Vorstellung - AD(H)S

Hallo!

Ich bin eine Mutter von 2 Kindern/jungen Erwachsenen.

Beim 15 jährigen Sohn, der mit 8 wegen leichter Autoaggression in Kurztherapie, jetzt seit Ende 2021 wegen diverser Ängste und Depressionen in Langzeittherapie ist, wurde jetzt der Verdacht auf ADHS geäußert. Er ist seit 4 Monaten nicht mehr zur Schule gegangen. Wir warten auf die Kostenzusage der PKV für eine Klinik.

Er nimmt seit 2 Monaten Fluoxetin und sollte seit letzter Woche zusätzlich Medikinet Retard 10mg nehmen. Der Rebound ist beim ihm so intensiv (extreme Stimmung und noch stärkere Ängste, Kopfschmerzen…), dass wir heute erstmal wieder auf die Medikinet verzichtet haben - in Absprache mit der Ärztin.

Bei der 18 jährigen Tochter bestehen seit einiger Zeit starke soziale Ängste und auch depressive Schübe. Nimmt seit über einem Jahr Fluoxetin, hat die Schule nach der doppelten 11 beendet (mündliche Noten unter aller Kanone) und ihr selbst ausgesuchtes FSJ gerade abgebrochen.

Ihre Therapeutin hat den Verdacht auf ADS…
Im Gespräch über unseren Sohn meinte die Psychiaterin, dass unsere Tochter wohl ähnlich wie er sei.

Ende Februar geht es für sie zu einer neuen Arztpraxis, da sie der aktuellen Ärztin nicht wirklich vertraut.

Bei beiden Kindern wurde eine Hochbegabung nachgewiesen. Ich hatte immer schon die Vermutung, dass sie beide hochsensibel sind.

Aktuell sind sie sich bei uns im Haus genug…

Ich möchte mich hier informieren, austauschen, Tipps und Ratschläge finden und und und…

3 „Gefällt mir“

Herzlich willkommen, liebe Igio!

Da hast du es ja nicht leicht mit deinen beiden Halbwüchsigen.

Ich habe auch zwei sehr besondere Kinder, allerdings hatten wir für beide die ADHS-Diagnose schon vor der Einschulung. Und bei beiden bin ich derjenige, der die ADHS vererbt hat.

Hallo @Falschparker.

Danke für die lieben Worte.

Nein, leicht ist es nicht. Gerade jetzt sitze ich wieder beim Frühstück und hadere mit meiner (unserer… meinen Mann darf/will ich dabei nicht vergessen) Entscheidung, unseren Sohn schlafen zu lassen.

Und wieder kam gestern Abend sein Versprechen „Donnerstag schaffe ich es zu Schule“.

Ich drücke ihm und uns allen die Daumen, dass er bald seinen Weg finden wird und dann auch gehen kann.

Mein Mann, der selber leichte Angststörungen hat, gegen die er aber gut ohne Hilfe gegensteuern kann, meint oft, dass beide Kinder nur wollen müssen… dann können sie auch los zur Schule/Arbeit.

Ich - selber sehr sensibel - sehe das als schwierig an, so lange ihre Psyche ihnen so im Weg steht.

So viele Tage haben wir (vor allem ich) versucht, beide zu motivieren… von extrem lieb bis energisch und auch wütend war wohl alles dabei. Immer wieder gab es Streit, der uns hier alle zermürbt.

Ich sehne mir immer die Wochenenden/Ferien herbei, weil es dann überhaupt keine Diskussionen gibt und wir alle zur Ruhe kommen können…

Liebe Grüße und einen schönen Tag

1 „Gefällt mir“

Morgens so essen, das lange vorhält,

milch mit Cerealien = schlecht
spiegelei butter brot käse schinken = gut

1 Stunde vor rebound was substanzielles essen, wie erdnüsse, großes stück käse, wurst mit pommes.

nicht nur 3 erdnüsse. ein yoghurt reißt es nicht raus. ne banane und apfel langt nicht

Grund:

Man verbraucht viel mehr energie, der Körper kennt das nicht, und kann nicht damit umgehen, und schiebt einen in den niederigen Blutzucker bereich.

das haben bei weitem nicht alle, aber es passiert oft.

1 „Gefällt mir“

Danke für die Tipps.
Aktuell lässt er die Medikinet erstmal weg. Außerdem haben wir heute die Zusage der Kostenübernahme für die Klinik bekommen. Vielleicht ist es besser, wenn er dann dort korrekt eingestellt wird.

Liebe Grüße

1 „Gefällt mir“

Hallo. Ich habe auch 2 Kinder, ein Mädchen sie ist 16 und einen Sohn, er ist 12.
Wir haben schon ganz viel durchgemacht.

Bei meinem Sohn geht es jetzt langsam bergauf. Er wurde zwecks emotionalen Ausbrüchen in der Grundschule 3.Klasse, mit Gutachten auf eine Grundschule mit Förderschwerpunkt, Sozial emotionale Entwicklung eingeschult.
Nun ist er seit fast 3 Jahren dort und ich kann sagen, dass sich viel verändert hat.

Jedoch liegt dass hauptsächlich daran, dass wir erstmal rausgefunden haben woran dass liegt und was ihn beschäftigt. Mein Mann hat für emotionale Ausbrüche wenig verständnis gehabt, so gut wie keins. Er hat leider auch probleme, seine emotionen und Aggressionen im Zaum zu halten, es gab oft probleme und ich musste meinen sohn unbewusst schützen und meinem Mann klar machen, dass das nicht die Lösung ist sondern alles nur verschlimmert…schade, wenn man bedenkt, dass seine Eltern genauso waren und als ich in sein Leben kam er gemerkt hat, was Liebe bewirken kann, wenn man zuhört und trotzdem ernst mit dem Thema umgeht, jedoch mit Respekt und ohne Verurteilung…

Ich habe bei meinem Sohn auch oft geweint, war total überforder aber habe ihn trotzdem verstanden, weil ich ein sogenannter Hyper Empath bin, so hat man es mir mal erklärt, grins.
War eigentlich immer sehr nah bei ihm, auch mental und emotional. Habe ihm zugehört, ihm Tipps gegeben und ihn niemals verurteilt. Mittlerweile sind wir beide unzertrennlich, uns kann nichts aus der Bahn schmeißen. Es ist aber auch so, dass er jetzt eine Therapie anfangen musste, weil noch Enkronpresis dazu kam… diese war im Alter von 4 Jahren extrem, dann war sie einige Zeit weg und kam wieder…, er hat einige Medikamente nicht gut vertragen, dass ging dann mal 3 wochen gut, dann rief die schule an und sagte, er könnte sich kaum konzentrieren und er hängt hinterher.

Sie äußerten dass sogar im beisein von Klassenkameraden und anderen Personen. Ich fand dass einfach unglaublich schlimm. Dadurch hat er sich noch mehr Druck gemacht, hat sich angestrengt, und kam in einen emotionalen kreislauf von Druck und Überforderung. Dann wurde er ausgeschlossen, durfte nicht mehr mit auf Ausflüge, mit der Begründung dass man ja dort kein klo hat, etc…einfach schrecklich für einen 11 Jährigen Jungen… heul… weil er in der Schule mehrmals auf die Toilette rannte, wir haben dann die Notbremse gezogen und für ihn eine ambulante Therapie gesucht, damit er immer noch Zuhause bei mir sein kann und er weiss, ich lasse ihn nicht alleine. Jetzt war er von November an in Therapie und geht nun stundenweise wieder in die Schule. Wir haben es geschafft mit der Klinik, die Enkronpresis so in den griff zu bekommen dass er lernen kann, ohne dauernd dran zu denken auf klo zu müssen. Doch was dass aller schlimmste daran ist, dass mein Sohn fast 5 Monate komplett zuhause war und wir kaum Unterstützung gehabt haben. Er hat hier lernen sollen, ich sollte mit ihm Lernen, dabei bin ich weder ein Lehrer noch haben sie gesehen, wie schlimm die Situation eigentlich war, dass er bis zu 5 mal am Tag zu spät auf klo gerannt ist und so nichts mehr möglich war, für ihn, für mich, einfach horror. Auch haben ihn 2 Lehrer die schon älter waren verantwortlich gemacht, dass er den Unterricht stört und sie keine zeit hätten, mit dabei zu sein und dafür zu sorgen, dass er sich umzieht, weil er dies angeblich nie richtig getan hätte. Haben sie einmal meinen Sohn gefragt, wie dass für ihn ist, wenn er merkt er muss auf klo und es zu spät ist und er zurück in den Unterricht muss…ich hätte mir da wirklich mehr intimität und sensibilität gewünscht. Am ende war es sogar so, dass er bei einem ausrutscher, wie sie es nannten, abgeholt werden sollte und sie dies mit meinem Sohn auch klar kommuniziert haben…als wenn er dass extra tun würde…einfach schlimm gewesen…und dass soll eine Schule für sozial emotionale Kinder sein, die ihre emotionen nicht steuern können…

Ich habe gebetet und hoffe, dass mein Sohn jetzt endlich frei davon ist. Auch wenn es noch ab und zu Situationen gibt wo er selbst sagt, dass er sich beeilen muss, wenn er arg im Stress ist bin ich überfroh, dass es ihm viel besser geht, wie noch vor ein paar Monaten! liebe grüße an euch.

4 „Gefällt mir“

dass stimmt absolut, auch wenn sie keinen Hunger haben, sollen sie dass essen worauf sie Lust haben. Und bitte die negativen Aussagen weg lassen, auch wenn es schwer ist, dass kind leidet am meisten darunter, wenn sie merken, dass man als Mama oder Papa total am ende und überfordert ist. Versuchen trotzdem ohne Vorwürfe an dass ganze zu gehen, es ist schwer, aber so schützt man ihn davor. Mein Sohn geht jetzt stundenweise in die Schule und es ist alles gut gegangen. Ich hoffe so sehr, dass er bald alles aufholen kann und er sich wieder glücklich und verstanden und akzeptiert in der gesellschaft fühlt. Bis jetzt äußerte er nichts negatives, die lehrer die ihn so behandelt haben sind gottseidank nicht da. So habe ich weniger Angst dass er in eine negativ spirale kommt. Aber er weiss, dass ich ihn liebe, für immer, egal was passiert. Er ist so ein toller Junge, er war nie grob aggressiv oder hat jemanden weh getan oder jemanden beleidigt.

1 „Gefällt mir“

was ich hier schon oft gelesen habe:

die klinder sind eigentlich krank. also, ein erwachsener wäre in der gleiche klosituation doch krank geschrieben. und ein kind muß zur schule gehen?

hast du das mit dem vater in den griff bekommen?

natürlich. Er hat eine Therapie gemacht. Klar lieben wir unseren Sohn. Ja, richtig. Er wurde ja auch freigestellt von der schule

Hallo in die Runde!
Kurzes Update: unser Sohn war von Mitte Februar bis Ende März in stationärer Behandlung. Dort wurde er auf Medikinet Retard 10mg (je morgens und mittags) eingestellt… Es geht ihm damit wunderbar. Er kam zurück, ist ohne Probleme wieder in die Schule gegangen und hat jetzt wieder Lebensfreude! Seit 3 Wochen konnte er seine Antidepressivum absetzen.
Leider muss er die Klasse auf Grund der vielen versäumten Tage wiederholen. Wir sehen es aber alle als Neuanfang, und er möchte dann durchstarten.
Unsere Tochter sitzt leider zu Hause, aber mit Hilfe des Arztes hat sie nun mit Ergotherapie gestartet. Der Versuch, ihr mit Elvanse zu helfen, hat leider ihre Depression verschlechtert, weshalb wir das erstmal abgesetzt haben. Sie wird aktuell erstmal auf ein neues Antidepressiva eingestellt… Außerdem bekommen wir Ende des Monats den Beschluss des Widerspruchsausschusses der KK bzgl unserer gewünschten Klinik. Es bleibt spannend.
LG

3 „Gefällt mir“

Liebe Igio,

danke, dass du dich wieder meldest! Schön, dass es deinem Sohn besser geht.

Vielleicht funktioniert auch bei deiner Tochter ein vorsichtiger Versuch mit MPH besser?

Hallo Falschparker.
Vielen Dank für die Rückmeldung! Wir schauen mal, wie die neuen Antidepressiva (Moclobemid) wirken. Und dann werden wir einen neuen bzw anderen Anlauf unternehmen. Wir bleiben am Ball, in der Hoffnung, sie noch besser unterstützen zu können. Die Ergotherapie gestern hat ihr durch „bloßes Zeichnen“ unglaublich Ruhe gegeben. Das war sehr schön zu sehen. Nächste Woche hat sie 2 x Ergo. Außerdem ist sie in der Woche ohne Tabletten… Wir sind sehr gespannt. In spätestens 2 Monaten ist der nächste Termin bei ihrem Psychiater. Dieser scheint gewillt, sie zu unterstützen. Ich werde weiter berichten.
Liebe Grüße

Unterschreibe hier mal bei @Falschparker : Warum bleibt man bei Antidepressiva, wenn man den Verdacht auf ADHS hat?

Viele unerkannte ADHS‘ler leben jahre- oder jahrzehntelang mit sogenannten „therapieresistenten Depressionen“ - und würden enorm von einer Therapie mit ADHS-Medikamenten profitieren.

Man braucht manchmal einen sehr langen Atem. Mein großer Sohn ist gerade 30 geworden. Seit er 19 ist, bekommt er kein Methylphenidat mehr, obwohl ihm das sehr gut tat. Ein Arztwechsel ist in seiner Wohnstätte leider schwer möglich, die Ärzte arbeiten bei dem selben Träger.

Aber wir bleiben dran und hoffen es noch zu erleben, dass er eines Tages in einer besseren Wohnstätte leben und eine passendere Medikation erhalten wird.

Hallo Moya.
Elvanse wurde erfolglos getestet. Leider mit einer starken depressiven Verschlechterung. Deshalb wieder abgesetzt. Das neue Medikament soll sie stabilisieren. Zeitgleich versuchen wir, den Klinikplatz zu bekommen. Wie @Falschparker auch schrieb: man braucht einen langen Atem.
Wir geben auf jeden Fall nicht auf.
Vielen Dank für die vielen Tipps und Gedankenanstöße.
Liebe Grüße

Tja, da werden wir doch wohl anderweitig suchen müssen. Die AOK hat die Klinik für unsere Tochter leider abgelehnt, da privat… Auch sieht sie keine medizinische Notwendigkeit für ein Einzelzimmer (wir schon).

Also habe ich gestern einige andere Kliniken angeschrieben. Bin gespannt auf die Antworten…

1 „Gefällt mir“

2 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Vorstellung 7-jährige Tochter, ich weiß gerade nicht weiter

Hallo in die Runde…

Ich wollte ein kurzes Update zu unseren Kindern geben:

Unser Sohn hat nur noch wenig Fehltage, kommt bisher gut zurecht und entwickelt sich gut. ABER seit ein paar Tagen äußert er selber, dass die Medikinet Retard (aktuell morgens 20mg, mittags 10mg) die Wirkung verlieren. Leider habe ich bislang keine erfolgreiche Kontaktaufnahme zur behandelnden Psychiaterin geschafft. Wir als Eltern bemerken leider auch Stimmungsveränderungen, wieder mehr Impulsivität und weniger Konzentration bei ihm… Außerdem hatte er häufiger Magen-Darm-Probleme direkt nach dem Frühstück. Das haben wir einigermaßen im Griff, indem er die Medis erst nach dem Frühstück nimmt. Ich werde morgen nochmal versuchen, die Ärztin zu erreichen…

Unsere Tochter nimmt nach wie vor Moclobemid. Sie hat Ergotherapie, die ihr sehr gut tut, wird durch eine qualifizierte ambulante Assistenz unterstützt und hat nun auch noch Physiotherapie gegen Kieferproblemen. Sie hätte in Bad Bramstedt zur Therapie gekonnt, hat aber leider schon am Anreisetag abgebrochen. Nun suchen wir eine ambulante Therapie, was natürlich nicht so einfach ist.

Beide Kinder schaffen es aber, zur Fahrschule zu gehen, um bald den Führerschein zu machen… gerade für unsere Tochter ein riesiger Fortschritt, der sie auch stolz macht.

Soweit von uns.

Liebe Grüße

1 „Gefällt mir“