Wann merkt man die perfekte Dosierung? (Elvanse)

Ihr Lieben,

nachdem ich selbst lange stille Leserin in diesem Forum war, verfasse ich nun meinen eigenen Beitrag auf der Suche nach hilfreichen Tipps und Erfahrungen.

Meine ADHS Diagnose habe ich seit knapp zwei Jahren. seit dem 18.12.25 werde ich mit Elvanse eindosiert. Zunächst habe ich mit 30mg Lisdexamfetamin von Ratiopharm angefangen. Ich würde mal sagen, die Ansätze haben gepasst und ich habe gemerkt, in welche Richtung es mit dem Medikament gehen kann. Jedoch war die Wirkung für mich eher schwammig/nicht ausreichend und am Ende kaum noch spürbar. Nebenwirkungen hatte ich nur am Anfang, der zweite Tag war am schlimmsten, sonst hielten sie sich in Grenzen. Kopfschmerzen, leicht verschwommene Sicht, minimale Mundtrockenheit und etwas Schwindel. Seit drei Tagen nehm ich 50mg (Takeda Elvanse, weil die Apotheke es vorrätig hatte) und ich spüre keine merkliche Verbesserung/Veränderung. Außer dass ich nun sogar etwas mehr mit Nebenwirkungen zu kämpfen habe (leichte Übelkeit, verschwommene Sicht, kalte Hände, ein bisschen so, als hätte ich zu viel Red Bull getrunken). Spricht das schon für eine Überdosierung oder ist das eher eine „normale Eingewöhnung“? Und merkt man den „sweet spot“ sofort oder dauert das einige Tage bis der Körper sich adaptiert hat?

Freu mich auf eure Antworten:)

Ich hefte mich hier mal ran. Ich dosiere auch gerade Elvanse ein (vorher Medikinet, das ich zwar von der Wirkung auf Konzentration und in Bezug auf innere Ruhe sehr gut fand, aber mich mit der Einnahme zu Essen und dem Rebound sehr gestresst hat). Ich finde deinen Dosissprung von 20 auf 50 sehr gross. Mein Arzt will, dass ich in 10er Schritten hochdosiere. Ich nehme ab Mitte nächster Woche dann 30 mg. (Ich soll die Kapseln teilen und einfach die Hälfe von einer zu der 20er dazunehmen).

PS: Mein Arzt sagt in kleine Schritten hochdosieren. Wenn es unangehm wird, dann ist die Dosis davor die passende. Ich habe zuerst unretardiertes Medikinet gehabt, da hab ich bei 15 mg + 15 gemerkt, dass es ein wenig zu viel ist und 20 +20 mg waren völlig drüber. Das war eindeutig. - Dann hab ich 10 mg 2 x am Tag genommen, was sehr gut war (bis auf Kreislaufprobleme und Rebound). Bei Medikinet retard hab ich dann bei 20 +10 ungefähr den gleichen Effekt gehabt. Jetzt bin ich mit Elvanse wieder auf der Suche. :slight_smile:

Wie waren denn die Eindosierungsschritte? Wie hoch, wie lang?

Hallo UlBre,

angefangen habe ich mit 30 mg (gut vertragen, am Ende kaum spürbar - 4 Wochen) und dann direkt auf 50mg. Da kam es eben gestern zu komplikationen.

Die 50mg habe ich jetzt 3 Tage genommen und ich habe aber heute für mich entschieden, die Kapsel in Wasser aufzulösen und nur 40mg zu nehmen. Deutlich angenehmer und besser verträglich. Hoffe nur, dass es ok war, dass ich einfach eigenständig runterdosiert habe.

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Bei Medikinet: pro Dosis 3-5 Tage, bei Elvanse soll ich 5-7 Tage bei einer Dosis bleiben (außer die Nebenwirkungen sind zu stark/klares überdosierungsgegfühl).

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Finde den Sprung von 30 auf 50 auch deutlich zu hoch. Habe mit 30 mg angefangen. Die haben aber nicht gut funktioniert für mich - mir ging es zwischenzeitlich schlechter als ohne. Dann hat mein Arzt mir 20’er aufgeschrieben. Und sollte etwas rumprobieren mit 20 oder 40 mg. Ich habe meines Erachtens dann mit 40 mg meine Dosis gefunden.

Hatte zwischendurch auf die Kapseln (30’er) geteilt und über den Tag verteilt genommen. Für meinen Arzt war das okay, aber das ist ja nicht der Sinn von Elvanse :slight_smile: Man muss und soll da ja auch ein bisschen rumexperimentieren. Das geht leider jeder Arzt etwas anders an, meist aus Unwissenheit.

Da scheiden sich scheinbar auch die Geister, bezüglich der Sprünge zwischen den verschiedenen Dosen. Ich bin super froh, überhaupt einen Paychiater gefunden zu haben aber habe ab und zu auch das gefühl, dass er nicht so Ahnung hat. Denn er hat mir die 50er verschrieben, weil es seiner Auffassung nach keine 40er gibt. Habe deshalb auch eigenständig jetzt auf 40 runterdosiert weil die 50 meinem Gefühl nach definitiv zu hoch waren. Bis jetzt ist das auch besser, aber bei 50 ging es auch erst so schlimm an Tag 3 los.

Es hört sich für mich so an, als würdest du Elvanse schon länger nehmen. Kannst du mir beantworten ob man direkt bei der Einnahme weiß, ob es die richtige Dosis ist? Oder ob sich das unter Umständen erst mit der Zeit einpendelt beispielsweise wenn der Körper sich an die neue Dosis gewöhnt hat?

Such mal hier im Forum nach „Steady State“. Es dauert ca. 5 Tage, bis der „Spiegel“ im Blut aufgebaut wird. Vorher kann man keine def. Aussage treffen.

Ich denke mit 40 weiterfahren macht Sinn. :+1:t2:

Wie geht es dir mittlerweile? Ich bin immer noch bei 30 mg, weil ich zwischendrin kurz krank war und pausiert habe. Überlege, ob ich noch hochdosiere, weil ich irgendwie das Gefühl habe “da geht noch was”, aber vielleicht ist das auch Wunschdenken. Habe das Gefühl bei Medikinet adult mit 20-10 hatte ich ein bisschen mehr innere Ruhe und mehr “so, jetzt geh ich das mal an” als mit 30 mg Elvanse. Ich bleibe viel bei unwichtigen Dingen hängen und habe weniger “In die Gänge komm” Push.. Was hingegen wirklich viel besser ist als mit Medikinet: die Abende, ich bin nicht mehr gereizt, das ist echt super.

Hallöchen :slight_smile:

aaalso… ich bin so ca. 2 Wochen auf 40mg geblieben… Muss sagen das war irgendwie ein auf und ab und ich hatte da auch einen Tag bei, wo es mir so ging wie mit 50mg, als ich dachte ich wäre zu hoch dosiert und dann runter gegangen bin. Das war dann am nächsten Tag wieder besser. Im allgemeinen ist es bei mir absolut abhängig wie regelmäßig ich esse - ansonsten schmiert mir mein Blutzucker an manchen tagen echt total ab… Ich hatte mich dann nach diesen 2 Wochen dazu entschieden, wieder auf 50mg hochzugehen, weil mir die Wirkung nicht reichte und ich es morgens auch echt lästig fand, mit dem in Wasser auflösen. Diesmal war die Wirkung der 50mg komplett anders! Meines erachtens nach genau so wie es sein soll und das was mir bei 30mg fehlte, hat sich auch total verbessert - vor allem die exekutiven Funktionen. Hatte bei 30mg auch permanent dieses „da geht noch was“ Gefühl. Komme jetzt schneller ins tun und schaffe auch mehr + die Wirkung hält länger. Kann es alles aber noch nicht endgültig sagen, da ich die 50mg erst seit einer Woche nehme und man weiß ja nie, wie sich das noch verändert. Hab definitiv mehr Eindosierungsnebenwirkungen als bei 30mg, aber ich glaub da muss man einfach durch… Mein Gefühl sagt mir, dass meine perfekte Dosis 60mg wären, da die Wirkdauer noch etwas zu kurz ist (Nehme die Kapsel zwischen 10:30 und 11:00 Uhr und habe so ca. bis 20:30 Uhr was von der Wirkung), was aber aktuell, wo ich noch Studentin bin okay ist. Und priorisieren fällt mir auch noch schwer… kann mich zwar zu unangenehmen Aufgaben motivieren, aber müsste eigentlich eher eine Abgabe für die Uni bearbeiten, statt die Dusche putzen :joy: Ich glaub man braucht einfach super viel Geduld und Durchhaltevermögen (womit ich mich selbst auch schwer tue). Aber wenn dir dein Gefühl sagt, dass da noch was fehlt, dann probier die höhere Dosis aus.

und ich kann dir empfehlen (hab den selben fehler auch gemacht) auch wenn du krank bist, in der Eindosierung die Medis weiter zu nehmen… Ich habe in der Eindosierung 2x pausiert (einmal weil ich krank war und einmal weil ich den Termin beim Paychiater verschieben musste und dann nicht mehr genug Kapseln hatte) und es war jedes mal so, als würd man wieder bei 0 anfangen.. der Körper und das Nervensystem müssen sich erst auf alles einstellen und wenn das unterbrochen wird, bringt das alles so ein bisschen durcheinander. Glaube das hat mir dann auch die Probleme beim hochdosieren gemacht

Danke, ja ich werde nächste Woche mal 40 mg probieren. Pause habe ich nur gemacht, weil ich einen Magendarminfekt hatte und mir der Kreislauf gekippt ist. Konnte hinterher aber problemlos wieder mit 30 mg starten (statt anfangs mit 20).