Symptom Echolalie?

Hej :sun_with_face: ,

ich habe hier im Forum leider nichts darüber gefunden.
Bin mir auch etwas unsicher, wie ich die Frage formulieren soll :sweat_smile:
Hat jemand von euch „Erfahrungen gemacht“ mit Echolalie? Also dem wiederholen von Geräuschen (z.B Tiergeräusche, Wörter o.ä.) die man hört? Innerlich (in Gedanken) oder selbst Erzeugend?

Liebe Grüße
<3

Erfahrungen gemacht habe ich, ja, aber nicht so wie Du hoffst. Ein Kollege hat eine Zeitlang immer versetzt als Echo alles mitgesprochen. Das war extrem anstrengend und unangenehm. Da habe ich noch weniger Inalt erfassen können und die ganze Zeit überlegt, ob ich ihn frage, ob alles ok ist. Nach einer Weile hat er aber damit aufgehört, jedenfalls in laut. Ich hoffe, Du bist nicht der Kollege :sweat_smile: Und ich weiß jetzt wie das heißt.

Hej Lupine

nein ich bin nicht der Kollege :smile:

Ja ich kann mir gut vorstellen, dass das anstrengend und unangenehm ist. Vor allem wenn man selbst irgendwie Schwierigkeiten mit der Reizfilterung und Konzentration hat. Würde mir nicht anders gehen.
Ich mache das in der Regel innerlich…ausser wenn ich irgendwie ganz vertieft in etwas bin und ein „Geräusch“ aufschnappe, dass mir gefällt, dann wiederhole ich es auch laut. Kommt in Beisein anderer aber sehr sehr selten vor.

Danke dir dennoch für deine Antwort :hugs:

Uahhh das kann sehr sehr unangenehm sein :confounded:
Wir hatten in der Schule früher so eine Mitschülerin. Sie hat wie ein Papagei alles laut nachgeplappert was andere sagten. Das war furchtbar für die Klasse.

Erstmal war es lustig, später nervig, dann aber extrem störend. Sie wurde irgendwann von der Schule genommen, keine Ahnung, was ihre Eltern danach veranlasst hatten.
Jedenfalls habe ich daran keine guten Erinnerungen, obwohl es extrem lange her ist.

Wenn du oder jemand den du kennst betroffen ist, lass es unbedingt behandeln!

Viel Glück und liebe Grüße :sunny:

Hej Lea,

danke für den gut gemeinten Ratschlag, aber ich habe nicht das Gefühl oder das Bedürfnis, mich diesbezüglich behandeln zu lassen. Es dient mir oft als Entspannung, und kann auch ein Indikator für mich sein, dass ich ganz stark unter Stress stehe.

Das ist prima :blush:
Wenn es dir gut tut, du es innerlich / leise machst, ist es auch nicht pathologisch, sondern hilfreich und positiv :slightly_smiling_face:

In unserem Fall war es tatsächlich so, dass die Mitschülerin alles nachgesprochen, nein nachgerufen hatte, teilweise in so grosser Lautstärke, dass die Klasse nicht mehr arbeiten konnte. Das war natürlich extrem und ist sicherlich nicht mit deiner Situation vergleichbar :wink:

Alles Liebe für dich weiterhin :sunny:

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Hi,
ich kenn das von diversen Entwicklungsstörungen und in verschiedenen Ausprägungen, ja. Ist noch die Frage ob man es im Kopf macht, allein macht, unter bekannten Leuten oder überall und was genau:
Manche plappern vllt nach oder wiederholen immer wieder gleiche Fragen und Inhalte (meine Antwort wird dadurch nicht besser/sie wissen die Antworten oft schon), andere sprechen Szenen aus Filmen nach, teils schon so automatisch, verwaschen und abwesend dann, dass sie nicht sagen können aus welchem Film das war, wenn ich nachfrage.
Je nach Typ und Situation kann es sicher für die Selbstberuhigung sein, zum Ausschalten anderer äußerer Reize (wenn es der fehlende Reizfilter nicht zulässt - > drum selbst Geräusche erzeugen, als Schwallwand quasi/oder angenehmere Alternative), einen Flowstate ermöglichen oder erleichtern (man kann sich fallen lassen in die Geräusche, schaltet in ne komische Mischung aus Autopilot und Achtsamkeit) oder evtl. auch als Kontaktaufnahme und eine Art Beziehungsbemühen (da mit dem Fragen und Wiederholen). Es kann evtl. kippen in krasse Zwänge, muss aber nicht.

Irgendwo gibt’s dann sicher noch eine Überschneidung zur Vorliebe von manchen von uns NDs, angenehme Reize zu wiederholen, etwa ein Lied, das man mag, immer und immer wieder zu hören bis man durch ist. Ich merk mir bei diesen Liedern dann etwa nicht den Text, wohl aber jedes Instrument, Ton, Rhythmus und all das und werd ganz unruhig wenn andere nachsingen und die Melodie falsch ist :melting_face:
Eine Person die ich kenne (hier zusätzlich mental retardiert), wiederholt etwa eine 15 sekündige Sequenz von einem Lied ganz oft, spult dann vor zur nächsten Lieblingssequenz vor und hört diese dann ewig. Das kann zwanghaft anmuten, sicher, bringt ihr aber (je nach Lied) die größte Freunde und Entspannung.

Ich finds toll wie genau du dich da wahrnimmst (und auch hier beschreibst) und es eben als Indikator für Stress siehst (wo man dann nochmal Konsequenzen ziehen kann oder nicht), weil du es dann zur Entspannung machst.
Wenn es dir also gut tut, dann :ok_hand:

Hej Awol,

danke für deine ausführliche Antwort.

Ich hab mir selbst auch schon die Frage gestellt, ob es etwas zwanghaftes ist. Aber es nichts was ich tun muss, sondern eher wie ein „flow“.
Da fühlen sich Ohrwürmer mehr an wie Zwänge😄
Ich mache das, wenn ich irgendwo ein Wort aufschnappe, dass mir besonders gefällt. Oder Tiergeräusche.
Je nach dem, ob ich allein, oder in Gesellschaft bin, spreche ich es laut aus, oder eben nur in Gedanken.
Wenn ich ganz arg unter Stress stehe und angespannt bin, dann werden die Wörter wahlloser.

Seit ich meine Adhs Diagnose habe, gehe ich davon aus, dass diese Echolalie, ein Symptom davon ist.
Aber hier in dem Forum scheint es nicht sehr bekannt zu sein :no_mouth:

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Hi,
Ja, es ist vllt weniger häufig und darum noch nicht hier aufgetaucht. Würde es nicht als Symptom bezeichnen, sondern als Ausprägung von einem Symptom oder eher noch als… Ach wart, ich lad mal einen Screenshot hoch:

Also: Echolalieren als „Stimming“ ist mehr ein Copingmechanismus um mit Stress klar zu kommen, oder Fokus zu kriegen und es kann die Stimmung heben.

Eigentlich gibt’s Echolalie vor allem bei Leuten im Autismusspektrum (da wohl bis zu 75%, zu lesen hier) , da ist auch der Screenshot her. Vllt findest du also in diesem Kontext mehr Infos dazu.
Nachdem sich ASS und ADHS schon mal gern in einigen Aspekten überschneiden und auch zusammen auftreten können, gehört Echolalie sogar zu den Hinweisen, dass man tatsächlich beides haben könnte (wenn noch mehr zutrifft), laut diesem Artikel .
Es fällt dann unter das (eher ASS-ige) Symptom der repetitiven und stereotypen Verhaltensweisen.

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