Versetzte Elvanse Wirkung

Hey Leute :slight_smile:

Sorry für den langen Text! Ich nehme seint zwei Monaten Elvanse Version von Ratiopharm (erst 30, nun 50).

Nun habe ich zwar kaum Nebenwirkungen, aber irgendwie auch wenig Wirkung. Ich merke erst nach 4-6h nach der Einnahme, dass ich mich besser Konzentrieren kann und ausgegelichener bin, wenn ich dann was anfange, kann ich die Konzentration auch aufrecht halten ohne mich ständig abzulenken (Yeay!), aber ich mich immer noch stark zwingen muss was anzufangen bis dahin. Rebound habe ich fast keinen, evlt mal ne Stunde am abend, manchmal ist am Ende des Tages mein Kopf sehr laut, wenn ich dann in der Zeit ins Bett gehe.

Soll das so sein? Mein Psychater meint, dass die Wirkung viel schleichender ist und viele Leute erst am Ende des Tages merken, dass sie viel Produktiver waren.

Gleichzeitig habe ich während und vor meiner Periode fast garkeine Wirkung, also würde die Elvanse Wirkung stark von irgendeinem Hormon beeinflusst werden. Und da ich eine lange Periode habe, kann sich das gern mal so 8-10 Tage im Zyklus ziehen. Haben das hier andere auch? Was macht ihr dagegen?

Ich hatte davor Ritalin genommen, da sind wir schrittweise bis 60 hoch, aber ich hatte ziemliche Nebenwirkungen (übelkeit, würgreiz, starker Rebound) und auch nicht die gewünschte Wirkung. Obwohl ich sagen muss, dass bei ständigem Würgreiz mir ein ruhiger Kopf und mehr Konzentration auch nichts bringen würde.

Nach dem Absetzen vom Ritalin hab ich aber auch erst gemerkt, dass es vllt doch ein paar positive Effekte hatte, aber das kann auch der Rebound Effekt gewesen sein (Tag 2- 4 war ich mit allem überfordert, mein Kopf hat sich brutal laut angefühlt und ich war dadurch sehr emotional und am heulen).

Ich hatte mal (und das würde ich niemanden empfehlen!) vor einigen Jahren für 2-3 Tage Medikinet genommen, weil eine Freundin meinte, wenn die bei mir wirkt dann hab ich wahrscheinlich auch ADHS. Und damals hab ich sie 2x täglich genommen. ich konnte mich konzentrieren, mein Kopf war ruhig, ich konnte Dinge einfach anfangen, aber auch Pausieren und danach einfach weitermachen und mich hat nicht alles so übelst abgelenkt. Aber ohne das ich jetzt irgendwie überdreht oder so war. Diese Wirkung hatte ich bei Ritalin nie und bei Elvanse jetzt auch nicht so krass. Gleichzeitig trau ich mich auch nicht, das meinem Psychater zu erzählen, weil ich diese Aktion damals so dumm fand und aus heutiger Sicht niemals machen oder empfehlen würde.

Ist das normal, dass der selbe Wirkstoff so unterschiedlich wirken kann? Oder liegt es daran, dass ich damals halt Anfang/Mitte 20 war und jetzt mit Anfang 30 mein Gehirn einfach anders „verkabelt“ ist? Ich hab ein bisschen sorge, dass ich eine Wirkung suche, die heute für mich garnicht mehr erreichbar ist.

Ich würde mich echt freuen, wenn ihr etwas Input für mich hättet, ich hab in meinem atuellen Freundeskreis niemanden mit ADHS und ich könnte den Austausch wirklich gut gebrauchen und danke für jede Person die bis hier hin gelesen hat.

Hey, ich finde das klingt nicht ungewöhnlich, aber schon nach etwas, das man nochmal sauber mit dem Psychiater anschauen sollte. Elvanse/Lisdexamfetamin kann sich tatsächlich eher schleichend anfühlen und nicht wie ein klarer „Kick“. Wenn aber der Aufgabenstart weiter extrem schwer bleibt oder die Wirkung erst sehr spät kommt, wäre für mich ein Wirkprotokoll sinnvoll: Einnahmezeit, Essen, Schlaf, Zyklustag, Wirkung und Nebenwirkungen notieren.

Dass es um die Periode herum schlechter wirkt, berichten wohl einige, und dazu gibt es auch erste Hinweise aus Studien — die Datenlage ist aber noch begrenzt. Ich würde das gezielt ansprechen und fragen, ob man für diese Zyklusphase einen Plan machen kann, aber bitte nicht selbst an der Dosis drehen.

Und ja, auch gleicher Wirkstoff kann je nach Präparat anders wirken, weil Retardierung und Einnahme mit Essen unterschiedlich sind. Ich würde dem Psychiater die Medikinet-Erfahrung ehrlich sagen, auch wenn es damals nicht ideal war — nicht als Selbstmedikations-Tipp, sondern als wichtige Info für die Einstellung.

Danke für deine Antwort! :slight_smile:

Ich hatte gerade den Termin mit meinem Psychater, er meinte wir testen mal, ob 60mg die richtige Dosis ist, aber es auch Personen gibt, bei denen Medikamente einfach anders wirken.

Er meinte auch, dass man auch eine Kombination aus unretadiertes Medikinet und Elvanse geben könnte, wenn Elvanse an sich zwar verspätet aber gut wirkt. Dies macht er aber ungern bei Patienten, die wie ich bei ihm nur online Termine habe. Hier in meiner Umgebung waren leider alle Psychater voll, ich war damals froh, dass es bei ihm diese Möglichkeit gab.

Prinzipell können wir nur testen, meinte er, aber ich werden ab jetzt mal ein genaueres Wirktagebuch führen. Auch das mit dem Zyklus habe ich nochmal angesprochen, auch da gibt es keine Lösung, bei manchen kann es helfen, wenn die Dosis etwas angepasst wird, bei anderen kann man nicht viel machen meinte er.

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Mit dem mischen der beiden Wirkstoffe habe ich superschlechte Erfahrungen gemacht.

Bin noch nicht sauber eingestellt und bei spätnachmittags-/Abendveranstaltungen fehlt mir massiv Konzentration.

Also hat mir der Arzt Medikinet noch zum testen aufgeschrieben. Es flutete zwar erheblich schneller an und ich konnte dann bei meinen Abendveranstaltungen auch gut folgen und habe endlich was auf die Reihe bekommen.

Aber der nächste Tag war dann immer grausig.

Sooo finstere Gedanken, Gereiztheit und Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Habe die Packung jetzt zugeklebt und „Nein!“ draufgeschrieben.
Damit ich nicht für abends funktionieren doch in Versuchung komme und diese Krücke versuche.

Ist eigentlich nachvollziehbar, dass wenn das mph einen „Deckel“ fest drauflegt, das ldx nicht an dieser Stelle ausschütten kann.

Der langsame Wirkeintritt vom Elvanse geht mir derweil wirklich auf den Keks. Mittlerweile behelfe ich mich damit, mir einen Wecker eine Stunde vor dem echten Wecker zu stellen (wenn ich den mitbekomme) nehme die Elvanse und schlaf dann weiter bis zum richtigen Wecker.

Längerfristig wünsche ich mir aber schon eine gute Lösung, die morgens zeitnah wirkt und bei der ich an bestimmten Abenden noch aufnahmefähig bin.

Soviel zu meinen Erfahrungen mit dem mischen.

Entschuldige das entern deines Beitrages, das musste gerade irgendwie einfach raus :grimacing:.

Ja, Zyklus ist echt kniffelig. Beobachten und dokumentieren ist für mich auch enorm hilfreich.

Verstärkt das nicht eher die Signalübertragung? MPH Hemmt vor allem die Wiederaufnahme, DX fördert vor allem die Freisetzung und Hemmt dazu die Wiederaufnahme wenn ich das richtig verstehe. :thinking:

Ach, dann habe ich das bislang definitv falsch verstanden. Dachte, es läge daran, dass wenn eins dicht macht, kann das andere nicht mehr wirken. Habe es daher nicht noch ein drittes Mal probiert.

Leider ist mein Facharzt nicht wirklich verfügbar und auch eher wenig erklärend und kommunikativ. Aber er sagte (endlich) ich solle mal ein bisschen probieren.

Total OT, entschuldige…

Die unterschiedliche Wirksamkeit je nach Zyklusphase ist immer mal wieder hier Thema, das hat wohl mit dem abfalellenden Östrogenspiegel vor der Periode zu tun; Östrogen unterstützt die Dopaminbereitstellung im Gehirn, sinkt die Konzentration vor der Periode, verstärken sich die ADHS-Symptome - oder die Medikamentendosis reicht nicht.
Manche erhöhen in der Zeit die Dosis, nach Absprache mit dem Arzt natürlich…
Alternativ kann man versuchen, den Eisprung und die damit verbundenen Hormonschwankungen zu unterdrücken; z.B. mit einer kombinierten Pille, die auch Östrogen enthält, falls nichts dagegen spricht.
Manchmal ist das der Game-Changer, zumindest wäre es einen Versuch wert.
Lg Nicky

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