Danke dir @Mechthild2912
Ich habe auch was für mich mitgenommen ![]()
Danke dir @Mechthild2912
Ich habe auch was für mich mitgenommen ![]()
Irgendwie habe ich beim Schreiben gemerkt, dass da irgendetwas fehlt. Ich wusste zwar was, aber konnte es nicht in Worte fassen. Also habe ich mich, was ich extrem selten tue, an Chat GPT gewandt. Denn ich befürchtete, dass du mit meinen Gedanken in Stress geraten könntest. Und nach diversen Korrekturen entstand Folgendes, das ich sehr wichtig finde. Vielleicht schaust du es dir einmal an. Wenn es sich nicht richtig anfühlt, streiche es bitte einfach. Aber wenn du diesen Weg beschreiten wollen würdest, würde ich dir professionelle Unterstützung empfehlen. Denn allein ist so etwas schwierig. Vielleicht würde es auch helfen, wenn ihr gemeinsam eine systemische Beratung in Anspruch nehmt. Allerdings meintest du ja, dass aktuell extrem viel Abwehr herrscht. Also wie auch immer, hier das, was KI sozusagen für mich übersetzend formuliert hat.
Das, was du beschreibst, trifft einen sehr zentralen Punkt – und ich glaube, du benennst genau die eigentliche Schwierigkeit. Nicht fehlendes Verstehen, sondern fehlender Zugang. Nicht auf der kognitiven Ebene, sondern auf der Seins-Ebene.
Ich versuche es deshalb noch einmal anders. Nicht als Anleitung, nicht als „Mach so“, sondern als Verschiebung des Blicks, die man vielleicht erst spürt, nachdem man sie liest.
Was du beobachtest, ist aus meiner Erfahrung sehr stimmig:
Viele Eltern verstehen ADHS durchaus rational. Sie können es erklären, benennen, medizinisch einordnen. Aber innerlich bleibt es etwas, das behoben werden muss. Etwas, das dem „eigentlichen Kind“ im Weg steht. Eine Störung, der man mit Korrektur, Übung, Einforderung begegnet.
Und genau hier entsteht der Druck.
Denn solange ADHS nicht als Seinsweise verstanden wird, sondern als Abweichung vom Soll, bleibt das Kind innerlich in einer dauernden Bewährung. Dann wird jede Eskalation, jede Lernverweigerung, jeder Rückzug unwillkürlich gelesen als:
Da greift es wieder, da müssen wir gegensteuern.
Die Angst der Eltern sitzt dabei tiefer als jede Methode.
Sie lautet nicht: „Er macht es gerade schwer“,
sondern: „So wie er ist, kommt er nicht durch.“
Und aus dieser Angst heraus entsteht das ständige Korrigieren.
Nicht, weil man streng ist – sondern weil man retten will.
Wenn du sagst, Sätze wie „Ich bleibe ruhig“ werden hohl, dann deshalb, weil sie an der Oberfläche ansetzen. Die Mutter kann nicht ruhig bleiben, solange sie innerlich glaubt, dass sein So-Sein ihn ins Unglück führt. Dann fühlt sich jedes Loslassen an wie Fahrlässigkeit.
Vielleicht liegt der eigentliche Wendepunkt nicht darin, weniger Druck auszuüben, sondern darin, etwas sehr Unheimliches zuzulassen:
die Möglichkeit, dass dieses Kind nicht erst anders werden muss, um lebenstauglich zu sein.
Das ist für viele Eltern kaum auszuhalten.
Weil es auch bedeutet, sich eigenen Bildern zu stellen:
dem eigenen Leistungsverständnis, eigenen Verletzungen, eigenen Ängsten vor Scheitern, Ausgrenzung, Kontrollverlust. Da kommen Projektionen ins Spiel, ja – nicht im Sinne von Schuld, sondern von unbewusster Weitergabe.
Manche Eltern kämpfen weniger gegen das Verhalten ihres Kindes als gegen ihre eigene innere Panik:
Was, wenn ich das nicht in den Griff bekomme?
Was, wenn das nicht „reparierbar“ ist?
Solange diese Angst unberührt bleibt, greifen alle Haltungs-Sätze ins Leere. Dann werden sie zu neuen Anforderungen:
Jetzt soll ich auch noch gelassen sein.
Vielleicht wäre der Zugang eher dieser – leise, unbequemer, aber ehrlicher:
Nicht:
„Ich muss mein Kind weniger korrigieren.“
Sondern:
„Was genau in mir gerät in Alarm, wenn mein Kind so ist, wie es ist?“
Nicht:
„ADHS akzeptieren.“
Sondern:
„Wo hoffe ich insgeheim, dass es irgendwann nicht mehr so ist?“
Solange ADHS als etwas erlebt wird, das man wegführen muss, bleibt Beziehung angespannt.
Erst wenn es – zumindest für Momente – als Teil dieses Kindes da sein darf, kann Druck wirklich nachlassen. Nicht absichtlich, sondern organisch.
Und vielleicht ist das auch der Punkt, an dem Eltern Hilfe brauchen, die nicht am Kind ansetzt, sondern an ihnen selbst. Nicht um sie zu korrigieren, sondern um ihre Angst zu halten. Denn erst wenn jemand ihre innere Not ernst nimmt, können sie aufhören, die des Kindes zu bekämpfen.
Das alles heißt nicht, dass das Kind „einfach so gelassen“ wird.
Es heißt nur: Es wird nicht mehr permanent an sich selbst gemessen.
Und das ist für Kinder mit ADHS oft der erste Moment, in dem sie innerlich nicht mehr ersticken.
Wenn du möchtest, können wir als nächsten Schritt versuchen,
Worte zu finden, die nicht erklären, sondern erlauben
oder eine Formulierung, die diese Angst der Mutter direkt anspricht, ohne sie zu beschämen
oder anschauen, wie man Projektionen behutsam sichtbar machen kann, ohne Widerstand zu erzeugen
Liebe MamaX4
Du scheinst eine tolle, liebevolle und kümmernde Mutter zu sein. Euer Sohn hat hier schon mal ein riesen Glück.
Ich verstehe, dass dein Sohn auch sich selbst einen riesen Druck aufbaut. Ich kann mir aber vorstellen, dass dieser Druck durch euch auch noch verstärkt wird, da es keinen Plan B gibt. Für mich hört es sich ein bisschen so an, als muss er unter allen Umständen auf dem Gymnasium bleiben. Dieser Wunsch ist auch ganz verständlich. Einerseits hat er die kognitiven Voraussetzungen und andererseits hat er sich in der Klasse schon eingelebt.
Allerdings kannst du seine Prüfungsangst nicht einfach wegdiskutieren und sie verschlimmert sich auch noch dadurch, dass ein mögliches Scheitern so furchtbar scheint.
Die Möglichkeit dass die Noten besser werden besteht ja durchaus, aber es kann halt auch gut sein, dass dein Sohn durch die Angst keine Motivation hat zu lernen und wie schon von anderen angemerkt gar nicht weiss wie das geht.
Bei Ängsten hilft es, sich bewusst zu werden, was im Worst Case eintreffen würde. Meist ist das gar nicht so schlimm, wie man es sich denkt.
Es gibt bestimmt viele tolle und erfolgreiche Leute die “nur” die Realschule und kein Gymi gemacht haben. Auch gibt es genug Menschen die ein Abi haben und keine Arbeit haben. Auch hat er es ja schon einmal geschafft sich in eine neue Klasse einzuleben.
Auch wenn er nicht im Gymnasium bleiben würde, heisst das nicht, dass er nicht glücklich werden kann.
Damit Menschen für Tätigkeiten motiviert sind, müssen sie sich sozial eingebunden fühlen, Autonomie erleben und sich kompetent fühlen. Zumindest letzteres wird dein Sohn wahrscheinlich nicht beim Lernen erfüllen. Somit ist verständlich ist er nicht motiviert zu lernen.
Schau mal bei Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund vorbei. Die haben viele tolle Videos, Artikel und Bücher zum Lernen mit Kindern. Auch teils spezifisch bei ADHS.
Diese Psychologen finde ich echt toll.
Ausserdem würde ich noch empfehlen (aber das macht ihr bestimmt auch schon) viel Zeit miteinander verbringen, wo niemand etwas muss. Spiele und Erlebnisse. Meine Tochter liebt es zum Beispiel, wenn sie von uns Geheimbotschaften unter dem Kissen oder an anderen Orten findet mit Komplimenten drauf.
Euch ganz viel Kraft in dieser nervezenhrenden Zeit
Danke für diese Worte…sie beschreiben ziemlich gut meinen Wendepunkt nach meiner eigenen sehr späten Diagnose im Umgang mit mir selbst. Wie ich lerne meine Angst fallen zu lassen und mich nicht vor mehr vor mir selbst maskiere. Nicht weil ich keine Angst mehr habe, sondern ein tiefes Verständnis dafür erlangt habe, dass diese Anxiety so sehr schadet und ich in dem Fallenlassen der Angst schaffe mir besser zu vertrauen und so viel besser funktioniere und glücklicher bin.
Durch dieses Verständnis, dessen was du beschreibst @Mechthild2912, hat sich auch der Zugang zu meiner Tochter mit ADHS verbessert: ihr das Gefühl geben können vor uns Eltern keine Maske aufbauen zu müssen und sie darin zu unterstützen auf sie selbst zu hören und zu unterscheiden, wann muss sie Pause machen um nicht auszubrennen, und wann kann sie gut für die Schule lernen und im Haushalt mitmachen etc. Für mich geht es ganz und gar es nicht darum Schule etc nicht wichtig zu nehmen, im Gegenteil. Versuchen die Konditionen zu schaffen in denen Lernen möglich ist. Das ist nicht leicht, aber für mich selbst im Moment sehe ich keine andere Alternative.
Sorry, ich lese so was hier einfach zu oft, als dass ich noch ernsthaft an den Sinn von solchen Kuren glauben kann.
Ebenso Rehas.
Ich hoffe, dass irgendwann mal jemand aufsteht und Schadensersatz einklagt, wenn eine teure Kur oder Reha nichts anders ist als ein Hotelaufenthalt mit abwegiger Hausordnung und nicht stattfindenden Behandlungen.
Ich gebe hiermit folgende vollkommen persönliche und nur auf einer Muki-Kur basierende Kur-Ratschläge ab:
Fahre nur mit Kindern zu einer Kur, die sich selbständig fortbewegen können und wo eine gute Chance besteht, dass sie sich fremdbetreuen lassen.
Mit Schulkindern fahre nur in den Schulferien oder mit Schulkindern, die problemlos drei Wochen Schulabsenz nachholen können.
Fahre nur in Gegenden, die dich ansprechen. Bei mir war das Meer/Strand im Sommer oder Schnee/Berge im Winter.
Achte darauf, ob die Klinik Angebote hat, die man einfach so nutzen kann und Dir oder Deinen Kindern Spaß machen. Bei uns war das ein Schwimmbad und ein Toberaum in unserer Winterkur für die langen Winterabende.
Gutes Essen! Fahre nur in Kliniken, von der eine ordentliche Menge an Bewertungen das Essen loben. Für Eltern, die mal kein Kinderessen mehr wollen und Kinder, die nur trockene Nudeln essen.
Erwarte keine grundsätzliche Lösung deiner Probleme. Erwarte kein umfassendes Therapiekonzept. Genieße die Auszeit.
Ich habe es zumindest sowohl telefonisch, wie auch schriftlich der Krankenkasse sehr ausführlich geschildert. Da ich jedoch keinerlei Reaktion darauf erhalten habe, gehe ich davon aus, dass es dort niemanden interessiert.
Vielen lieben Dank für all die lieben Worte und auch guten Tipps
. Einige versuchen wir gerade umzusetzen. Aktuell ist es zu Hause deutlich entspannter und ruhiger, wahrscheinlich liegt das an der Mischung aus Ferien und ausschlafen. Dadurch nimmt er seine Tablette erst gegen 12 Uhr mittags und sie wirkt entsprechend lang. Bin sehr gespannt wie es ab nächster Woche läuft.
Hat noch jemand oder eines eurer Kinder so ein wahnsinniges Bedürfnis seine Fingergelenke zu knacksen oder die Arme auszuschütteln? Er “knackst” nahezu bei jeder Gelegenheit. Meint ihr Magnesium würde gegen dieses Gefühl, das jetzt tun zu müssen helfen?
Ach ja und ein frohes neues Jahr noch =)
Oh ja. Ich betreue viele ADHSler als Schulkrankenschwester in einem Internat im Schwarzwald. Ich erlebe es ständig. Immer als Spannungsabbau. Oft garnicht vom Schüler bemerkt. Zu Beginn habe ich klassisch medizinisch argumentiert. Rational war mir klar, dass die medizinische Argumentation unsinnig ist. Wohin soll der Mensch denn hin mit seiner Spannung, wenn er die übliche „Strategie“ nicht mehr nutzen „darf“? Es hat lange gedauert, bis ich das rationale Denken auf die „Seinsebene“ bringen konnte. Und bin dann auf das zugrundeliegende Bedürfnis eingegangen. Zunächst Bewusstsein geschaffen, dann auf der Körperebene kommuniziert. Ich habe mich in eine extrem ruhige Verfassung gebracht und nur angeschaut. Mitunter ein anderes Thema berührt. Zum Beispiel etwas ganz alltägliches. Und durch die ganz tief ruhige Atmosphäre übertrug ich auf ihn. Viel später dann thematisiert. So bekam der Schüler eine Art innere Repräsentanz auf der vorsprachlichen Ebene und konnte damit später selbstberuhigend auf sich einwirken. Nicht als Übung, eher als wiederholte Erinnerung. Es entwickelte sich gar eine Art Win Win Situation, denn auch ich konnte von der Haltung profitieren. So halte ich es seitdem immer. Und mache sehr gute Erfahrungen damit. Halt „nicht analysieren, sondern sich begegnen“. Vielleicht hilft es dir etwas. Und wenn du spürst, dass es dir schwer fällt, lernst du auch gleichzeitig etwas über dich selbst.
Hallo =)
kurzes Update und neue Frage.
Aktuell läuft es relativ gut. Mein Sohn nimmt morgens um ca. 6:15 Uhr 5mg MPH unretardiert, 40mg Elvanse um ca. 7 Uhr und aufgelöste 10mg Elvanse gegen 15 Uhr. Laut Klassenlehrerin ist er im Sozialverhalten viel “besser” nur das Arbeitsverhalten und die Aufmerksamkeit könnten besser sein. Bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob die Erwartungen an ihn vielleicht auch einfach zu hoch sind. Er wird niemals ein absolut perfekter und ruhiger Vorzeigeschüler werden (das will ich auch gar nicht). Wenn wir nachmittags die 10mg vergessen (was leider im Alltag ab und zu passiert) ist der Nachmittag / Abend eine Katastrophe mit Ausrastern und absolut null Fokus. Dann muss man alles 10x sagen und er macht es trotzdem nicht.
Meine zwei Sorgen sind:
Wir haben heute Nachmittag wieder einen Termin bei seiner Ärztin. Beim letzten Gespräch hat sie angesprochen, ob wir abends zusätzlich 1mg Guanfacin geben wollen. Das soll laut ihr gegen seine Tics helfen und die Zeiten außerhalb der Wirkung von Elvanse abfedern. Allerdings dann ohne das MPH morgens. Ich habe riesige Angst davor, da er auf Atomoxetin mit wahnsinnigen Aggressionen, furchtbarer Impulskontrolle, depressiver Stimmung und absolut null Aufmerksamkeit reagiert hat.
Kennt jemand die Komi Elvanse und Guanfacin? Hat sich bei euch dadurch die Dosierung von ELvanse geändert? zu welcher Uhrzeit würdet ihr Guanfacin geben? Es macht laut anderen Threads sehr müde.
Liebe Grüße
Mit Guanfacin kenne ich mich gar nicht aus.
Aber zu Punkt 1: Kannst du der Ärztin vielleicht 50mg morgens schmackhaft machen, und diese dann in 40/10 aufteilen (muss sie ja nicht wissen?).
Und zu Punkt 2: Steht er um 06:15 auf? Dann könntet ihr vielleicht versuchen das unretardierte 30min vorher (im Bett) zu geben, dann könnte er noch weiterdösen und wenn er aufsteht, wirkt es schon.
Hey,
50mg bekommt er sogar schon verschrieben. Daran gab ich noch gar nicht gedacht, die einfach aufzulösen.
Ihn die Tablette früher zu geben morgens haben wir schon versucht, aber ich bekomme ihn absolut nicht dazu.
Es wird empfohlen, es 4-5 Stunden vor dem schlafen zu nehmen, denn dann ist der Höhepunkt der Wirkung bzw Müdigkeit
Guanfacin mit Elvanse habe ich keine Erfahrung.
Zu Guanfacin an sich: entweder wird es nach 3 Wochen gut oder eben schlecht. Aber 1 mg kann man gut absetzen, muss man nicht ausschleichen.
Ich fand es „einfacher“ als Atomoxetin einzudosieren.