Verbesserung der Gedächtnisleistung bei ADHS?

Ich meine ich hatte das schon mal im Kontext mit “Guanfacin” gefragt…
aber eins meiner HAUPT-Symptome vom ADHS ist ja meine extreme vergesslichkeit.
Die nicht nur die typischen das Zimmer wechseln und instantan vergessen, was man wollte beinhaltet, sondern auch SÄMTLICHE Termine, für die ich mir keine 5 Timer im Kalender setze, Namen, Geburtstage, Events und ob man zuerst das schwarze oder das rote Kabel abklemmt (oder generell JEGLICHE binären Entscheidungen, die man wissen sollte).

Und leider scheint da weder Medikinet, noch Elvanse, noch Atomoxetin irgendwas daran geändert zu haben.
Ich werd dadurch höchstens besser darin, mir eben entsprechend viele Wecker zu stellen und Notizen zu machen, aber das wars auch schon.

Ich hatte eben mal gelesen, dass vor allem Guanfacin nachgesagt wird, das Gedächtnis zu verbessern, aber das ist für erwachsene in Deutschland nicht für ADHS zugelassen afaik.

Gibt es noch irgendwelche anderen (seriösen) Medikamente, die spezifisch bei DIESEM Problem helfen sollen?
Also bitte kein tollen Ernährungstips oder Nahrungsergänzungsmittel, daran “glaub” ich nur bedingt…

Habt ihr gegensätzliche Erfahrungen mit Medikinet/Ritalin, Elvanse oder Atomoxetin gemacht, oder helfen diese Medikamente speziell für die Gedächtnisleistung bei euch auch gar nicht?

Freu mich über jegliches Input und wenn ichs nicht vergesse, schau ich hier auch bald wieder rein dann…:slight_smile:

Über Tipps freue ich mich auch!

Aber bei mir helfen tatsächlich 50mg Elvanse inzwischen auch ganz gut, manchmal fallen mir Dinge zwar auch eher später ein…aber immerhin erinnere ich mich…meistens :joy: es wurde aber deutlich besser mit Elvanse.

Voll anstrengend aber bestimmt gut für die Murmel, habe ich eine Zeitlang oft genutzt und unter Medi klappte es natürlich besser.

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Mal ne blöde Frage

Hattest du nur Medikinet als Methylfinidat Medikament versucht? Warst du mit der Wirkung grundsätzlich zu frieden kann Ritalin oder seine Generika schon eine andere Wirkung entfalten, doch das wirst du erst wissen, wenn du es ausprobiert hast.

War die Vergesslichkeit immer da?

Wenn nein ist ganz realistisch zu beläuchten wie es
a) in der Wirkung selbst war
a.1 Probleme bei den An- und Abflutphasen bei Medikinet (erst flutet ja sofort freisetzende Dosis später die verzögert freisetzende Dosis)

b) hattest du wirklich genug (gerne viel) getrunken, falls nicht kann auch diese Dehydration ganz eigene Phasen und Wirrzustände erzeuge (total verplant, ständig am suchen, jede Sekunde was neues verlegt und vieles mehr)

c) kann auch zu selten und zu wenig Essen zumindest in der Eindosierung erzeugen (alles was ich schreibe hab ich selbst durch und lange analysiert bis ich dann den „Fehler im System“ gefunden hatte)

Bist du in den Dosierungen auch mehrfach gewechselt bzw. hattest eine richtige Eindosierung,
sprich bei 5mg oder 10 mg angefangen und ggf. mehrfach gesteigert?

auch bei Elvanse, fängt aber erst bei 20mg an, wenn du da mit 20 mg bzw. 30 mg angefangen hadt kann es hilfreich sein bis zu 2 x mal um 10 mg zu steigern Bsp. von 20 auf 30mg und dann auf 40 mg, weil sich 40mg ganz anders anfühlen können wie 40mg ggf. auch auf 50mg oder 60mg.

Ich hatte heute nochmal mit meiner Psychiater mit 20 Jahren Erfahrung bei AdhS ein längeres Gespräch und sie hat bestätigt das man sowas alles sehr individuell ausprobieren muß und auch manchmal 5mg mehr oder weniger einen großen Unterschied machen kann wenn man an eine passable Wirkung sich genähert hat und 10mg ruhiger machen und 10mg weniger schlechter werden.

alles nie eine Garantie wohl aber den Versuch wert.

Alternativ würde auch ggf. sowas wie Ergotherapie mit speziellen Trainings etwas bewirken können, muß man aber versuchen das kann man so nicht sagen. Dazu sollte aber die Praxis auf Adhs bei Erwachsenen spezialisiert sein, sonst kann es sein das sie mit Adhs Symptomen nicht umgehen können

Zuviel Trinken und zuwenig Essen sind egal ob mit oder ohne Medikamente leider immer ein Problem.

Mein Problem mit Aufmerksamkeit ist ja auch bisschen anders als bei NUR Adhslern:
Ich kann sie ja sehr wohl über Stunden auch ohne Medikamente halten (insofern ich ausreichend Motivation durch Interesse oder Stress habe), aber ich tue mich extrem schwer damit, meine Aufmerksamkeit dann auf irgendetwas anders zu lenken.
Meine interoception ist ASS bedingt extrem gestört, ich bekomme auch einfach viel zu oft dann weder mit, wenn ich Müde, hungrig, durstig oder sonstwas bin, was eben als Körpersignal wahrnehmbar sein sollte.

Ich glaube allerdings weniger daran, dass ausreichend trinken auf die Gedächtnisleistung wirklich eine massiv spürbare und objektiv messbare Wirkung hätte bei mir…
Es GAB durchaus Phasen, wo ich für einige Wochen mal ein gutes “Trinkregime” hatte…als ich ne neue Flasche mit 2L Fassungsvermögen gekauft habe und der “noveltyfaktor” dann half, mich ne Weile lang zu motivieren…
Aber da war auch keine verbesserte Gedächtnisleistung zuvermerken.
Zumindest für ca. 1 Jahr oder so, habe ich ja täglich sehr geflissenhaft ein Medikamententagebuch geführt.

Ein Zusatzfaktor bei meinem miesen Gedächtnis ist vielleicht noch meine “Aphantasie”: Mein Mangel mir Dinge bildlich vorstellen zu können, kann durchaus auch dazu beitragen, dass ich mir eben vor allem visuelle Dinge schlecht merken kann, da ich sie ja nicht “innerlich” wiederholen kann, so wie ich beispielsweise ein Gedicht auswendig lernen kann.

Ich habe glaube ich ca. 4-6 Monate Medikinet probiert.
Ich hatte damals noch keinen festen Psychiater und hab mich daher nicht getraut über 40 mg zu gehen und da war vor allem der Rebound bei mir eben so übel, dass ich das dann gerne gegen Elvanse getauscht habe, was ich von der generellen Wirkung her eben auch viel angenehmer und hilfreicher fand.

Ich HABE durchaus vor, nochmal zu wechseln, am liebsten wäre es mir tatsächlich, wenn ich einfach beides in Kombination probieren könnte, aber da macht meine Psychiaterin leider nicht mit.

Ich hab eben nur echt Sorgen, dass ich mir das einfach nicht leisten kann, weil ich ja jetzt mit Elvanse im grossen und ganzen SO viel besser funktioniere als vorher…bis halt aufs Gedächtnis.
Und ich kann mich da auch nicht wirklich dran erinnern, dass unter 40mg Medikinet die Gedächtnisleistung plötzlich phänomenal besser (Übersetzung: So wie bei “Normalen” Menschen eben) gewesen wäre.

Wenn du sagst, das hat bei dir genau das bewirkt, dann nehm ich das gerne als Motivation….:slight_smile:

Wie gesagt,kann ja auch sein, dass einfach KEINS der Medikamente dieses Symptom dauerhaft verbessert.
Und generell hilft es ja vermutlich schon auch Leuten, die vor allem mit Unaufmerksamkeit kämpfen, entsprechende Informationen zumindest MITZUKRIEGEN, egal ob sie dann auch “abgespeichert” werden.

Aber bei mir is ja eben vor allem das “Aufmerksamkeit willentlich verschieben” das Problem, nicht dass zuwenig an Aufmerksamkeit/Fokus.
Das ist also bei mir vermutlich dann auch nicht die Ursache für das schlechte Gedächtnis…

Aber vielleicht auch doch.
Weil ich eben dann nicht lang genug meine Aufmerksamkeit auf der zu speichernden Information habe, weil 90% meines Gehirns immer noch mit der anderen Sache beschäftigt sind.
Und ich kämpf auch nach wie vor damit, dass “externe Speichern” von Informationen eben zu priorisieren.

Ich hab ja immer wieder mal den Verdacht, dass das Gedächtnis von eher neurotypischen Menschen eigentlich auch nicht besser ist, dass die auch genauso auf Kalender und Wecker und Notizbücher angewiesen sind.
Naja, vielleicht vergessen sie nicht nach 10 Sekunden, wo sie ihren Kaffee abgestellt haben und wenn sie das Zimmer verlassen, warum.

Aber zumindest haben sie eben kein Gehirn, dass sie davon abhält, sich wichtige Informationen aufzuschreiben, weil es genau dann dazwischengrätscht mit einem herzhaften “Das is jetzt nicht nötig, daran kannst du dich schon erinnern, jetzt zurück zum viel wichtigeren Eichhörnchen!”

Ich hab auch nochmal bisschen gesucht und keine Studie gefunden, wo wirklich explizit und deutlich nachweisbare Gedächtnisverbesserungen herauskamen bei irgendeinem der bekannten Medikamente.