Verharmlosungsidioten

Ist doch egal was andere labern … Neuronormale können das schier nicht verstehen. Weil einfach die Hardware anders ist.

Und das Dokus das absolut falsch erklären ist doch normal? Hab noch keine gesehen die das Thema mal korrekt behandelt.

In einer wird mal gezeigt wie cool es ist so spontan zu sein … aber das man nichts fertig kriegt fehlt.

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Was hakt auch noch dazu kommt ist, dass ADHS nicht bei jedem gleich stark ausgeprägt ist, vor allem nicht mit allen potenziell möglichen Symptomen.

Nicht umsonst wird hier immer mehr von einem Spektrum gesprochen.

Natürlich gibt es Menschen, die Recht gut damit zurecht kommen und einen vergleichsweise niedrigen Leidensdruck haben.

Dann gibt es noch die, die extrem darunter leiden und dlnahezu jeder Lebensbereich davon, teils schwer beeinträchtigt ist.

Aber das übersteigt die Vorstellungskraft von vielen halt noch mehr.

Als Vergleichsehe ich da gerne Autismus, was ja schon sehr lange bekannt ist.

Und trotzdem haben die Menschen noch immer ein komplett stereotypes Bild vor Augen, wenn sie an Menschen mit Autismus denken (Rainmannlässt grüßen).

Daher hab ich auch keine Hoffnung, dass sich daran bei ADHS noch groß was ändern wird.

Die Vorurteile sind groß, das Nichtwissen ist groß, trotzdem wird mit sehr viel Meinung um sich geworfen.

Selbst in meiner Familie wird das nicht ganz ernst genommen, abgesehen von meinem Bruder, dem dann aufgefallen ist, dass er sehr viel von dem was ich erzähle von sich selber kennt (supriseeeee :sweat_smile: ).

Meine Mutter ist ein Paradebeispiel an Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität und geht lieber zum 5. Mal zur Demenz Untersuchung (starke Vergesslichkeit), statt zu erwähnen, dass sie vielleicht ADHS hat.

Und meine Frau sagt immer wieder, dass die Symptome auch bei „normalen“ Menschen auftreten.

Obwohl sie die ist, die mit mir zusammenlebt und genau die ADHS typischen Sachen die letzten 10 Jahre oft genug kritisiert hat.

(Vergesslichkeit, Unaufmerksamkeit, dass ich immer was bewegt bei mir, Trommeln, Fuß wackeln, Zehen bewegen. Streit beim Einkaufen weil ich super ungeduldig bin, Probleme in sozialen Beziehungen weil ich nie weiß, was ich mir den Leuten reden soll oder mich größere Menschenansammlungen überfordern uvm.).

Man muss einfach damit leben lernen, dass es vielen Menschen an Empathie, Vorstellungskraft, oder nur der grundlegenden kognitiven Fähigkeiten fehlt, die für eins davon nötig wären.

Was natürlich nicht heißt, dass man Falschinformation und Verharmlosung nicht anprangern sollte!

Man wird aber nie eine breit gestreute Akzeptanz erreichen.

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Ich denke, was viele Neurotypische nicht verstehen, ist, daß dieses „da hat doch Jeder mal“ bei Uns ein „das habe ich 24/7“ ist. Und dann noch je nach Streßlevel entweder unterschwellig oder superkrass.

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Genau das ist das Kernproblem der Akzeptanz von ADHS in der breiten Masse der Bevölkerung.

Weil die meisten Symptome jeder hat… manchmal… manchmal auch 2x am Tag… :roll_eyes:

Ich finde selbst die Berichte die in den Medien ausgestrahlt werden erfassen nichtmal im Ansatz das, was es bedeutet mit ADHS zu leben.

Die „Reportagen“ sind oft auch nur sehr oberflächlich und geben den Leidensdruck der entstehen kann nicht im Ansatz wieder.

Und dazu der ganze Quark der im Netz kursiert von Menschen die einfach nur anti sind und in keinster Weise Ahnung haben, aber auch von ADHS’lern selbst.

Es gibt so viele davon und nur ein kleiner Bruchteil davon macht wirklich sinnvollen Content.

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Wir nehmen Erziehungsberatung in Anspruch. Der Berater ist ADHS-Skeptiker bzw versteht nicht, warum die Diagnose relevant ist. Es kommt ja nur darauf an, ob man etwas ändern möchte und bereit ist, an sich zu arbeiten.

Ich habe ihm erklärt, dass ich es total anstrengend finde, so viele Dinge für so viele Leute im Kopf zu haben und ständig etwas vergesse.

Dazu meinte er: „Wenn ich öfters etwas vergesse, dann weiß ich, dass bei mir etwas nicht stimmt. Zu viel Stress, Sorgen, etwas belastet mich oder ich muss besser auf mich aufpassen.“ Sinngemäß wiedergegeben.

Da habe ich lange drüber nachgedacht. Grundsätzlich gebe ich ihm Recht. Das ist das Problem. Nur wird es bei mir nicht besser, wenn ich mir darüber klar werde und kürzer treten. Das ist der Grund, warum ich keiner vernünftigen Erwerbsarbeit nachgehe. Was aber kein Jobcenterberater verstehen würde. Das ist der Grund, warum ich immer halb im Burnout stehe und gut auf mich aufpassen muss. Das mache ich Alles. Ich vergesse trotzdem ständig irgendwas. Wenn ich mal den Eindruck habe, ich bin vor die Welle gekommen, ich habe alles im Griff, ich habe nichts vergessen, Alles ist gut, fallen mir alle Langzeit-Also-nie-Projekte ein, um die ich mich kümmern müsste, um irgendwie zu rechtfertigen, warum ich eigentlich nicht arbeite und was ich eigentlich den ganzen Tag tue. Wenn ich das auch ignoriere, und mich einfach mal hängen lasse, hänge ich spätestens nach zwei Tagen wieder hinterher, weil wieder irgendwas ist. Und das seit Jahren.

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Grüße an den Berater

Es bringt nichts einer Wespe zu sagen, sie solle sich einfach verhalten wie alle anderen Hummeln.

Und genauso wenig hilft es einem ADHS-Betroffenen Standardratschläge für Neurotypische zu geben.

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