Therapeutin erkennt erstmal ADHS/ASS Diagnose nicht an

Hello,

Meine Diagnose ist ADSH +ASS. Meine Diagnostik ist jetzt ein Jahr her und ich bin Auf der dringlichen Suche nach einem Therapieplatz. Hatte Schon Therapien, die bisher nur mein Verhalten verändert haben aber nicht mein Gefühl. Ich stecke quasi, verhaltenstechnisch, in den Dingen, die von mir verlangt werden Fest.
DAher wünsche ich mir eine Person, die sich mit der Thematik auskennt.
Zu meiner Frage: Ist es gägig, dass Therapeut:innen, die klinische Diagnose der darauf spezialisierten Psychiater:in, nicht anerkennt und das erstmal nochmal bestätigen muss?
Das wurde mir gerade am Telefon mitgeteilt und ich bin verunsichert.

Danke und
liebe Grüße Julien

Hallo Julien,

willkommen im Forum. Das finde ich sehr merkwürdig, ich glaube nicht, dass das üblich ist. Es ist ja oft so, dass Diagnostik und Therapie nicht von derselben Person durchgeführt werden und sich die eine auf die Ergebnisse der anderen verlässt. Konnten sie dir das begründen?

Wenn es dir bisher gelungen ist, dein Verhalten zu verändern, hast du schon viel erreicht.

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Hallo,
Freue mich über deine Antwort!
Begründet hat sie das mit einem Zweifelnden etwas süffisaten Geräusch und: „naja das muss ich erstmal überprüfen“.
Ich habe halt in meinen letzten Therapien sehr schlecht erfahrungen machen müssen.
Bin mir unsicher, ob ich mir ein Probetermin unter diesen Umständen geben soll, wenn das nicht üblich ist.
Hab keine Lust, wieder komplett gegaslighted zu werden.

Ich bin 44 und habe einfach schon soooo viel durch. Jetzt bin ich an einem Punkt wo ich entlich weiß warum sich alles so anfühlt.

Allein DAS wäre für mich ein Grund, wieder zu gehen, sorry :adxs_kp:

Aber erstmal :adxs_winy: Hallo in dieser bunten Runde hier.

Es ist schwierig mit Therapie, schon klar.
Aber so ein Spruch zum Einstieg, echt jetzt?

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durfte mir auch mal anhören, dass ich viel zu ruhig da sitze und ob ich mir sicher sei, dass ich adhs hätte.

es war 10 uhr. mein elvanse wirkte zu dem zeitpunkt sehr stark. da bin ich dann halt fokussierter. ich hab mich da dann nicht mehr blicken lassen. ich hab mich auch nicht erklärt.

mach deine erfahrung. aus einem kurzen telefonat würde ich nicht zu schlussfolgerungen kommen. du bist da ja nicht gebunden. beschnuppern und so.

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Das würde mich zumindest skeptisch machen, ob sie die geeignete Person ist. Aber es gibt ja probatorische Sitzungen, ausprobieren kannst du sie ja.

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Ich hatte zeitnah mal beides . Ein Therapeutin die keine Ahnung von ADHD hatte und es einfach als gegeben gesehen hat und sich darauf einstellte .

Dann fast parallel eine, die keine Ahnung hatte und schon in der ersten Probatorik meinte sich erhaben über diese Diagnose zu stellen und meinte schon genug Indizien zu haben die dagegen sprechen .

Ich kann deine Skepsis und ungutes Bauchgefühl total verstehen . Das würde ich genau so in der ersten Probatorik benennen und dann siehst du ja wo du dran bist😉
Frag auch woher ihre grundlegende Skepsis herkommt.

Vielleicht hat es gar nichts mit dir zu tun und im Zuge von Modediagnose oder ich „möchte einfach nur so die Diagnose“ einige Fälle gehabt oder sie ist vom Prinzip ADHS Skeptikerin.

Du könntest dem Erstgespräch ja ne Chance geben , aber wenn sie adhs nicht ernst nimmt , dann geh bloß flüchten :sweat_smile:

Hallo @Julien , Sorry aber warum fragst Du nicht direkt dort noch mal nach warum diese Person sowas von sich gibt?, warum lässt Du Dich da verunsichern von so einer Person?, wenn sie so was sagt muss sie das ja eigentlich begründen können, und wenn dann nichts kommt, oder jedenfalls nichts was irgendwie einen Sinn ergibt, dann ist eh klar das die Person möglicherweise nicht die richtige für Dich ist.

Denn Du hast Deine Diagnose ja bereits und bist ja anscheinend überzeugt das sie auch auf Dich zutrifft, oder nicht?.

Und wenn das so ist, dass Du überzeugt davon bist das Deine Diagnose richtig ist, dann brauchst Du Dich auch von niemand anderem hinterfragen lassen, oder Dir von jemand noch mal eine Überprüfung Deiner Diagnose aufschwatzen zu lassen.

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Ja, Therapeuten und Ärzte dürfen eine Diagnose anzweifeln. Ist manchmal auch gut so - bedenken wir, wieviele falsche Depressions- oder Borderlinediagnosen hier so im Forum rumschwirren.
Es darf nur nicht missbraucht werden, um eine neue (kostenpflichtige) Diagnose zu verkaufen.
Und es sollte auch nicht dazu führen, das Stundenkontingent zu verschwenden.

Was mich eher abschreckt, ist, dass der Satz mit einer für dich deutlich erkennbaren ablehnenden bis negativen Konotation rüberkam. Und das im ersten Kontakt?
Für mich ein NoGo.
Psychotherapie erfordert zwingend ein positives und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Therapeut und Patient. Das ist wesentlich wichtiger als die Art der Therapie.
Wenn ein PT das schon beim Erstkontakt so belastet hätte ich da wenig Hoffnung für später.

Und der Satz könnte auch auf eine grundlegende Verleugnung von ADHS hindeuten.
Dann nichts wie weg.

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Sowas ähnliches habe ich auch kürzlich erlebt. Ich wurde vor ca. 2Monaten im Rahmen einer Depressionsbehandlung positiv auf ADHS getestet. Beim ersten Telefonat sagte er auch, er müsse sich erst mal ein Bild von mir machen, er kenne mich ja nicht. Ist auch erstmal logisch. Zum Erstgespräch hab ich diesen Befund mitgenommen und der Therapeut hat mich auch ziemlich verunsichert ob das eine „richtige“ Diagnose ist. Ich nehme aktuell Antidepressiva und hab mich bemüht nicht zu zappeln. Der Zappelei hab ich aber in den weiteren Gesprächen freien Lauf gelassen. Wir haben uns nach den probatorischen Gesprächen gegen eine Zusammenarbeit entschieden, er meinte aber ich solle das mit der ADHS nochmal abklären lassen. Er hätte auch den starken Verdacht. Ich hab mich nun durch Diagnosemöglichkeiten gegoogelt. Nach einer Mailanfrage kam eine Antwort mit einem Selbstzahlerpreis von knapp 500€. Nachdem sich meine Mutter wieder abgeregt hat, sagte sie, ich soll doch in der Klinik nochmal nachfragen bevor ich mich in Unkosten stürze. Hätte ich auch selbst drauf kommen können, aber ich war ja verwirrt. Ich hab also angerufen und noch am selben Tag mit der Ärztin, die die Diagnose erstellt hat, gesprochen. Sie war ziemlich empört und hätte am liebsten gleich den Therapeuten angerufen. Hab ich ihr lieber ausgeredet. Wir sind den Bericht nochmal durchgegangen und sie hat mir die einzelnen Punkte noch einmal erklärt. Ich suche jetzt einen anderen Therapeuten, bin mir aber mit der Diagnose sicher.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du ein ungutes Gefühl hast, such dir jemand anderen. Ich hatte nach meinem ersten Telefonat allerdings auch gemischte Gefühle, hab mich aber zu einem persönlichen Kennenlernen entschieden. Am Telefon ist immer so eine Sache. Aber was du vielleicht tun solltest, ist noch einmal mit demjenigen zu sprechen, der die Diagnose gestellt hat. Mir hat das Sicherheit gegeben und ich hab noch ein paar zusätzliche Infos erhalten die nicht im Bericht stehen (da ging der Schreiber von sehr gutem Wissen der Thematik aus. Der Befund wurde im Schreibbüro der Klinik erstellt).

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