Hallo Patty,
also in meinem Fall ja, dabei ist und bleibt mein Zuhause bei meinen Eltern mein sicherster Ort. Ich hab lange gebraucht, bis ich verstanden hab, warum es auch an solchen Orten auftritt, aber bei mir war es letztendlich schlüssig. Klingt für Außenstehende vielleicht schwer nachvollziehbar, aber wir haben lange Zeit an einem Tisch im Wohnzimmer mit tiefhängender Lampe gegessen und währenddessen lief im Hintergrund oft der Fernseher. Beim Frühstück konnte ich gut mit am Tisch sitzen, da war ich meist wach und mein Nervensystem hatte Kapazität. Doch abends war mir das Licht + der Fernseher + die Gespräche, die meine Familie natürlich führte + der Essensvorgang (ist ja auch ein Reiz) sehr häufig zu viel. Oder in meinem Zimmer waren Deckenlampe und Schreibtischlampe an und ich musste mich konzentrieren.
Heute, viele Jahre später, steht der Esstisch woanders. Als ich 2018 meine Epilepsie-Diagnose bekam, war uns aber ohnehin schon klar, dass das mit meinem Nervensystem zusammenhängen muss.
Heute hab ich längst eine eigene Wohnung (in der ich abends niemals Festbeleuchtung anmache), aber wenn ich zum Beispiel nach der Arbeit bei meinen Eltern bin, dann lassen sie mich grundsätzlich erstmal „runterkommen“, meistens lese ich ein Buch von Enid Blyton, wo ich jedes ungefähr schon 100000x gelesen hab (alle ganz, aber das fällt mir bei anderen Büchern immens schwer), aber das ist ein „Ritual“ und hilft. Ich esse fast nur noch bei gedimmtem Licht und mit mir wird beim Essen meistens nicht so viel geredet.
Das sind meine Erfahrungen.
Und daraus kann ich den Tipp geben, eben tatsächlich mal auf die Beleuchtung zu schauen und zu schauen, dass sie sich zum Beispiel bei Hausaufgaben nicht zu sehr anstrengt (geistige Anstrengung ist bei mir ein großer Trigger), dass ihr sie mit Reizen nicht überfordert, Handyzeit etc. begrenzt, auf die Beleuchtung achtet usw.
Ich bin nicht vom Fach, das sind nur alles Dinge, die mir helfen. Und ich schreibe deshalb so ausführlich, weil ich sehr mit einem Mädchen mitempfinden kann, dem es so geht. Mich begleitet es wie gesagt seit ich sechs war.
Alles Liebe für euch 