Völlig überdreht

Ich bin oft so dermaßen innerlich unruhig, dass ich fast durchdrehen könnte.

Außerdem kann ich mich auf nix Sinnvolles konzentrieren und bin immer total unruhig, wenn ich Irgendwas machen muss.

Hab ich irgendwie schon lebenslang. Entweder total erschöpft oder super unruhig.

Leider machen Stimulanzien das teilweise noch viel schlimmer, dass ich fast die Selbstkontrolle verliere vor Unruhe.

Ich bin so dermaßen ratlos.

So kenne ich das auch von mir.
Dieses erschöpft sein resultiert der aus der ständigen Unruhe. Aus dieser Getriebenheit.
Ich glaube, Medikamente unterdrücken einfach nur die Erschöpfung. Aber irgendwann holt sich der Körper das zurück. (Rebound)

Ich weiß langsam nicht mehr weiter.

Jede Handlung des Alltags von Zähne putzen bis Spülen , einfach alles ist ein riesen Akt und voller Unruhe und Stress.

Gibt es da nicht irgendein Medikament? Ich verstehe einfach nicht, warum mich Stimulanzien noch getriebener machen.

Es ist kaum möglich, irgendeine normale Handlung zu machen. Man überlebt nur, weil einem ständig jemand hilft.

Den Großteil des Tages flüchtet man sich in suchthaften Medien-Konsum.

Kein Plan, was hier hilft. Ich hatte auf Medis gehofft.

Bin mich aktuell mit ordentlich Kaffee am beruhigen. Wobei der auch nicht zuverlässig wirkt. Mal macht er ruhig, dann völlig überdreht, dann wieder ruhig.

Alles sehr chaotisch

Hört sich an als wären die Stimulanzien zu viel.

Ich war vor kurzem noch überdosiert. Ich bin wieder 10mg zurückgegangen. Bin 30/20 auf 20/15.
Das ist bedeutend besser. Jetzt bin ich auch ruhiger. Kann mich besser konzentrieren. Und ich war zum Reabount so erschöpft da sich auf dem Pferd eingeschlafen bin und Fressflashs hatte.

Mit der Reduzierung ist da bedeutend besser geworden.

Nein, das stimmt so nicht. Die Medikamente unterdrücken nicht die Erschöpfung, im Gegenteil, Manche berichten, sie sind müde und schlafen ein, nachdem sie ihr Medikament genommen haben. In diesem Fall hat vorher ADHS die Erschöpfung unterdrückt.

Und dass der Körper sich etwas zurück holt, was einem das Medikament gegeben hat, das gibt es manchmal bei Leuten, die mit Stimulanzien die Nacht zum Tage machen, um für Prüfungen zu lernen oder um lange Dienste zu machen, über das Maß hinaus was für den Körper gut wäre. Das macht der aber nicht lange mit.

Aber das gilt nicht, wenn man „nur“ 12-14 Stunden des Tages mit Medikamenten abdeckt und genug schläft.

Lieber @Hypoborea , ich finde es sehr schade, dass du noch nicht die Gelegenheit bekommen hast, eigene Erfahrungen mit Stimulanzien zu machen. Vielleicht ändert sich das ja doch noch einmal. Ich hoffe es für meinen großen Sohn auch, das irgendwann wieder durchsetzen zu können, denn ihm hatte Methylphenidat, das er bis 2014 bekam, sehr gut getan.

Leider sind seine Ärzte ähnlich schwierig wie offenbar deine.

Mein Leben besteht nur noch aus Medien-Konsum und Essen. Totale Fress Sucht.
Duschen ist bereits ein giiiigantisches Problem.

Ich weiß nicht mehr, wie das weitergehen soll. Man bekommt einfach nix auf die Reihe, einfach alles ist unendlich anstrengend.

Man ist bei allem abgelenkt oder erschöpft oder unfassbar unruhig.

Und das geht schon seit Geburt so. Über 40 Jahre und mittlerweile ist es wieder übelst schlimm. Dazu gesellen sich Ängste, Panik, sehr viele Zwänge und Depressionen.

Kein Plan, irgendwie eine Katastrophe alles.

Irgendwas muss doch helfen. Escitalopram reduziert die intensiven Zwangsgedanken, aber macht die Konzentration schlechter und total lustlos.

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Es gibt auch nicht stimulierende ADHS Medikamente..

Hast du ind er Richtung schonmal was ausprobiert?

Hast du einen (kompetenten) Psychiater?

Hat der keine Ideen?

Die Psychiaterin will, dass ich Clomipramin nehme, das habe ich aber schon mal 1,5 Wochen genommen und sah keinerlei Verbesserungen. Sie meint, der Zeitraum wäre zu kurz, aber ich sehe einen Serotoninmangel nicht als Ursache der Probleme an, hab auch schon alle 6 SSRIs in teils sehr hoher Dosierung durch mit wenig Verbesserungen. Lediglich die hartnäckigen Zwangsgedanken ließen etwas nach. Also ja, kann sein, dass ich eine gewisse Dosis SSRI weiterhin benötigen werde.

Aber Clomipramin hat nur mehr Nebenwirkungen und schneidet nicht wirklich besser ab als ein SSRI. Daher ist meine Motivation gering, da wieder sinnlos zu wechseln ohne Benefit.

Die Ärztin hatte aber auch mehrfach gewechselt, bin in einer Ambulanz eines Krankenhauses für Psychiatrie. Irgendwie haben die gefühlt trotzdem null Ahnung.

Ich bin in Sachen Ärzte ziemlich frustriert und hab den Eindruck, die haben null Plan oder können halt auch nur probieren. Ist vermutlich auch das Problem im Fachgebiet Psychiatrie, dass man nur herum probieren kann. Vielleicht nicht die Schuld der Ärzte.

Wenn ich allerdings bei Google lese, weiß ich meistens danach mehr als nach einem Arztbesuch.

Ich hatte mal Atomoxetin bis 80 mg , aber hab relativ wenig davon gemerkt.

Ich denke, ich sollte nochmal Elvanse probieren, vielleicht ganz langsam eindosieren? Am 1. Tag bei der 1. Einnahme ging es mir ziemlich gut damit, 2. Tag heftige Unruhe, allerdings musste ich da auch auf die Arbeit, da bin ich eh immer ultra gestresst und angespannt.

Was hattest du denn in Punkto Stimulanzien schon alles & in wechen Dosierungen?

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Kann es vielleicht sein, dass du ein Leben führst, dass überhaupt nicht zu deinen verfügbaren Ressourcen passt?

Du möchtest gerne Medikamente finden, die Dich dazu ermächtigten, dass Du in allen Bereichen funktionieren kannst, so wie es deine Lebensumstände von dir verlangen. Das kann ich gut verstehen.

Wenn ich das, was du hier in vielen Bereichen geschrieben hast, in der Dramatik zusammengefasst ernst nehme, weil es sich genau so in deinem Leben darstellt, glaube ich nicht, dass du jeden Umstand in deinem Leben, der dir Probleme bereitet mit Medikamenten lösen kannst.

Wenn dich zum Beispiel die Umstände in deiner Arbeit so sehr belasten, dann musst du die Umstände an deine Kondition anpassen. Da wird kein Weg daran vorbei gehen. Es ist meines Erachtens nicht möglich, sich ohne negative Folgen permanent durch unerträgliche Lebensumstände zu quälen. In mir fängt irgendwann alles an zu rebellieren und blockieren.

So wie ich dich einschätze, wirst du an allem so lange festhalten, bis du vollkommen ausgebrannt zusammenbrichst, dass über lange Zeit gar nichts mehr geht.

Ich kenne das. Für mich gab es offenbar keinen anderen Weg, als einmal aus aller Verantwortung heraus geschossen zu werden, um in Folge dessen langsam und schmerzhaft zu realisieren, dass ich ein (im Vergleich zu anderen Menschen bereits eingeschränktes) Leben führen wollte, dass ich niemals tragen kann, ohne dabei immer wieder auszubrennen. Selbst mit Medikamenten.

Ich bin nicht in der Lage beständig abzuliefern und noch zur gewünschten Zeit. Ich kann vieles tun, wenn ich es tun kann, weil mein System bereit dazu ist. Methylphenidat hilft mir manchmal dabei, extrem unangenehme Aufgaben durchzuziehen. Das muss allerdings irgendwann auch ein Ende haben. Ansonsten brenne ich genauso aus.

Das sind auch nur meine Ideen aus meinen eigenen Erfahrungen mit meinem Leben. Ich möchte dir das nicht überstülpen.

Eines ist allerdings offensichtlich. Du drehst dich in deinen Einträgen hier in diesem Forum immer im Kreis. Im Abstand von ca. einem Monat tauchst du auf und erzählst exakt die gleiche Geschichte.

Das kannst du natürlich gerne weiter machen, wenn es dir etwas bringt.

Alles Gute.

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Ja, ich kann mir das alles auch nicht erklären, warum ich so bin.

Mir fällt einfach alles Normale im Leben schwer, interessiert mich nicht und kostet unglaubliche Anstrengung.

Beschäftigen kann ich mich nur mit Dingen, die mich wie eine Sucht beschäftigen.

Außer Medikamenten weiß ich dazu kaum eine Lösung.

Ich schreibe hier einen Beitrag, lese die Antworten , resigniere und hab das Gefühl, mir ist nicht zu helfen und halte wieder eine Zeit lang irgendwie durch, bis ich das Gefühl habe, irgendwas muss ich doch tun und dann schreibe ich hier wieder.

Wie kann es sein, dass ich nicht in der Lage bin, mich auf das Spülen einer einzigen Tasse zu konzentrieren. Wie soll man so leben?

Andererseits bekomme ich unter höchster Anstrengung erstaunlich viel hin, irgendwie mache ich ja einen Job, hab eine Beziehung. Aber ich habe mir halt die Umstände so geregelt, dass das alles mit sehr wenig Aufwand geht und selbst der ist noch unfassbar anstrengend für mich.

Meine Frau nimmt mir so vieles ab und der Job ist kaum fordernd und selbst da stresst mich die winzigste Winzigkeit schon.

Einfach nur schlimm und ich bin so ratlos.

Ich fürchte Mal, dass das nicht nur ADHS ist, sondern neben einer heftigen Zwangsstörung auch Autismus.

Bin mir nicht sicher, ob man da überhaupt viel machen kann.

Laut Ärzten ist der Autismus aber nicht nach außen erkennbar, scheint also nur wenig ausgeprägt bzw. ich kann gut maskieren.

In jedem Falle ist auch ne heftige Zwangsstörung dabei.

Meiner Meinung nach ein Mix aus ADHS, Zwangsstörung und Autismus.

Keine Ahnung, vom Verstand her kapiere ich das alles wunderbar, kann aber irgendwie langfristig kaum was verändern. Die innere Unruhe und fehlende Konzentration macht das irre schwer.

Ich kenne auch einfach niemanden, für den Zähne putzen, Duschen, ne Tasse spülen, Auto aus der Garage holen etc etc etc etc. schon so dermaßen unfassbar anstrengend ist, dass ich es eigentlich nur vermeiden möchte.

Aber so kann’s irgendwie auch nicht weitergehen.

War das schon immer so in deinem Leben? Wann hast du es zum ersten Mal wahrgenommen? Wie hat es sich im Laufe deines Lebens entwickelt?

Ist es zu jeder Zeit gleich intensiv? Wann ist es milder ausgeprägt?

Ich kenne jemanden!

Mich.

Wenn ich ausgebrannt bin. Zähne putzen fällt meistens zu erst.

Ich bin nur noch zum Arbeiten aufgestanden. Habe in der Zeit ohne Bettbezug geschlafen, während die frische Bettwäsche neben dem Bett lag. Wochen lang. Habe ich nicht aufziehen können.

Arbeiten ging noch eine Weile, weil Druck von außen mich gezogen hat. Selbstfürsorge fällt immer zuerst bei mir.

Ich habe immer wieder versucht, wenigstens annähernd so leben zu wollen, wie die Mehrheit der Menschen. Denn, wenn die das können, muss ich das doch auch können. Ich bin doch nicht blöd.

Letztenendes habe ich mich immer überfordert. Damals wusste ich noch nichts von ADHS und von Autismus erst recht nichts.

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Du klingst sehr erschöpft, und das fühlt sich vermutlich sehr belastend an. :people_hugging:

Dann bist du schlichtweg im Moment nicht arbeitsfähig. Das ist kein gesunder Zustand.

Du hast irgendwo einmal erwähnt, dass Du dich bei der Steuererklärung gut konzentrieren kannst und dich gerne darin vertiefst.

Die meisten Menschen hassen Steuererklärungen. Vielleicht solltest du deine Fähigkeiten dort einsetzen, wo sie frei heraus fließen?

Vielen Dank erstmal für die ganzen Antworten.

Es tut gut, dass ich nicht alleine bin mit meinen Problemen.

Ich werde später auf die Fragen eingehen.

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Hast du schon mal Atomoxetin (z B. Atofab, ich glaube Strattera hat auch denselben Wirkstoff) probiert? Ist kein Stimulans und wirkt auch anders, wird eingeschlichen, Wirkung baut sich in mehreren Wochen auf.

Mir hat es eine Zeitlang ganz gut geholfen, sollte aber bei längerer Einnahme immer wieder überprüft werden, da es auf Dauer zu erhöhter Reizbarkeit führen kann.