch keinen Beitrag geschrieben. Ich habe den starken verdacht das ich ADHS bzw ADS habe und möchte mich daher von einem Arzt testen lassen. Ich habe schon bei zwei Psychologen angefragt. Es wurde mir aber beide male gesagt das das bei ihnen nicht angeboten wird. Daher mal eine genrerelle Frage. Bei welchen Ärzten kann man so eine Diagnose erhalten? Geht das nur bei Psychologen? Und zweite frage kennt jemand im Raum Passau einen guten Artzt und hat evtl erfahrungsberichte. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen VG

Herzlich willkommen!

Nein, Psychologen bieten das nicht an, sondern nur Ärzte - in der Regel. Und dann auch nur Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben.

Welche Ärzte das sind, kannst du z. B. durch örtliche Selbsthilfegruppen herausfinden (auch wenn es Elternselbsthilfegruppen sind, denn ADHS ist erblich), oder auch durch das Internet - manche Ärzte schreiben auf ihrer Internetseite, dass sie ADHS bei Erwachsenen diagnostizieren und behandeln, und manchmal findest du auch den Hinweis in den Erfahrungsberichten bei Jameda.

Du kannst auch @UlBre anschreiben, der hat eine Liste, wobei die Aktualität dieser Liste immer davon abhängt, welche Rückmeldungen er kriegt, anders gesagt, vielleicht hat sich ein neuer Arzt niedergelassen oder ein alter aufgehört, ohne dass er es erfahren hat.

Und wenn du jemand in deiner Gegend kennst, der behandelt wird, kann dir derjenige (beide Geschlechter gemeint) natürlich erzählen, wie sein Arzt oder seine Ärztin ist.

hey Falschparker, dnke für die Info das hat mich schon mal weiter gebracht ich dachte man macht das bei einem Psychologen. Dann werde ich mich mal weiter auf die Suche machen :slight_smile:

@Falschparker

Bist du dir sicher? Ich habe einige Psychologen gefunden, die es diagnostizieren könnten, wenn sie denn Plätze hätten…

Also Angebote habe ich bei Psychiatern als auch bei Psychologen gefunden.

Ja, schon. Aber dann muss man auch sicherstellen, dass man anschließend einen Arzt hat, der die Diagnose des Psychologen auch anerkennt. Ansonsten hat man nur ein Papier in der Hand, mit dem man nichts anfangen kann.

Die Diagnose können sowohl Fachärzte als auch Psychologen stellen. Ich selbst habe von Psychologinnen sowohl die Verdachts- als auch die gesicherte Diagnose gestellt bekommen.

Medikamente verschreiben können allerdings nur Ärzte, Psychologen nicht (es sei denn, sie sind gleichzeitig Ärzte).

Die von @Irrlicht und @Falschparker beschriebenen Schwierigkeiten hatte ich beide: GKV-Praxen und -Ambulanzen, wo sich das Personal mit ADHS auskannte, waren überfüllt, letzlich bin ich als Selbstzahler in eine Privatpraxis gegangen. Dann hatte ich die Diagnose, allerdings nahm meine Psychiaterin sie nicht ernst. Auch da bin ich nach einem weiteren erfolglosen Versuch jetzt als Selbstzahler in einer Privatpraxis.

Offenbar – so zumindest meine eigene Erfahrung – ist die nötige Kenntnis über ADHS bei Psychologen und Psychiatern (also Ärzten) noch immer nicht weit verbreitet, deshalb ist es schwer, jemanden geeigneten zu finden, und in Kassenpraxen haben Ärzte auch beim besten Willen oft einfach nicht die Zeit, um sich gründlich genug mit einem Patienten zu beschäftigen. Nach meiner Erfahrung sind jüngere Ärztinnen und Psychologen deutlich besser über ADHS im Bilde als ältere (meine vorige Psychiaterin und der nächste waren um die 60, mein jetziger ist um die 40 Jahre alt). Es gibt allerdings eine Menge Privatpraxen, wo man recht zügig einen Termit bekommt, die Leute sich erheblich besser mit der Materie auskennen und gründlicher arbeiten.

(Das soll kein großes Lob an Privatpraxen sein, sondern liegt am krassen Mangel an psychiatrischen Kassenpraxen, der die Ärzte dort zu Massenabfertigung zwingt.)

Wenn man nachweislich keinen Kassen Psychiater findet, muss die KK die kosten für ne private Praxis übernehmen?

„Nachweislich“ wird leider schwierig.

Psychiater, die von ADHS keine Ahnung haben, sind logischerweise auch meist der Ansicht, dass keine/r ihrer Patient/innen ADHS hat oder jedenfalls keine besondere Behandlung benötigt.

Außerdem, wo willst du die Grenze ziehen, was die Erreichbarkeit angeht? Mein Psychiater ist über 100 km entfernt, aber den Weg ist es mir wert. (Natürlich muss ich nicht für jedes Rezept hin.)

Dass es jetzt massenhaft privat abrechnende Psychiater mit ADHS-Kenntnis gibt, wäre mir auch neu.

Viele Psychiater rechnen die Diagnose privat ab und behandeln anschließend auf Kassenkosten. Das hat den Vorteil, dass es bei einer einmaligen Ausgabe bleibt.

Suchmaschine: Psychiater + ADHS + Ort
So habe ich es gemacht

Du kannst auch auf die Webseite deiner Krankenkasse gehen, die haben sicher auch eine Arztsuche.
Ansonsten gibt es noch die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Ja, das muss sie, das nennt sich Kostenerstattung. Ein Streit mit der Kasse darüber, einschließlich Einreichung von Nachweisen, Widerspruch gegen Ablehnung usw. kann aber Arbeit werden und sich hinziehen. Weitere Auskunft dazu findest Du leicht im Netz oder bei Deiner GKV.