Hej liebe Leute,
seit es mir so schlechter geht, merke ich auch, dass es den Menschen hier im Forum schlechter geht, scheint eine ganz dumme Phase gerade zu sein.
Ich bin ernsthaft verzweifelt und weiß nicht mehr ein noch aus.
Ist, hüstel, dezent länger geworden. Ich freu mich dennoch, wenn ihr mal drüberlest und vielleicht Tipps habt.
Seit dieser Woche bin ich nach monatelangem warten endlich in der Tagesklinik aufgenommen.
Natürlich sollte ich direkt nach dem Urlaub kommen, am Vorabend Abends erst zuhause angekommen.
Ich, natürlich wie Hulle aufgeregt und eigentlich total drüber.
Entschuldige mich dauernd bei der Pflegekraft, dass ich soviel von ihrer Zeit in Anspruch nehme. Sie sagt, dass ich mir da keine Sorgen machen soll, das sei okay und das Personal würde das schon kommunizieren. Ich müsse nicht dauernd auf die Uhr schauen.
Am ersten Tag erstmal aufgenommen, alles vergessen verlegt, total fahrig und aufgeregt. Auch natürlich gleich Visite gehabt.
Komm in einen überhitzten Winzraum mit einem Tribunal an fünf Leuten, keiner lächelt auf meinen Versuch meine Anspannung bisschen abzubauen.
Ja, ich weiss, die Späße sind nie witzig. Trotzdem.
„Was erwarten Sie denn hier?“ fragt mich die OÄ am Tischende. Tzja, keine Ahnung. bin ein bisschen kalt erwischt, hab keinen Plan, sage, dass ich das doch im Aufnahmebogen breit erklärt habe und frage, ob sie ihre Frage näher eingrenzen könne. Ich solle mal einfach erzählen. hm… Puh. Naja, fang ich halt bei Adam und Eva an. Irgendwann stoppt sie mich und sagt: „Ja, ich seh Sie ja schon eher in einer Spezialambulanz in 70/90km Entfernung. Dann hamse hier jetzt erstmal zwei Wochen Probezeit“
Ich sage: „Wow, und dafür habe ich jetzt Monate auf den Platz gewartet?“, verkneife mir weiteres zu sagen, weil ich sonst vor Verzweiflung zu heulen beginnen würde und stehe auf, die Therapeutin sagt, sie komme sofort. Ich gehe wie betäubt raus.
Die Therapeutin braucht ewig, ich dackele ihr hinterher.
Wir gehen mit Pflegekraft in ihr Zimmer. Das übrigens einen total unbequemen Stuhl hat und dort soll sie mich ärztlich und psychotherapeutisch betreuen.
Ich bleibe stehen und bin total angespannt. Sie sagt, ich solle mich setzen, sie empfinde mich als aggressiv. Ich bleibe stehen, weils einfach besser tut.
Ich habe den Eindruck, mich einmal fallen lassen zu dürfen und kotz mich aus, so lange gewartet zu haben, Holterdipolter einbestellt werde und nach monatelanger Wartezeit sagen die: Nö, sind hier falsch, stellen Sie sich mal in die monatelange Schlange nach da drüben an. und dann eine Probezeit zu haben. Dass ich scheissangst habe, meine Stelle zu verlieren und nicht noch länger krankgeschrieben sein kann. Die Ärztin meinte, dass das ja auch, wie beim ambulanten Psychotherapeuten der „Probatorik“ diene. Na toll.
Die Pflegekraft hat total lieb deeskalierend gewirkt und mich co-reguliert. Ich find das total gut und bedanke mich dafür.
Therapeutin klärt mich etwas auf, sie meine, ich sei aggressiv und zu hochbdosiert. Oh, ist mir garnicht aufgefallen. Änder ich morgen mal.
Sie erklärt weiter zu meiner Problematik der Emotionsregulation abends (Kind benötigt Bindung und Nähe und kreischt und ich ertrags nicht mehr, mir jeden Abend verdödeln zu lassen und nichts für mich machen zu können. Rausgehen funktioniert nicht, weil Kind mir kreischend hinterher rennt. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr an Abenden fassen, gerate in Stress und brülle rum. und schäme mich dafür. Das läuft seit Jahren so und ich schaff das so einfach nicht mehr)
Dass ich gemerkt habe, dass mir cbd hilft, der Konsum aber den Richtlinien der Klinik widerspricht. Dass mich Medikinet nach Wirkung (Mann sagt, ich gucke dann so grummelig), richtig runterzieht und ausserdem auf den Magen schlägt usw. . Also ob ich cbd weiter nehmen dürfe bei Bedarf.
Sie meint, sie könne mich mit Beruhigungsmitteln „wegballern“, das sei aber nicht die Lösung, sie spreche aber mit OÄ. Und sagt, sie sehe das Problem nicht, Elvanse hätte doch unretardierten Anteil.
Ich bin etwas irritiert und erkläre, dass Elvanse einen anderen Wirkmechanismus habe und als Produg erst im Körper umgewandelt werde. Sie kommt etwas ins schwimmen und sagt, sie kenne sich mit ADHS nicht so aus und lese sich mal ein. Bin ich fein mit.
Habe später oder einen Tag später ein kurzes Gespräch über sehr belastende depressive Gedanken und meine Hilflosigkeit dazu, da bislang keiner bereit oder in der Lage war, mir dazu zuzuhören und wie unfassbar belastend ich das empfunden habe und froh und erleichtert bin, das endlich mal loswerden zu können. Sie sagt, dass das vom Klinikpersonal ausgehalten würde. Wir würden aber auch Skills ausarbeiten, um sowas frühzeitig zu erkennen.
Am nächsten Tag berichte ich ihr, dass der letzte Abend wieder schlimm war und für mich unerträglich. Sie wiederholt das von gestern, stellt mir aber nichts zur Verfügung, keine Skills, keine andere Hilfe. Sie spreche mit der OÄ.
Im Gruppengespräch kommt heraus, dass min 2/3 der Mitpatienten ADHS haben…
Mir läufts schauerartig runter, dass die behandelnde Ärztin basale Kenntnisse einer offenbar mit am häufigsten behandelten Störung im Klinikalltag nicht drauf hat.
Am nächsten Tag fiel mir ein, dass ich ja noch einen Befund hatte und mir fiel ein, dass ich ja ein anderes MPH oder sowas wie Attentin vielleicht probieren könnte und erzähle das der Pflegekraft. Die Ärztin sagt mir, dass sie mich später sprechen wolle, aber nur kurz Zeit habe. Sie fragte, was ich denn schon wieder wolle und sie könne mir für abends Beruhigungsmittel anbieten.
Dann erklärte sie mir angepisst, es sei für sie ein großer Aufwand gewesen, im Hintergrund mit der OÄ alles abzusprechen und ich ohnehin auch das dritte Gespräch in dieser Woche hätte und dass ich zuviel von ihrer Zeit in Anspruch nehmen würde.
Sie kam so richtig ins meckern und ist richtig pissig und ich frage mich, warum die Stimmung so gekippt ist und sie wie aus dem nichts so schlecht drauf ist.
Sie erklärte, dass ich so zur Seite von ihr weggeguckt und gelächelt habe, als sie ihren mit der OÄ erarbeiteten Vorschlag gesagt hat. Das habe sie gestört und daher habe sie dann abweisend reagiert. Sie sei ja auch nur ein Mensch und man solle vernünftig mit ihr umgehen und sie möge es nicht, wenn man sich lustig über sie mache.
Ich habe gesagt, dass sie ja hätte nachfragen können, was dieses Verhalten von mir bedeuten soll, ich habe das nämlich garnicht bemerkt. Und dass sowas halt eine Übersprungsreaktion auf stressiges Verhalten sei (Hatte mich der Psychologe, den ich vielleicht habe oder auch nicht, darauf angesprochen: Warum lachen Sie? fragte er). Sie sagte, ich hätte ja das erklären müssen.
Sie sagte außerdem, dass sie meine, meine Medikation sei eh zu hoch, da ich so aggressiv sei und es zu reduzieren, hätte ich ebenfalls abweisend reagiert. Ich wisse ja alles schon vorher. Sie störe es, dass sie sich für die Auswahl der Behandlungsmethode rechtfertigen müsse.
Ich habe ihr erklärt, dass es sich erstens um meinen Körper handelt und ich natürlich ganz genau darauf achte, was mit diesem passieren und deshalb Erklärungen benötige. Was im Übrigen weniger anklagend als „Rechtfertigung“ klingt.
Außerdem wollte ich noch zum Gegenfeuer ansetzen, dass ich sie gerade zweimal kurz gesehen habe und sie bei Produg/Retardierung solche krassen Wissenslücken offenbart habe… Habe mir das aber gekniffen, das wäre nur ein draufhauen gewesen und, Elvanse sei Dank, soviel Impulskontrolle gabs dann. Außerdem finde ich das miesen Stil.
Sie meinte nochmals, wir müssten über die Wahl der Medikation sprechen. Ich sei ja aggressiv durch Elvanse, das sei schliesslich eine Nebenwirkung, das stehe in der Fachinformation. Ne, ich will das Medikament behalten, das wirkt gut, habe ich ihr gesagt und dass ich nun mal impulsiv bin und das nun mal zu mir dazugehört und ich das nicht abstellen kann, sondern nur einen Umgang damit benötige. Sie kennt mich vorher ausserdem garnicht und könne das gar nicht beurteilen, obs jetzt schlechter ist. Ausserdem habe ich erklärt, dass ich bereits am Vortrag aufgrund ihres Hinweises am Tag davor eine Reduktion probiert habe, die ich eigentlich länger halten wollte wegen steady state, aber aufgrund der Nebenwirkungen das sicher nicht so weiter probiere. Daher passe das für mich leider nicht.
Ich habe ausserdem erklärt, dass ich gemerkt habe, dass Medikinet für mich nicht passt, ich werde dann am nächsten Tag tieftraurig und ausserdem wird mir davon übel. Ob wir eventuell da etwas ausprobieren können und einfach mal testen. Das wollte sie auf keinen Fall, es gäbe nicht „mehr“.
Ich äusserte mein Unverständnis darüber, dass sie nicht bereit ist, wirksame und nebenwirkungsarme Hauptmedikation zu optimieren, die die höchsten Effektstärken der Psychopharmaka hat und stattdessen nebenwirkungsstarke Beruhigungsmittel verordnen will, die nicht so wirksam und passgenau sind. Dass das nicht sachgerecht sei. Sie sagte, dass ist halt ein ADHS Problem sei und ich hätte doch gestern wieder mit der Familie geschrien.
Ausserdem erklärte ich noch, dass ich etwas im luftleerem Raum schwebe, ich weiss ja überhaupt nicht, wann mir wieviel Zeit zustehe oder wieviel Sitzungen ich hätte oder wie lange die wären. Für mich ist alles völlig unabsehbar und ich wisse garnicht, was passiere. Ich benötige etwas Sicherheit. Sie meinte dann, das werde sie jetzt nicht mit mir besprechen und das sei ja ein gutes learning für mich. So Geduld üben. Und dann sowas wie, dann können wir ja neu starten in der nächsten Woche.
Ich bin richtig schockiert, dass sie kurz vor Schluss vorm Wochenende so ein Fass aufmacht, so fucking unsachlich ist und absichtlich verletzend und drohend (Dann sorge ich dafür, dass du halt raus bist) Ich habe noch gesagt, dass es für mich problematisch ist, doppelt von ihr abhängig zu sein und ich es befremdlich finde, dass sie für mich unverständlich reagiert und ein Vertrauensverhältnis so nicht so funktioniere. Außerdem hat sowas doch Zeit und kann bis Montag warten.
Ich bin dann wieder wie betäubt raus gewankt, habe einen Mitpatienten gefragt, ob er mich als aggressiv wahrnimmt (btw.: Nein), bin in die Abschlussrunde und nach dieser noch mal zu der Pflegekraft gegangen.
Diese war verblüfft, bat aber, ich solle überlegen, der Ärztin noch ein Chance zu geben.
Ich schlafe seit der Tagesklinik schlechter, bin total überreizt und soll mich dann weiter von einer Person die so völlig frei von Fachkenntnissen in irgendeinem Gebiet und außerdem gehässig und bösartig, offen sein und behandeln lassen. Die persönlich angegriffenund garstig auf typische Trauma-/Stress-/wasweißdennich-reaktionen der Patienten reagiert. Die mir droht (weil wenn ADHS-spezifisch biste halt raus in der „Probezeit“, die mir ganz süffisant vorwirft, ich würde Hilfe anfordern und ausschlagen, schliesslich schreie ich mein Familie an und rüttele an Möbeln. Als würde ich mich dafür nicht eh wie ein Monster fühlen. Und Hilfe suchen. Das ist derart unprofessionell und machtausübend, ich sehe da keine Zusammenarbeit.
Ich meine, ich liebe Streit (Hallo, nicht umsonst habe ich Jura gewählt?!), ich bin impulsiv, was sich auch in weit vor Medikation liegenden Handlungen und Entscheidungen zeigt. Aggressiv war ich im Alter von 14-24.
Aber ich bin einfach nur richtig krank und benötige eigentlich eine sicheres Setting, ich kann gerade nicht kämpfen, ich will darum nicht kämpfen. Ich will einfach nur sicher sein, meine Problemfelder behandeln, um wieder gerade zu laufen und die Medikation optimieren. Mein Hauptfelder, wieso ich da bin.
Das andere ist ja auch völlig okay da. Die Mitpatienten sind alle toll und ich bin schon richtig traurig, wenn irgendwer entlassen wird, das Essen ist tatsächlich essbar, die Pflegekräfte empathisch und gut ausgebildet und erfahren. Aber das reicht eben nicht.
Ich bin seit Monaten nicht therapeutisch angebunden und habe in dem einen kurzen Gespräch gemerkt, wie gut es tat, endlich reden zu können. Ich warte seit Monaten darauf, nicht im Vierteljahresrythmus sondern einmal kurz durchziehen und schauen, einen passenden Zusatz für abends als Bedarfsmöglichkeit auszuprobieren und zu finden.
Ich bin nur am heulen und sehe einfach keinen Ausweg. Stets hoffe auf die nächste Chance die sich bietet und irgendwie wirds nie besser, sondern verpufft. Ich sitze seit Monaten komplett ohne Anbindung.
Ich sehe mich nicht arbeitsfähig und die Ausbildungsstelle sitzt mir im Nacken, dass ich nicht mehr viel Aufschub kriegen kann.
Und diese
wird als weitere grottenschlechte Fachärztin auf die Bevölkerung losgelassen. Die kann so schlecht sein wie sie will, ich glaub die können nichtmal durchfallen.
Weils noch nicht genug von den schlechten Ärzten gibt.
Ich überlege das abzubrechen.

