Unkonzentriertheit - Wie sieht das bei euch aus

Liebe alle!

Habe hier schon länger nicht mehr gepostet :slight_smile: ich hoffe es geht euch gut!

Ich wollte euch fragen, wie ihr es beschreiben würdet, wenn ihr euch nicht konzentrieren könnt… Bei mir ist es so, dass meine Augen wie bei einer Kamera irgendwie “rauszoomen” und die Zeilen wirken verschwommen. Weiters ist es auch so, als wäre ich schlaftrunken, aber ich habe immer wieder mit Müdigkeit/Erschöpfung zu kämpfen (habe auch Depressionen), also weiß ich dann nicht, ob es wirklich die Unkonzentriertheit oder die Müdigkeit und deshalb Unkonzentriertheit ist :smiley:

LG

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Spannende Frage!
So etwas habe ich zB gar nicht. Bei mir ist es eher, dass ich entweder komplett erschlagen und platt bin und mich nicht aufraffen kann. Ansonsten, dass ich wegdrifte. Ich starte eine Mail mit extrem langweiliger Terminfindungsthematik, wo man Termine auflistet und bemerke plötzlich, dass ich seit einer Stunde 3 andere Dinge machte und die Mail halb fertig und offen noch irgendwo ist.. das bezeichne ich für mich unkonzentriert. Konzentration da, aber nicht “haftend”.

Nachtrag: Und bei unstrukturierten, zu langen Texten merke ich das. Gerade im Businessbereich. Wenn ich die Informationen nicht finde. Es macht mich aggressiv lange Mails zu lesen. Danke KI!

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Hi, die Problematik hatte ich auf Arbeit auch, was sich jedoch erst mit der Medikation änderte. Seit dem ich Elvanse verwende, ist diese Müdigkeit, besonders in den ersten Stunden auf Arbeit nahezu weg. Da hatte ich vor der Medikation auch die Auffassung, dass ich den Text zwar lese, jedoch nicht wirklich verstanden hatte, und auch der Fokus fehlte.

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Bei mir sind es viele verschiedene Arten von Unkonzentriertheit.

Manchmal ist es so extrem - ähnlich wie du es beschreibst. Ich sehe anders, und sehe vielleicht noch Buchstaben aber keine Wörter mehr, oder Sätze aber kann die Bedeutung nicht erfassen. Wenn ich aber über das selbe Thema reden würde, ginge das. Oder wenn mir jemand Schritt für Schritt sagt was ich tun soll, kann ich das dann auch. Es scheint, als wäre da einfach die Verarbeitung der visuellen Eindrücke kaputt.

Dann kommt es vor, dass ich zwar einzelne Sachen machen kann, aber es nicht schaffe neue Informationen mit bereits bekannten zu verknüpfen. Ich weiß dann , ich müsste es wissen, aber es ist als wäre mein Arbeitsspeicher total überfordert und nicht funktionell. - Während Ritalineinnahme konnte ich das auch wahrnehmen, wenn auch etwas anders. Ich konnte super bei einer Sache bleiben, aber die Verknüpfung zu anderen Themen war eingeschränkt. Tunnelblick.

Deswegen Wechsel auf Elvanse. Da ging das Verknüpfen wieder total toll, aber während der Eindosierung als ich unterdosiert war, konnte ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren. Wobei, konzentrieren vielleicht schon, aber ich war in kompletter Blockade. Ich konnte nicht vom Denken ins Tun kommen. Diese Art von Unkonzentriertheit kenne ich noch gut aus den Zeiten vor meiner Diagnose- jede Menge Ideen und verbal in der Lage Dinge zu verknüpfen und entwickeln. Aber dann in das Tun kommen- also entweder das Ganze zu verschriftlichen oder gar Umzusetzen, ging einfach nicht.

Ich glaube es ist gar nicht so sehr eine Unkonzentriertheit. Ich bin in allen Fällen zu sehr auf Sachen konzentriert/fixiert, die gerade unwichtig sind.

Danke für eure Kommentare und sorry, dass ich so verspätet antworte. Mir geht es zurzeit nicht so gut und es fällt mir etwas schwer.

@MightyGrimlock dieses nicht “haftend” ist einfach sooo treffend erklärt… Ich stelle es mir gerade vor wie eine Katze, die eigentlich futtern möchte, und stattdessen wird sie von jemandem mit einem Laserpointer geärgert und die Katze sieht jede Bewegung des Laserpointers, aber vergisst ganz, dass sie eigentlich hungrig ist :’)

@NISSIN Hast du mal MPH verwendet? Falls ja, wie war das für dich? Und wie viel mg Elvanse nimmst du? Und bzgl. Text lesen und nicht verstehen → da hat es in meinen Augen @xyz12345 voll auf den Punkt gebracht… Also, die Buchstaben sehen, aber keine Wörter mehr lesen können. Und bzgl. “visuelle Eindrücke kaputt” - das spricht mir SO sehr aus der Seele! Ich war auch schon bei einer Augenärztin diesbezüglich!

Und dieses - vom Denken ins Tun kommen - das ist auch so auf den Punkt gebracht. Auch mein “Arbeitsspeicher” ist total überlastet und es laufen sowohl im Vorder- als auch Hintergrund 1000 Ton-, Videospuren und ich schaffe es nicht, aus meinem Kopf oder Körper rauszukommen.

Auch an dich die Frage - hast du mal MPH verwendet? Und bei welcher Dosierung (Elvanse) bist du gerade?

Ich bin wirklich am überlegen, ob ich meine Psychiaterin fragen soll, ob ich mal ein anderes ADHS Medikament probieren kann. Aber ich hab so Angst davor! Ich habe von 10 auf 20 mg (MPH) gesteigert und es ist total umsonst gewesen. Ich überlege sogar, mit den Medikamenten ganz aufzuhören, weil es sehr frustrierend ist, dass ich es nicht schaffe, meine Dinge zu erledigen, die ich erledigen muss. Da muss ich wenigstens nicht umsonst dann Medikamente nehmen! Ich nehme weiters noch Bupoprion gegen meine Depressionen.

Ich wünschte es gebe einen effizienteren und nicht so langwierigen Weg, adäquate Hilfe zu bekommen…

LG :heart:

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ich hatte Mph verwendet, ziemlich kompliziertes schema, es hat mir sehr geholfen ins Tun zu kommen, aber ich hatte gefühlt zu viel Tunnelblick- und damit Kreativität unterdrückt. und es war mir auch mit den mehreren, verteilten Einnahmen zuviel auf und ab zwischen Überdosierung und rebound. Jetzt bin ich bei Elvanse. am Anfang 20 mg, damit war privat alles super, aber es fehlte mir bei der Arbeit ins Tun zu kommen. das ist jetzt mit 40 mg viel viel besser. es geht mir sehr gut damit. Ich muss aber noch einiges verhalten therapeutisches lernen, aber Elvanse ermöglicht es mir daran zu arbeiten. Es ist nicht alles perfekt, aber sehr sehr sehr viel besser als vorher.

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Danke! Ich habe heute mit einer Freundin gesprochen und mich ausgekotzt und werde mal mit meiner Psychiaterin reden, wie ich weitertun soll. Sie hat jedenfalls gemeint, ich soll nicht mit den Medikamenten aufhören und dass es irgendwann besser wird und ich das geeignete finde… Ich bin dann mal gespannt!

lg

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Ja das hatte ich tatsächlich vor meiner Eindosierung mit dem Elvanse probiert, war aber nicht das richtige für mich. Das Körpergefühl war einfach nicht angenehm, für mich fühlte es sich zu aufputschend an. Auch der Rebound-Effekt war ein Grund, weshalb ich auf Elvanse umgestiegen bin.

Aktuell bin ich bei 25mg, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob 20mg oder 30mg besser sind, dass ist bei mir irgendwie tagesabhängig.

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Hallo :heart: @lattecappuccino , vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag, und da ich im Moment gerade noch ein bisschen Online Zeit übrig habe, möchte ich Dir gerne schreiben das ich Deine Symptome wie Du Deine Unkonzentriertheit beschrieben hast auch so ähnlich, oder eigentlich genauso kenne.

Besonders „das Gefühl von einer Art des verschwommenen Sehens“, oder auch einem Gefühl von „Schlaftrunkenheit“ ist mir persönlich in Beziehung zu meiner eigenen Unkonzentriertheit absolut NICHT fremd.

Sondern im Gegenteil, wenn ich extrem unkonzentriert bin, würde ich das sogar so beschreiben als befände ich mich hinter einer Nebelwand, oder hinter einem sogenannten Milchglas Fenster, jedenfalls würde auch diese Beschreibung mein persönliches Gefühl zu diesem Thema, eigentlich auch ziemlich gut treffen. :people_hugging:

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Ich weiß nicht, ob hier jemand aus Österreich ist, aber ich habe mit einer Freundin geredet und zumindest in dem Bundesland, in dem ich bin, ist es mit Elvanse sehr sehr schwierig, das verschrieben zu bekommen.

Leicht off-topic, aber nur ein bisschen: Ich habe nun aber vielleicht eine mögliche “Fehlerquelle” gefunden und bin schon sehr gespannt und zwar nehme ich ja Bupoprion gegen Depressionen und habe mich erkundigt, dass es damit Probleme geben kann wie Vergesslichkeit/Verwirrtheit (das ist bei mir absolut der Fall, ich komme mir zurzeit richtig dumm vor!) und meine Theorie ist, dass es eventuell auch die Wirkung von MPH beeinflusst. Ich wäre so erleichtert, wenn das Ausschleichen die Probleme (zumindest etwas) lösen würde!

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Hi @AbrissBirne ! Ich muss sagen, was ich an ADHSlern liebe (und das ist mir wirklich bei allen in meiner Umgebung aufgefallen), dass wir sehr gut bildlich beschreiben können, egal ob Symptome, Gefühle oder sonst was. Das Milchglasfenster ist auch eine gute Metapher - ich versuche mir dann immer die Augen zu reiben oder Augentropfen zu verwenden (wenn ich nicht gut geschlafen habe oder zu wenig getrunken habe, werden die dann auch trocken), aber dann merke ich, dass es nicht hilft. Es ist irgendwo auch “erleichternd” zu wissen, dass es ein ADHS-Symptom ist und ich mir nicht ständig Gedanken machen muss, ob ich einen Gehirntumor habe oder langsam erblinde (sorry, ich bin ein voller Hypochonder!).

Danke und lg :heart: :slight_smile:

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