Von MPH zu Elvanse

Hallo,

Medikinet hat mir geholfen weniger gereizt zu sein, und mich besser zu fokussieren. Hatte aber auch das Gefühl total aufgeputscht zu sein. Und starken rebound Effekt. Zuletzt war ich bei 30 mg.

Dazu habe ich ganz starkes insbesondere mich noch dazu am Anfang der perimenopause undleide extrem unter den Stimmungsschwankungen und depressive Phasen.

Da half das Medikinet nur minimal.

Nun bin ic auf Elvanse umgestiegen seit 2 Tagen mit 20 mg und fühle mich zutiefst depressiv und gelähmt und gereizt. Ich weiß nicht weiter und bin verzweifelt.

Ist die Dosis vergleichbar mit der von Medikinet?

Ich nehme das Präparat von rationalem weil Elvanse nicht zu haben war. Ist das wirklich gleich?

Ok h habe eine Familie mit Kindern unsicher kann diesen Zustand meine Kindern nicht zumuten.

Ist es eine über oder unterdosierung oder soll ich es einfach lassen?

Danke schonmal allen die sich Zeit nehmen zu antworten!

Hi,

20mg Elvanse sind entsprechend der hier verlinkten Umrechnungstabelle, vergleichbar mit 15mg retardierem Medikenet. Du hast also wohl aktuell einfach die halbe Dosis von dem was du sonst gewöhnt bist. Also vermutlich eher eine Unterdosierung wenn du dich davor mit 30mg Medikenet gut gefühlt hast.

Ich nehme auch das Elvanse von Ratiofarm. Und ja: Das ist vergleichbar.

Und noch ein ergänzender Hinweis. Bei Elvanse kommt dazu das sich die Wirkung pro Tag bis zu einem bestimmten Level (dem sogenannten"Steady-State") kumuliert. Der Steady State ist so frühestens ab Tag 5 erreicht.

Oh okay danke. Könnte ich dann direkt steigern oder lieber erst Woche für Woche um 10 mg?

Meinst du dass es 5 Tage braucht um die Wirkung der Dosis zu erreichen? Und was ist danach, wird die Wirkung immer stärker? Scheinbar at mich er Facharzt nicht gut aufgeklärt. Beim Medikinet hab ich mich gut aufgeklärt gefühlt. Bei der Umstellung sagte er nur dass ich damit vielleicht besser zurecht komme, ich solle 20 mg nehmen, es wäre von der Dosis vergleichbar mit Medikinet. Also 20 mg Elvanse ähnlich wie 20 mg Medikinet. Nächster Termin ist Mitte März. Von hochdosieren bis dahin hat er nichts gesagt.

Sind depressive Verstimmungen ein typisches Zeichen für unterdosierung? Ich habe vieles gelesen aber so viele gegensätzliche antworten gelesen dass ich total verwirrt bin und lieber direkt frage.

Das mit dem Steady-State ist so das du ab Tag 1 schon sehr viel von der Wirkung hast. Die Wirkung steigert sich dann aber noch minimal jeden Tag bis etwa zu Tag 5. Danach nicht mehr.

Soweit mir bekannt sollte bei der Eindosierung von Elvanse erst frühestens nach einer Woche erhöht werden. Meine Psychiaterin hat mir hier sogar 4 Wochen gegeben.

Und laut der Umrechnungstabelle ist 20mg Medikenet nicht mit 20 Elvanse vergleichbar. Vielleicht gab es andere Gründe? Zum Beispiel besteht bei Elvanse die Gefahr das Lisdexamfetamin nicht zu vertragen, auch wenn davor Medikenet (MPH) keine Probleme gemacht hat.

Zu Depressiven Verstimmungen kann ich in Verbindung mit ADHS Medikation nichts aus persönlicher Erfahrung sagen. Aber vielleicht gibt es jemanden der hier noch Erfahrung hat.

Hallo, hier ein kleines Update mit weiteren Fragen:

Als ich die eingangsfragen stellte befand ich mich in einer wirklich schlimmen Pmds Depression. Mit Elvanse wurde es noch viel schlimmer (allerdings wäre es vielleicht auch ohne so gewesen). Ich hab dann doch Medikinet genommen und es war etwas besser. Als ich ca. 2-3 Tage nach der Blutung zum Glück wieder stabil war, habe ich nochmal mit Elvanse angefangen 20mg. Ich fühle mich ganz gut damit. Kein starkes rebound und ich bin etwas gelassener und fokussierter als ohne. Ich könnte mir vorstellen dass eine etwas höhere Dosis noch besser passt. Heute ist Tag 5 mit Elvanse

Nun hatte ich den Eisprung und merke dass pmds schon an der Tür klopft. Noch fühle ich mich stabil aber ich merke dass ich schon wieder etwas gereizter bin.

Nun überlege ich ob ich, wenn das Pmds richtig zuschlägt bzw. kurz vorher die Dosis erhöhen soll. Wenn ja um wieviel? Ich hab schreckliche Angst vor dieses Depressiven und extrem gereizten Verstimmung. Meine Familie leidet da sehr darunter. Habe Kinder (Kindergarten und Grundschulalter) und MUSS es irgendwie in den Griff bekommen.

Würdet ihr mir eine Steigerung empfehlen? Ich las dass im durchschnitt Frauen in der pms Phase ca. 40% mehr brauchen um gut versorgt zu sein.

Oder sollte ich vielleicht jetzt um 10 mg erhöhen und wenn die Pmds richtig fies wird nochmal erhöhen?

Der Arzt hat mir nach dem Wechsel von Medikinet nichts von Steigerung gesagt. Ich habe erst Mitte März den nächsten Termin bei ihm.

Hey @losti,

zum Thema Dosierung rund um den Zyklus: Einige Frauen berichten, dass sie in der zweiten Zyklushälfte oder rund um den Eisprung eine etwas höhere Dosis brauchen. Östrogen wirkt bei vielen leicht symptomlindernd auf ADHS und wenn der Spiegel sinkt, treten die Symptome ggf. stärker hervor, und manche gleichen das mit einer etwas höheren Dosis aus. Das können z.B. 5 bis 10 mg sein, das ist aber komplett individuell!

Es kann auch sein das dein Arzt erst mal eine stabile Grunddosis finden will, bevor über zyklusabhängige Anpassungen gesprochen wird (oder er denkt einfach Frauengesundheit gar nicht mit weil das in seiner Welt nicht existiert wasauch gut sein kann). Deshalb wäre es gut, das beim nächsten Termin auf alle Fälle gezielt anzusprechen. Wenn du aktuell einen so hohen Leidensdruck hast, macht es vielleicht sogar Sinn deinen Arzt früher zu kontaktieren.

Was du beschreibst, die sehr ausgeprägten depressiven Einbrüche, die Gereiztheit klingt nach einem enormen Leidensdruck. Das kann natürlich durch PMDS verstärkt werden (und aktuell wäre zudem ja die Vermutung das du mit 20 mg Elvanse, wenn du von 30 mg Medikinet umgestiegen bist, unterdosiert bist → Siehe auch http://www.dr-kuehle.de/uploads/media_items/umrechungstabelle-methylphenidat-unretardiert-in-retardpraeparate.original.pdf), aber manchmal steckt vielleicht zusätzlich ein depressives Thema dahinter, dass unabhängig existiert. Ist PMDS bei dir eine isolierte Diagnose? Falls Stimmungsschwankungen und depressive Phasen schon vor der Umstellung ein Problem waren, könnte es daher zusätzlich vielleicht hilfreich sein, dass parallel mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten einmal zu besprechen.

Ich würde dir empfehlen deinem Arzt eine Mail zu schreiben oder anzurufen und zu sagen das es dir nicht gut geht und du dringend ein Gespräch brauchst.

Du bist in der Eindosierung eines Medikaments, welches engmaschige Betreuung braucht. Das weiß dein Psychiater auch. Wenn es Probleme gibt, is es völlig legitim um einen früheren Termin zu bitten.

Falls er dir eine neue Dosierung empfiehlt, fordere ruhig in den nächsten 1-2 Wochen einen Folgetermin. Das steht dir absolut zu.

Hier im Forum nach Tipps zu Fragen in diesem frühem Stadium der Eindosierung sehe ich sehr kritisch (also nicht dir persönlich gegenüber, sondern weil ich das selbst so gemacht habe und das nicht zielführend ist, weil du hier auf zig verschiedene Perspektiven treffen wirst.)

Wünsche dir viel erfolg!

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Es hat ungefähr nach einsetzen meiner Periode nach der ersten Baby-/Stillpause angefangen. Da war ich kurz vor Indien der Periode auch sehr depressiv verstimmt. Meine Frauenärztin hatte das nie sehr ernst genommen und sagte, Hormone würde sie mir noch nicht empfehlen und das kann sich auch ändern und wenn es ja nur die paar Tage im Monat seien, da kommt man ja durch. Mein erstes Kindist nun 7 und seit 1-2 Jahren tritt die Schlimme Phase immer früher ein und bleibt lange.

Also ab Tag 15/16, paar Tage später ist es etwas besser und haut dann ein paar Tage vor Periode richtig rein und bleibt bis nach der Blutung. Die Letzte Verstimmung hat nochmal alles getoppt, genau da bin ich auf Elvanse umgestiegen, daher weiß ich nicht was das Medikament dazu beigetragen hat.

Nach einer Therapeutin suche ich auch. Unser Leben ist zwar schön mit Bauernhof, Kindern, Selbstständigkeit, erfüllende Jobs, aber hat auch überfordernde Seiten. Stress, Finanzielle Aspekte, immer viel zu tun, neurodivergente Kinder mit einigen Baustellen…

Ich denke das ADHS und die Hormone sind die Hauptgründe warum es mir manchmal sehr schlecht geht, aber unser turbulentes Leben tut natürlich auch einiges dazu.

Aber dadurch dass es immer nur in diesen bestimmten zyklusphasen so extrem Schlimm ist denke ich nicht dass ich eine grundlegende tiefe Depression habe.

Dennoch würde mir eine Therapie sicher sehr helfen.

Der Facharzt weiß um meine PMDS Problematik Bescheid und weiß auch dass adhs einen Zusammenhang dazu haben könnte und auch dass die Medikation weniger wirkt. Grundsätzlich sagte er auch dass es möglich sei in der Phase zu erhöhen. Aber beim verschreiben von Elvanse sagte er nur ich solle 20 mg einmal täglich einnehmen und den kontrolltwemin am 10.3.

Ich danke euch sehr für eure Antworten, es tut sehr gut da ernstgenommen zu werden.

Ich werde den Facharzt kontaktieren. Aber ich freue mich trotzdem sehr über Erfahrungen mit Elvanse+Perimenopause+Über-und Unterdosierung+usw… Danke Danke!!!

ADHS und die Hormone können sehr gut die Hauptgründe sein warum es dir manchmal sehr schlecht geht. Mit ADHS, insbesondere wenn die Medikation noch nicht gut eingestellt ist, ist für dich alles viel anstrengender als für Personen ohne ADHS. Und wenn du dann noch nebenher Kinder und eine Selbstständigkeit stemmen musst, dann kann das zwar eine Zeit lang gut gehen weil du ja irgendwie „funktionieren“ musst, aber möglicherweise ist dann der Beginn der Periode einfach der Zeitpunkt wo das „Kartenhaus zusammenbricht“.

Ich selbst hatte zu Beginn letzten Jahres aus anderen medizinischen Gründen ein paar Wochen einen sehr, sehr niedrigen Östrogenspiegel auf Menopausenlevel und ich kann dir sagen, das war keine schöne Zeit. Daher finde ich es schade das deine Frauenärztin so reagiert hat. Möglicherweise hat Sie nicht so große Probleme mit ihren Hormonschwankungen, aber es ist nicht richtig dann von sich auf andere zu schließen und deren Leidensdruck herunterzuspielen.

Eine Tiefe Depression muss es nicht sein, aber es ist auf alle Fälle gut und sinnvoll das du nach einer Therapeutin suchst :+1: . Pass auf dich auf und bleib stark!

Vielen lieben Dank für deine Worte! Das tut gut!!