Hallo,
ich bin Johannes, 42, seit einem Jahr ADHS-diagnostiziert. Lehrer, verheiratet, ein Kind. Ich hatte über viele Jahre Depressionen, weil keiner erkannte, dass ich ADHS haben könnte. Nun, ein Jahr nach der Diagnose, hab ich einen traurigen Moment verschriftlicht. Hier im Forum habe ich nach “Trauer” und ähnlichem gesucht, aber kaum etwas gefunden. Es könnte also sein, dass mein Text für andere Spätdiagnostizierte in welcher Form auch immer eine Anregung sein kann.
Mich interessiert, ob andere Ähnliches erlebt haben, ob das Thema Trauer auch bei anderen eine Rolle spielt. Vielleicht entwickelt sich ja ein gutes Gespräch.
Hier also mein Text. Fair warning:
- Er ist lang.
- Geschrieben für Erwachsene. Es ist nichts Krasses drin, aber es geht emotional schon zur Sache.
Ganz liebe Grüße,
Johannes
Mein Leben als Teilzeit-NPC
Trauerarbeit eines spätdiagnostizierten ADHSlers
Einleitung:
Die Probleme, die ich als Teenager vor knapp 30 Jahren zum ersten Mal kennenlernte, sind bis heute im Grunde die gleichen. Ich habe eine Idee, möchte etwas umsetzen, habe Zeit dafür, aber ich finde den Anfang nicht, und wenn ich doch beginnen kann, halte ich nicht lange durch. So ist es aber nicht immer, denn gelegentlich, unter den richtigen Umständen, kann ich in kurzer Zeit enorm viel leisten. So habe ich also wieder und wieder zwei grundlegende, sich widersprechende Erfahrungen gemacht:
- Johannes hat keinen Einfluss auf seinen Alltag.
- Johannes kann Außergewöhnliches leisten.
So ist es bis heute. Es ist phasenweise besser oder schlechter für ein paar Wochen. Wenns schlecht ist, wird mein Leben von einem Autopiloten gelebt, und zwar einem beschissenen. Er kriegt das absolute Minimum hin, ja, also Wachsein, Körperpflege, den Nachwuchs mit (immer dem gleichen) Essen versorgen, mit dem Hund rausgehen, (ihn füttern wollte ich schon schreiben, aber das hab ich die Tage gelegentlich vergessen), Termine machen für andere, also gemeinsame Planung mit Frau und Kind, eigene Termine aber keine. Der Autopilot kann auch arbeiten gehen, also in die Schule fahren, ein paar Unterrichtsgedanken machen, vor Ort einen einigermaßen verlässlichen Eindruck machen, aber nichts Planerisches, was die Schulorga vereinfachen würde. Sonst verdöst er das Leben im Stand-By, sei es mit dem Handy (Solitär spielen, 2 Tage lang ein neues Spiel spielen und wieder das Interesse verlieren, YouTube-Doomscrolling, von Weltnachrichten deprimieren lassen etc.), dem Tablet (same…) oder mit dem eigenen Geschlechtsteil. Hauptsache Instant-Spaß rund um die Uhr, solange keine Verpflichtung dagegenspricht. An die Verpflichtungen (Erhalt) und die Wünsche (Gestaltung) aber bitte trotzdem permanent denken. Und weil das weh tut ist Kiffen so geil. Nur mit Gras kann ich 5 grade sein lassen. Hab ich mehr Gras, bleibe ich in den schlechten Phasen länger hängen, aber die können auch ohne gerne mal mehrere Wochen dauern. Aber zurück zu dem beschissenen Autopiloten. Er denkt also ständig an To Do’s, macht das Allernötigste, aber auf keinen Fall gestaltet er etwas mit der Intention, zu gestalten.
Natürlich bin ich selbst der Autopilot und natürlich weiß ich das auch. Und das tut weh.
Tage geschehen einfach, einer nach dem anderen, und an jedem einzelnen ist alles zu viel. Im Gehirn kommt alles an, jedes kleinste Detail, die leere Kaffeetasse auf dem Balkon, die Milchpfütze vom Müsli, die eigentlich das Kind wegputzen soll, die leere Sprudelflasche neben der Couch, die Kugel-Kugelbahnen, die Dartpfeile, die Klaviertasten, die Giesskanne, alles lange nicht mehr in der Hand gehabt, der CD-Stapel auf dem Player, das verwaiste Whiteboard mit 3 Wochen alten To-Do’s („Dringend!“), von denen genau Null schon erledigt sind, der Boden des Balkons, das dreckige Handtuch in der Ecke draußen, der Topf mit der toten Pflanze, das ausgelaufene Wachs, der überquellende Aschenbecher, die leere Gasflasche vom Aufsprudler, Kinderkunst in jedem Zimmer, jeder Ecke, jeder Schublade, das dreckige Geschirr natürlich, das fleckige Obst, unter einem Haufen Pappe der Papiermülleimer, die Küchenwand, überall verdreckt, verstaubt und voller Spinnweben, die Festplatten und die beiden ausrangierten Laptops, die beide aber noch ungesicherte Daten enthalten, Tausende von Bildern in verschiedenen Geräten, auch in den Clouds natürlich ein Chaos, all das stürzt auf mich ein, jedes kleinste Detail, die ein Buch füllen könnten, wenn ich zu sowas fähig wäre, weil ich:
nüchtern und ohne Ablenkung zu Hause bin. Und über allem dröhnt es wie beim Bombenalam: 2 STEUERERKLÄRUNGEN FEHLEN! LETZTE CHANCE VOR BUSSGELD! SEEZEITLODGE BUCHEN, SONST VERFÄLLT EIN 500-EURO-GUTSCHEIN! TÜVTERMIN! 3 MONATE ÜBERFÄLLIG! DAS DEFEKTE IPHONE EINSCHICKEN! SONST GARANTIEVERFALL!
Dann ist alles zu viel. Dann ist für eine unbestimmbare Zeit alles zu viel, und übrig bleibt ein rudimentäres Verhaltensmuster mit Hang zum Verfall.
Bisher war es so: Irgendwann ist es dann endlich lange genug beschissen genug gewesen. Zu einem unbekannten Zeitpunkt in der näheren Zukunft wird sich Wut breit machen, wenn mir die Scheisse emotional bis Unterkante Oberlippe steht, und mein gestaltender Output fährt plötzlich hoch wie ein Gaskraftwerk.
Von dem, was sich angesammelt hab, schaff ich dann was weg, nie alles, aber offenbar genug, gemischt mit neuem Kram, der Aufmerksamkeit braucht, einen Überblick habe ich dann auch nicht, aber immerhin geht was, ich bin aktiv, kann Dinge ein bisschen Vorbereiten, in mehreren Tagen denken, bin zwar am hasseln, aber es geht mir ganz gut dabei, denn am Horizont schimmert still und leise die Hoffnung, dass irgendwann vielleicht ein etwas stabileres Leben möglich sein könnte, dass ich irgendwann vielleicht ja doch mal Fuß fassen werde auf dieser Welt und meinen Platz in ihr beanspruchen werde, gekommen, um zu bleiben, denn wenn es heute möglich war, etwas zu Gestalten, kann das auch morgen möglich sein.
Weil ich diese Möglichkeit nicht leugnen kann, kann ich etwas Hoffnung spüren. Es ist mir egal, wie lange es dauert, im Ertragen bin ich erprobt, wenn sich nur mal substanziell was tun würde.
Wenn man aber durch diese Phasen nur oft genug durchgegangen ist, weiß man, dass die Hoffnung jedes mal am Horizont schimmern wird, genau dort, am Horizont, aber nie in greifbarer Nähe. Es bleibt ein frommer Wunsch. Ich werde den Launen eines blinden, tauben und stummen Zufallsgotts bis ans Lebensende ausgeliefert sein. Ich weiß zwar nicht, wie man ein Leben ohne grundlegende Planungsfähigkeiten leben kann, aber ich muss es wohl probieren. Das bedeutet, dass dann am Ende ein Leben gelebt wurde, zusammengestückelt aus einer großen Ansammlung von Zufallsentscheidungen und geduldig akzeptierten Verfalls. Ich werde es vermutlich nicht MEIN Leben nennen, aber es war immerhin eins, und das ist ja auch ok.
Einordnung:
große Trauer, weil schon so lange und so oft ein für mich ganz relevanter Wert verletzt wird: Selbstbestimmung. So viele Jahre alltäglich von 100 Ideen 98 wegblocken mit dem Gedanken „das machst du eh nicht“, keinen Einfluss darauf haben, welche 2 der 100 Wirklichkeit werden und wann. Meine Selbstwirksamkeitserwartung ist in schlechten Phasen Null, baut sich in besseren Phasen ein bisschen auf, um verlässlich wieder auf Null runter zu crashen. Ich durfte nie lernen, dass ich mich auf mich verlassen kann, es gab viel zu viele Gegenbeispiele. Ich habe kein VERTRAUEN darin, dass irgendein Ansatz nach so vielen Misserfolgserfahrungen ja doch alles noch einmal drehen könnte und sowas wie Selbstbestimmung real werden könnte. Dadurch …
- große Trauer, dass gewisse Lebensträume höchstwahrscheinlich für die Tonne sind. Radikale Selbstakzeptanz sozusagen. Seit ich das Gefühl habe, dass mir mir was nicht stimmt, existierte auch eine Form von Widerstandskraft, die sagt „das ist alles nicht normal, irgendwann findest du heraus, was los ist, und das Leben, wie du es dir vorstellst, wird irgendwann möglich sein“, a.k.a. der Hoffnungsschimmer am Horizont. Jetzt weiß ich, dass es ADHS ist. Eine Krankheit, die nie weg geht. Es gibt gute Medikamente, und sie erleichtern den Alltag etwas, aber nur in bestimmten Bereichen, und meine Erfahrung bis jetzt lässt nicht darauf schließen, dass sie grundlegend etwas ändern könnten. Ich BIN so, mein Hirn IST so, und auch, wenn ich von dieser Widerstandskraft (bzw. dem Willen und Glauben, „gesund“ werden zu können) profitiert habe, ist sie mir nicht mehr hilfreich, weil ich nicht gewinnen kann, wenn ich gegen mich selbst kämpfe.
Ich weiß doch bis heute nicht, was ICH will. So viele Entscheidungen in meinem Leben habe ich nicht bewusst getroffen, weil ich lediglich gemacht hatte, was naheliegend war. Eigentlich dachte ich, Berufsmusiker werden zu wollen. Die Aufnahmeprüfung zu schaffen war aber sehr unrealistisch, weil ich (natürlich!) nicht 6 Stunden täglich üben konnte. Was habe ich mich gequält, bis ich mir das eingestehen konnte. Wegen meines Onkels habe ich mich dann an der PH eingeschrieben, Lehramt, damit halt irgendwas geht, und so einer bin ich jetzt. Hätten meine Eltern kein Klavier im Haus gehabt, wäre ich wohl auch kein Musiker geworden. Ich kann mein Leben anschauen und wenn ich mich frage, was davon ICH geplant, entschieden und durchgezogen habe, gibt es nicht so viel. Jetzt sagt jeder, wie falsch das ist, (Frau geheiratet, Kind bekommen, Hund angeschafft, etc.), aber es geht hier nicht darum, was „rational“ korrekt ist. Meine Leben sieht schon eine Weile von außen beneidenswert gut aus. Das hilft alles nicht, wenn ich es nicht fühlen kann. Da ist eine ungetröstete tiefe Trauer darüber, dass so viel Lebenszeit von einem Autopiloten gelebt wurde und Angst davor, dass ich in meinem eigenen Leben gar nicht stattfinde.
Deswegen suche ich doch dauernd neue Tätigkeiten, neue Projekte. Ich spüre mich in meinem eigenen Leben nicht inmitten von Menschen, (Eltern, Kernfamilie, Freunde, Band, Kollegen…), die – man glaubt es nicht – auf etwas Lust haben (Therme besuchen, ins Kino gehen, ein Hobby starten…) und das dann …machen!!! Also her mit den Projektideen, bei denen Sichtbares entsteht, Stempel schnitzen, Möbel bauen, Schmuck aus Ton machen, sich vorstellen, wie toll das sein wird, wenn sowas fertig wird, mir beweisen, dass ich Selbstwirksamkeit habe und sie fürs nächste Ding erwarten darf, für ein paar selige Momente, bis ich „heute keine Zeit/Ruhe dafür habe und es morgen weitermache“, es also von nun an rumliegt und mich wochenlang anschreit
„HAHA VERARSCHT DU KANNST N I C H T S ZU ENDE BRINGEN“.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie tief mich das verletzt.
Status quo:
Der Glaube daran, dass es bestimmt mal besser wird, hat mir Jahrzehnte lang den Treibstoff geliefert, nach dem Hinfallen wieder aufzustehen, wobei „aufstehen“ konkret bedeutet: sich aus rationaler Überlegung heraus dazu zwingen zu müssen.
Ohne diesen Glauben fehlt mir der Treibstoff, und ich bin in meinem Leben noch nie so unwillig gewesen, mich zu zwingen. Es ist sowieso nicht meine Entscheidung, ob ich gerade beschissener Autopilot-NPC bin oder getriebener Highperformer, wieso soll ich mich dann so unter Druck setzen?
Wissen ist Macht und führt zu radikaler Selbstakzeptanz. Ich weiß, dass ich ADHS habe und ich weiß, dass ich nie das Maß an Selbstbestimmung erreichen werde, das ich mir immer als nötig ausgemalt hatte. Und was ist so schlimm daran, es nie zu erreichen? Dann sind halt Dinge nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe:
- Ich werde nie mit dem Rauchen aufhören
- Ich werde nie ein eigenes Haus haben
- Ich werde nie finanziell entspannt sein
- Ich werde nie die Holzwerkstatt haben, von der ich manchmal träume
- Ich werde meine analogen und digitalen Bilder nie ordnen, nie schöne Fotobücher daraus machen.
Dann IST das so. Ein totes Pferd kann man nicht reiten. Der Autopilot ist auch nur im Vergleich mit dem Highperformer so beschissen. Was passiert denn wirklich Schlimmes? Ich bin ein freundlicher, rücksichtsvoller Mensch, ich kriege anscheinend das Nötigste hin. Schlimm ist, wenn ich mich zwingen muss (z.B. Korrekturen/Termine machen), aber das war schon immer schlimm, und wenn ich das akzeptiere, ist es keine Verschlechterung, VIEL schlimmer ist diese konstante Sehnsucht, so viel mehr leisten zu wollen, und die ist obsolet geworden.
Zum letzten mal so richtig Feuer gefangen (Hoffnung) habe ich bei der letzten Sitzung beim Therapeuten Simon. SMART-Ziele! Die formulieren, lernen, sie umzusetzen, sie abhaken, der Selbstwirksamkeitserwartung einen Beweis nach dem anderen liefern, auf Hürden stoßen, Bewegung spüren, Veränderung spüren, VERTRAUEN SPÜREN, dass es doch noch einen Weg gibt, den sogar ich gehen kann.
Jetzt, in diesem Moment: nein danke.
Ich wollte von Simon anfangs wissen, was ich erwarten kann bzgl. Therapieerfolg, und wir kamen auf den Vergleich mit der Gluten-Intoleranz. Die habe ich bis heute, und von gelegentlichen Missstimmungen abgesehen (auf dem Weihnachtsmarkt, in manchen Restaurants) macht sie mir keinen Kummer. Der ganze Haushalt ist auf meine Diät eingestellt, es gibt Schlimmeres.
Der Vergleich hinkt, weil ein wichtiges Element fehlt: mit ca. 21 Jahren war ich UNFASSBAR traurig, dass ich die Intoleranz habe und nie wieder loswerde. Ich hatte mich gewehrt, es trotzdem probiert, war gescheitert und weiß noch genau, wie ich schließlich Frieden damit machte. Wie schließt man Frieden mit seinem ADHS? Indem man akzeptiert, dass man es hat, mit all seinen sehr konkreten Auswirkungen auf mein Leben, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Ich finde Trost in dem Gedanken, dass ich mich von der Erwartung an ein Leben mit mehr Vertrauen in mich selbst verabschieden kann. Betrachte ich mein Leben isoliert, also ganz bewusst ohne den Vergleich mit diesem Über-Johannes, ist es doch ok und im Grunde nicht verbesserungsbedürftig. Ich kann gefühlt sogar noch mehr locker lassen.
Es entspannt mich, wenn ich im Gespräch mit Kollegen und Freunden nichts mehr beweisen muss, wenn ich sagen kann „das mache ich eh nicht“, ohne Schuld zu spüren. Ich habe jahrelang sehr hart trainiert, das Mindeste zu schaffen, da ist es nur recht und billig, wenn ich heute auch nicht mehr als das Mindeste tue.
Es macht mich moralisch zu keinem schlechteren Menschen, wenn ich nie den Geburtstags-Dauerkalender fertigstelle, den ich vor über 10 Jahren begonnen hatte, weil ich dauernd Geburtstage vergesse. Es ist eine schöne Vorstellung: Jeder Monat zeigt kleine Fotos der Personen, die Geburtstag haben und wann sie geboren sind. Es könnte eine Sammlung aller Menschen werden, die uns wichtig sind.
Von dieser Idee weiß aber niemand außer mir, und von den vielen anderen auch nicht. Niemand hat je diese fantastische Welt in meiner Vorstellung gesehen, weshalb auch niemand erwarten könnte, dass etwas davon Realität wird.
Nach außen wird man vermutlich wenig merken, dass ich diese verschissene Wunsch-Parallelwelt in die Tonne getreten habe.
Eins noch:
Dank Simon überlege ich präziser, warum ich dieses seltsame Verhältnis zum Kiffen habe. Das Hauptgefühl, das ich nüchtern nicht regulieren kann, ist die Trauer über den Zustand meines Lebens als Teil-Zeit-NPC und die Angst, dass das für immer so sein wird. Jedes gefühlte und jedes echte Scheitern sind Nadelstiche in die immer gleiche Wunde.
Kiffen reduziert den Druck, meinem Traum-Ich zu entsprechen, allein schon deshalb, weil mein Traum-Ich ja Nichtraucher ist und nur gelegentlich und kontrolliert kifft. Ich nehme auch weniger wahr, was ich alles noch zu tun hätte, kann leichter sagen „das wird schon, musste dich jetzt nicht drum kümmern“. Es hilft mir auch, mal auf alles zu Scheißen. Nüchtern ist immer alles abartig wichtig, nüchtern bin ich „in der Spur“ und unter Bewertung meiner Performance auf dem Weg zum großen Ziel. Nüchtern kann ich da nicht aussteigen.
Zum Status quo gehört also auch, dass ich seit der letzten Sitzung bei Simon täglich kiffe, als Standard und unabhängig vom Erreichen von SMART-Zielen. Ich krümel mir morgens ins die Balkonzigarette ein kleines bisschen rein, rauche als erstes, wenn ich heimkomme und moderiere den Konsum über die Rechnung „Autofahren minus 1-2 Stunden = Kiffen“. Für die Mädels und den Hund bin ich emotional anwesend, beteilige mich am Alltag, es fällt mir leichter, mit meiner Frau zu quatschen und zu lachen, mit ihr spazieren zu gehen. Ohne den Antrieb, einem Ideal-Johannes entsprechen zu müssen, habe ich zurzeit auch keine Veranlassung, daran etwas zu ändern.
Ausblick:
Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: laufen lassen und zulassen, dass ich wie vernagelt davon überzeugt bin, dass sich nie was ändern wird. Runterfahren, treiben lassen, mitnehmen, was schön ist, regeln, was geregelt werden muss. Offen sein für den Austausch mit meiner Frau und mit Simon. Schauen, welche Verantwortung als Ehemann, Vater, Herrchen, Lehrer und Bandmitglied übrigbleibt und die wahrnehmen.
Sonst: Ethik, Moral, Scheißegal.