Tagebuch zu Wechsel von Bupropion zurück auf Elvanse

Hallo zusammen zurück :slightly_smiling_face: :waving_hand: !

Ich möchte hier ein Tagebuch von meinem Wechsel von Bupropion zurück auf Elvanse führen. Einerseits für mich fürs Protokoll zum immer weider reinschauen und vielleicht für euch als Erfahrungsbericht.

Ich hatte vor einigen Monaten auf Bupropion gewechselt. Warum?

Weil sich mit Elvanse eine leichte Emotionslosigkeit (leichte Depression?) eingeschlichen hatte und ich nie so richtig die “perfekte” Dauerdosierung gefunden hatte. Auch nach 1,5 Jahren nicht.

Was ist nach dem Start von Bupropion passiert?

Habe direkt von Elvanse auf Bupropion gewechselt. Für 2 Wochen 150mg, dann 300mg. Es gab so eine kurze “Honeymoonphase” von circa 2/3 Tagen. Dann erstmal Ernüchterung. Nach einigen Wochen habe ich dann die antidepressive Wirkiung gespürt. Stimmung war besser und stabiler, so wie gewollt. Und es gab einen gleichmäßigere Wirkung gegenüber Elvanse, was natürlich schön ist.

Aber es gab Nebeneffekte. Zum einem wieder viel mehr Chaos im Kopf, was zu erwarten war. Zum Anderen, und das ist problematischer, haben meine Ängste wieder zugenommen. Zur Info, ich habe eine Angststörung. Habe lange versucht damit zurecht zukommen, aber irgendwie ist es mehr Kampf als Leichtigkeit. Die oft gehörte Kombination aus Elvanse und Bupropion will mir mein Psychiater aus Risikogründen nicht verschreiben.

Ich muss dazu sagen, dass Elvanse bezüglich Angst echt super geholfen hat und ich so gut wie gar keine Probleme hatte. Erst durch Bupropion habe ich wieder gemerkt “Huch, da war doch was”.

In der Zwischenzeit habe ich auch eine ASS-Diagnose erhalten. Was durch den Start von Elvanse schon immer mehr gezeigt hat sich nun vor circa 2 Monaten bestätigt. Ich habe nun unter anderem deshalb wieder eine Psychotherapie gestartet.

Nun ist heute mein erster Tag mit 20mg Elvanse zum Einsteigen und bin gespannt wie es wird und hoffe, dass ich mit den neuen Erfahrungen diesmal eine für mich gangbare Lösung finde. Damals war ich meist bei 40mg und werde mal schauen wo es mich hin verschlägt. Bis dahin werde ich gleißig hier berichten.

Danke und bis bald :slight_smile:

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Erfahrungsgemäß kann man von den ersten Tagen nicht viel hineininterpretieren, ich beschreibe trotzdem mal, weil ich ja einen direkten Wechsel gemacht habe.

Ich merke drirekt, dass Elvanse stimulierender ist. Einfach bisschen vom Puls und von der Aktivierung her. Erste Nacht gleich mal nicht gut geschlafen, lag aber eher an dem Espresso den ich an Tag 1 noch getrunken habe.

Ich habe heute viele kurze Pausen gebraucht im Büro, konnte diese aber auch immer wieder durchziehen. War nicht sehr belastbar, kann aber auch gut mit dem schlechten Schlaf in der Nacht davor zu tun haben. Ich habe wieder mit dem Gedanken gespielt einen Espresso im Büro zu trinken, habe es aber gelassen. Gefühlt bringt es kurz einen Boost, langfristig zahle ich dafür aber einen Preis. Das muss ich mir gut überlegen.

Tendenz geht dahin, dass ich mich heute an Tag 2 eigentlich ziemlich ausgeglichen und fokussiert fühle. Dieses angespannte auf der Unterlippe rumbeißen, was ich eventuell durch Bupropion mehr entwickelt hatte, hatte ich heute nicht.

Also bisher keine negativen Auffälligkeiten durch das abrupte Absetzen von Bupropion und Einschleichen von Elvanse, eher leicht positiv. Mal schauen wie es weiter geht.

Übrigens hat sich das mit dem Hunger heute ganz gut gehalten. Gestern an Tag 1 hatte ich ja kaum Appetit und musste mich etwas zwiungen zum Essen, das hat sich heute denke ich wieder normalisiert.

Wichtig ist weiterhin, dass ich zwar Proteine morgens zum Fühstück brauche, aber “feste” Proteine. Der greichische Joghurt mit Haferflocken und Samen hat zwar auf dem Papier viel Proteine, aber davon bekomme ich sehr schnell wieder Hunger. Im Vergleich dazu hält Brot mit Butter, Schinken und 2 gekochten Eiern viel länger, obwohl auf dem Papier glaube ich nicht viel mehr Proteine dahinter stehen.

Ach ja, am ersten Tag wie üblich einen sehr trockenen Mund. Kenn ich ja, habe viel getrunken über den Tag und versuche das unbedingt beizubehalten.

Erfahrungsbericht nach 3 Tagen mit 20mg und 2 Tagen mit 30mg:

Hatte gestern Abend extreme Kopfschmerzen, habe deshalb eine Schmerztablette genommen. Heute ist es wieder gut. Was den Appetit angeht ist bisher alles im grünen Bereich, also noch nicht dieses ständige Hungergefühl. Bleibe weiterhin beim jetzigen Frühstück.

Ich merke glaube ich schon dass ich ausgeglichener und wenig ängstlich bin. Das fällt mir beim Bahnfahren auf. Mit Bupropion war ich irgendwie unentspannter.

Was ist wichtig?

Das Hauptthema ist glaube ich mich immer wieder selbst zu regulieren. Ohne Kaffee, ohne Zigaretten. Beides reguliert kurzfristig und gibt einen Push, bereits nach wenigen Stunden kommen jedoch die negativen Auswirkungen.

Kurz Pause machen, durchschnaufen, Taks switching, kurz reinhören. Was brauche ich gerade. Das ist das allerwichtigste und nimmt mir Elvanse nicht ab. Mit der richtigen Dosis aber fällt mir das leichter. Das fällt wohl unter exekutive Funktionen.

Fazit:

Bisher finde ich Elvanse defintiv besser als Bupropion im Gesamtpaket. Bisher hat sich aber auch noch keine emotionale Abstumpfung eingeschlichen.

Erfahrungsbericht nach 3 Tagen mit 20mg und 4 Tagen mit 30mg:

Vom Appetit her noch alles gut. Von der Stimmung her nich alles okay. Heute aber ich auf dem Bücherflohmarkt so ein bisschen Konzentrationsprobleme / Brain Fog / Reizfilterschwäche gespürt. Gestern war im im ordentlichen Hyperfokus, mir ist es sehr schwer ghefallen eine Projektaufgabe auf Arbeit zu pausieren wodurch ich mich total verausgabt habe.

Mal schauen wie es weitergeht. Die 30mg waren ja in Vergangenheit zumindest nicht die optimale Dosis bzw. hatte ich das mit Reizfilterschwäche dort auch schon erlebt.

Erfahrungsbericht nach 3 Tagen mit 20mg und 7 Tagen mit 30mg:

Ich hatte jetzt 3 stressige Tage hinter mir, in denen viel Stress da war, an denen ich aber auch wenig stressresistent war.

Während ich auf der Arbeit in einer Aufgabe bleibe und nur schwer stopppen kann, prasseln gefühlt von allen Seiten weitere Forderungen rein. Dazu noch 4 Besprechungen heute und 6! Besprechungen morgen. War heute wirkich total überfordert.

Habe echt schon wieder an Elvanse bzw. an der Dosis gezweifelt. Habe aber mich Chat GPT erörtert, dass das keine klassischen Überdosierungssymptome sind, sondern eher zu viel Stress der sich ansammelt gepaart mit der Anpassungszeit des Körpers. Ich hatte ja immerhin ca. 6 Monate Pause bzw. war ich bei Bupropion.

Was positiv stimmt ist, dass ich diesen Stress / diese Reizuberflütung zum Nachmittag/Abend wieder Abbauen konnte. Heute durch spazieren gehen und einfach in der Fernse starren und defokussieren, quasi alles mal durchrattern lassen vom Tag. Danach bin ich dann halt tot müde und gehe früh ins Bett.

Wichtig:

Immer wieder Regulationspausen einzustreuen fällt mir schwer. Ist aber wichtig, und kann mir Elvanse nicht komplett abnehmen. Da brauche ich gute Strukturen und Routinen die das fördern.

Ich bleibe erstmal bei den 30mg. Keine Not zu steigern. Beziehungsweise hatte ich es ja mal 1 Tag zwischendrin versucht und bin dann wieder zurück gegangen.

ahrungsbericht nach 3 Tagen 20mg, 7 Tagen 30mg und 7 Tagen 35mg:

Habe stressige Tage hinter mir (5 Tage Hamburg) und es ist schwierig ein Fazit zu ziehen, weil es schon eine Art Ausnahmezustand war.

Habe immer noch das Gefühl, dass ich Stress/Erschöpfung schneller merke und schneller eine Pause brauche. Dafür komme ich wahrscheinlich nicht mehr so leicht in die totale Verausgabung, weil ich die Signale meines Körpers wahrnehme. So zumindest meine Theorie.

Ich merke selbst und habe auch zurückgemeldet bekommen, dass der Autismus deutlicher wird. Ich bin nun wirklich ziemlich rational, zeige wenig Emotionen nach außen und ich bin auch weniger verständnisvoll für Dinge die ich selbst nicht mag oder nicht nachvollziehen kann. Ich habe weniger soziale Toleranz und kann mich weniger anpassen.

Ich habe gestern das erste mal wieder 40mg genommen. Ich habe weiterhin keine Schlafprobleme und schlafe tatsächlich immernoch meistens durch.

Ich meine jetzt nicht mehr zu merken, wann die Wirkung einsetzt. Zu Beginn konnte ich das noch ca. 2 Stunden nach Einnahmne feststellen, jetzt ist es glaube ich subtiler geworden.

Würde sagen, jetzt mal so weitermachen.

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Houston we have problem. Heute wieder ein Tag an dem ich in einen Hyperfokus geraten bin und nicht stoppen konnte. Musste das angefangene unbedingt fertig machen, habe das Mittagessen ausgelassen und selbst beim erzwungenen Spaziergang war ich ganz hyped und wollte unbedingt weitermachen.

Schwups ist der Tag auf einmal rum und ich stopfe das ausgelassene Essen Abends in mich rein weil ich so einen Hunger habe. Ich merke auch, dass ich leicht reizbar bin und schnell genervt.

Es scheint zu viel zu sein … Ich gehe morgen zurück auf die 20mg. Wenn ich oben nachlese waren die in Ordnung und bei den 30mg haben schon leichte „Probleme“ angefangen.

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Kleine Anmerkung:

Körperlich merke ich wieder vermehrt eingerissene Mundwinkel, gestern hatte ich das Gefühl schnell Krämpfe zu bekommen in den Füßen und den Waden.

Ist es gerade so, dass ich nur das machen will auf das ich am meisten Lust habe, aber alles andere nicht mehr hinbekomme bzw. den Wechsel dort hin nicht.

@Silberlocke Danke für deine Kleeblätter :blush:

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Nach dem Entschluss zu reduzieren bin ich erstmal auf 20mg morgens zurück. Kleine Verbesserungen gab es, aber nichts großartiges / befreiendes. Ich habe ja gerade das Projekt einen Zugplan zu zeichnen und wenn ich da einmal anfange, dann kann ich gar nicht damit aufhören. Es muss fertig gemacht werden und es muss perfekt sein.

Bin seit gestern zurück auf 10mg morgens (nach dem Frühstück) und 10mg mittags (nach dem Mittagessen). Die 10mg fühlen sich irgendwie angenehm an. Heute morgen habe ich mich seit langem mal wieder realtiv nach dem Aufstehen gefühlt. Da die Wirkung gefühlt nach 5-6 Stunden nachlässt, habe ich mich dazu entschieden einfach Mittags eine zweite Dosis zu nehmen.

Ich habe das Gefühl, ich muss neu denken, was Elvanse können muss und was nicht. Was es können muss ist meine Konzentrationsfähigkeit und die exekutiven Funktion verbessern. Und das merke ich schon daran, dass kein absolutes Chaos ausbricht und ich mich Dingen konzentriert widmen kann. Nicht dieses von einem zum anderen hüpfen, wichtige Dinge vergessen und dann Abends einen emotionalen Zusammenbruch zu haben. Darum geht es!

Ich kann weiterhin stundenlang vor dem Handy versacken und damit den Tag vorbeisausen lassen wobei anschließend mein Kopf so verbrannt ist, dass ich mich richtig schlecht fühle. Dafür braucht es weiter Planung, Struktur, Disziplin, Helferchen aller Art. Und vor allem: Pausen!

Mit meinen bisherigen 40mg leiste ich und leiste ich und leiste ich … bis ich ausgebrannt bin. Ich bin sehr gespannt ob es weiterhin so bleibt wie es gerade ist.

Ich muss sagen ich war gestern echt kurz bisschen besorgt. War irgendwie wieder mehr angespannt und hatte nicht mehr so die Ruhe wie die Tage davor. Ich dachte schon jetzt muss ich entweder erhöhen oder es irgendwie wieder wie aufsummiert und zu viel.

ABER: Heute war war wieder alles okay. Mittwochs-Büro-Tag eigentlich ganz gut rumgebracht. Auch wenn ich aktuell noch bisschen viel mein neues Spiel zocke (was mich bisschen nervt) kriege ich sonst alles ganz gut geregelt.

Ich bekomme mein Geschirr regelmässig abgewaschen, ich zwinge mich hin und wieder zu Pausen und ich war gestern sogar joggen.

Es sind immer noch viele Gedanken im Kopf (vor allem gegen Abends) und das zu “beseitigen” ist nicht die Stärke von Elvanse, aber ich komme ganz gut damit zurecht.

Übrigens habe ich festgestellt, dass wenn ich zu viel trinke, ich ständig auf die Toilette muss um zu pinkeln. Dadurch spüle ich ja auch viel an Mineralien aus dem Körper. Ich habe heute mal einfach nur getrunken wenn ich Durst hatte (selten) oder einfach hin und wieder einen Schluck wenn ich der Mund trockem war oder ich meine Nahrungsergänzungsmittel eingenommen habe. Und was soll ich sagen, ich glaube damit geht es mir besser.

Um mich zu Pause zu zwingen versuche ich die Position eines Kindes einzunehmen (fällt mir nicht schwer :smiley: ) und stelle mir vor, dass meine Mutter sagt “Jetzt ist Schluss, jetzt wird Pause gemacht”. Dann schmoll ich ein bisschen, aber mach das dann auch.

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