Zuviel Trinken und zuwenig Essen sind egal ob mit oder ohne Medikamente leider immer ein Problem.
Mein Problem mit Aufmerksamkeit ist ja auch bisschen anders als bei NUR Adhslern:
Ich kann sie ja sehr wohl über Stunden auch ohne Medikamente halten (insofern ich ausreichend Motivation durch Interesse oder Stress habe), aber ich tue mich extrem schwer damit, meine Aufmerksamkeit dann auf irgendetwas anders zu lenken.
Meine interoception ist ASS bedingt extrem gestört, ich bekomme auch einfach viel zu oft dann weder mit, wenn ich Müde, hungrig, durstig oder sonstwas bin, was eben als Körpersignal wahrnehmbar sein sollte.
Ich glaube allerdings weniger daran, dass ausreichend trinken auf die Gedächtnisleistung wirklich eine massiv spürbare und objektiv messbare Wirkung hätte bei mir…
Es GAB durchaus Phasen, wo ich für einige Wochen mal ein gutes “Trinkregime” hatte…als ich ne neue Flasche mit 2L Fassungsvermögen gekauft habe und der “noveltyfaktor” dann half, mich ne Weile lang zu motivieren…
Aber da war auch keine verbesserte Gedächtnisleistung zuvermerken.
Zumindest für ca. 1 Jahr oder so, habe ich ja täglich sehr geflissenhaft ein Medikamententagebuch geführt.
Ein Zusatzfaktor bei meinem miesen Gedächtnis ist vielleicht noch meine “Aphantasie”: Mein Mangel mir Dinge bildlich vorstellen zu können, kann durchaus auch dazu beitragen, dass ich mir eben vor allem visuelle Dinge schlecht merken kann, da ich sie ja nicht “innerlich” wiederholen kann, so wie ich beispielsweise ein Gedicht auswendig lernen kann.
Ich habe glaube ich ca. 4-6 Monate Medikinet probiert.
Ich hatte damals noch keinen festen Psychiater und hab mich daher nicht getraut über 40 mg zu gehen und da war vor allem der Rebound bei mir eben so übel, dass ich das dann gerne gegen Elvanse getauscht habe, was ich von der generellen Wirkung her eben auch viel angenehmer und hilfreicher fand.
Ich HABE durchaus vor, nochmal zu wechseln, am liebsten wäre es mir tatsächlich, wenn ich einfach beides in Kombination probieren könnte, aber da macht meine Psychiaterin leider nicht mit.
Ich hab eben nur echt Sorgen, dass ich mir das einfach nicht leisten kann, weil ich ja jetzt mit Elvanse im grossen und ganzen SO viel besser funktioniere als vorher…bis halt aufs Gedächtnis.
Und ich kann mich da auch nicht wirklich dran erinnern, dass unter 40mg Medikinet die Gedächtnisleistung plötzlich phänomenal besser (Übersetzung: So wie bei “Normalen” Menschen eben) gewesen wäre.
Wenn du sagst, das hat bei dir genau das bewirkt, dann nehm ich das gerne als Motivation….
Wie gesagt,kann ja auch sein, dass einfach KEINS der Medikamente dieses Symptom dauerhaft verbessert.
Und generell hilft es ja vermutlich schon auch Leuten, die vor allem mit Unaufmerksamkeit kämpfen, entsprechende Informationen zumindest MITZUKRIEGEN, egal ob sie dann auch “abgespeichert” werden.
Aber bei mir is ja eben vor allem das “Aufmerksamkeit willentlich verschieben” das Problem, nicht dass zuwenig an Aufmerksamkeit/Fokus.
Das ist also bei mir vermutlich dann auch nicht die Ursache für das schlechte Gedächtnis…
Aber vielleicht auch doch.
Weil ich eben dann nicht lang genug meine Aufmerksamkeit auf der zu speichernden Information habe, weil 90% meines Gehirns immer noch mit der anderen Sache beschäftigt sind.
Und ich kämpf auch nach wie vor damit, dass “externe Speichern” von Informationen eben zu priorisieren.
Ich hab ja immer wieder mal den Verdacht, dass das Gedächtnis von eher neurotypischen Menschen eigentlich auch nicht besser ist, dass die auch genauso auf Kalender und Wecker und Notizbücher angewiesen sind.
Naja, vielleicht vergessen sie nicht nach 10 Sekunden, wo sie ihren Kaffee abgestellt haben und wenn sie das Zimmer verlassen, warum.
Aber zumindest haben sie eben kein Gehirn, dass sie davon abhält, sich wichtige Informationen aufzuschreiben, weil es genau dann dazwischengrätscht mit einem herzhaften “Das is jetzt nicht nötig, daran kannst du dich schon erinnern, jetzt zurück zum viel wichtigeren Eichhörnchen!”