Unsicherheit und Symptomatik bei der Eindosierung mit Ritalin bzw. Zentiva

Hallo zusammen,

dieses Forum hat mir auf meinem bisherigen Weg zur ADHS Diagnose enorm weitergeholfen, weshalb ich hoffe ein paar Antworten zu meinen Problemen bei der Eindosierung zu finden.

Ich, weiblich 29, wurde im November mit ADHS diagnostiziert und befinde mich nun seit ca. 5 Wochen in der Eindosierung. Meine Neurologin hatte mir zunächst 10mg Medikinet adult verschrieben, was ich 3 Wochen lang 1x morgens mach einem ausgewogenen Frühstück nehmen sollte. Nach ca. 30 Minuten spürte ich eine leichte Wirkung, mein Kopf fühlte sich dumpf und leicht kribbelnd an und ich wurde ruhiger und zunehmend müder. Meine Symptome verhielten sich insgesamt 9 Tage ziemlich gleich: Kopfschmerzen (trotz ausreichend essen und trinken), dumpfer Kopf, erhöhte Herzfrequenz, Kurzatmigkeit, Kälteempfinden, Brustenge, Druckgefühl hinter den Augen, laut Uhr kaum REM-Schlaf. Ca. 5-5,5 Stunden nach Wirkeintritt wurden die Kopfschmerzen stärker und ich wurde extrem müde (Rebound?). Ich konnte mich ansonsten nicht wirklich konzentrieren, war vergesslich und impulsiv, konnte keine Prioritäten setzen. Positiv hingegen war mein Kopf, der auf einmal nicht mehr laut war.

Ab Tag 10 war dann plötzlich alles anders. Ich war ausgeglichen, konnte mich besser konzentrieren, und meine Gedanken besser sortieren (wobei Luft nach oben da war). Psychisch fühlte ich mir gut.

Nach Rücksprache mit meiner Neurologin (3 Wochen später) wurde die Dosis auf 20mg/1× morgens erhöht und ich wechselte auf Ritalin (bzw. Zentiva) aufgrund der nahrungsunabhängigen Aufnahme. Vorher beendete ich noch meine Packung Medikinet und nahm an 2 Tagen je 20mg morgens. An Tag eins verspürte ich einen unfassbaren Hyperfokus, konnte mich rund 5 Stunden am Stück durchgehend konzentrieren. Am nächsten Tag war ich extrem erschöpft und kraftlos und habe nichts mehr auf die Reihe gebracht.

Seitdem nehme ich nun Ritalin bzw. MPH von Zentiva aufgrund des Rabattvertrags (heute Tag 8). Ich bin seither zittrig, innerlich unruhig, motorisch getrieben, habe ein hohes Kälteempfinden und eine empfindliche Haut, eine hohe Herzfrequenz, Brustenge, bin kurzatmig und fühle mich leicht depressiv . Ich habe allgemein das Gefühl nicht mehr richtig lachen zu können. Meine ADHS Symptomatik verbessert sich so gut wie gar nicht, egal ob ich vorher esse oder nicht.

Ich habe ebenfalls versucht, zusätzlich mittags 10mg einzunehmen. Das habe ich nach 3 Tagen wieder eingestellt, da es mir gar nicht gut damit ging. Hätte ich länger durchhalten müssen?

Nun macht mich die ganze Geschichte ratlos. Ich habe gelesen, dass Symtome auch von einer Unterdosierung kommen können (wobei die Zombie Thematik eher für eine Überdosierung spricht?). Sollte ich nochmal höher/niedriger dosieren oder vertrage ich das Präparat einfach nicht? Oder würde es Sinn machen die Dosis auf 2x 10mg aufzuteilen? Die schnelle Wirkung von Medikinet mochte ich, vielleicht könnte eine zweite Einnahme in einem kürzeren Abstand die Lösung meiner Probleme sein. Zentiva spürte ich teilweise erst nach 2-3 Stunden.

Oder ich versuche das Originalpräparat, da viele bei Generika oft einen Unterschied in der Wirkung spüren.

Es gibt so viele “Oders” und mir ist absolut bewusst, dass das ein sehr individuelles Thema ist und try and error im Vordergrund steht.

Aber vielleicht hilft es mir, mich mit euch auszutauschen und die ein oder andere Unsicherheit aus dem Weg zu räumen. Ich wäre euch jedenfalls super dankbar für eure Einschätzung und Erfahrungen.

Ganz liebe Grüße

P.S. Den Leitfaden zur Eindosierung habe ich förmlich studiert - Koffein wird komplett vermieden. Und auch sonst achte ich darauf, genug zu essen, zu trinken und Ausdauersport zu machen.

Deine Eindosierung der ersten 10 Tage ist mehr oder wenig hinfällig, wenn Du das Medikament wechselt. Trotz gleichen Wirkstoff sind die Medikamente j doch recht unterschiedlich.

Am besten Du fängst nochmal mit 1x 10mg von dem Zentiva von vorne an. Möglicherweise sind 20mg da schon zu viel für Dich.

Herzlich willkommen im Forum! :adxs_knuddel:

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Du kannst Medikinet und Ritalin bzw. Generika von Ritalin aus meiner Erfahrung nicht 1 zu 1 tauschen. 20 mg Medikinet habe ich nie empfunden wie 20 mg Ritalin.

Mehr wie 10mg Medikinet hab ich nicht vertragen aber durchaus 30 mg Ritalin. Beides hat eine unterschiedliche Retardierung und auch Anflutverhalten. aich meine Medikinet war nach 30 bis max 45 min voll ngeflutet und auch genauso schnell ggf. gefühlt schneller war die Wirkung weg. Bei Ritalin hat bzw. braucht es bei mir 2std bis es voll angeflutet ist und das ist schonender und langsamer für mich und so hab ich bei niedrigen Dosierungen nie gemerkt das es aufhört zu wirken.

Jetzt gibt es die Möglichkeit du probierst morgen wie sich 30 mg anfühlen und weißt ob es das war oder nicht entspmüßtest du dann mit dem Arzt sprechen, du könntest schauen wie es sich nur mit 10mg verhält und wenn das nix ist versuchen ob der Arzt bereit ist für Ritalin ein Aut Idem Kreuz zu setzen. Falls er dazu nicht bereit ist könntest du um Methylfinidat AL von Aluuid fragen und schauen ob du mit diesem Generika besser zurecht kommst. Ich würde dann aber auch wieder min 1 Woche mit 10 mg starten um diese Wirkung kennen und einschätzen zu lernen.

Übrigens kann sein das 20 mg Medikinet zu viel waren und dir 15 mg als Eindosis gereicht hätte. Medikinet ist das einzige MPH Präperat mit 5 mg Kapseln

Dankeschön, ich glaube das könnte gut möglich sein. Ich habe meine Ärztin extra gefragt ob ich ohne Probleme Präparat UND Dosis wechseln kann und sie antwortete ohne Probleme. Fühle mich gerade nicht wirklich gut durch sie begleitet und das, wo die Eindosierung eh schon keine einfache Zeit ist…

Hallo Kathy, vielen Dank für deine Erfahrungen. Ich kann mir auch vorstellen, dass sowohl Medikinet als auch Zentiva nur bis maximal 15mg bei mir funktionieren. Ich glaube 30mg morgens traue ich mich nicht, daher werde ich wahrscheinlich ab morgen auf 10mg runtergehen und nach 5-7 Tagen auf 10-10-0 hochdosieren. Hast du MPH von Aliud auch probiert und gute Erfahrungen gemacht?

Ich hatte auch überlegt beim nächsten Mal nach dem Original Concerta zu fragen. Ich spüre diese zwei Peaks bei Zentiva schon deutlich, zumindest bei den 20mg und würde mir eine längere gleichmäßiger Wirkung wünschen. Da ich aber nicht Stunden warten möchte bis ein guter Spiegel erreicht ist, könnte man vielleicht zusätzlich eine kleine unretadierte Dosis am Morgen ergänzen.

Da kannst du fast eher froh sein , dass du ohne Probleme Dosis und Präparat wechseln kannst . So hast du die Chance auf Dauer das passende zu finden. Sie kann ja auch nur auf das reagieren was du ausprobierst und dann berichtest.

So einige haben noch Ärzte , die den Unterschied bei den verschiedenen Präperaten und Generika nicht ernst nehmen.

Eine Möglichkeit wäre auch sich zunächst mit unretardiertem MPH über den Tag einzudosieren und dann zu versuchen darauf ein retardiertes Präparat zu finden.

Ich bin froh darüber, versteh mich bitte nicht falsch. Hätte mir nur gewünscht, dass sie mich beim Wechsel wieder bei 10mg hätte eindosieren lassen. Es lief aber so ab, dass sie mir sagte ich hätte keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten und ich könnte direkt mit 20mg starten, weil es wahrscheinlich ihrem aktuellen Wissensstand entspricht :see_no_evil_monkey: Dank euch bin ich jetzt zumindest wieder schlauer geworden.

Unretadiertes MPH ziehe ich auch in Erwägung, verstehe nur nicht warum das für Erwachsene nur off-label verschrieben werden kann. Ich werde das nächstes Mal ansprechen.

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