Unterschied/ Umstellung von Lisdexamfetamin Lösung zu Hartkapseln

Hallo zusammen,

Ich habe mit 31 letztes Jahr im Dezember meine ADHS Diagnose bekommen. Ab Mitte Januar habe ich Lisdexamfetamin als Lösung verschrieben bekommen, um die Dosis zur Einstellung leichter titrieren zu können. Nebenwirkungen haben sich in Grenzen gehalten, und insgesamt war Motivation und Konzentration besser. Jetzt habe ich seit ein paar Tagen Hartkapseln, und habe gefühlt nur noch Nebenwirkungen und keine Besserung?

Zur Einstellung:

  • Ich habe mit 20mg Lösung angefangen, und zunächst alle 7 Tage 5mg mehr genommen, bis 40mg.
  • Woche 1 (20mg) war durchwachsen - der erste Tag war glaube ich eine Mischung aus Placebo und Euphorie, der Rest der Woche war nicht bemerkenswert, vor allem habe ich bemerkt, dass ich weniger gesnackt habe und weniger Heißhunger hatte - allerdings hatte ich zu normalen Mahlzeiten schon Hunger, also ich denke das war eher nicht nur Nebenwirkung mit Appetitverlust, sondern ein positiver Effekt von weniger Dopamin-Searching durch Snacken.
  • Woche 2 (25mg) Ich hatte meine Periode, war schlapp, müde, wieder mehr am snacken, sprich gefühlt keine Wirkung, aber das habe ich meiner Periode zugeschrieben.
  • In beiden Wochen: Nebenwirkungen hielten sich sonst in Grenzen, ich hatte keine besonderen Einschlafprobleme am Abend, aber wenn ich nachts durch meinen Partner geweckt wurde, hatte ich mehr Probleme wieder einzuschlafen.
    Ich habe dabei auf Kaffee verzichtet, aber schwarzen Tee getrunken. Und versucht morgens zumindest einen Proteinshake zu mir zu nehmen.
  • Woche 3 (30mg): Ich war krank, es war also schwer die Wirkung einzuschätzen. Was mir aufgefallen ist: An einem Tag, an dem ich krank geschrieben war, hatte ich Zeit tagsüber zu lesen. Normalerweise habe ich es oft, dass ich dann eine Weile lese, mir dann die Augen zufallen, ich kurz schlafe, irgendwann aufwache, weiterlese etc. Das passiert mehrmals hintereinander und am Ende habe ich Kopfschmerzen. Mediziert konnte ich einfach lange durchlesen, ohne in diesen Zyklus zu fallen. Als ich am nächsten Tag die Medis wegließ, um den Tag besser schlafen und ausruhen zu können, bin ich direkt wieder in diesen Zyklus gefallen.
  • Woche 4 (35mg): Habe mich sehr produktiv und funktionsfähig gefühlt, bin auf der Arbeit vorangekommen, habe privat freiwillig einen Anruf getätigt, etwas was ich sonst um alle Fälle versuche zu prokrastinieren etc.
  • Woche 5 (40mg): War nicht mehr so konsequent im Tagebuch Symptome festhalten. War schon fokussiert, aber auf die falschen Dinge (habe nach Feierabend jeden Tag an einem Karnevalskostüm genäht). Also es war definitiv Energie und Fokus da (schaffe sonst ohne Medis nicht nach Feierabend jeden Tag so viel zu machen), nur nicht sehr gut gelenkt. Habe mich auch mit weniger als 8 Std Schlaf nicht übermäßig müde gefühlt.
  • Woche 6 (30mg): Da ich in der 30mg Woche krank war, wollte ich diese Dosis nochmal ausprobieren. Der Effekt war weniger stark, ich hatte auch das Gefühl, dass ich am späten Nachmittag schneller Kopfschmerzen bekam, vor allem wenn ich vorher unter Leuten war.
  • Ich hatte dann den nächsten Termin bei meinem Psychiater, und er hat mir nun 40mg Elvanse HKP verschrieben, da ich keine Nebenwirkungen bei der Dosis hatte, aber einen spürbaren Effekt, ist er auf die Dosis gegangen.
  • Ich habe erst noch ein paar Tage die Lösung (40mg) genommen, da ich die nicht verschwenden wollte. Normale Wirkung, soweit ich das einschätzen kann, habe auf der Arbeit einiges geschafft, war nach Feierabend aber nicht übermäßig aktiv.
  • Seit Freitag nehme ich nun die Kapseln statt der Lösung. Am Freitagmorgen war ich noch joggen, hab mich da ziemlich fit gefühlt. Bis mittags war es danach auf der Arbeit auch okay. Danach habe ich gar nichts mehr geschafft, totaler Motivations und Konzentrationseinbruch, nur noch Doomscrolling und Müdigkeit. Ich dachte das liegt an der Tagesform, war vielleicht auch müde vom Joggen.
  • Am Samstag war ich dann allerdings morgens schon total erledigt, bin nicht richtig wach geworden, und nach der Kapsel war ich dann immer noch todmüde, aber konnte dann natürlich auch nicht mehr schlafen. Außerdem war ich richtig übelgelaunt. Habe dann den Großteil des Tages auf der Couch verbracht, anstatt wie dringend notwendig, aufzuräumen. Ich habe abends noch vllt 10 Minuten aufgeräumt - besser als manche Tage ohne Medikation, also dass ich überhaupt angefangen habe, aber der Effekt von “wenn man einmal anfängt geht es dann meistens doch” war überhaupt nicht da. Ich war dann trotzdem abends sehr erledigt und wieder recht früh im Bett. Außerdem hatte ich ab mittags/nachmittags ziemlich Kopfschmerzen (aber habe auch bei Bridgerton sehr geweint, das sorgt bei mir immer für Kopfweh im Nachgang)
  • Sonntag bin ich etwas besser aus dem Bett gekommen, aber war trotzdem generell eher müde und nicht sehr motiviert. Ich habe wieder geschafft ein paar wenige Dinge aufzuräumen, also Ergebnis war nicht 0, aber es hat alles sehr viel Mühe und Energie gekostet. War auch eher schusselig und durcheinander dabei, und war auch tollpatschig (nicht ungewöhnlich für mich wenn unmediziert). Dabei habe ich mich trotzdem unruhig gefühlt und meinen Herzschlag mehr gemerkt. Außerdem wieder leichte Kopfschmerzen, den meisten Tag über.
  • Heute (Montag) habe ich versucht die Kapsel in Wasser aufzulösen, vielleicht mag mein Körper einfach lieber eine Lösung als Pulver in einer Kapsel? Schwer zu sagen.
    Prinzipiell fühle ich mich müde. Der Vormittag auf der Arbeit war wegen externer Faktoren stressig, deswegen war Aktivierung am Vormittag nicht das Problem, der Nachmittag ist ein anderes Thema. Ich bin in einen kleinen Medikations-Research-Hyperfokus gefallen, aber ich fühle mich dabei nicht fit oder wach - meine Augen schmerzen, es ist ein bisschen wie durch einen Schleier gucken, Nackenschmerzen, leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit, und leichter Schwindel nach dem Aufstehen. Ich habe kurz nach dem Einnehmen der Medikation heute morgen gefrühstückt, ein großes Mittagessen gehabt, und später einen Nachtisch - der Blutzucker sollte nicht das Problem sein.

Das zu der sehr ausführlichen Hintergrundgeschichte.
Jetzt ist die Frage - warum ging es mir mit 40mg Lösung gut, aber mit 40mg Kapsel nicht? Der Wirkstoff und auch die Freisetzung sollten eigentlich identisch sein.
Und bin ich nun eher unter- oder überdosiert? Aus dem was ich gelesen habe, könnte es in beide Richtungen gehen, da die Symptome schwer zu unterscheiden sind.
Sollte ich die 40mg Kapseln erstmal so weiternehmen und sehen ob es sich einpendelt?

Hat sonst jemand Erfahrungen zu unterschiedlicher Wirkung zwischen Lösung und Kapseln?