Venlafaxin absetzen - Erfahrungsbericht (Achtung, sehr lang!)

Da das Antidepressivum Venlafaxin/Efectin immer wieder auch zur Behandlung von AD(H)S verschrieben wird (auch bei mir), möchte ich mal meine (Vorsicht, laange!) Bilanz ziehen nach dem 5., letztendlich (hoffentlich) erfolgreichen Absetzversuch, einfach, weil ich anderen die Hölle ersparen möchte, durch die ich jahrelang gegangen bin.

Ich schicke voraus: Bevor ihr Venlafaxin nehmt, seid euch dessen bewusst, dass ihr das so einfach nicht wieder loswerdet! Viele gehen beim Absetzen echt durch die Hölle und vor allem nach längerer Einnahme ist das ein Prozess, der sich über Jahre ziehen kann! Darauf weisen die Fachärzte beim Verschreiben viel zu selten hin. Ich persönlich warne ausdrücklich vor dem Medikament und bin immer noch wütend, dass es so leichtfertig verschrieben wird und man beim Absetzen derart im Regen stehen gelassen wird.

Ich bekam es vor ca. 20 Jahren(!) nach einer persönlichen Krise mit Verdacht auf ADS verschrieben. Hat auch lange Zeit gut gewirkt, allerdings bemerkte ich, wie abhängig ich davon war. Hatte ich am Wochenende mal kein Medikament daheim, weil z. B. Rezept einlösen vergessen (hey, ich bin ADSlerin…), litt ich wie ein Hund unter den Absetzerscheinungen. Ich kam mir streckenweise vor wie ein Junkie.

Etwa vor 8 Jahren meinte ich dann, Venla in einem Ruck absetzen zu müssen - bitte nicht nachmachen, das kann lebensgefährlich sein! Ich hatte nach 2 Tagen einen cold turkey, den ich meinen Feinden nicht wünsche, mit Brain zaps, so eine Art Stromschläge im Gehirn bei jeder Bewegung, Übelkeit bis zum Erbrechen, zeitweise stand ich vollkommen neben mir, nach zwei Tagen brach ich die Aktion vollkommen erschöpft ab.

Also nochmal, aber langsamer und mit ärztlicher Begleitung. Die Empfehlung des Arztes war Ausschleichen mit Reduktion im Zeitraum von jeweils 3 Wochen von 150 mg auf 75, dann auf 37,5 dann 0, also die in den Leitfäden empfohlene Ausschleichmethode. Gleich vorweg: hat nicht funktioniert. Beim Schritt von 37,5 auf 0 war Schluss, gleich am ersten Tag ohne Venla war mir kotzübel mit den gewohnten, echt fiesen Absetzerscheinungen.

Vor dem dritten Versuch las ich mich auf diversen Foren gründlich ein. Ich nahm mir ein Jahr Zeit und reduzierte mit der Kügelchenmethode langsam von 75 bis auf 10 mg. Ich öffnete also die Kapsel, zählte jeden Tag geduldig die Kügelchen darin und reduzierte alle 6 Wochen in gaanz kleinen Schritten. Ich dachte beim letzten Schritt von 7 mg auf 0 bereits, ich hätte es geschafft. Wenig Brain zaps, Übelkeit hielt sich in Grenzen und emotional halbwegs im Lot. Das hielt auch ca. 2 Wochen an, dann kam die Phase der Gliederschmerzen. Ich wachte eines Tages mit einem grippeartigen Ziehen in den Gelenken auf und fühlte mich wie eine 80jährige Frau. Jede Bewegung schmerzte in allen Gelenken. Emotional fühlte ich mich elend und verzweifelt. Das zog sich über mehrere Wochen. Ich brachte das zunächst gar nicht in Verbindung mit dem Absetzen, bis ich auf einen Artikel stieß, der genau diese Symptome beschrieb. Meine damalige Ärztin tat das recht schnell ab und gab mir das Gefühl, ich bilde mir das alles ein. Sie diagnostizierte einen”Rückfall” und dosierte mich gleich wieder auf 75 mg ein, ich gab mich geschlagen. Als ich den Begriff ”Entzugserscheinungen “ erwähnte, wies sie mich vollkommen entrüstet zurecht, dass es bei Antidepressiva keinen Entzug gebe. Na, sie musste es ja wissen…

Vor 4 Jahren bekam ich dann bei einem anderen Arzt nach ausführlicher Testung auch endlich meine ADS-Diagnose und mir wurde Atomoxetin (Atofab) verschrieben, gemeinsam mit Venla. Ging eine Weile ganz gut, allerdings machte mich das immer aggressiver und unrunder - eine der Nebenwirkungen von Atofab, wie ich später las.

Meinen vierten Versuch, Venla abzusetzen, wieder mit der Kügelchenmethode, brach ich deswegen bei 37,5 mg ab, immerhin musste ich in meinem Beruf funktionieren.

Letztes Jahr wechselte ich von Atofab mit Umwegen über Ritalin und Medikinet zu Elvanse, 50 mg. Mit Hilfe dieses wirklich segensreichen Medikaments und meiner sehr verständnisvollen neuen Ärztin habe ich es jetzt auf 0 geschafft. Elvanse, so habe ich den Eindruck, mildert - zumindest bei mir - die Absetzerscheinungen erheblich ab, vor allem die Gliederschmerzen lassen sich wesentlich besser aushalten. Seit 3 Wochen Venlafaxin-frei, die Gliederschmerzen am Morgen werden immer weniger und sind weg, sobald ich Elvanse eingenommen habe, keine (!) Brain zaps, keine Übelkeit, emotional zu Beginn eine Achterbahnfahrt, nach einmaliger Wiedereindosierung von Venla auf 7 mg aushaltbar und seitdem ganz ohne Venla wieder in meiner Mitte.

Halleluja! Ich feiere das Ende meiner 20jährigen Geschichte mit Venlafaxin/Efectin nach dem 5. Absetzversuch und kann gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin!

Mein dringender Rat als Betroffene an alle, bei denen eine Verschreibung von Venlafaxin/Efectin/Trevilor im Raum steht: Bitte überlegt euch das dreimal, bevor ihr euch drauf einlässt! Löchert euren Facharzt und holt euch eine Zweitmeinung ein! Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, wählt diese!

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Ich hab ein Jahr gebraucht bis ich das durch hatte. Ich hatte auch Venlafaxin genommen. Und das weniger als ein Jahr.

Ich hab die Kapseln geöffnet und die Kügelchen einzeln rausgenommen. Also sehr langsam ausgeschlichen und dennoch starke Beschwerden gehabt. Ich war zu der Zeit zum Glück arbeitslos.
Ich sitze lieber heulend den ganzen tag in der Bude oder weise mich ein als das nochmal mitmachen zu müssen.

Die Brainzapps sind auch eklig lange geblieben. Ich konnte dadurch auch kein Autofahren etc.
Und auch diese Übelkeit, Kopfschmerzen, ständige Grippegefühl, Gliederschmerzen und ewig müde. Ich hab gefühlt ein Jahr im Bett gelegen.

Citalopram war dagegen ein Kinderspiel.

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@babaluna11

Vielen Dank für den sehr ausführlichen Erfahrungsbericht.

Wenn ich recht verstehe, hast du den ersten Versuch, das Medikament abzusetzen nach 12 Jahren gemacht?

Ich habe mit Venlafaxin nur sehr kurz experimentiert, es wegen irre starkem Schwitzen schon bei 37,5mg schon nach recht kurzer Zeit wieder verworfen. Die berühmten Brain Zaps hatte ich beim Absetzen auch schon nach der kurzen Zeit.

Glückwunsch jedenfalls, dass du es endlich wieder los bist! :slight_smile:

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Von dieser Kügelchenmethode (vermutlich diese alle 4 Wochen 10% Regel was gerne verbreitet wird?) ist absolut abzuraten, die stammt ursprünglich aus dem ADFD Forum auf dem absolut wissenschaftlicher Nonsens verbreitet wird und die Entzugsmethode von jahrelanger, schwerer Benzodiazepin-Abhängigkeit auf Antidepressiva übertragen wird.

Das macht neurobiologisch aber absolut keinen Sinn, da Antidepressiva nicht abhängig machen und daher auch kein Entzug entsteht. Bei Antidepressiva baut der Körper Rezeptoren ab, bei abhängig machenden Wirkstoffen entstehen Neue. Das macht einen absoluten Unterschied was im Körper vor sich geht, wenn man die jeweilige Substanz weglässt.

Ein Laie (bin selbst kein Fachmann) setzt aber für Beides das Wort Entzug ein, während Ärzte von Absetzerscheinungen bei ADs reden. Deswegen wird ein Entzug auch immer abgestritten, Absetzerscheinungen nicht.

Bei der Kügelchenmethode macht man nichts Anderes, als sich in einen Dauerzustand mit schwachen Absetzerscheinungen zu bringen. Dabei macht es mehr Sinn, so wie vom Arzt verordnet runterzudosieren und somit einen schnelleren wenn auch härteren Weg zu gehen.

Vom Körper gesehen gibt es bei Antidepressiva keine Gefahr, dass etwas lebensgefährliches passieren könnte (es ist da eher die Psyche, wenn die Depression zu stark wird bis sich das Gehirn wieder umgestellt hat, die suizidale Gedanken auslösen kann…meist werden Antidepressiva auch zu früh abgesetzt obwohl die Depression nicht vorbei ist) weswegen man da einen schnellen Weg gehen kann, bei Möglichkeit am Besten stationär.

Bei Benzodiazepinen hingegen herrscht ein Risiko von Krampfanfällen die ansich tödlich enden können oder man sich beim Krampfanfall tödlich verletzt. Man kann da zwar mit Antiepileptika gegenlenken, trotzdem bleibt ein Risiko weswegen dort unbedingt langsam entzogen werden muss, sollte man den Entzug ambulant machen. Es empfiehlt sich auch auf Grund des Suchtdrucks und Rückfallrisikos ihn immer langsam zu machen. Das Risiko hat man bei ADs nicht. (Nein, den Druck ADs wieder zu nehmen weil die Absetzerscheinungen zu arg sind ist kein Suchtdruck und somit auch kein Rückfall im medizinischen Sinne).

Stationär kann man Benzos auf Grund der stetigen Verfügbarkeit von medizinischer Versorgung auch schneller entziehen, wird aber meist eher aus Kostengründen gemacht. Ein Benzoentzug kann je nach Dauer und Dosis Monate bis Jahre gehen, das wäre absolut nicht finanzierbar und die Kapazität wäre dafür gar nicht vorhanden.

Ich hoffe das erklärt für einen Laien verständlich, wieso die Ärzte das bei ADs so machen und das auch vollkommen in Ordnung so ist. Was das Absetzen deutlich vereinfacht, aber in Deutschland kaum bekannt ist, ist die Efexor-Prozac-Bridge.

Dabei nimmt man 2 Wochen lang zusätzlich zu Venlafaxin Fluoxetin ein und setzt dann das Venlafaxin ab (manche setzen es auch direkt ab, um das Risiko eines Serotonin-Syndroms zu vermeiden). Daraufhin wird dann das Fluoxetin langsam abgesetzt. Fluoxetin baut sich extrem langsam im Körper ab (Halbwertszeit 4-6 Tage) und somit hat der Körper deutlich mehr Zeit sich umzugewöhnen als es bei Venlafaxin der Fall ist. Das verringert die Absetzerscheinung um Einiges und macht es wesentlich erträglicher.

Kamen die Absetzerscheinungen sofort oder erst nach ein paar Wochen ?

Und kamen deine Depressionen wieder ?

Unterschiedlich. Als ich noch hochdosiert war, brauchte es gerade mal einen Tag ohne Medikament und ich hatte die ärgsten Brainzaps. Gegen Ende des Absetzens, als ich zuletzt gerade mal 7 mg nahm, hielt ich eine Abstinenz für mehrere Tage durch und dachte bereits, ich wäre durch. Es verging etwas mehr als eine Woche, dann schmerzten wieder alle Gelenke. Mit Elvanse wurde das wieder besser.

Ich habe am 19.12.25 quasi meine letzte Dosis genommen (abgesehen von einer einmaligen Wiedereindosierung von 7 mg als “Notfallprogramm” wegen Gliederschmerzen und Brainzaps). Ich habe bemerkt, dass die Gliederschmerzen immer wieder in Wellen unterschiedlicher Intensität kommen, aber die Schmerzen werden kontinuierlich weniger.

Crazy, wie unterschiedlich die Absetzphänomene sind.

Ich bin circa im November von 150mg Venlafaxin auf 75mg runtergegangen. Ich wurde definitiv erstmal unruhiger und habe das ganze mit Pregabalin abegefangen. Ansonsten könnte ich nur Grippeartige Symptome dem absetzen zu ordnen, aber selbst da bin ich mir unsicher. Richtige Brainzaps hatte ich, als ich mal zwei Tage bewusst, dass Venlafaxin weggelassen habe.

Herzlichen Dank!

Kleines Update nach ca. 3 Wochen Abstinenz von Venlafaxin: Es geht mir derzeit mies. Praktisch aus dem Nichts hat mich eine Welle körperlicher und vor allem psychischer Entzugserscheinungen überfallen, die echt die Hölle ist. Zwar keine Brainzaps mehr, aber permanent Gliederschmerzen, massive Einschlafstörung - ich bin oft bis 03:00 Uhr hellwach -, vor allem morgens und gegen Abend (Rebound Elvanse?) Stimmungstiefs, die echt unerträglich sind. Ich habe bei ChatGpt nachgefragt, das meint, diese Symptome liegen vollkommen im “Plan” und werden in dieser Phase häufig beschrieben.

Wichtig: ChatGpt empfiehlt dringend, in dieser Phase ca. 14 Tage auf Elvanse zu verzichten. Man hat zwar mit Elvanse subjektiv den Eindruck, tagsüber etwas besser zu funktionieren und die Symptome abgemildert zu erleben, der Schlafrhythmus droht aber vollkommen wegzukippen und reguliert sich nur schwer wieder ein.

Es wird in dieser Zeit empfohlen, begleitend Omega 3, Magnesium(Gliederschmerzen!) Vitamin B und pflanzliche Mittel wie Baldrian, Hopfen oder Passionsblume zum Beruhigen einzunehmen. Melatonin nur in niedriger Dosierung hilft auch beim Einschlafen.

Sorry, aber das klingt, als wärst du Pharmareferent - bist du natürlich nicht, aber ich habe nicht das Gefühl, als hättest du jemals versucht, Venlafaxin oder ein anderes AD auszuschleichen. Ich habe alle Methoden ziemlich durch, vom empfohlenen “harten” Absetzen, wie ihn die Fachärzte und du empfehlen über die wirklich harte Methode des abrupten Aussetzens (kann ich wirklich niemandem empfehlen, und, ja, das kann gefährlich sein) bis eben zur Kügelchenmethode. Ich kann mich also mit gutem Grund als “Expertin” aufgrund eigener Erfahrung bezeichnen.

Mittlerweile orientieren sich auch die Fachärzte an der Kügelchenmethode, weil gerade bei langjähriger Einnahme diese Ausschleichmethode eben die sanftere und auch die nachhaltigere ist.

Und, klar, Ärzte, die das Medikament anwenden möchten(sicher aus gutem Grund, die Symptome akuter Depressionen lassen sich damit gut behandeln), werden ihre Patienten nicht mit “Entzugserscheinungen” verschrecken wollen.

Letztendlich kann ich aus meiner Erfahrung nur berichten, dass ich über alle bereits getätigten Versuche das Absetzen immer als Entzug erlebt habe, und zwar einen, den ich niemandem wünschen würde, vor allem dann, wenn die Schritte des Ausschleichens zu groß waren. Speziell ab einer Dosis von 37,5 mg gewinnt man echt an Boden, wenn man möglichst kleine Schritte macht. Wenn Fachärzte meinen, man kann locker von 37,5 mg auf 0 reduzieren, vor allem nach langjähriger Einnahme, halte ich das für grobe Fahrlässigkeit. Das funktioniert nicht und das wird immer wieder von Patienten berichtet.

Ich muss damit leben, dass mich die Wellen an Entzugssymptomen auch noch Wochen und Monate nach der endgültigen Abstinenz noch überrollen, aber sie sind aushaltbar. Ohne die Kügelchenmethode hätte ich das nicht geschafft, da wäre ich längst wieder gut eindosiert und müsste wieder bei Null anfangen. Diesen Kreislauf habe ich über Jahre immer wieder durchgemacht, da bin ich schon durch.

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Traurig halt nur das solche Medikamente eben nicht nur selten in begründeten Einzelfällen sondern der großen Bandbreite verschrieben werden und viele Menschen in solch grausame Würgegriffe mit Absetzen nehmen - und diese Personen trauen mit gutem Recht bei keinem Antidepressiva dem Arzt nochmal

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Yep, und da gibt es ja noch ganz andere Hämmer. Ich bin ja Psychologin (mittlerweile in Rente) und habe immer wieder gesehen, wie Menschen, die AD wie etwa Duloxetin oder Seroquel nehmen, sich gewichtsmäßig binnen weniger Wochen verdoppeln. Wirkt sich natürlich nicht gerade förderlich auf das psychische Wohlbefinden aus. Diese Nebenwirkungen werden selten von den Fachärzten mitgeteilt. Wenn das Medikament nicht hilft, wird man, vor allem, wenn man stationär ist, schnell zum Versuchskaninchen, da wird wie wild gewechselt, aufdosiert, herunterdosiert…, bis das Nervensystem endgültig verwirrt ist. So habe ich das vielfach von den Klienten erzählt bekommen. Hängt damit zusammen, dass vor allem die Kassenärzte keine Zeit mehr haben, ihren Patienten zuzuhören.

Aber es heißt auch oft, daß Antidepressiva nicht dick machen und das ganze nur Disziplin wäre was so definitiv nicht stimmt, denn sie greifen fast immer aktiv in den Stoffwechsel aber oft wird auch die Impulskontrolle beim Hunger/ Essensdrang völlig ausgehebelt.

Teils ist das auch mehr wie deutlich bekannt wo mein Lieblingsbeispiel Mirtazapin ist, was in der Tiermedizin als Appetitstimulanz gezielt eingesetzt wird.

Ich vergesse nie den Tierarzt:’ Erschrecken Sie nicht das ich Ihnen für ihre Katze ein Antidepressivum mitgebe, in der Tiermedizin nutzen wir gerne Medikamente aus der Humanmedizin die für ihre stark appetitanregende Wirkung bekannt sind wo die Patienten nicht aufhören können zu essen, weil sie darüber völlig die Kontrolle verlieren’ und grinste dabei. So werden auch andere Medikamente mit stark sedierender oder auch „Mir ist alles Scheiß egal Wirkung“ verwendet um auch unkooperative Tiere so willenlos zu machen das sie plötzlich alles mit sich machen lassen bei vollem Bewußtsein.

So erschreckt mich auch der mittlerweile so breit und global Pregabalin für fast alles eingesetzt wird und eigentlich immer ordentlich Nebenwirkungen mit sich bringt…

Sie müssen es ja nicht selbst schlucken dann ist es gefühlt ihnen Wurst

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Hirsch babaluna, ich finde dein Post echt interessant! Ich bin auch ca 20 Jahre auf venlaflaxin und ich hasse es! Die Wirkung ist seit vielen Jahren nicht mehr vorhanden und ich versuche im Arbeitsleben zu überleben. Absetzversuche waren viele da, aber nichts hat geklappt! Ich bin so froh, dass du das mit den Kügelchen zählen erwähnst.

Ich bin echt eine starke Person, aber keine Chance es die Absetzsymptome. Es macht mich so wütend dass Ärzte das so leichtfertig verschreiben, bevor anderes ausprobiert wird.

Ein Psychiater ist letzte Woche darauf gekommen, dass “meine Drehzahl so ziemlich hoch” ist und habe Medikinet bekommen 10-10-0.

Das venlaflaxin sollte ich auf 75 mg reduzieren.

Nach einer Woche, keine depressiven Verstimmungen mehr, keine Ängste und die Erschöpfung im Kopf ist sooooo viel besser.

Einziger Nachteil, Nebel im Kopf.

Kann ich mir nicht leisten, bin in der Finanzbuchhaltung einer Bank…

Naja ich lese mich hier durch was ich ändern kann, anderes Adhs Medikament…das venlaflaxin soll ich mit der zeit ganz absetzen. Nächster Termin beim Psychiater in 5 Wochen….

Hi!

Das sind natürlich verschärfte Bedingungen, ich fühle mit dir! Ich konnte Venla letztendlich mit Elvanse 50 mg absetzen, zwar die beschriebenen Absetzsymptome, aber viel milder als bei meinen Versuchen ohne Elvanse. Ich bin jetzt seit dem 21.12. quasi “clean” (mit Ausnahme 2maliger Wiedereinnahme einer ganz geringen Menge). Ich habe keine Entzugssymptome mehr (halleluja!) und der brainfog ist dank Elvanse vollkommen vorbei. Es ist Anfang Februar, der Entzug dauerte also knappe 1,5 Monate - und es lohnt sich! Das erste Mal seit 20 Jahren fühle ich mich ohne Venla wieder pudelwohl, null Depressionen!

Vielleicht kannst du dir 2 Wochen freinehmen oder in den Krankenstand gehen? Wichtig: gehe es wirklich langsam an und wenn du dich nicht wohlfühlst, dosiere wieder ein - nicht zu viel, nur, damit du die Absetzerscheinungen wieder in den Griff bekommst.

Das Angenehme an Elvanse: Wenn ich mich mal nicht konzentrieren muss, kann ich es problemlos absetzen und bei Bedarf wieder eindosieren. Keine Absetzsymptome!

Wichtig zu wissen: Dir schlechten Phasen, die Depressionen und die Verzweiflung sind Absetzerscheinungen, kein Rückfall, lass Dir das von Deinem Facharzt nicht einreden! Nicht angenehm, aber es geht vorbei.

Ich drücke Dir fest die Daumen und wünsch dir viel Erfolg! Halte durch!

Was ist für dich ein “begründeter Einzelfall” und was “der großen Bandbreite”?

Ich kenne zu Venlafaxin keine Statistiken. Die Begründung ist da, sobald andere Medikamente keine Wirkung zeigten oder ihrerseits schlecht verträglich waren. Kein Arzt/Psychiater, bei dem ich bisher in Behandlung war, setzte Venlafaxin als Erstlinienbehandlung ein.

Eine unbehandelte Depression ist Nährboden für eine lange Latte anderer Erkrankungen, von erhöhtem Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko bis hin zu neurodegenerativen Krankheiten wie Demenz. Mit einer akuten Depression zu leben würde ich meinem schlimmsten Feind genausowenig wünschen wie die Thread-Erstellerin die Absetzerscheinungen ihrem. So hässlich Absetzerscheinungen sein mögen, wir wissen nicht, wie es denjenigen über zwei Jahrzehnte(!) ohne das Medikament gegangen wäre.

Die hier im Forum offenbar verbreitete Ansicht, dass Antidepressiva die “falschen” und Stimulanzien die “richtigen” Medikamente sind, ist gefährlich und widerspricht der gelebten Realität von Millionen und Abermillionen Patienten.

Begründeter Einzelfall wäre wenn alkes mildere und schonendere probiert wurde nicht hilft, es dem Patienten extrem schlecht geht der Arzt sehr deutlich und nachdrücklich über die Probleme beim Absetzen sehr deutlich aufklärt und dann der Patient einwilligt.

Meist wird ja einfach gesagt so dann probieren wir xy das hilft eigentlich gut schauen wir mal wie sie ansprechen…

Und das Vorgehen ist für mich unter aller Sau und normal

drücke ich 30% meiner Patienten oder gar 50% meiner Patienten direkt solche Medikamente mit solch Problemen beim Absetzen aufs Auge ist das ausnutzen des Vertrauens und kein begründeter Einzelfall mit sehr deutlicher Aufklärung über die Probleme beim Absetzen

Hochproblematisch wenn Menschen nicht wissen auf welche Probleme beim Absetzen von Medikamenten sie sich einlassen für mich schon Missbrauch, Pharmaverkäufer oder anderes. Ich finds problematisch

Der Patienten muß zu 200% Wissen welchen Flaschengeist er da entfesselt und dann nachher leiden muß um ihn los zu werden

Ich bin bei dir, dass ADs bei schweren Depressionen eine wichtige Voraussetzung sind, um überhaupt erst eine Therapie beginnen zu können. Venlafaxin/Efectin ist aber ein Sonderfall, weil die Absetzerscheinungen des Medikaments häufig und berüchtigt sind. Das ist nicht bei jedem AD so.

Ich kann als Psychologin aus meiner Praxis nur berichten, dass das Medikament standardmäßig auch als Erstmedikament verschrieben wird, meist ohne die Patienten über die Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen aufzuklären. Das AD wird oft über Jahre genommen, weil es ja ganz gut wirkt - und, weil man davon nur schwer wieder loskommt. Mit dem Absetzen werden die Patienten oft vollkommen alleingelassen.

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ich hatte es auch nur mit den Kügelchenmethode geschafft.
und ich hab echt ein Jahr gekämpft.

Sitze ich doch vor ein paar tagen im Auto und denk mir nur… „Schon wieder SSRI absetzen. Das 4 mal in meinem leben. Weil irgendwelche mich für Boderliner, Therapieresistent etc. hielten“
Und ich hab reihenweise absagen von den Therapeuten bekommen. Zu Komplex etc.

und ich habe einfach nur ADHS… Seit ich Medikinet nehme sind Escitalopram und Queitiapin raus.
Was ich in meiner Karriere schon alles gefressen habe. Opipramol, Citalopram, Escitalopram, Chlorprothixen, Promethazin, Venlafaxin, Bupropion, Pipamperon, Diazepam, Lorazepam, Zopiclon, Zolpidem… ich verwette meinen Hintern… ich werde Parkinson bekommen und wahrscheinlich knacke Dement werden. (Ich hoffe ich werde nicht so alt wie meine Vorfahrinnen…)

und was hab ich gebraucht? Medikinet! und bekommen habe ich 17 Jahre lang 12 andere Medikamente …

Von diesen ganzen Medikamenten musste ich auch immer wieder runter. Hatten starke Nebenwirkungen etc. und ja ich hab jedes Absetzen alleine durchgezogen. Der einzige Arzt der wirklich interessiert daran war wie es mir ging beim Absetzen waren die beiden Oberärzte in der Psychiatrie wo ich zuletzt war. Denen ich die Brainzaps sehr gut erklären konnte. Die saßen vor mir und haben mir zugehört weil ihnen sonst kein Pat. bisher so detailliert und bildlich erklären konnte. Und die beiden haben auch zugegeben das dass in der Ausbildung/ Studium kein Thema ist und man sich eben auf die Angaben der Hersteller verlässt. Die dazu eher mau sind. Was bedeutet schon ausschleichen?

Und jetzt: ADHS Diagnose, Behandlung gestartet, Lebensumstände angepasst. regelmäßige schichten, weg von diesen ungerechten, Narzissen… ich schleiche stück für Stück die ganzen anderen Sachen aus…Und mir geht es so gut wie schon viele Jahre nicht mehr. Das ich auch gar keinen Therapeuten brauche. Von sie sind so komplex und schwierig zu, ich brauche keinen Therapeuten.

Bei mir auf der Arbeit gibt es einen Drecksmedikament. Neostigmin. Ein Antagonist. Wird bei uns aber i.d.R. zur TOTALEN Peristaltik genutzt. Auf Höchstdosis.
Bedeutet wenn da einer mal 2 Tage nicht geka… hat. Egal das der schon 3 Wochen keine Nahrung mehr zu sich genommen hat, bekommen die das wegen v.a. Illeus… Du siehst in den Vitalparameter bei edierten pat. wie stark die Koliken sind.

Und jedes mal sag ich den Assistenzärzten. "Es sollte verpflichtet sein, der Arzt der Neostigmin auf 0,75mg die Stunde anordnet. Muß das einmal selber durchleben als Patient und einmal muß er es auch weg machen. Die machen das nie wieder einfach so weil der mal 2 Tage nicht auf dem Klo war. Ich finde das ist aktives Menschen quälen.
Während beim nächsten Pat. 10 Jahre Citalopram 20mg/ Tag, kalt abgesetzt wird und die sich wundern das der Pat. nach 3 Tagen im Delir des Todes ist.
Unter anderem deswegen habe ich diese Station verlassen. Ich hatte da einen Oberarzt der hat ständig das Regime des vorher noch gerufen Psychiaters binnen 12h wieder über den häufen geworfen wegen „Atemdepression“ bei SSRI und „Serotoninsyndrom“. ALLE bisher bekannten Serotoniesyndrome finden ausschließlich nur auf dieser Station satt, da die ja recht selten sind. Das hat auch garnichts damit zu tun das der Oberarzt nichts von Psychopharmaka hält und die deswegen auf nen kalten Entzug stellt… :wink: