Ich finde es schon wahnsinnig schwierig, sich in den richtigen Arousal-Typ einzuordnen.
Wenn man das falsch macht haut am Ende deine ganze Umfrage nicht mehr hin.
Ich selber nehme abends keine Medikamente, aber so wie ich bei den Anderen gelesen habe, ist die Wirkung auch nicht immer gleich und verlässlich.
So eine Antwortmöglichkeiten fehlt da aus meiner Sicht noch. Also in Richtung „Ich bin Typ X/Y und die Wirkung ist mal gut, mal schlecht“
Was ist das Ziel der Umfrage? Ob sich eine genauere Erforschung lohnen würde?
Würde auch teilnehmen. Aber empfinde es auch äußerst schwierig zu beantworten. Zumal ich mich schwer einordnen kann.
Und ich habe bisher auch abends noch keine Stimulanzien eingenommen.
Wenn ich von vor Medikation ausgehe, dann wäre das am ehesten Kaffee und da wäre die Antwort: eher ja, bin weder high noch low, Tendenz eher zu low. Was aber auch tagesformabhängig ist.
Ich hab demnächst eh wieder Termin und will genau darüber sowieso mit dem Arzt sprechen, denn ich schlafe mal so gut wie gar nicht, außer ich bin völlig erschöpft.
Und weil einige berichten, dass sie mit einer Minidosis Medikinet abends zur Ruhe kommen, wäre das einen Versuch wert.
Wenn ich Elvanse zu spät morgens nehme, ist fast vorprogrammiert, dass es eine sehr laaaaange Nacht wird. Nehm ich es zeitig, bin ich nachmittags total in einem Tief und könnte da sicher 3 Stunden schlafen
Also lange Rede, kurzer Sinn: ich speicher mir die Umfrage ab und versuche dran zu denken, wenn ich es konkret beantworten kann.
Edith : wie cool das ist, dass man sich mit Erinnerung Themen abspeichern kann
So rein aus dem Bauch heraus würde ich sagen das mich Stimulanz Hoch Arousal macht. Schlafen kann ich dann aber besser, sofern ich Ohrstöpsel verwende.
Ich bin ein high-arousal-Typ und wenn meine Medikation ausläuft, fällt es mir unheimlich schwer überhaupt irgendwas hinzubekommen.. In meinem Kopf entsteht dann dieser klassische Kreislauf von „ich will ins Bett, aber ich bin zu müde.. Außerdem muss ich noch Zähneputzen… Aber wenn ich aufstehe, dann bin ich wieder wach..“, welches in der absoluten Analyse-Paralyse endet.. Sprich, ich schlafe dann irgendwann auf der Couch ein, wache nachts auf, schlurfe (natürlich mit ungeputzten Zähnen) ins Bett und der Tag ist gelaufen, weil mir mein ganzer Rücken weh tut..
Wenn ich merke, dass ich es nicht hinkriege, dann nehme ich noch ne kleine dosis unretardiert. (die Hälfte von meiner üblichen..)
Und dann gibt es die richtig schlimmen Tage - in denen ich absolut aggressiv bin und eine allumfassende Reizüberflutung mich wach hält…mein ganzer Körper, jede Sinneswahrnehmung und meine drei Tinnitus-Töne spielen die Melodie direkt aus der Höhle und das Pochen meines Blutes in den Ohren ist der Drummer dazu… Ich will nur noch weinen und um mich schlagen.. Dann nehme ich eine volle Dosis oder anderthalb, lege mich in einen komplett abgedunkelten Raum, in dem niemand ist, und mache irgendein weißes Rauschen so laut wie möglich über meine Kopfhörer an und irgendwann wird es ruhig in mir und ich schlafe instant ein…
Überwiegend low-arousal Type vor der Einnahme. An manchen Tagen jedoch high. An den Tagen mit low-arousal wirkt das Stimulanz bei mir spürbar besser, fühle mich ausgeglichener und merke die Wirkung auch im Kopf stärker, kann meine Impulse gut kontrollieren und gehe gerne unter Menschen. An den high-arousal Tagen ist die Wirkung schlechter, meistens habe ich dann aber auch schlechter geschlafen oder viel Stress gehabt und kann mich an diesen Tagen auch deutlich schlechter kontrollieren, laufendes Nervenbündel, da meide ich rausgehen.
An den low-arousal Type Tagen (nehme Elvanse morgens zwischen 8-9 Uhr ein), lege ich mich oft zur Wirkungsspitze zwischen 13 und 15 Uhr einfach ins Bett und schlafe. Der Schlaf fühlt sich im Vergleich zum Schlaf in der Nacht qualitativ hochwertiger an, trotz der Kürze, ich träume in diesen 2 Std. auch angenehm, nicht schlecht. Abends zum Ende der Wirkung schlafe ich zwar auch gut und schnell ein, aber er ist nicht so wie das Mittagsschläfchen zur Wirkungsspitze. Meistens ärgere ich mich am Abend ein bisschen, schlafen zu müssen und würde lieber noch weiter andere Dinge tun, Gedanken flitzen dann auch oft noch herum.
Meine Kinder und ich haben es noch nie ausprobiert, wir nehmen alle nur morgens früh für die Schule/Arbeit eine retadierte mph. Keine Schule/Arbeit, keine Tabletten, sondern so leben wie wir sind. Ja, das ist hyperanstrengend, führt aber dazu, dass wir uns alle nicht zu sehr gewöhnen.
ich würde das an deiner Stelle hinterfragen. Also natürlich kann jede/r von euch entscheiden, wann sie oder er Methylphenidat nimmt und wann nicht.
Aber ein befürchteter Gewöhnungseffekt ist eigentlich keine Begründung. Der wird von einigen wenigen Betroffenen beschrieben, aber es ist eher die Ausnahme. Ich nehme täglich Methylphenidat und habe meine Einzel- und Tagesdosis seit vielen Jahren nicht gesteigert, und die Wirkung ist nicht geringer geworden. Es werden dir hier bestimmt Viele bestätigen, dass man nicht am Wochenende pausieren muss, um eine Gewöhnung zu vermeiden.
Die Wirkung im Familienleben und in der Freizeit finde ich eigentlich noch wichtiger als in Arbeit oder Schule. Allein schon wegen der Unfallgefahr - ich würde ohne Medikament nicht mehr Fahrrad fahren, das Risiko dass aus Unachtsamkeit etwas passiert wäre mir zu groß, aber eben auch aus Rücksichtnahme, warum sollte ich mir, meiner Frau und meinen Kindern das Auskommen miteinander schwerer machen als es ist?
Und wie alt sind deine Kinder? Im Teenageralter kommen viele Herausforderungen - falsche Freunde, Mutproben, Alkohol und andere Rauschgifte, da ist man ohne medikamentöse Abdeckung noch gefährdeter als Pubertierende ohnehin. Ich war in meiner Kindheit und Jugend oft Außenseiter durch meine (damals noch nicht diagnostizierte) ADHS und die beeinträchtigte soziale Wahrnehmung.
@Falschparker meinte die einmalige Einnahme am Tag und die keinmalige wenn keine Schule / Arbeit ist (nicht die Einnahme zum Schlafen).
Schau doch mal die Folgen einer unbehandelten ADHS auf ADxS.org an. Insbesondere
Hallo Falschparker,
Du kannst dir sicher sein, dass wir zu jeder Zeit das Für und Wider einer Medikamenteneinnahme außerhalb von Arbeit/Schule abwägen. Selbst die Einnahme in der Schule wird sorgfältig überprüft.
Wir lieben uns alle selbst und gegenseitig in der Familie so, wie wir sind. Und auch die Freunde meiner Kinder sind mit ihnen befreundet, so wie sie sind, chaotisch unruhig aber mit Charisma und einfach nett und fröhlich. Ich finde, dass ist das wichtigste. Unfälle sind für mich kein Kriterium, zumal sie zwar mehr Unfälle bauen als normal, aber eben nicht so krass und auch nicht übermäßig schlimme. Was Alkohol und Drogen angeht, haben wir immer ein Auge drauf, und wir können immer noch einschreiten. Bisher können wir auch immer gut mit beiden Kindern reden, auch mit dem Großen, der gerade in der Pubertät ist.
Auch ich war immer Außenseiter und bin es noch heute. Ich bin mir aber sicher, dass ich auch rein menschlich schlicht ganz anders ticke, nicht nur wegen dem Adhs, was bei mir erst mit 44 diagnostiziert wurde. Auch mein Mann ist Außenseiter, der hat kein Adhs. Der Große ist zwar nicht wirklich Außenseiter, aber Freunde hat er nicht viele, zumindestwelche mit der er in der Freizeit in der realen Welt Zeit verbringt. Was aber definitiv auch er als Person ist, egal ob Adhs oder nicht. Der Kleine ist definitiv kein Außenseiter sondern ein gruppenliebling. Und das wirklich im positiven Sinne.