Unverschämte Oberärztin

Hey!

Ich wollte euch mal meine Erfahrung mit einer unverschämten Oberärztin teilen.

Kurzfassung: ich nehme Elvanse 20 mg jetzt seit ein paar Monaten. Ich habe den Fehler gemacht, am Anfang Kaffee zu trinken und daraufhin habe ich Panikattacken entwickelt. Mein Arzt der jetzt leider nicht mehr da ist, hat mir Setralin 50 mg verschrieben. Mit der Kombi mit Elvanse keine Probleme mehr gehabt. Punkt.

Leider werde ich nach der Einnahme nach 2 Stunden sehr müde. Deswegen wollte ich die Dosis erhöhen und bin zu einer Vertretung gegangen. Weil ich habe ohnehin den Verdacht, dass es unterdosiert ist.

Sie warf mir Dinge an den Kopf, dass es total albern wäre, Setralin zu nehmen, damit ich Elvanse weiterhin nehmen kann. Ich würde impotent werden, meinen Körper kaputtmachen und ADHS ist ja sowieso nur eine Modeerkrankung. Ich habe ja 28 Jahre meines Lebens ohne Medikamente geschafft. Und das von einer OBERÄRZTIN! Ich wüsste ja nicht, was ich meinem Körper antue.

Ich habe noch genug 20 mg zuhause, sie hat mir jetzt 30 verschrieben. Ich bin extra hingegangen, damit ich nicht eigenständig erhöhen muss, wenn ich aber nach einer Woche merke, dass ich immer noch müde bin, werde ich dann doch bis zum nächsten Termin 40 mg nehmen.

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Da fällt mir immer wieder nur ein: „Ärzte sind auch nur Menschen auch wenn sie sich wie Katzen für Götter halten“

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Oh man, oh man …. Ab ins BullshitBingo damit.

Ärzte sollten nicht von oben herab belehren sondern uns für unser Geld , was sie erhalten vernünftig behandeln und das nicht nur körperlich sondern auch zwischenmenschlich.

Finde das so schlimm , dass dies immer wieder auch in psychischen Fachbereichen passiert . Wir sind auf der Ebene doch eh schon so verwundet .

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Hm. Einerseits ist die ärztliche Reaktion blöd, andererseits aber auch für mich nachvollziehbar. Zumindest so wie ich das lese. Mal abgesehen von der Aussage bei ADHS würde es sich um eine Mode-Erkrankung handeln.

Bis vor ein paar Monaten hattest du keine Medikamente genommen, oder?

Dann Elvanse, mit Kaffee. Und daraufhin hast du so starke Panikattacken entwickelt, dass dir ein weiteres Medikament verschrieben wurde, welches als klassische Nebenwirkung müde macht.

Als Reaktion darauf möchtest du nun die Elvanse- Dosis verdoppeln. Und weiter das Antidepressivum nehmen.

Warum, wenn die Panikattacken vom Kaffee kamen, nicht erst mal das Antidepressivum absetzen? So dass die medikamentös verursachte Müdigkeit weg ist.

Ich denke, Medikamente, ja, wenn notwendig und hilfreich. Aber je weniger desto besser.

Vielleicht denkt die behandelnde Ärztin ähnlich?

Und nach dem was ich so zu Sertralin im Netz lese: scheint ja so ein typisches Teufelszeug mit krassen Absetzsymptomen zu sein. Also je schneller du davon wieder weg kommst, desto besser. Meine ganz persönliche Meinung.

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Hallo,

das ist alles richtig, aber so differenziert war diese Ärztin ja leider nicht (Modediagnose, Impotenz).

Klar, ob das Antidepressivum dauerhaft gebraucht wird, ist fraglich. Und eine richtige Eindosierung des Elvanse hat auch nicht stattgefunden.

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Die Äußerungen der Ärztin mal beiseite geschoben.

Bei dem Cocktail wird die Ursachenforschung eventuell bissl schwierig, aber das aufzudröseln macht Spaß.

Es gibt (wie so oft) mehrere Möglichkeiten.

  • Elvanse 20mg lief wie lange bis Sertralin 50mg dazukam?

  • Seit wann Sertralin in Kombi mit Elvanse?

  • Wird beides morgens gleichzeitig eingenommen?

  • War es mit Elvanse gleich zu Beginn so, dass sich innerhalb von 2h ein starke Müdigkeit bereitgemacht hat, oder erst seit der Kombi mit Sertralin?

  • Gibts trotzdem noch Kaffee zur / um die Einnahme herum, oder kann man den als Übeltäter sicher ausschließen?

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Endlich mal jemand der zuerst ein paar Fragen stellt bevor er spontan auf Fragen antwortet.
Das hast Du Super :+1: gemacht Lieber @SneedleDeeDoo , und mich selbst hast Du dabei gleich mit erinnert, dass auch ich das viel öfters machen sollte bevor ich jemand spontan antworte.

Denn Lieber @Pascal , sicher verstehst Du es, dass es hier für Foren User/innen sehr wichtig ist, um so gut wie möglich auf Deine Fragen Antworten zu können, dass es natürlich von grossem Vorteil ist, wenn man als hilfbereiter User/in auf möglichst detaillierte Informationen des jeweiligen Fragesteller/in in einem Thema zurück greifen kann, heisst das natürlich wirklich enorm weiter hilft.:heart:

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Das ist alles richtig.

Aber ist auch jedem Klar das genau das hier der Job des Arztes ist;)

Wir sind das ganz schön gewöhnt diese Arbeit selbst zu machen. Eben weil Ärzte so mit uns umgehen.
Und da wir keine Fachmänner sind und auch viel rum probieren, kommt dann der Gott in weiß und weisst und auf unseren Platz zurück.

Das ist hier passiert.

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Was ist alles richtig?
Die Fragen, die ich oben gestellt habe, um Trends erkennen, Ursachen ausschließen und helfen zu können? :face_with_hand_over_mouth:

Zur Fachperson habe ich mich bewusst nicht geäußert.
Habse bloß beiseitegeschoben (ein oder zwei Wörter :adxs_noidea: → ab heute eins), weil die im Weg stand.

Hirnchen springt bei sowas eben lieber in den Forschungs- / Lösungs-Modus. Gleich zum Punkt - keine Zeit für Nebenkrams, den ich eh nicht ändern kann :saluting_face:

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Ich möchte ja das Setralin absetzen. Ich vermute, dass bei der Kombination mit Kaffee und Elvanse folgendes passiert ist: Mein Körper hat sich gemerkt, dass er Panik bekommen muss, sobald der Puls was hochgeht. Ich hatte nämlich auch noch Panikattacken, als ich Elvanse kurzfristig nicht genommen habe. Sei es bei Achterbahnfahren, dampfen, etc. Dinge, die ich sonst täglich genommen habe. Seitdem ich Setralin nehme, hatte ich keine einzige Panikattacke mehr.

Hey, ich Brösel dir (uns) das sehr gerne auf! Ich zerbrösel mir da schon so lange den Kopf drüber.

1: Es war umgekehrt: Ich habe wochenlang kein Elvanse mehr genommen, weil ich es unter Absprache des Arztes erstmal abgesetzt habe. Er war der Meinung, dass ich wegen dem Kaffee eine Panikstörung entwickelt habe. Ich sollte 5 Tage Setralin nehmen und dann mit Elvanse weitermachen. Ich habe was länger gewartet, 3 Wochen weil ich mich dann sicher fühlte

2: Elvanse 20 mg und Setralin Einnahme gleichzeitig seit zwei Wochen.

2:

Sorry, habe ausversehen schon auf senden gedrückt.

3: Beides gleichzeitig.

4: Das war von Anfang an so. Erinnere mich, dass ich in der allerersten Woche mit Elvanse so müde war, dass ich Samstags nach der Arbeit um 4 bereits schlafen gegangen bin. Das habe ich vorher noch nie gemacht.

5: Kaffee gibt es nicht mehr. Ich habe als ich das Setralin alleine genommen habe, wieder ein paar Tassen zwischendurch getrunken und diesen wieder vertragen. Seitdem Elvanse dazukam, habe ich aber darauf verzichtet. Ich vertrage wieder das dampfen, sportliche Aktivitäten etc.

Ich wollte noch erwähnen, dass dieselbe Ärztin mir damals nach dem Vorfall mit dem Kaffee auch Medikinet verschrieben hat. Das hat alles verschlimmert.

Ich habe gestern das erste Mal 30 mg genommen und diese gut vertragen. Ich war nicht mehr so müde.

Richtig! Eine vernünftige Eindosierung hat nie stattgefunden! Eher im Gegenteil: es wurde gesprungen. Nach den Panikattacken Medikinet, es wurde schlimmer. Dann 2 Dosen 20 mg Elvanse am Tag, das ging, undjetzt bei 30. dieses wöchentliche steigern wie es man normalerweise tut, fand nie statt.

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Puh, was für ein wilder Verlauf :adxs_crazy:

Dann bist du jetzt mit der regulären Einstiegsdosis für Erwachsene mit einmal morgens 30mg immerhin auf einem vernünftigen Kurs. Nach 1-2 Wochen Gewöhnung kann man es genauer sagen.

Die 30mg scheinen zumindest in die richtige Richtung zu gehen :adxs_daumen:

Wenn das Sertralin dann später runtergefahren wird und dabei Absetzerscheinungen auftreten sollten, kann man die entsprechend zuordnen.

Hab das auch eine Weile gleichzeitig mit Elvanse genommen. Dann wurde testweise von Sertralin 50mg auf Escitalopram 5mg umgestellt, was als nebenwirkungsärmer gilt und ebenso gut funktionierte.

Seit knapp 1,5 Wochen schleiche ich es aus, also wieder nur Elvanse. Bisher alles tutti - keine Probleme :crossed_fingers:t2:

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Ich habe leider auch schon einiges erlebt von Neurologen. Aber man muss schon sagen, dass eine “vernünftige” Eingewöhnung mit aufkommenden Panikattacken und anschließender Gabe eines ADs ziemlich schwierig wird.

Hätte es da nicht was gegeben was du akut bei einer Panikattacke nehmen kannst anstatt ein Spiegelmedikament?

Da wird glaube ich jeder Neurologe vorsichtig.

In der Eingewöhnung sollte idealerweise kein anderes Mittel genommen werden wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.

Dennoch denke ich persönlich dass es letztendlich unser Bier ist was wir uns einwerfen. Aus Vorsicht lieber nichts einzuwerfen kann genauso “gefährlich” sein.

Ich kenne genug Menschen die skeptisch gegenüber Psychopharmaka sind und deswegen lieber jahrelang leiden. Dass man wirklich bleibende Schäden von einem Arzneimittel oder einer Kombination bekommt halte ich nicht für realistisch sofern nicht in der gelben Liste davor gewarnt wird und man innerhalb der Vorgaben bleibt.

Also mich persönlich nerven Ärzte, die all zu vorsichtig sind. Leider bin ich da schon wieder bei einem gelandet.

Wenn der hört dass man Nebenwirkungen von Elvanse hat die man durch ein anderes Medikament ausgleichen will dann blockiert er völlig. Er sagt, dann hat man halt Pech gehabt.

Ich verschweige ihm deswegen eigentlich alles da ich ohne Elvanse nicht mehr möchte und ertrage dann halt die Nebenwirkungen. Das positive überwiegt für mich.

Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass man ein Gespür für die Ärzte entwickeln muss und zum Teil sehr taktisch vorgehen muss, insbesondere bei Ärzten die nicht so auf dem Stand der Forschung sind.

Die Ärzte haben sich jahrelang den Ar#### aufgerissen und wirklich gekämpft um diesen Job machen zu können, da wollen die sich nicht von uns Hobby-Medizinern was sagen lassen. Auch wenn wir zum Teil, wie schon gesagt wurde, aus der Not heraus zu Experten werden.

Also überlege halt gut ob du bei der Ärztin bleiben willst und wenn ja wie du am ehesten kriegst was du denkst zu brauchen.

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