Hey an alle, ich hoffe ihr könnt mir vielleicht weiterhelfen,
mein Freund war bis vor einem Monat in einer psychiatrischen Tagesklinik, in der ihm ADHS diagnostiziert wurde. Er bekam dort auch Ritalin eindosiert, allerdings wurde er dann entlassen und ihm nur 5 weitere Tabletten ohne weiteres Rezept oder ähnliches mitgegeben. Ihm wurde nur gesagt, dass er eben einen Psychiater finden muss. Er hat schon während des Klinikaufenthaltes immer versucht die Psychiater bei uns (Mainz) zu kontaktieren, aber hat immer gesagt bekommen, dass keine Neupatienten aufgenommen werden. Langsam sind wir echt ein bisschen am Verzweifeln, da man auch so schnell abgewimmelt wird und niemand bereit ist auszuhelfen. Er hat bereits alle Diagnosen und benötigt ja wirklich nur sein Rezept.
Habt ihr vielleicht noch irgendeine Idee was man da tun könnte?
Das sind BTM Rezepte für die der Arzt ja haftet und damit auch streng kontrolliert wird wurde Ritalin zu den BTMs auf ein Sonderrezept gesetzt.
Entsprechend hängen auch auf längere Sicht für den Arzt viele Pflichten dran, die er prüfen muß, ganz gleich ob körperlich aber furch Dokumentation auch rechtlich für Krankenkasse und die prüfendende KV und gegen mögliche Regresse.
Das ist auch hier im Raum oft ein Problem weil die Praxen auch mit den Medikamenten eine Fürsorgepflicht haben, der sie nachkommen müssen.
Es kann auch sein, daß manche Praxis lieber prüfen würde als nur zu verordnen weil die Testung ja nun wesentlich mehr Geld einbringt als nachher das verordnen und ggf. sich deshalb streuben bei dem was du „nur ein Rezept“ nennst.
Habt ihr mal an einer psychischen Klinik nachgefragt und dort ggf. bei der ich glaube Akutsprechstunde?
Könnte sein, daß sie bereit sind auszuhelfen.
Wenn ihr niemanden findet könnte es besser laufen, wenn ihr irgendwo versucht eine neue Diagnostik mit anschließender Behandlung anstrebt
Ansonsten den Hausarzt fragen ob er anhand des Berichtes übergangsweise einspringt . Manche machen dass , aber eigentlich darf ein Hausarzt nur verschreiben wenn es fachlich begleitet ist.
Vielleicht hat der Hausarzt ja auch noch ne Idee? Und bei den umliegenden Selbsthilfegruppen nachfragen, die kennen ja das Umfeld.
Da gäbe es noch den Weg über einen Hausarzt. Wenn der eine Überweisung schreibt mit Dringlichkeitscode, dann besorgt die 116117, so behauptet die kassenärztliche Vereinigung, einen Psychiatertermin binnen vier Wochen.
Ich selbst bekam wegen Suizidgedanken eine Notfallsprechstunde bei einer Psychiaterin.
Alternativ:
Bei einer Bekannten es anders funktioniert. Sie bekam einen Diagnostiktermin bei einer psychotherapeutischen Psychologin, die ihre Praxis in den gleichen Räumen wie eine Psychiaterin hat. Diese hat sie dann quasi an die Psychiaterin übergeben.
Ich habe geschrieben “er benötigt nur SEIN Rezept”, da er keine anderen Behandlungen, Überweisungen oder Ähnliches benötigt. Mehr wollte ich damit nicht sagen. Schade nur, dass deine Nachricht sich leicht passiv aggressiv liest, das fand ich jetzt nicht so nötig.
Eine Diagnostik zu finden ist extrem schwer, daher wird das wohl so nicht funktionieren.
Konnte leider auch keine passende Akutsprechstunde im erweiterten Umkreis finden.
Das mit dem Notfallcode und der 116117 hat er schon versucht. Die Hausärztin hatte ihm da schon gesagt, dass das wahrscheinlich trotzdem nichts wird und tatsächlich hat es nichts gebracht. Ich war nicht bei den Telefonaten dabei, weiß aber, dass er dem nachgegangen ist ohne Ergebnis.
Wenn aus dem Bericht der Klinik Medikament und Dosierung hervor gehen, kann die Hausärztin auch selbst Rezepte ausstellen, bis er eine Fachärztin gefunden hat. Oder eben die Psychiatrische Ambulanz des Krankenhauses, wo er bisher war.
Hallo Jennidorina,
bliebe noch die Möglichkeit, als Selbstzahler irgendwo unterzukommen, bis er eine Praxis mit Kassenzulassung gefunden hat. Allerdings geht das auf die Dauer richtig ins Geld und die Medikamente sind auch auf Privatrezept. Und keine Krankenkasse oder private Zusatzversicherung erstattet davon auch nur einen Cent.
Aber man bekommt schnell einen Termin und hat dann Medikamente.
Lg und viel Glück
Ich kann auch nur bestätigen, was Falschparker geschrieben hat.
Die Hausärzte dürfen vorübergehend BTM-Rezepte ausstellen, bis ein Facharzt gefunden wurde. Und ich finde es unverantwortlich, was die Tagesklinik mit deinem Freund gemacht hat. Erst eindosieren und dann im Regen stehen lasse. Die hätten auch ein Rezept ausstellen können.
Du hast schon verstanden, daß was du nur Rezept nennst für den Arzt rechtlich, haftungstechnisch und iüber die Kammer mit vielen schwerwiegenden Pflichten verbunden ist und der Arzt wenn er nicht prüft, Zeit zur Behandlung nimmt etc. finanziell hart haftet, die Kassenzulassung verlieren kann bis hin zur zum Berufsverbot.
Vielleicht überprüfst du eher mal drine Einstellung und bist bereit Sichtweisen der Ärzte mitzuberücksichtigen
Schätzungsweise geht es auch nicht darum, dass die Ärzte ablehnen, das Medikament zu verordnen, sondern dass sie grundsätzlich gar keine neuen Patienten aufnehmen.
Die 116117 ist mit Dringlichkeitscode gesetzlich verpflichtet, dir einen Termin in 4 oder 6 Wochen zu besorgen. Haben sie bei mir auch nicht getan, mich angelogen und hingehalten.
Man muss seine Bemühungen um einen Termin dokumentieren und nachweisen, dann kann man beantragen, dass die Krankenkasse die Kosten einer privaten Behandlung übernimmt. Frage vorher bei deiner Krankenkasse nach.
Ich habe irgendwann mit einer Behörde in Berlin telefoniert, die mich beraten hat. Leider weiß ich nicht mehr, wie die hieß. Ich meine, es war dieses Bürgertelefon: Übersicht: Aufsichtsbehörden der Krankenkassen | BMG
Ich war auf dem Weg, da ein ganz großes das aufzumachen, Beschwerdeschreiben an Hinz und Kunz (Chat gpt hilft beim formulieren). Dann hat sich glücklicherweise alles in Wohlgefallen aufgelöst, ich bin mit dem “ich brauche keine Serientermine, sondern nur Einzeltermine für kurze Gespräche über die Medikation” bei einem Psychiater reingerutscht, der damit abgesagte Termine füllt.
Das wäre auch mein nächster Rat: betone, dass der Patient schon eindosiert ist und es einen Diagnostik- und Behandlungsbericht gibt (gibt es ja hoffentlich?).
Du könntest bei doctolib schauen. das ist eine Seite wo man online arzttermine ausmachen kann .
Ich kenn mich mit deiner Gegend nicht aus weil ich aus München komme, aber ich hätte auf die schnelle einen termin für den 2. Februar gefunden. Vielleicht findest du ja einen früheren.
Diese Erfahrung haben wir in der Familie auch schon mehrfach gemacht: als gesetzl. Versicherter keine Aufnahmekapazität, privat versichert könntest zeitnah Termin haben. Meine Tochter möchte als Erwachsene ihren Abschluss machen, bräuchte dafür aber, weil sie ADS hat, um an die Medikamente zu kommen, einen Arzt. So wies aussieht ist es in der Pfalz aussichtslos.
Ja, es ist eine absolute Katastrophe als Neupatient einen Fuß in eine Praxis zu bekommen. Ich bin auch selbstzahler und möchte auch zu einem Arzt der mit der Kasse abrechnet.
Aber als selbstzahler bekommst du erstmal zeitnah einen Termin. Es gibt auch Ärzte die eine Kassenzulassung haben und die Medikamente als Kassenrezept schreiben (theoretisch, hat da einer Erfahrung mit?) aber das Gespräch musst du dann halt selber bezahlen. Die könnten dann natürlich auch das Gespräch als Kassenleistung laufen lassen aber das rentiert sich wahrscheinlich nicht. Es ist nunmal so dass die Ärzte sich ihre Patienten im wahrsten Sinne aussuchen können.