Unsicherheit beim Eindosieren mit MPH / Medikinet MR (Medikinet Retard/Adult)

Hallo zusammen

im Dezember habe ich die Diagnose ADHS erhalten (40, weiblich) - für mich eine riesige Erleichterung, endlich Erklärungen für so vieles!

aktuell bin ich beim Eindosieren mit Medikinet MR. Bei 25mg morgens habe ich nun erstmals eine minime Verbesserung bemerkt, aber sicher noch nicht zufriedenstellend… Aktuell nur 1x Gabe pro Tag.

Mein Psychiater meinte beim Austausch heute, die maximale Tagesdosis sei 50mg?! Ich solle aber nicht höher als 45mg gehen… Sein Vorschlag ist sogar, morgens 15mg und mittags 10mg - ich bin verwirrt… So genau konnte er mir das aber auch nicht erklären.

Macht das Sinn oder bin ich zu recht skeptisch? Laut Packungsbeilage dürfte ich bis 80mg gehen… Gefühlsmässig würde ich lieber morgens auf 30mg und schauen, was dann passiert. Nachdosieren wird aber wahrscheinlich nötig sein, da ich gestern nach 5-6h merkte, wie die Wirkung nachlässt. Wenn ich aber nur auf maximal 45mg pro Tag gehen darf, bleibt ja da nicht mehr viel zum Nachdosieren?

Gemerkt habe ich es bisher nur in einer besseren Reizfilterung, ich habe z.B. im Café nicht mehr alles ringsherum wörtlich mitgekriegt, war dadurch entspannter und weniger überreizt. Vom erhofften ruhigen Kopf (ohne 10000 Gedanken gleichzeitig) oder mehr „Antrieb“ (im Sinn von besser starten können) war aber nichts zu merken bei 25mg.

Mein Sohn braucht auch verhältnismässige Dosis, damit MPH gut wirkt - und auch bei ihm hält die Wirkung kürzer an als angegeben… Gute Verstoffwechsler? Oder doch falsches Präparat?

Ich werde mich nach einem anderen Psychiater umschauen, was aber leider sehr schwierig ist hier :cry::sob:

Viele Grüsse

Swissi

Wieso falsches Präparat? Du schaust, wie viel du morgens brauchst und wie lange es hält. Spätestens eine halbe Stunde vorher (!) ist der richtige Zeitpunkt zum Nachnehmen. Vorher, damit keine Lücke entsteht, denn wenn du das Nachlassen spürst, ist es schon zu spät.

Auch zu der zweiten Kapsel musst du etwas essen, das macht Medikinet etwas unpraktisch.

Die Maximaldosis ist 80 mg/Tag (nicht 45). Es ist günstig, wenn du steigerst, bis du eine gute Wirkung spürst, und dann noch einmal höher - wenn du merkst, es ist zu viel, kannst du wieder eine Stufe zurück gehen.

Weder ist 25 mg viel noch ist fünf bis sechs Stunden kurz. Ich selbst nehme morgens 40 mg, und es wirkt 5 Stunden; d. h. ich muss spätestens nach viereinhalb Stunden nachnehmen.

Medikinet MR heißt es offenbar nur in der Schweiz, in Deutschland sagt man Medikinet Retard (für Kinder) und Medikinet Adult (für Erwachsene). Ich passe mal den Threadtitel an, damit niemand verwirrt wird.

Und: Herzlich willkommen, liebe @Swissi ! :adxs_knuddel:

Danke dir, deine Antwort beruhigt mich, dass ich gedanklich doch nicht total auf dem Holzweg war :blush: Keine Ahnung, wie er auf die 45mg kommt…

ich habe hier im Forum noch die Tabelle gefunden und werde die brav führen und parallel dazu einen anderen Psychiater suchen.

Viele Grüsse

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@Falschparker der Arzt setzt ihr die Grenze und dann wird es schwierig weil er muß ja die Rezepte unterschreiben- egal ob überholt oder verbohrt - das ist jedes mal für Patienten eine Katastrophe wenn der Arzt solche Vorgaben macht

Ich habe von der allgemeinen Maximaldosis gesprochen und nicht von der, die ihr Arzt, warum auch immer, für Swissi festgelegt hat.

Plausibel begründet hat er die allerdings nicht nach Swissis Angaben.

Medikamente in einer falschen Dosis einzunehmen ist nicht sinnvoll, gleichgültig ob zu gering oder zu hoch.

Wer würde denn eine Brille akzeptieren, mit der man nicht scharf gucken kann, nur weil der Optiker die Meinung vertritt, sie dürfe nicht stärker sein als ein bestimmter willkürlicher Wert?

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Hallo zusammen

ja, das ist tatsächlich ein Problem, da ich laut Rezept auch nur “so viel” nehmen darf und somit auch nur diese Menge in der Apotheke holen kann. Da ich bereits ein Dauerrezept für 3 Monate erhalten habe, habe ich allerdings etwas Spielraum - ausserdem haben wir noch zu Medikinet von meinem Sohn übrig, da er inzwischen das Medi gewechselt hat :see_no_evil_monkey: Trotzdem wünsche ich mir natürlich eine ärztliche Überwachung / Begleitung und finde das auch wichtig :woman_shrugging: Aber so bringt mir die Begleitung gar nichts. Nächste Kontrolle in 6 Monaten hiess es gestern!!! Und ich bin noch nicht einmal ansatzweise richtig eindosiert…

Die von ihm empfohlene Dosierung 15-10-0 werde ich allerdings gar nicht erst ausprobieren, das wird nichts bringen. Ich gehe morgens mal hoch und schaue, ab welcher Dosis die Wirkung zufriedenstellend ist (und ob diese überhaupt eintritt mit Medikinet), dann schaue ich weiter :woman_shrugging:

wenn jemand in der Zentralschweiz / Aargau einen Psychiater kennt, der auch Patienten nimmt , denen es nur die medikamentöse Behandlung geht (Psychotherapie bin ich bereits gut abgedeckt), bin ich sehr dankbar um Tipps!

Liebe Grüsse

Swissi

Hallo zusammen

Aktueller Stand bei mir:

Bei 30mg morgens fühlte ich mich teilweise etwas komisch, Blutdruck etwas hoch ca. 30-60min nach Einnahme. Bin dann wie empfohlen trotzdem weiter hoch und jetzt bei 40mg nichts mehr davon zu merken! Blutdruck immer normal, kein komisches Gefühl mehr. Ich fühle mich ruhiger, fokussierter - allerdings kein weltbewegender Unterschied. Spannend wäre, mal noch höher zu gehen um zu sehen, ob der Effekt noch besser wäre, momentan ists doch eher noch so dass ich denke “Ists wirklich wegen dem Medi - oder habe ich einfach gerade einige gute Tage?” :see_no_evil_monkey: Ohne eine Fachperson an meiner Seite traue ich mich aber nicht höher als 40mg pro Dosis.

Ich nehme die 40mg morgens um ca. 06:30h, ca. 12:30h merke ich dann den Rebound sehr deutlich. Plötzlich sehr unruhig und gleichzeitig müde. Also mittags nachdosieren wird der nächste Schritt sein, denke ich. Möglichkeiten habe ich halt leider nicht so viele bei den maximalen 45-50mg pro Tag, die der erste Psychiater mir gesagt und verordnet hat.

eine andere (auf ADHS spezialisierte) Psychiaterin habe ich inzwischen gefunden, ich bin aber erst auf der Warteliste. Die 2-3 Monate bis zum Termin muss ich also irgendwie noch überbrücken mit den Möglichkeiten, die ich aktuell habe mit dem Rezept :see_no_evil_monkey: Drauf steht nun übrigens 40-5(-10)-0, also anders als eigentlich besprochen beim letzten Termin :see_no_evil_monkey:

Liebe Grüsse

Swisssi

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Was heißt plötzlich und was heißt mittags?

Wieviel std nach Einnahme? Elvanse hat bei 4/4,5 std den Peak => höchsten Punkt der Wirkstoffaufnahme.

ggf. könnte das auch zumindest für ne Zeit der Gewöhnung leicht überdosiert sein. Der Körper muß sich ja mit der Zeit an den Wirkstoff gewöhnen um solche Symptome nicht mehr zu zeigen /> Gewöhnungseffekt womit auch virle Nebenwirkungen gehen.

was vor der Erhöhung gewesen sein könnte das du unterdosiert warst was stärkere Nebenwirkungen hervorruft als überdosiert

Hallo Kathy

es ist Medikinet Adult / MR, nicht Elvanse :slight_smile:

Morgendosis um ca. 06:00-06:30h, Rebound kommt sehr schnell, d.h. innert ca. 15-20min zwischen 11:30 und 12:30h.

Fazit nach dieser Woche: Nach wie vor nicht zufriedenstellende Wirkung, auch nicht bei 40mg. Also abwarten, bis ich zum neuen PsChiater kann in 2-3 Monaten :woman_shrugging:und hoffen, dass sie mich gut einstellen kann.

Liebe Grüsse

Swissi

Oben hast du geschrieben das die 40mg gut waren. Meinst du mit nicht zufriedenstellende Wirkung auch die erste Einnahme, oder ab dem Rebound. ?

Hallo

ich fühle mich etwas ruhiger und fokussierter, aber wie oben geschrieben nicht weltbewegend und auch jeden Tag etwas unterschiedlich. Gestern und vorgestern würde ich sogar sagen, dass ich gar keinen Unterschied gemerkt habe zur Zeit vor den Medikamenten :thinking::woman_shrugging:

aber mir bleibt nichts anderes übrig, als das Ganze über längere Zeit zu beobachten :slight_smile: Dass Geduld nicht meine Stärke ist, machts leider nicht einfacher, hihi.

LG

Das der Rebound schnell kommt typisch Medikinet

aber um 6 std Wirkung ist für Medikinet super entsprechend wäre 30 bis 40 min vorher mit ca. 50 % der Erstdosis eine Verlängerung ohne Rebound eigentlich möglich

Hattest du versucht eine zweite Einnahme vorher zum Abfangen vom Rebound zu nehmen?

Du könntest aber den Arzt fragen/ bitten ob du auf Ritalin oder dessen Generika wechseln darfst. Ritalin ist auch Methylfinidat kann nahrungsunabhängig eingenommen werden, denn es ist eine andere Retardierung die über eine äußere sich auflösende Schutzschicht abläuft und bei dir dann immer nach der gleichen Zeit freisetzen und anfluten wird. Ritalin flutet sanfter an, brauch länger bis es vollständig angeflutet ist (bei mir 2 std) und entsprechend milder ist der Rebound. Je niedriger die Dosis desto höher ist aus meiner Erfahrung den Rebound kaum bis gar nicht spüren zu können.

Ritalin wirkt gleichmäßiger, das habe ich so erlebt und im Vergleich berichten das hier auch genug die umgestiegen sind.

Wäre ja durchaus einen Versuch wert