Verharmlosungsidioten

Hier mal wieder ein Video von meinen Eltern dass ADHS ja doch nicht so schlimm ist… Wie kommen dese Typen dazu, so einen Mist zu erzählen, wo man es so svhon schwer hat es der eigenen Familie zu erklären…?

Da gibts novh so einen…rötlicher vollbart, svhnellredend (trils viel undinn) der ADHS auch als tolles beschreibt und keine Krankheit. Was dann millionen Leute auf fb/yt sehen und weiterleiten - wie dieses Video schon millionenrach weitergeleitet wurde - und einem dann die Leute gar nichts mehr glauben. Wtf…

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… wie er INZWISCHEN damit gut leben kann…

Wie alt ist der Mann bitte? Wie alt bist du? Hatte er vielleicht Depressionen? Hat er einen ziemlichausgefallenen Beruf?

Ich komme inzwischen mit Mitte 50 auch einigermaßen zurecht - aber erst nach vielen schwierigen Jahren voller Chaos, verpasster Chancen und Selbstvorwürfe. Ttotzdem bin ich jetzt sehr dankbar für Diagnose und Medikamente.

Außerdem ist jede Ausprägung unteschiedlich.

Vielleicht wollen die Leute dir auch nur ungeschickt Mut machen. Ansonsten nochmal ausdrücklich um Anerkennung der Schwierigkeiten und Belastung werben, ansonsten höflich ignorieren…

Sträter hatte oder hat Depression bin nicht auf dem laufenden, er hatte offen darüber Gesprochen unteranderem mit Chez Krömer. Fand ich Persönlich ganz gut.

Mir fällt noch was dazu ein. :white_heart:

Frei nach Russell A. Barkley: „Wir können die Erfolge mancher Menschen mit ADHS feiern, ohne die Störung so darzustellen, als verleihe sie kognitive Begabungen oder andere Vorteile.“

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Ich finde Torsten gut ..ja er leidet ebenfalls an Depressionen.

Auch ich lerne immer noch damit umzugehen. Bin 38 und habe meine Diagnose seit ca 8 Jahren.

Hallo @Paul78,

ich bin nicht sicher, ob ich verstanden habe, was du sagen willst. Ich hatte dieses Interview schon vor einigen Monaten erwähnt. Meiner bescheidenen Meinung nach kam sehr gut zum Ausdruck, dass es (viele ) Situationen in seinem Leben als Kind gab, die nicht besonders witzig waren. Da ich zu seiner Generation gehöre und ebenfalls aus „schlichten“ Verhältnissen, hat mich dieses Interview berührt. Väter, die ihre Kinder wie Dreck behandeln, weil sie es nicht besser wissen/wussten oder vielleicht ebenfalls undiagnostiziert durchs Leben toben/tobten und eine Verletzung nach der anderen bei ihren Kindern hinterlassen/hinterließen. Nicht immer muss man in einem Interview dieses erlebte Elend vollends ausbreiten.

Er beschreibt meiner bescheidenen Meinung nach doch sehr offen, wie/ dass ihm Medis helfen und wo seine Grenzen liegen, mehr als manch andere Prominente, die von Superkräften sprechen.

Vielleicht habe ich auch nicht verstanden, was Du sagen wolltest?

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Haben deine Eltern oder du den Beitrag missverstanden?
Hier mal die KI Zusammenfassung: "Die Diagnose: Torsten Sträter hat öffentlich gemacht, dass bei ihm eine ausgeprägte Form von ADHS diagnostiziert wurde. Sein Therapeut hatte ihm zu der Untersuchung geraten. Sträter beschreibt es pragmatisch als einen „kleinen Dopaminmangel“, der zu bestimmten Verhaltensweisen führt und oft mit Problemen bei der Prioritätensetzung einhergeht.

  1. Die Medikation: Er nimmt mittlerweile ein spezifisches ADHS-Medikament ein. Er beschreibt die Wirkung sehr eindringlich: Das Medikament habe ihm das erste Mal das Gefühl gegeben, „überaus komplex und erwachsen zu denken“. Es helfe ihm dabei, normal, ruhig und klar zu werden und zu erkennen, was wichtig und was unwichtig ist. Er bezeichnet diese medikamentöse Unterstützung für sich persönlich als „segensreich“.

Also, dass er selbst Medikamente einnehmen muss oder will gegen Depression und ADHS, zeigt, dass es nichts Harmloses ist, à la „Reiß dich zusammen“.

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Hallo @Chris1987,

ich hatte, seitdem ich mit ADHS diagnostiziert wurde, den Eindruck, dass er einer „von uns“ ist, und Depressionen auf keinen Fall das einzige Thema sind (ebenso wie bei Kurt Krömer). Ich habe ihn mal sehr nah nach einem Auftritt beobachten können, als er Autogramme gab.

Ich dachte, ich sehe mich - vor einer größeren Menschenmenge, mit der ich in direkten, jeweils schnell wechselnden Kontakt treten soll. Überrollt, zu viele Reize, Filterung läuft nicht wirklich gut, Gesichtsausdruck angespannt mit Zucken um die Mundwinkel herum. Stress pur

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Ich meine , dass Sträter in einem Interview erwähnte, dass er im Gengensatz zu andren das Glück hat sich sein Leben etwas ADHS freundlicher anpassen zu können und dass er in einem 9to5 noch mehr Probleme hätte.

@Paul78 ich vermute, dass deine Eltern ADHS spezifisch nicht die Problematik dahinter erfassen können und nur das herausgehört haben was sie „positiv“ hören wollten. Wie hinter jedem „normal arbeitenden“ Menschen mit ADHS ein Leiden steckt geht es vielen Promis auch so. Da Publikum sieht ja eher die Sonnenseiten und nicht was dahinter steckt.

und stellt sich die Frage , ob deine Eltern nur die kurze Sequenz gehört haben oder den ganzen Potcast ?

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Ab Minute 29+ spricht er drüber, was seine ADHS so macht.

Voll der Sträter Fanclub :joy: Ich denke der ist schon ok.

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Wäre interessant, wann das war, bevor oder nachdem er jetzt Medikinet einnimmt nach eigenen Angaben.

Das ist eine selektive Wahrnehmung - man hört das, was man hören will. Meine Mutter macht das auch ständig. Irgendwelche Zeitungsartikel, die viel zu allgemein sind. Ständig die Aussage, dass sie das nicht hätte merken können - gleichzeitig die fehlende Erinnerung, dass gerade sie mich als „anders“ wahrgenommen und bezeichnet hat…

Wer sind denn Leute?

Ich erkläre mich nur noch ganz selten. Aber ich komme auch INZWISCHEN zurecht…

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Die Mutter eines ADHS- Kindes zu sein, hat heute noch viele Herausforderungen. Die waren vor 30/40/50 Jahren meist noch schlimmer, weil Wissen und Verständnis zu ADHS großflächig fehlten.

Und wenn ein Kind nicht funktioniert, ist die Mutter daran schuld! Sie erzieht nicht richtig, ernährt falsch, ist zu weich, ist zu streng, ist unfähig. Alle, von ihren Eltern, über ihren Mann, ihre Freunde mit und ohne Kinder, die Lehrer, andere Eltern, Beratungsstellen, ALLE wissen genau, was sie nur tun müsste oder hätte tun müssen, damit ihr Kind mit der Welt besser harmoniert, sich benimmt, was lernt, keinen Quatsch mehr macht, nicht so komisch ist usw.

Das zermürbt Mütter, insbesondere die, die ihre Kinder lieben, verzweifeln daran. Ihr Selbstwertgefühl schwindet dahin, Familien und Ehen können scheitern.

Stell dir vor eine solche Mutter erfährt nach 30 Jahren Sorge und Verzweiflung und Selbstvorwürfen, dass es eine Erklärung für alle Probleme gibt, dass die Erziehung der Mutter nicht die Ursache der ganzen Misere war.

Jetzt geht die nächste Selbstwertgefühldrmontage los: Ich hätte das sehen müssen, ich hätte vor Dr Sowieso anders auftreten müssen, ich hätte bei der Grundschullehrerin anders auftreten müssen, ich hätte für eine Diagnose sorgen müssen, ich hätte auf Medikamente bestehen müssen, ich hätte mehr Verständnis haben sollen, ich hätte die Hausaufgaben kreativer begleiten müssen, ich hätte nicht auf die Klavierstunden bestehen dürfen, ich hätte ihn länger in den Schlaf begleiten sollen, ich hätte das mit den Drogen früher erkennen müssen, ich hätte der Unterschied sein müssen und dann hätte er jetzt eine vernünftige Ausbildung, einen tollen Job, keine Depressionen und eine phantastische Ehefrau und drei süße Kinder…

Mütter fühlen sich grundsätzlich für das Wohl ihrer Kinder verantwortlich. Und das kann auch ziemlich kaputt machen.

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Liebe Tüdelmama, wir Erwachsenen mit ADHS müssten auch so viel für uns selber tun und wenn wir Systeme installieren, die uns helfen , dann helfen die oft nur einige Zeit und dann flacht es ab.

Selbst wenn ich jetzt einen bezahlten Choach hätte, der mir in allem hilft , dann wäre vieles mit ADHS bestimmt besser , und wenn der Choach dann wegfällt , würde das erlernte vermutlich nur kurz halten , bis die alten Muster sich wieder einschleichen.

Selbst wenn ich Eltern gehabt hätte, die alles wünschenswerte für ADHS richtig gemacht hätten, wäre meine ADHS immer noch da und ich würde trotzdem weiterhin damit zu kämpfen haben.

Ein Rückblick, kann helfen um zu verstehen und es kann auch helfen dass mit seinen Kindern zu besprechen. Du konntest aber nur das tun, was du damals wusstest und du kannst auch nur jetzt das tun, was du aktuell weißt.

Irgendwann ist man als Kind erwachsen und für sich selbst verantwortlich, egal was war. Aber was du mit deinem jetzigen Wissen tun kannst , ist vielleicht noch zu helfen, dass sich dein Kind besser versteht.

Du hast ja dein Kind nicht willentlich misshandelt . ADHS hatte man lange nicht so auf dem Schirm und es war und ist immer noch geprägt von einer negativen Mainstreammeinung, dass darfst du nicht vergessen.

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Hallo Paul,

ich verstehe nicht so ganz, was Dich an Torsten Sträter oder dem verlinkten Interview stört.

Ich habe das Interview schon Früher gehört und fand es eigentlich sehr gut. Torsten spricht offen über seine Diagnose, seine Depressionen, seinen Umgang mit ADHS und seinen Werdegang.

Ich vermute, das „Problem“ ist hier vielmehr, wie Deine Eltern das Video verstanden haben - und wie Sie von Torsten auf Dich schließen.

Noch ein Gedanke: Nachdem ADHS zu einem hohen Prozentsatz vererbt wird, ist es zu vermuten, daß Du es von einem Elternteil hast.

Um mal meine Familie als Beispiel anzuführen: Ich habe mein ADHS mit hoher Wahrscheinlichkeit von beiden Elternteilen. Beide sprühten nur so vor Kreativität und hatten eine ausgeprägte Sammelleidenschaft - Die einstige elterliche Wohnung ist bis Oberkante mit Unmengen Zeug vollgestopft und meine Exfrau verzweifelte stets am kreativen Chaos in der Wohnung meiner Eltern. Und vermutlich nur weil Sie sich optimal ergänzten und die ADHS-typischen Schwierigkeiten durch - im Falle meiner Mutter viele Listen und Pläne, bzw. im Fall meines Vaters fast schon aspergerische Strukturierung und Katalogisierung wettmachten, hatten Sie kaum Leidensdruck.

Außerdem übernahm meine Mutter nach und nach immer stärker die Aufgabe als Managerin meines Vaters. Deshalb hatten Beide wohl nie das Gefühl, durch ihre Eigenheiten gehandicapt zu sein.
Wie es ausgesehen hätte, wenn die Beiden sich nie getroffen hätten, vermag ich nicht zu beurteilen.

Vielleicht ist es bei Deinen Eltern ähnlich?

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Ich wollte mit meinem Post Paul einen liebevolleren, verständnisvolleren Blick auf seine Mutter ermöglichen.

Weil vielleicht - ich kenne ja weder Paul noch seine Mutter - Pauls verständliche Probleme mit den Aussagen zur Relativierung von ADHS aus ihrer Geschichte und ihrem Unvermögen und ihrer Verzweiflung mit dem Thema resultieren.

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Transgenerationaler Weitblick in allen belangen bis hin zum ersten Mensch und einer durchbricht dann hoffentlich den Kreislauf. Klingt ziemlich groß ist aber eigentlich ziemlich klein. Behandlung gibts nun mal nicht schon immer, präzisere Diagnostik auch nicht und trotzdem darf man wütend sein auf die eigenen Eltern auch wenn die es selber nicht wussten und sich vielleicht durchgekämpft haben durch das Tretminenfeld in einer Neurotypischen Welt oder wie auch immer man das nennen will.

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Ich habe die Folge auch gesehen, als er über seine Depression gesprochen hat und tatsächlich fand ich das Gespräch sehr offen und interessant!

Wenn ich Dein Videoschnipsel richtig von meinem PC angezeigt bekommen habe, ist dies aber nur eine Minute aus einem längeren Gespräch. Hast Du / Deine Eltern das komplette Video gesehen? Ich befürchte es ist nur zum „teasen“ zusammengeschnitten und gibt gar nicht die komplette Quelle wider…
Ich mag Thorsten Sträter eigentlich recht gerne, er hat einen schönen schwarzen Humor ;). Daher denke ich nicht wirklich, das er ADHS „verharmlosen“ wollte.

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Das komplette Gespräch dauert über eine Stunde https://youtu.be/0oZObjrgrks?si=B10TUB3RduyaHDea und ist sehr zu empfehlen. Vor allem auch den Eltern von @Paul78

Wie heißt der, du meinst jetzt aber nicht unseren @Gartenpirat, der hat auch ein rötlichen Bart? :scream: