ich bin mal wieder bei der Selbstanalyse und mich beschäftigt derzeit ein Thema das mich lange begleitet.
Lange dachte ich, dass ich eine Sozialphobie, Angst- oder eine Zwangsstörung habe, da ich mich ständig, und eben vor allem in sozialen Situationen angespannt fühle.
Da aber Elvanse deutlich besser hilft als Antidepressiva bei diesem Problem, denke ich das es hauptsächlich ein AD(H)S Symptom ist.
Weiß jemand ob es sich da um das Phänomen handelt, in welchem sich die Hyperaktivität nach innen richtet, eben in Form von Anspannung?
Konkret spüre ich:
extreme Enge in der Brust, kann in extremfällen grade mal 2-3 Sekunden ein und ausatmen
Wenn ich die Augen schließe, zittern extrem meine Augenlieder
Bedürfnis nach Nägelkauen, Nagelhaut zupfen etc.
Zwar hatte ich schon den Eindruck das Elvanse dem bisschen gegensteuert, aber am Ende eines Arbeitstages bin ich meistens trotzdem total platt, unruhig und Angespannt.
ist das ein häufiges AD(H)S symptom, also diese körperliche Anspannung? Und sollten Medikamente da eigentlich noch mehr bewirken?
Habt ihr noch tipps gegen diese Enge in der Brust?
Ja, das kenne ich auch zum teil . Ich nehme auch Elvanse,aber nicht immer hilft es gegen die Anspannung. Im Gegenteil manchmal verstärkt Elvanse die auch vorallem wenn ich zu wenig esse und trinke. Ich glaube, Elvanse ist nicht jeden Tag gleich stabil…der Zyklus spielt da dolle rein, vorallem weil bei mir dank der perimenopause die Hormone verrückt spielen.
Das du das besonders nach dem Arbeitstag spürst, verstehe ich. Ist bei mir auch so. Heute merkte ich es besonders im Kiefer. Dann presse ich meine Lippen aufeinander oder drücke die Zunge gegen die unteren Zähne. Da hilft eigentlich nur Ruhe, Reize ausschalten und Wärmflasche. Ich vermute das lässt die Wirkung krass nach . Ach und versuche mal Elektrolyte. Das ist vielleicht ein gamechanger. Hilft bei mir irre gut.
Gegen die Enge in der Brust: Physiotherapie. Ich hatte das ne zeitlang,dass waren Blockaden.
ich nehme seit September Elvanse und seit Oktober/November habe ich meine Dosis mit 40 mg gefunden.
Innere Unruhe und Anspannung, Zwangsgedanken, Angststörung und Soziale Ängste/Phobie waren wirklich mit Abstand meine schlimmsten Symptome! Diese sind nach einem depressiven Einbruch vor 3,5 Jahren extrem schlimm gewesen. Mit den Ängsten konnte ich über die Zeit besser umgehen, sie waren unterschwellig aber noch da. Geblieben sind die tägliche und dauerhafte Anspannung. Es war unerträglich. Ich war immer auf Lauerstellung und hatte ständig das Gefühl, als würde gleich etwas passieren. Als ich mit Elvanse anfing (30 mg) wurden die Ängste, Zwangsgedanken und die Anspannung, nach anfänglichen wunderschönen 3 Tagen, wirklich unerträglich. Nachdem ich dann auf 40mg hoch bin, war da plötzlich diese Ruhe. Und die hält seitdem an. Nicht jeden Tag gleich stark, aber insgesamt ist mein Körper durch Elvanse endlich zur Ruhe gekommen. Und auch wenn ich mal einen schlechteren Tag habe, ist mein Kopf inzwischen klar genug, um das einzuordnen und nicht verrückt zu spielen und die Abwärtsspirale in Gang zu setzen. Aber sicherlich löst das Medikament nicht alle Probleme wie von Zauberhand.
Was mir noch hilft bei Anspannung/Enge in der Brust ist Yoga und Atemübungen.. Wobei es immer darauf ankommt, wie schlimm es schon ist. Wenn ich gefühlt vor einer Panikattacke stehe, bringt das auch nichts mehr. UND Akzeptanz. Du musst lernen zu akzeptieren, dass dieses Gefühl da ist und du das in diesem Moment nicht ändern kannst. Und bewerte dieses Gefühl nicht, sage dir ohne Bewertung “Ich bin angespannt, es ist okay. Dieses Gefühl darf da sein!” Je mehr zu dagegen ankämpfst desto schlimmer wird es. Gleiches gilt für Zwangsgedanken.
Wie bist du denn aktuell eingestellt? Hast du die Möglichkeit eine andere Dosis zu probieren? Nimmst du zusätzlich auch noch AD?
Trinkst du genug?
Und letzte Frage, wie sieht es ggf. mit Magnesium aus? Durch die Medis verbraucht unser Körper mehr Magnesium. So könnte man sich vielleicht das Zittern der Lider erklären.
Ich schreib hier jetzt einfach mal meine in vielen Belangen sehr unqualifizierte Meinung hin.
Ich glaube das Ding heißt oft genug Autismus. Das zeigt sich je nach Situation in:
Geht oft Hand in Hand mit Schwierigkeiten in den Exekutiven Funktionen (ADHS), deswegen helfen auch Stimulanzien teilweise.
Das würde ich aufschreiben und mit zum Arzt nehmen, da muss man ganz konkret was machen. Das wird meines Wissens nach mit mehr Elvanse eher schlechter. Vielleicht sind Methylphenidat oder Atomoxetin eine Option.
Ich glaube aber auch das man Menschen nicht sauber in Schubladen stecken kann. Also oft genug ist man dann viel von jeder Kategorie.
Jaa ich merke das auch, wenn ich mir in die Akzeptanz gehe das es manchmal besser wird.
Nehme aktuell 45mg Elvanse und nochmal nach 5h 10mg.
Das als AD 20mg Paroxetin.
Tatsächlich hab ich in den letzten Wochen Yoga für mich entdeckt, und finde es faszinierend wie eng und angespannt alles ist und ich dann am Ende der Stunde wieder tief atmen kann. Das ist toll..
Aber denk mir halt oft, so viel Medikamente, und trotzdem sooo anstrengend… bei anderer Dosis wäre ich eher skeptisch, hab von 20,25,30 usw. alles durch und 50 is dann zu viel..