Tipps für den Alltag

Hallo,

Ich bin ein Mädchen, 15 Jahre und vermute seit ein paar Jahren dass ich ADHS habe, aber eine Diagnose oder so kann ich erst bekommen wenn ich 18 bin weil meine Eltern nicht an sowas glauben.

Ich habe im Alltag seit ich ein kleines Kind bin massive Probleme mit Ordnung und Zeit-Management genauso wie mit Reizüberflutungen und dass ich vob Aufgaben hin und her springe weil sie nach ein paar Sekunden zu langweilig werden.

Das sind so meine größten Probleme und ich wollte einmal fragen ob jmd vielleicht Tipps für mich hätte.

Viele Grüße

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Mit 15 darfst du auch ohne Zustimmung der Eltern zu einer psychotherapeutischen Sprechstunde.

Aber vielleicht hast du auch ein_e Schulpsycholog_in, wo du mal mit jemanden darüber reden kannst? Die wissen meist gut Bescheid und können dann auch vermitteln oder Tipps geben.

Wenn du in einer Stadt wohnst, gibt es oft auch Beratungsstellen für Jugendliche zu psychischen Problemen ganz allgemein, die helfen sicher auch.

Als letztes bliebe vielleicht doch dein Kinder- oder Hausarzt bzw. -ärztin. Wenn du dich dort wohlfühlst, könnte auch das noch eine Adresse sein, aber halt nicht so spezialisiert.

Finde es auf jeden Fall richtig stark, dass du so auf dich achtest und es nicht in dich hinein frisst! Das ist wirklich wichtig und mutig!

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Das ist sicher abhängig vom Arzt, aber für meinen Sohn wäre der Kinderarzt die erste Anlaufstelle gewesen. Der kennt das Kind oft am Besten und kann oft weitere Anlaufstellen vermitteln.

Und unserer war super, wir waren sehr traurig, als unser Kind 18 wurde.

Hallo Sila,

jetzt habe ich mich extra hier registriert, um dir antworten zu können. Ich bin auf das Forum gestoßen, weil mein Kind wohl neurodivergent ist (und ich selbst wohl auch, wie ich durch intensive Beschäftigung mit dem Thema festgestellt habe :upside_down_face: ).

Jedenfalls nutze ich in letzter Zeit tatsächlich sehr stark die KI, um unsere Problemsituationen zu analysieren und Tipps zu bekommen. Ich bin normalerweise sehr skeptisch was sowas betrifft, aber ich muss zugeben, dass die KI inzwischen so ausgereift ist - unfassbar toll. Die gibt wirklich gute Tipps und auch Analysen zu den Ursachen von gewissem Verhalten. Hier hilft das in den letzten Wochen wirklich sehr. Es bekämpft natürlich keine Ursachen, hilft aber oft die Symptome nicht ausarten zu lassen.

Vielleicht führst du auch einfach mal mit der KI ein Gespräch, schilderst deine Situation und deine Schwierigkeiten und bittest um Einschätzung?

Alles Gute dir :slight_smile:

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Hallo Kosinus,

zunächst einmal schön, dass du helfen möchtest und an dieser Stelle auch ein Herzliches Willkommen!

Ich finde es aber nicht gut, dass du einem Minderjährigen empfiehlst, sich mit seinen Fragen zu gesundheitlichen Theman an eine KI zu wenden.
Die Gefahr, dass das schief geht, ist viel zu groß. Ich werde jetzt nicht alle negativen Punkte zum Thema KI aufzählen. Aber ich kann nur ganz entschieden davon abraten, sie für diese Zwecke zu nutzen. Besonders nicht in einer solchen Situation.

Liebe @Sila
Herzlich Willkommen!
Ich bin Mutter zweier Kinder, eins davon ein Mädchen in deinem Alter. Und ich war auch mal 15 und zu „meiner Zeit“ hat niemand an eine Diagnostik bei Mädchen gedacht.

Ich finde es gut, dass du dich informierst! Waldmops hat dir da schon gute Anlaufstellen genannt.
Je nachdem, womit du dich wohl fühlst, solltest du es auf diesem Wege versuchen.
Soviel zur Diagnostik bzw. dem Weg dahin.

Wenn du ganz konkret Tipps zum Zeitmanagement oder so haben willst, fallen uns mit Sicherheit auch viele Dinge ein. Da spielt es ja auch erstmal keine Rolle, ob du eine Diagnose hast oder nicht.

Gibt es ein konkretes Problem, bei dem du dir gerade Ideen wünschst?

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Hallo, erstmal vielen Dank für die Rückmeldungen. Mein größtes Problem ist definitiv das Chaos. Ich bin seit ich ein kleines Kind bin extrem unordentlich, sogar meine Grundschullehrer haben sich deshalb schon bei meinen Eltern gemeldet. Ich schaffe es nie mein Zimmer ordentlich zu halten oder meine Klamotten zu falten.

Auch dass ich plötzlich für ein Thema sehr begeistert bin und das nach den nächsten 2 Tagen verfliegt ist ein Problem. Habe deswegen schon viel Geld für unnötiges Zeug ausgegeben und wäre ich älter hätte ich schon viele dumme Sachen gemacht zB zum Militär gehen. Ich wäre auch fast auf ein Internat gegangen.

Jetzt ist das nicht so ein Problem weil ich noch nd viel tun kann aber ich mach mir sorgen dass wenn ich älter bin ich damit ganz schnell mein Leben ruinieren kann.

Viele Grüße Sila.

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Ich verstehe.
Wozu ich zuerst was sagen möchte, ist das hier:

Ganz ehrlich, das ist nicht unbedingt ein Problem. Zumindest nicht, wenn wir von den kleinen Dingen sprechen. Wöchentlich den Berufswunsch ändern ist damit natürlich nicht gemeint.

Aber sich spontan für etwas zu interssieren und seine gesamte Aufmerksamkeit dieser einen Sache widmen zu können, ist an sich eine gute Eigenschaft. Ich profitiere in meinem Alltag und auch beruflich sehr davon, dass ich zu allem Möglichen schonmal was gehört habe oder schonmal ein Hobby in diese Richtung hatte. Dabei muss ich nicht mal „Meister“ in einer Sache gewesen sein. Eine Weile lang macht sie mir Freude und ich kann eirgendwas daraus mitnehmen.
Und selbst wenn nicht, dann kann ich wenigstens erzählen, dass ich als Kind mal innerhalb einer Woche 3 Flötenlehrbücher durchgearbeitet habe, aber schon eine Woche später keinen Ton mehr spielen konnte :laughing:

Ich wünschte ehrlich gesagt, viele Interessen zu haben wäre gesellschaftlich gerade akzeptierter. Auch, dass man nicht immer alles zur Meisterschaft bringen muss.
Solang du es dir guten Gewissens leisten kannst, behalte dir diese Begeisterung bei. Man muss ja nicht gleich ein Universalgelehrter werden, aber Vielseitigkeit ist durchaus ein guter Skill.

Ich kann aber auch deine Sorgen diesbezüglich verstehen. Und ehrlich gesagt finde ich es schon sehr bemerkenswert, dass du so viel Weitsicht besitzt, das als potenzielles Problem zu erkennen.
Schon allein deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass es mit dir ab der Volljährigkeit direkt steil bergab geht.

Dafür ein paar hilfreiche Strategien zu entwickeln ist aber definitiv gut. Eine hätte ich für dieses Problem anzubieten:

Dafür haben wir hier zu Hause die Strategie, dass wir solche spontanen Wünsche in Listen sammeln.
Kann am Handy sein, Wunschlisten bei Shops oder ganz klassisch auf nem Zettel. So wie es halt passt.
Wir kaufen solche Extras nicht direkt, sondern warten ein oder mehr Tage. Manche Sachen stehen richtig lange auf den Listen und wenn wir sie dann immernoch wollen, dann kaufen wir sie auch. Andere Dinge sind schon am nächsten Tag nicht mehr interessant und fliegen von der Liste.

Unterwegs klappt das natürlich nicht unbedingt, aber da nehmen wir uns nicht so viel Geld mit. Oder wir überlegen schon vorher, wie viel Geld für Extras wir bei dem Ausflug ausgeben wollen.

Ich bin ja inzwischen schon dem Alter nach Erwachsen und habe Adult-Money. Natürlich kaufe ich mir da auch mal irgendwelche „unnötigen Dinge“, die ich aber unbedingt haben will. Und solang das im Budget ist, finde ich das auch total ok. Das Gleiche gilt für meine Tochter. Wenn es geht, darf auch mal einem spontanen Wunsch nachgegeben werden.
Brauche ich Sonnenfänger an den Fenstern? Nö. Will ich aber haben und ich erfreue mich dran.
Nutze ich mein Spinnrad noch? Nö, auch wenn das für 3 Jahre meine komplette Identität war. Ich bin deswegen nicht verschuldet und es war eine schöne Zeit. Und vielleicht kommt sie auch mal wieder.

Ich will fehlende Impulskontrolle nicht schönreden. Ich habe als undiagnostizierte und unbehandelte Jugendliche wirklich dumme und gefährliche Dinge gemacht, die nicht hätten sein müssen und zum Glück immer gut ausgegangen sind. Ich wusste aber auch nicht, dass es sowas wie ADHS gibt, was das bedeutet und wie man damit umgehen kann.
Da bist du schon ein großes Stück weiter als ich damals und diesen „Vorteil“ darfst du nicht unterschätzen. Der löst das eigentliche Problem nicht, aber die Chancen für weniger Katastrophen stehen schonmal gut.

Solang man keine große, gefährliche Dummheit begeht ist übrigens auch nichts Schlimmes dabei, mal eine falsche Entscheidung zu treffen. Selbst wenn du auf ein Internat gegangen wärst, hättest du dich auch wieder umentscheiden können. Manchmal muss man Dinge erst ausprobiert haben um zu wissen, dass sie nicht zu einem passen. Scheitern gehört zum Lernprozess dazu. Besonders als ADHSler. Das ist kein Freibrief zum unkontrollierten Blödsinn machen, aber ich will dir damit auch ein bisschen den Druck nehmen, immer beim ersten Mal die richtige Entscheidung treffen zu müssen.

Was die Listen angeht, kannst du dir vorstellen, welche anzulegen?
Oder aber die Idee, vorher ein Budget für Spontankäufe festzulegen?
Ich weiß ja nicht, in welchen Situationen du spontan Geld ausgibst. Vielleicht braucht es auch eine andere Idee.

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Vielen Dank für die Tipps,

Ich werde das mit der Liste versuchen aber was auch ein Problem ist sind eher die großen Sachen, wäre ich schon 18 hätte ich schon sehr dumme Dinge gemacht wie eben gesagt mich beim Militär verpflichten oder mein Studium abzubrech oder so was und davor hab ich eher etwas Sorge.

Nun gut, aber selbst wenn du ADHS hast, bist du mit 18 ja schon reifer als jetzt mit 15.
Ich verstehe, was du meinst. Du bist jetzt gerade froh, noch keine 18 zu sein, weil du somit vor dummen Entscheidungen bewahrt wirst, da ja deine Eltern auch noch was zu sagen haben.
Bis dahin entwickelst du dich aber durchaus noch weiter. Du wirst mit 18 nicht die gleichen Wünsche haben wie heute und lernst auch noch dazu.

Bestenfalls liegst du mit deiner Verdachtsdiagnose richtig und hast bis dahin auch eine offizielle Diagnose und eine für dich passende Therapie. Dann hast du zwar immernoch ADHS, aber bist nicht im freien Fall.

Also wie gesagt, ich verstehe deine Sorge und finde es gut, dass du dir Gedanken machst. Pass aber auf, dass du jetzt nicht ins Katastrophieren kommst. Bis zum Studium ist es noch lange hin. Darum kann sich Zukunfts-Sila Gedanken machen.
Jetzt solltest du dich erstmal darum kümmern, was du auch zum aktuellen Zeitpunkt beeinflussen kannst.

Das wäre zuallererst, in deinem Umfeld nach Anlaufstellen zu suchen. So wie du schreibst sind das für dich zum jetzigen Zeitpunkt nicht deine Eltern. Ist zwar doof, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie früher oder später auch mit im Boot sein werden. Ich kenne sie zwar nicht, aber ich unterstelle das jetzt einfach mal.
Bis es soweit ist, sprichst du am Besten mal mit anderen Vertrauenspersonen bei dir vor Ort. Also die Stellen, die oben schon vorgeschlagen wurden. Oder vielleicht auch Verwandte, mit denen du sprechen kannst. Das wirst du aber am besten einschätzen können.
Das ist etwas, was du jetzt tun kannst, weil es nicht so weit in der Zukunft liegt wie deine Volljährigkeit und dort eventuell auftretende Probleme.

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Damit kenne ich mich gut aus :sweat_smile:

Vermutlich liegt die Lösung in einer Mischung aus Akzeptanz und Anpassung. Du lebst in einer Familie, später vielleicht mit einem Partner zusammen. Damit das klappen kann, sollte man klar kommunizieren: wo sind Bereiche, in denen du dein Chaos pflegen kannst und wo machst du anderen damit das Leben schwer?

Beispiel: in deinem Zimmer dürfen Klamottenberge rumliegen (Hakenleisten empfehle ich ganz nebenbei), möchtest du was gewaschen haben, bestimmt die waschende Person die Regeln.

Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass deine Wäsche gefaltet sein muss. Bei manchen Kleidungsstücken ist das echt sinnvoll, damit man sie nicht bügeln muss :grin:.

In der Küche solltest du vermutlich möglichst ordentlich sein, auf deinem Schreibtisch: so, wie es dir passt.

Schule ist so ein Bereich, da lohnt sich Ordnung wahrscheinlich auch. Ein striktes System, an das du dich hältst, reduziert auf ein Minimum. Ordentliche Ablagefächer, Abends packen nach Stundenplan, To-Do-Liste, Routine (damit der Autopilot greift).

Usw. Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, genau zu überlegen, wo sich Kompensation lohnt und wo es für dich erholsam ist, das Chaos Chaos sein zu lassen…

Hoffe, es ist ein hilfreicher Gedanke für dich dabei.

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Zwei ganz kleine Tipps für die Ordnung:

  1. Jeden Tag 5 Minuten aufräumen. Timer stellen und los. Am besten immer zur gleichen Zeit, zB direkt nach dem Abendessen.
  2. Mit dem Handy eine Zeitraffer-Aufnahme machen, wie du aufräumst. Ist eine gute Motivation und macht Spass zum schauen.
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Das ist ja eine coole Idee! Kannte ich noch überhaupt nicht und werde ich mal probieren, ist bestimmt witzig.

Das mit dem Timer mache ich auch und ist oft die einzige Methode, wie ich meine Startblockade überwunden bekomme. Habe einen visuellen Timer, der immer auf dem Tisch steht. Super hilfreich, wie ich finde. Für mich deutlich besser und motivierender als einen Timer auf dem Handy zu setzen.

Wäre vielleicht für dich, @Sila, auch mal einen Versuch wert. Wenn du dir z. B. vornimmst, nur mal kurz 10 Minuten aufzuräumen, siehst du die verbleibenden Minuten die ganze Zeit und wirst total erstaunt sein, wie viel man in so wenig Zeit eigentlich schafft. Ist zumindest bei mir so. Ich denke immer, dass alles ewig dauert, und wenn ich dann mit Timer einfach mit irgendwas anfange, bin ich oft doch total schnell fertig und freue mich dann, wenn ich sehe, dass ich sogar noch 3 Minuten übrig habe, schnell was anderes zu machen. Das ADHS-Gehirn muss einfach manchmal liebevoll etwas überlistet werden :wink:

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Eben. Und wer sagt, dass Aufräumen immer langweilig sein muss?
Das mit dem Timer mache ich auch ab und an. Und dazu gibt es einen Techno Remix von Super Mario Bros. Wenn ich dann z.B. besonder große Krümel aufsauge und die im Staubersaugerrohr klackern, ist das wie Münzen einsammeln :adxs_crazy:

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Hallo Hobbyhopper,

ich verstehe deinen kritischen Blick auf die KI. Ich bin eigentlich selbst extrem paranoid in der Hinsicht und alle meine Geräte dürfen nicht „intelligent“ sein. Allerdings halte ich dennoch eine KI für Alltagstipps, wie „Wie räume ich am besten auf? Wie kann ich mich bei Terminen besser organisieren?“ schon für sehr hilfreich. Da sehe ich kaum Risiko. Ganz im Gegenteil - eine KI ist immer verfügbar, antwortet immer wertschätzend und gibt hilfreiche Hintergrundinfos zu gewissen Dingen, so dass man versteht, dass es oft Biologie ist und man eben nicht falsch tickt.

Der Tipp sich an Ärzte zu wenden ist zwar nett, scheitert aber vermutlich an der Realität des desaströsen deutschen Gesundheitssystems. Wir stehen aktuell seit 6 Monaten auf der Warteliste beim KJP und uns wurde noch eine weitere Wartezeit von 1,5 Jahren genannt! Meine persönliche Erfahrung mit Ärzten ist auch nicht besser. Ärzte haben einfach keine Zeit (und Geld) mehr dem Patienten zuzuhören! Das kann aktuell tatsächlich eine KI viel besser leisten. UND, eine KI kann so ein Gespräch super protokollieren und nach medizinischen Gesichtspunkten aufbereiten, so dass ein Arzt eventuell doch schneller aufmerksam wird, dass und was hier etwas nicht stimmt.

@Sila

Ich war als Kind auch extrem chaotisch. Mein Zimmer habe ich nie aufgeräumt - und musste es zum Glück auch nie von meinen Eltern aus. Mein Boden war schlicht mein Kleiderschrank…kam Besuch, so wurde nur alles irgendwie in den Schrank gestopft. Passte… :joy: Bei mir war das ein klassisches Pubertätsding. Mit Anfang 20 war ganz von alleine ich total ordentlich geworden, weil mich das Chaos und die damit verbundene Sucherei total an nervte. Inzwischen finde ich Putzen und Aufräumen tatsächlich als höchst erstrebenswert, weil ich unmittelbar einen Erfolg sehe - dieses schnelle Dopamin gibt meinem Hirn den gesuchten Kick und motiviert mich. :slight_smile:

Auch die Spontanität kenne ich. Ich habe spontan an einem Tag durch die Erzählung eines Freundes beschlossen, was ich mal studiere. Ein anderes Mal habe ich dann auch sehr spontan beschlossen einfach mal 600km umzuziehen, habe mir einen neuen Job in meiner Wunschregion gesucht und den alten Job gekündigt. Ich habe somit Freitags beim alten Job aufgehört, bin am WE die 600km umgezogen und Montag habe ich bei der neuen Arbeit angefangen. :upside_down_face: Beides waren die mit besten Entscheidungen meines Lebens. :wink: Nicht jede Spontanität muss zwangsläufig negativ sein - und wenn doch, dann kann man wieder einen neuen Weg suchen. Du bist noch jung. Triff deine Entscheidungen jetzt und lerne daraus für die Zukunft. Das ist das Beste was du aktuell tun kannst. Mach dir heute noch keine großen Gedanken darüber, was wäre wenn du später z.B. ein Studium abbrechen würdest. Das hat doch noch ein paar Jahre Zeit und selbst wenn, dann hättest du dafür dann vermutlich gute Gründe oder meinst du das passiert bei dir einfach nur aus einer morgendlichen Laune? Zumindest empfinde ich dich durch deinen Beitrag als sehr reflektiert. Du machst dir Gedanken über deine „Baustellen“. Ich würde behaupten so jemand trifft essentielle Entscheidungen im Leben eben doch nicht so spontan wie eventuell ein Hobby.

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Das mag alles sein, aber du sprichst hier eine Jugendliche von 15 Jahren an, die sich mutig und richtigerweise hilfesuchend an echte Menschen wendet, die mit echten Erfahrungen unterstützen können.
Es geht einfach nicht, hier an KI zu verweisen. Selbst Erwachsene geraten da trotz größter Vorsicht in die Falle und finden nicht mehr raus.

Mein Bruder hat übrigens innerhalb von 2 Monaten einen Termin für die Diagnostik gefunden und ist jetzt gerade mittendrin. Die Ärztin ist freundlich und kompetent. Mein Kind hat innerhalb von wenigen Wochen einen Therapieplatz und nach 2 Monaten eine Diagnose bekommen. Die erste Ärztin war blöd, aber der nächste Arzt war super informiert und hat richtig gut eindosiert. Es geht also und ist keinesfalls immer katastrophal.

Mir ist der Zustand des Gesundheitssystems durchaus bewusst und ich bin mir sicher, eine Jugendliche, die heutzutage online geht, weiß um den Zustand unserer Welt.
Da hilft es überhaupt nicht, mit noch mehr schlechten Erfahrungen um die Ecke zu kommen und zu erzählen, wie schlimm alles ist und wie schlimm es noch wird.

Wenn du wirklich

wärst, dann würdest du die KI nicht empfehlen.
Nutze sie, wenn du damit umgehen kannst.
Hier in einem Selbsthilfeforum soll es aber darum gehen, dass echte Menschen echte Erfahrungen teilen und von Mensch zu Mensch helfen.
KI kann jeder selber nutzen, wenn er das will.
Sila hat sich aber dazu entschieden, andere Betroffene zu fragen und das finde ich extrem gut und richtig. Dass es sowas wie KI gibt wird sie selber wissen und wenn sie die hätte nutzen wollen, wäre sie nicht hier.

Vergiss bitte nicht, dass du hier im Thread nicht mit einem Erwachsenen sprichst, sondern mit einer Jugendlichen in einer besonders vulnerablen Phase ihres Lebens, die sich hier an fremde Menschen wendet. Du hast hier eine ganz andere Verantwortung, als wenn Sila Erwachsen wäre.

Nichts gegen dich Sila, meine Tochter ist in deinem Alter und auch schon sehr vernünftig. Ich kann mir gut vorstellen, dass du weißt, wie man mit KI umgeht. Aber das könnte ja auch ganz anders sein. Hier vor den Geräten wissen wir erstmal nicht, wer am anderen Bildschirm sitzt. Es kann sein, dass du suoer aufgeklärt und kompetent im Umgang mit KI bist, es kann aber auch das Gegenteil der Fall sein. Ich bin da lieber einmal zu viel vorsichtig als einmal zu wenig.

In einer Onlinewelt, die so schon von KIs und Bots überlaufen ist, sollten wir uns hier eine Insel bewahren, wo Menschen mit Menschen sprechen.

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Hallo,

davon ist aber nicht die Rede. Sondern von einer 15-jährigen, die befürchtet ADHS zu haben, aber in den nächsten 3 Jahren keine Diagnose und Behandlung zu bekommen.

Das weißt du nicht. Wenn der eine Arzt einen erst in 1,5 Jahren behandelt, fragt man einen anderen. Bei Kindern und Jugendlichen sieht es (noch) nicht ganz so schlecht aus wie bei Erwachsenen.

Durch das Deutschland-Ticket kann man seinen Radius erheblich erweitern, ohne dass man davon arm wird.

Auch Kinderärztinnen behandeln ADHS und sie dürfen das auch, im Gegensatz zu Erwachsenen-Allgemeinärzten. An diese würde ich mich auch wenden an deiner Stelle, @Sila , mit 15 hat man auch das Recht, unabhängig von den Eltern angehört zu werden!

Ein Teddybär kann es noch besser. Der hört geduldig zu und rennt nicht weg. Wenn es nur um das Zuhören geht.

Sorry, du meldest dich hier extra an und schreibst einer 15-jährigen, sie soll doch die KI fragen. Nee oder? Früher schrieben 15-jährige an Dr. Sommer.

Dann lieber hier schreiben und uns ein Loch in den Bauch fragen, liebe @Sila ! Gerne hier, du musst nicht für jede Frage einen neuen Thread öffnen.

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:joy: Das hast du sehr schön gesagt, lieber @Falschparker ! :clap:t3:

Ich finde, jetzt seid ihr etwas arg hart zu @Kosinus … Ich nutze für mich selbst auch immer mal wieder die KI als „Selbsthilfetool“ und kann die Sicht von Kosinus deshalb gut verstehen, allerdings ist eine solche Nutzung durchaus nicht für jeden geeignet.

Folgende Risiken sieht Gemini bei der Nutzung der KI als Selbsthilfe-Tool von Jugendlichen:

1. Fehlende Krisenerkennung & mangelnder Notfallschutz

Unzureichende Analyse von Notsituationen: KI-Modelle erkennen subtile Nuancen von akuten psychischen Krisen oder Selbstgefährdung nicht verlässlich.

Keine reale Verantwortung: Ein Sprachmodell übernimmt keine medizinische, therapeutische oder rechtliche Verantwortung für die Konsequenzen seiner Empfehlungen.

2. Fehlinformationen und Scheinwissen

Plausibel klingende Halluzinationen: KI-Systeme erzeugen Texte auf Basis von Wahrscheinlichkeiten. Dadurch können fachlich falsche, veraltete oder unwirksame Ratschläge entstehen, die auf Jugendliche extrem überzeugend wirken.

Fehlende Differenzierung: Medizinische oder psychologische Diagnosen erfordern menschliche Expertise und Anamnese, die ein Algorithmus nicht leisten kann.

3. Bestätigung schädlicher Denkmuster (Sycophancy)

Spiegelung negativer Gedanken: KI-Modelle sind oft darauf optimiert, der nutzenden Person zuzustimmen. Bei Jugendlichen mit Ängsten, Depressionen oder Essstörungen kann die KI ungewollt negative Glaubenssätze und ungesunde Verhaltensweisen bestätigen und verstärken.

4. Parasoziale Bindung & soziale Isolation

Simulierte Empathie: KI erzeugt die Illusion von echtem Mitgefühl. Das birgt das Risiko, dass Jugendliche eine emotionale Abhängigkeit entwickeln und sich von realen Bezugspersonen wie Familie, Freunden oder Fachkräften zurückziehen.

5. Verzögerung professioneller Hilfe

Vermeidung echter Lösungswege: Wenn Jugendliche KI-Chatbots als primäres Ventil nutzen, schieben sie das Hinzuziehen von professioneller Unterstützung (z. B. Schulsozialarbeit, Jugendberatungsstellen, Psychotherapie) häufig zu lange hinaus.

6. Datenschutz & Preisgabe intimer Daten

Verarbeitung sensibler Informationen: In persönlichen Notlagen vertrauen Jugendliche dem Tool oft hochsensible Daten an. Die Weiterverwendung und Speicherung dieser Eingaben durch die Betreiberplattformen ist für Jugendliche meist schwer zu überblicken.

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Ähm, doch eben genau das hat die TE gefragt als sie im Eingangspost schrieb, dass Ordnung und Orga ihre größten Probleme sind:

Für allgemeine Tipps ist eine KI meiner Meinung nach eine wirklich gute, hilfreiche Ergänzung zu einem Forum, wo die Antworten zudem immer durch den Faktor Mensch zum einen verzerrt sind und auch zeitlich auf sich warten lassen.

Und ja, dafür habe ich mich extra angemeldet, weil ich den Tipp auch in einem anderen Forum gelesen hatte und selbst wegen meiner Skepsis selbst gar nicht darauf gekommen wäre. Für mich persönlich ist der unmittelbare, immer verfügbare und wertschätzende KI Chat wirklich extrem wertvoll - und man muss sich eben nicht ständig gegen andere Menschen verteidigen/ rechtfertigen, wie es eben auch hier im Forum gerade sichtbar wird.

Selbstverständlich sollte man die KI immer als das ansehen was sie ist - ein großer Taschenrechner, der quasi nur Daten zusammenaddiert und ein Ergebnis ausspuckt. Es ist pure Technik. Das eigene Hirn darf man dabei gern benutzen, um einzuschätzen wie hilfreich so ein Rat ist. Ein bisschen mediale Kompetenz unterstelle ich der Jungend von heute aber einfach. Für tiefere emotionale, zwischenmenschliche Fragen ist dann ein Forum wie dieses hier definitiv die bessere Anlaufstelle - ohne Frage.

Oh, da hast du wohl Glück bzw. wohnst du in einer Region, wo es noch nicht so schlimm aussieht wie bei uns. Ich habe 10 Ärzte angefragt - 6 nehmen gar keine neuen Patienten auf, auch auf keine Warteliste. Die anderen 4 haben eine Wartezeit von 1,5-2 Jahren. Vor 6 Wochen haben wir jetzt gestartet als Privatzahler die Sache zu beschleunigen, aber auch da haben wir noch keine Rückmeldung erhalten… Das ist nun mal meine Erfahrung mit der extrem ernüchternden Realität und daher wollte ich der TE eben mit meinem alternativen Vorschlag ein bisschen akute Hoffnung geben, falls es bei ihr auch so frustrierend aussehen sollte.