Unsicherheiten zur bevorstehenden Diagnostik

Hallo liebes Forum,

ich habe in etwas mehr als einer Woche meinen ersten Termin zur ADHS-Diagnostik und drehe zunehmend aus sowohl Angst als auch Vorfreude (vllt. nicht das richtige Wort) durch.

Das ganze ist schon länger ein Thema bei mir und über die letzten Jahre hat sich mein Leidensdruck im Studium immer weiter verschärft; ich es aber immer wieder aufgeschoben mir die Mühe zu machen, einen Termin zu suchen, weil ich mir während jedem ‚Hyperfokus‘ aufs Studium und einzelne Themenbereiche, die mich sehr interessiert haben, eingeredet habe, ich hätte ja keine Probleme und es würde mit genügend Motivation und Disziplin klappen. Hat es natürlich nicht und über die letzten 6 Semester haben sich immer mehr Schwierigkeiten angehäuft, da ich wirklich – wenn es besonderes Interesse war, habe ich ihn mir selbst geschaffen, indem ich mir immer mehr und mehr vorgenommen hab, ‚weil es ja so gut klappt und ich mir gar nicht vorstellen kann, wie es anders sein könnte‘ – nur unter Stress funktioniert habe, wenn mein Körper sich anfühlt als würde er unter Strom stehen. Jetzt habe ich mich vor zwei Monaten dann endlich gekümmert, hatte vor 11 Tagen mein Erstgespräch bei der Therapiestelle, die auch Diagnostik macht, und musste dann schnell realisieren, dass es dieses Jahr nichts mehr wird. Danach bin ich natürlich zusammengebrochen, weil ich über das letzte halbe Jahr bemerkt habe, dass ich mein Studium wirklich nicht packe, obwohl Regelstudienzeit schon lange aus dem Fenster ist. Über die letzten drei Jahre hatte ich mich dumm und dämlich gearbeitet, um mit viel größerem Arbeitsaufwand weniger zu schaffen als die meisten meiner Kommilitonen in der Hälfte der Zeit.

Ich konnte/kann nicht mehr so lange warten und bin dann total in ein Loch gefallen und habe ewig lange nach Diagnostik für Selbstzahler gesucht und natürlich das Thema ADHS auch bis jetzt nicht aus dem Kopf bekommen. Vor Ort gab es natürlich entweder nichts, oder nur Angebote für 850-1000 Euro, die absolut nicht in Frage kommen. Online hat das allermeiste nicht sehr seriös oder transparent gewirkt, schlussendlich habe ich dann doch zumindest eine vertrauenswürdig scheinende Praxis gefunden, bei der ich auch den Termin habe.

Da ich bis die Diagnostik durch ist das alles nicht aus dem Kopf bekomme brauche ich dringend Leute, die sich mit dem Thema auskennen und mit denen ich mich über alles austauschen kann, sonst platz ich (vor allem wegen meinen Unsicherheiten und Ängsten, ob ich nicht doch besser nicht zu der Praxis gehe oder meine Zeugnisse nicht genug Hinweise abgeben).

Könnt Ihr mir eure Meinung zu der Praxis geben und meinen Schulzeugnissen geben?

[I]
Die Praxis: https://www.neuronova-praxis.de
(Ich hatte sie auch angeschrieben, ob sie mir mehr Details zum Prozess und ihren Qualifikationen geben können sowie nach welchen Richtlinien das ganze abläuft, damit ich schon mit meinem Psychiater absprechen kann, ob er es anerkennen wird (kann ich erst am Mittwoch; er macht keine Diagnostik, hat sich aber schon bereiterklärt, die Behandlung zu übernehmen, falls ich eine Diagnose erhalten sollte). Frau Landbeck hat mich recht schnell geantwortet, ich poste mal einen Ausschnitt:

2. Ablauf der Diagnostik/Berufsbezeichnungen/Instrumente

Die Diagnostik erfolgt bei uns nach der S3-Leitlinie für ADHS. Ich begleite Sie als Psychologin durch den gesamten diagnostischen Prozess. Die Befundauswertung und Diagnosestellung erfolgt durch Herrn Dr. Hoek, Kinder- und Jugendarzt, der aufgrund seiner langjährigen Erfahrung sowie einschlägiger Weiterbildungen in Psychosomatik und ADHS über die entsprechende Diagnosekompetenz verfügt. Auf dem abschließenden Befund werden sowohl Herr Dr. Hoek als auch ich namentlich genannt.

Folgende Diagnostikinstrumente kommen bei uns zum Einsatz:

  • HASE (Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene), u. a. mit WURS-K, Selbstauskunftsbögen sowie Expertenrating über WRI (Wender-Reimherr-Interview) und Diagnostische Checkliste

  • KATE (Kölner ADHS-Fragebögen für Erwachsene)

  • CAARS (Conners-ADHS-Skalen) – für die Fremdbeurteilung

[II]
Meine Zeugnisse aus der Grundschule und Einschätzungsbögen von der 5. bis zur 9. Klasse:

  1. Klasse
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    [3][4]

  2. Klasse
    [5][6]
    [7][8]

  3. Klasse
    [9][10]
    [11][12]

  4. Klasse
    [13][14][15]

  5. Klasse
    [16][17]

  6. Klasse
    [18][19]

  7. Klasse
    [20][21]

  8. Klasse
    [22][23]

  9. Klasse
    [24][25]

Schon einmal vielen lieben Dank und sorry für den ewig langen Post :melting_face:



  1. ) ↩︎

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Mein Rat:

finde was dich runter zu fahren und sbzulenken.

Zu viel Sktion machen msg keiner. Mach doch sp lange online tests, hier im Forumsbereich gibt es einen kostenlos. Sowas gibt neutraler und ehrlicher Antworten was mit dir ist als es Menschen könnrn, dir doch nicht kennen und sicj hier den treat lesen.

Ich hab mich über 10 selbsttests hinterfragt mit meiner Therapeutin drüber gesprochen und bin dann zum Test.

Ich denke mal eine Tendenz oder Einschätzung ob sie eher ein Gutachten für oder gegen eine Adhs Diagnose schreiben wirst du wahrscheinlich am begitachtungstag bekommen, denn sie werden ein Gefühl und einen Grundtenor haben selbst wenn nich Auswertungen zu machen sind

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, M. Sc. Psychologie.

Vielleicht könnte es Probleme mit der Anerkennung der ADHS Diagnose bei deinem jetzigen behandelnden Psychiater geben, da ein Kinderarzt in der Regel, sofern ich das richtig verstehe, keine Erstdiagnose ADHS bei Erwachsenen stellen darf, ein Psychologe auch nicht.

Allgemein zeigt sich ADHS im Erwachsenen alter anders als bei Kindern. Ich denke es wäre gut wenn du das am Mittwoch erstmal mit deinem Psychiater besprichst ob die Diagnostik dort Sinnvoll wäre. :four_leaf_clover:

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Also im ADHS-Bingo hätte es zum Gewinnen, gegen den durchschnittlichen Schüler ohne ADHS, wohl gereicht. :joy:

Ja klar, das hatte ich auch vor. Den Termin in der Praxis kann ich auch für den Fall dann noch stornieren. Trotzdem noch einmal danke für die Erinnerung!

Sorry, aber ich stehe wegen dem Lach-Emoji ein wenig auf dem Schlauch :confused:

Wollte damit sagen, dass sehr viele Schlagwörter für ADHS, regelmäßig vorkommen.

Also die typischen Auffälligkeiten von Schülern mit ADHS.

Das sehe ich genauso. Wenn Du möchtest, dass die Diagnose verlässlich von Ämtern usw. anerkannt wird, solltest Du Dich lieber an eine/n Psychologischen Psychotherapeut:in oder (Fach-) arzt wenden.

Keine Ahnung ob er „darf“. Ich vermute, viele Kinderärzte sind bessere ADHS-Experten als ein großer Teil der Erwachsenenpsychiater.

Ah ja klar, ich dachte es wäre evtl. ironisch gemeint

Das eine hat mit dem anderen nichts zutun. Hilft halt nix wenn die Diagnose bei der weiterbehandlung nicht anerkannt wird und der behandelnde Psychiater dann sagt „Nö, nö reicht mir nicht.“ :person_shrugging:

Ich weiß halt nur nicht ob das mit der Erstdiagnose im Erwachsenenalter so stimmt, ich hab es nicht überprüft was Gpt in den S3 Leitlinien rausgelesen hat.

Ich habe gestern mit meinem Psychiater gesprochen und ihm alles wichtige (S3-Leitlinien; erfolgt über Videoanruf; kein Psychiater, sondern Kinderarzt mit entsprechenden Weiterbildungen und Diagnostikerfahrung bei sowohl Kindern als auch Erwachsenen) gesagt. Er meinte zumindest zu mir, er würde den Befund anerkennen und hat auch im Nebensatz irgendwie die Krankenkassen erwähnt (ich weiß nicht mehr genau, was er gesagt hat, aber es ging in die Richtung, dass er sich keine Sorgen mache).
Es kann natürlich auch genausogut sein, dass er dann einfach selbst die Diagnose stellt (er kennt mich ja auch schon länger als Patient) und den Befund als Grundlage dafür nimmt.

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In den S3-Leitlinien steht explizit „sollte“, was in der Terminologie als „Empfehlung“ (nicht einmal „starke Empfehlung“) klassifiziert wird. Die Antworten, die man von Chatbots erhält sind aber auch leider nicht konsistent, wenn man ihnen die Frage stellt. Einmal sagen sie ja, das andere Mal nein. :person_shrugging:

Dann ist das ähnlich wie bei den Medikationspausen, da steht auch „sollte“ und nicht „muss“, meine ich mich zu Erinnern.

Ich habe auf jeden Fall nächsten Dienstag dann mein Anamnesegespräch bei der Praxis und in vier Wochen meinen nächsten Termin beim Psychiater, bei dem wir Medikation usw. besprechen (ich weiß nicht, ob ich zu viel hineindeute, aber er ist sich dann anscheinend sicher, dass ich die Diagnose gestellt bekomme).

Ich werde euch dann hier weiter auf dem Laufenden halten. Man findet zu der Praxis ja noch keine Informationen auf dem Forum und hoffentlich wird es noch jemandem weiterhelfen.

Natürlich darf der Arzt die Diagnose stellen und sie ist wahrscheinlich nicht nur Psychologin, sondern wahrscheinlich auch Psychotherapeutin? Und zusätzlich sagt dein Psychiater, er erkennt das Gutachten an und damit wird er die Diagnose übernehmen und alles ist sicher. Da wird es keine Probleme geben.