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Berufsfindung und Alltag
Hallo zusammen! Ich bin recht neu hier und habe mal eine allgemeine Frage, vielleicht haben andere ähnliche Erlebnisse gemacht und möchten gerne berichten^^
Also ich (23 Jahre alt) bin eher am Ende meines Bachelors, also noch im Studium. Ich studiere Bio und bin daher super breit aufgefächert. Ich interessiere mich während meines Studiums noch für sooo viele andere Fachrichtungen, aber letztendlich kann ich mich für keine Richtung entscheiden. Denn was, wenn mir der Beruf im Endeffekt keinen Spaß macht. Ich kann gar nicht so viele Praktikas machen, wie ich gerne würde um alles auszutesten. Innerlich zerreißt es mich schon ein bisschen, der Druck jetzt meine Fachrichtung zu finden. Zum Anderen habe ich Angst gar nicht gut genug sein zu können, mit Mathe und anderen abstrakten Themen hatte ich einfach schon immer meine Schwierigkeiten. Neuerdings überlege ich auch eine Ausbildung zu machen. Mein Problem ist leider, dass ich mir immer neue Themen suche, die ich mir hart erarbeiten muss. Ganz nach dem Motto: wenn ich dafür nicht gekämpft habe, dann war’s es gar nicht richtig wert. Leider macht mir das, dass Leben manchmal schwer. Bio zu studieren, war schon eine ziemliche Tortour und die Schwierigkeiten, die mir entgegen kamen haben ziemlich an meinem Ego und Selbstwert gekratzt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und wie seid ihr letztlich in euren Beruf gekommen, wie geht ihr damit um euren Weg (ob beruflich oder nicht) zu finden?
Hey, ich würde mir da nicht so viel Stress machen, du bist noch jung.
Ich hab erst mit 26 so richtig gewusst, dass ich den Rest meines Lebens Informatik machen möchte.
Das ganze kam bei mir ganz von alleine und ich habe zuvor auch in sieben verschiedenen Berufen gearbeitet, bis ich dann festgestellt habe, dass ich schon immer ein Talent für die Informatik hatte. Sowie das es mir auch am meisten Spaß macht und der Wissensaufbau wirklich extrem leicht von der Hand geht (Hyperfokus lässt grüßen).
Darauf habe ich dann ein paar Jahre in der Informatik gearbeitet und bin nun bald mit der Ausbildung zum Fachinformatiker in Systemintegration fertig. Im Anschluss werde ich dann noch ein wenig Arbeiten und noch ein Studium in der Angewandten Informatik machen. Wenn alles nach Plan läuft, bin ich mit 32/33 mit dem Studium durch.
Bei mir war es also letztendlich der Spaß an der Sache, der mich dazu bewogen, hat den, richtigen weg einzuschlagen. Seitdem stehe ich morgens hocherfreut auf und bin top motiviert neues lernen.
Ein weiterer Tipp, hör auf dein Bauchgefühl, meine Erfahrung sagt mir damit liegt man meistens gar nicht so falsch, hätte ich auf meins gehört, wäre ich damals nach der Schule auch direkt in den Informatikbereich gegangen.
Hab keine Angst dich auszuprobieren und dir Zeit zu nehmen, selbst wenn du dich falsch entscheiden solltest gibt es immer Wege um in andere Bereiche zu kommen.
Ich wünsche dir ganz viel Glück und Kraft du wirst dich schon richtig entscheiden.
Hey Cosmoe,
vielen Dank für deine Antwort! Ich freue mich für dich, dass du den Bereich gefunden hast, der dich glücklich macht. Informatik ist natürlich auch eine sehr dankbare Berufung!
Deine Nachricht, hat mich sehr bestärkt, weil du auch Recht hast, damit das manche Erkenntnisse ein bisschen Zeit und viele Phasen durchlaufen müssen. Mich hat nur zwischendurch die Angst gepackt, dass es diese Freude für mich nicht gibt, so einen Job zu finden. Was natürlich Quatsch ist.^^’
Ich wünsche dir auch viel Erfolg bei deinem Studium und weiterhin ganz viel Freude daran!!
Hey,
mit der Angst, die du beschreibst, hat wohl so ziemlich jeder mal im Leben zutun. Meist aus der Unsicherheit heraus was nun richtig oder falsch ist.
Angst dient uns ja schlicht als Zeichen und wir vermuten etwas läuft nicht richtig bzw. uns droht Gefahr, in welcher Form auch immer.
Für mich, war es immer wichtig, sich auch den nötigen Raum zu geben, diese Gefühle aktiv wahrzunehmen und zu Reflektieren, was einen im Moment beschäftigt.
Viele neigen ja dazu, sich das Ganze „weg zu wünschen“ oder verdrängen es, was nur zu einem verstärkten auftreten dieser Gefühle führt.
Von daher, glaube ich, gehst du damit schon ganz gut um ![]()
Ich bin mir auch sicher, egal welche Entscheidung du triffst, solange du immer ein Ziel vor Augen hast, wirst du ankommen, wo du dich so richtig wohlfühlen kannst.
Daraus resultiert dann auch entsprechende Sicherheit mit dem begleitenden Gefühl von Zufriedenheit sowie einen wertvollen Beitrag geleistet zu haben.
Damit wirst du auch Stolz sein können auf deine Leistung, womit die Arbeit erfüllend sein wird.
Durch die Frage, ob meine Tätigkeit erfüllend ist, kam ich auch darauf in der Informatik zu bleiben und mein Leben darauf auszurichten, angefangen bei meiner Identität.
Ich hab begonnen mir zu sagen, ich möchte einmal ein richtig guter Informatiker sein und wenn ich ein paar Jahrzehnte in der Branche war, mein Wissen an die nächste Generation weitergeben.
So kam ich auf mein Lebenswerk, eines Tages möchte ich mir vor Augen führen können, dank meiner tollen und leidenschaftlichen Arbeit, habe ich viele hervorragende Informatiker auf den weggebracht. Die den Menschen helfen und ihnen freunde im Umgang mit der Technik entgegen bringen und letztlich auch in ihren Kollegen hervorrufen.
Für mich ist die Technik im Alltag nicht nur ein Werkzeug, sondern auch ein Mittel mit unzähligen Möglichkeiten zum Beispiel Bildung, Produktivität und Unterhaltung.
Mein „Scheitern“, hat mich schlussendlich ebenfalls an mein Ziel gebracht, auch wenn es wertvolle Zeit gekostet hat.
Ich war, in der Lage aus den Eindrücken und den begleitenden Gefühlen etwas wertvolles mitzunehmen. Sei es gelerntes oder die bloße Erkenntnis was ich nicht möchte.
Außerdem, betrachte ich es als wertvolle sowie notwendige Lebenserfahrung, die lehrreich ist und einen Reifer macht.
Um mal ein wenig Philosophisch zu werden:
Wir sollten die Erfahrung „Mensch“ sein, also die Daseinsfülle, mit der, das Menschliche Spektrum einher geht, als etwas mit unersetzlichen Wert betrachten.
Wahre Menschlichkeit bedeutet nicht die Abwesenheit von Leid, sondern die Anwesenheit der gesamten Daseinsfülle. Jede Nuance des menschlichen Spektrums ist ein unersetzlicher Baustein, der unserem Leben erst seine wahre Tiefe und Würde verleiht.
Vielen lieben dank für die Glückwünsche.
Es freut mich sehr,
wenn ich dir bereits ein wenig Mut machen konnte, somit wünsche ich dir auch ganz viel Glück sowie Erfolg auf dem Weg den du einschlägst!