Verdacht auf ADHS bei meiner 5 jährigen

Hey ihr Lieben,

Ich habe selbst ADHS und befürchte das meine Tochter das nun auch haben könnte und suche hier fundierte Meinungen ob ich Recht haben könnte.

Meine Tochter geht in die KiTa und hat eine blühende Fantasie. Oft lebt sie in Ihrer eigenen Welty sie bezieht einen aber auch gerne ein da muss man dann aber nach ihren Vorstellungen spielen sonst findet sie das nicht so gut.
Sie ist eigentlich Recht ruhig, eher verträumt und hat guten Kontakt zu anderen Kindern.

Soweit so normal…allerdings Stelle ich einige Brücken zu meiner Kindheit fest z.b. ist sie manchmal gar nicht ansprechbar man kann neben ihr stehen und ihren Namen rufen und sie reagiert nicht. Manchmal bricht mitten im Satz (egal ob man ihr was sagt oder sie sich mitteilen möchte) ihre Konzentration ab.
Manchmal ist es so als würde ihre Verbindung zu ihrem Körper abbrechen. Sie macht deshalb auch manchmal noch in die Hose, eher groß wir machen ein ganz intensives Training mit ihr und reden viel mit ihr. Wenn es passiert ist es ihr auch so peinlich das sie sich versteckt und das sie nix sagt obwohl wir ihr ganz deutlich sagen das wir nicht böse werden. Sie hat dennoch immer wieder Angst davor.
Sie macht sich andauernd selber Vorwürfe warum etwas nicht klappt und das sie sich mehr anstrengen will.
Was Gefühle angeht ist sehr stark. Sie weint manchmal wegen den kleinsten Sachen. Wenn wir sie ermahnen ist es am schlimmsten auch wenn wir uns bemühen sehr ruhig und sachlich zu bleiben. In ihrem Kopf ist es als würden wir sie anschreien.

Manchmal verstreut sie Sachen oder macht Sachen kaputt und wenn sie es bemerkt weint sie sehr Doll und sagt überzeugend das sie das nicht mitbekommen hat.

Sie weiß aber auch schon unglaublich viel, sie erzählt gerne über die die Zellen des Körper und über das Universum z.b. wie eine Sonne entsteht.

Sie lebt vegetarisch, fast vegan und das war mit 3 Jahren ihre eigene Entscheidung, weil sie ihre Freunde nicht essen will.

Also zusammengefasst sie ist seeehr mitfühlend und sensibel.

Sie ist oft verträumt und verliert deshalb die Connection zu ihrem Körper.

Sie ist öfters nicht ansprechbar und tut Dinge ohne es mitzubekommen.

Sie verliert schnell die Konzentration, manchmal mitten im Satz.

Unangenehme Sachen blendet sie aus und es ist für sie fast unmöglich das mit uns zu besprechen.

Ich weiss es ist noch sehr früh aber vllt hat da jemand schonmal Erfahrungen gesammelt.

Vielen Dank

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80 % Wahrscheinlichkeit der Vererbung von ADHS wissenschaftlich fundiert

Hallo Neef,

5 Jahre ist nicht zu früh. Man kann ADHS ab 4 diagnostizieren. Ob und ab wann man es (medikamentös) behandelt ist eine andere Frage, aber rechtzeitig vor der Schule solltet ihr euch mit dem Thema beschäftigen.

Den Namen deiner Tochter würde ich gerne wieder streichen (oder du machst es selbst, wenn es noch möglich ist), du weißt nicht wer mitliest.

Wie kann ich den Namen noch rausnehmen? Dachte das geht nichtmehr nachdem man eine Antwort bekommen hat. Aber danke für den Hinweis.
Ich hab am Donnerstag ein Gespräch mit der KiTa und werde es da anmerken und ich hoffe einen Platz zu finden um sie zu diagnostizieren.
Leider ist auch bei Kindern alles komplett überlaufen. :confused:/
Ich halte es aber wirklich für sinnvoll

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Erledigt.

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Guten Morgen!

Für eine Diagnose spricht, dass sie dann schon gleich mit Diagnose und Medikamenten in Griffweite in der Schule anfängt.

Dagegen spricht, dass du auf Fachleute stoßen könntest, die nicht in der Lage sind vor Schulproblemen und bei fehlender Hyperaktivität ADHS zu erkennen, und du dann Zeit mit Tests verplempert hast, frustriert bist und daran zweifelst, dass deine Tochter ADHS hat und beim Auftreten der vorauszusehenden Probleme in der Schule die Fachleute ihre Meinung trotzdem ungern widerrufen und keine Diagnose ausstellen.

Ich rate dazu Kontakt zur Diagnose -Stelle aufzunehmen und vielleicht bei einem Erstgespräch abzuklopfen, ob überhaupt die Bereitschaft besteht bei einem Kitakind ADS zu diagnostizieren und wenn da viel Skepsis zu hören ist die Diagnostik auf das erste Schulhalbjahr zu verschieben.

Hallo Neef,

wie ist es euch in der Zwischenzeit ergangen? Ich bin ganz frisch hier im Forum ( was für eine Wissens-Oase) und beschäftige mich seit meiner Diagnose Anfang des Jahres nun ausführlicher mit ADHS, sodass ich Verhaltensweisen meiner fast 5-jährigen Tochter nun auch in einem anderen Licht sehe und gezielt beobachte.

In einigen Beschreibungen deiner Tochter finde ich sie genau wieder. Besonders ganz konkrete Spielvorgaben von ihr, die dann so ausgeführt müssen “ du sagst dann das und machst das”…. schön, dass es auch andere Kinder gibt, die solche Ansprüche haben :wink:

Wutausbrüche wegen Kleinigkeiten und starke Emotionen. Weint/schreit/die Welt bricht zusammen und zum Glück kann das Pflaster noch viel retten :sweat_smile:

Morgenroutine: oft eine Katastrophe, wir schaffen es auch einen richtig guten Zeitpuffer zu vertrödeln. Alleine anziehen fast nicht möglich, es sei denn es gibt ne krasse Motivation

Redet viel, auch gern dazwischen…will uns gerne an ihrem Wissen Anteil haben lassen und Neues erfahren

Kann sich fast nicht alleine beschäftigen und fordert Aufmerksamkeit penetrant ein ( sehr willensstark), andererseits hört sie manche Hörspiele mehrfach hintereinander, wenn sie es toll findet oder taucht in ihre Mal- und Bastelwelt ab.

Hat hohe Ansprüche und Erwartungen an sich selbst, sodass sie sich deswegen oft selbst im Weg steht und manche Dinge gar nicht erst anfängt, weil sie sie nicht kann. Aber das ist auch echt schon besser geworden

Manchmal sucht sie in Beschreibungen eines Sachverhalts lange nach Wörtern oder wiederholt die Stelle ganz oft, an der sie gerade hängt, z.B. “dann, dann, dann, dann” Wenn ich dann wage den Satz zu vervollständigen und dann womöglich falsch liege…uhh, das sollte ich besser nicht tun. Manchmal nimmt sie meine Hilfe aber auch gern an.

Manchmal haut sie irgendwie raus “ das hab ich vergessen”, z.B. die Socke anzuziehen oder rechtzeitig aufs Klo zu gehen

Oft auch übelst wirbelig und mega viel Energie und am Toben, manchmal auch sehr grob gegenüber der kleinen Schwester, nicht ruhig zu kriegen, nimmt dann auch keine Grenzen wahr (?) oder erst bis man richtig laut und sauer wird, provoziert teilweise

Andererseits aber auch wieder sehr einfühlsam, z.B. holt Spielzeug für Schwester, Kühlakku für mich etc.

Ein sonderbares Verhalten, was ich mir auch nicht recht erklären kann: Sie grüßt nicht bzw. tut sich damit seeeehr schwer. Wir sind jetzt verstärkt dran. Im Grunde auch uns Eltern nicht, Kitakinder nicht, Erzieherin nicht…egal wen.

Beim Essen in der Kita ist sie oft die letzte.

Wir hatten letztens eins Gespräch mit ihrer Erzieherin und da habe ich meinen Verdacht geäußert. Sie war auch sehr verwundert, steckt auch nicht so im Thema drin (man hat halt so das Zappelphilipp-Klischee im Kopf). Ich habe sie einfach darum gebeten, weiter zu beobachten und so begeben wir uns zusammen auf diese Reise, dass wir was Neues dazu lernen :wink: und jetzt schauen wir mal.

Zum Thema Diagnostik und Einschulung habe ich bisher den Standpunkt vertreten, dass ich es lieber für mich selbst wissen wollte und es im Blick behalten will, weil ich ihr nicht diesen Stempel aufdrücken möchte und wir eigentlich (Stand heute) auch nicht unbedingt Medikamente geben wollen. Reguläre Einschulung wäre sowieso erst nächstes Jahr, allerdings überlegen wir auch bezüglich einer Rückstellung, weil sie körperlich sehr klein ist. Von dem, was ich bisher hier im Forum gelesen habe, klingt es so, dass eine Diagnostik in der Kitazeit durchaus sinnvoll ist, vor allem, wenn eine wirksame Medi-Einstellung bis zum Schulstart damit verbunden sein soll. Und wenn man die langen Wartezeiten mit einkalkuliert, und einen anstehenden Umzug aufs Land, dann ist es vielleicht doch ganz clever jetzt noch die Vorteile der Stadt auszunutzen?

Einen pauschalen Rat gibt es sicher nicht, aber ihr habt auf jeden Fall ja viel mehr Erfahrung.

Ich selbst habe meine Schulzeit mit wenigen Ausnahmen als überwiegend positiv erlebt und ADHS wurde auch jetzt erst mit der zunehmenden Überforderung ausgelöst durch das 2. Kind offensichtlich. Deswegen habe ich erst mal keine Angst vor dem Schulbeginn, aber man möchte ja gut vorbereitet sein.

Vielen Dank und ich freue mich auch den Austausch mit euch im Forum!

Liebe Grüße, Steffi

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@Admins: Bitte einmal meine Nachricht löschen, hab sie ausversehen noch mal abgeschickt

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