Warum Koffein am ersten Tag nach Absetzen von Elvanse keine gute Idee war. Erfahrungsbericht

Hallo miteinander:)

ich musste leider etwas auf eine nicht so schöne Art lernen und wollte meine Erfahrung hier teilen, weil ich anderen eine ähnliche Erfahrung ersparen möchte.

Ich nehme Elvanse seit knapp 2,5 Jahren und seit ca. 9 Monaten täglich. Seit gut einem halben Jahr trinke ich auch so gut wie gar kein Koffein mehr. Im Urlaub hab ich Elvanse dann seit der täglichen Einnahme über die 9 Monate zum ersten Mal pausiert. Es ist nicht generell das erste mal, dass ich Elvanse pausiere, nachdem ich es zumindest für einige Wochen täglich genommen habe und ich weiß, dass das kein Problem darstellt. Seitdem ich Koffeein weglasse, wirkt Elvanse übrigens viel angenehmer und ohne Nebenwirkungen, aber das ist ein anderes Thema.

Nun zum Thema. Als ich Elvanse im Urlaub den ersten Tag weggelassen habe, dachte ich mir, dann kann ich ja jetzt morgens 1-2 Tassen Kaffee trinken. Das war ein großer Fehler. Ich habe zwischen 7 und 10 Uhr 2 Tassen getrunken und ab 10:30 Uhr hatte ich Probleme mit der Scharstellung des Auges. Hinzu kam Schwindel und Übelkeit. Das hat sich dann so gesteigert, dass selbst kleinste Reize massive Übelkeitswellen ausgelöst haben. Schnelle Kopfbewegungen, haben sofort zu erbrechen geführt, laute Geräusche und sogar Gedanken ans aufstehen haben die Übelkeit verschlimmert. Das ganze hat 12 Stunden angehalten, auch wenn es sich nach den ersten Stunden schon so gebessert hat, dass ich zumindest aufstehen konnte, ohne Angst haben zu müssen, umzukippen. Ich hatte erst 36 Stunden nach der zweiten Tasse keine Nachwirkungen mehr. Ich hatte kurz daran gezweifelt, ob es am Koffein lag, weil es ja nur 2 Tassen in 3 Stunden waren, aber laut meiner Ärztin ist der Zusammenhang ziemlich deutlich:

  1. plötzlicher Entzug eines gewohnten Stimulans
  2. gleichzeitige ungewohnte Stimulation durch Koffein
  3. fehlende Reizfilterung durch ADHS

Folge war eine vagale Überreaktion also quasi eine Überreaktion des Parasympathikus, welche genau das auslöst, also Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Benommenheit, Reizüberempfindlichkeit. Ich hatte zu keiner Zeit Herzrasen o.ä. also kein Zeichen für zu viel Koffein und in Folge Sympathikus aktiviert, sondern einen ruhigen und gleichmäßigen Puls.

Wenn man aber täglich Elvanse nimmt, werden wohl die Reizfilter stabiler, das Nervensystem passt sich an etc. Wenn das plötzlich wegfällt, wirkt Koffein bei manchen viel(!) stärker. Da ich vorher immer Koffein getrunken hatte parallel mit Elvanse, ist das halt am ersten Tag nach dem absetzen sonst nie aufgefallen. Jetzt weiß ich es. Ich hoffe das bewahrt den ein oder anderen vor einer ähnlichen Erfahrung.

Liebe Grüße

Sicher, dass dies kein Migräneanfall war? Klingt in jedem Fall ziemlich schlimm. Ich hoffe dir geht es wieder besser. :people_hugging:

1 „Gefällt mir“

Das ist natürlich nicht auszuschließen, aber ich hatte in meinem Leben vielleicht 2-3 Migräneanfälle (wenn das überhaupt Migräne war), die immer auch mit starken Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit einhergingen. Da die Symptome ziemlich gleich nach dem Kaffee aufgetreten sind, es der erste Tag nach Monaten ohne Elvanse war und meine Ärztin erklärt hat, warum man so heftig auf Koffein reagieren kann, wenn man Elvanse absetzt und Koffein nicht gewohnt ist, halte ich es für sehr viel wahrscheinlicher, dass es tatsächlich davon kam.

Und ja, ich bin wieder fit, danke :slight_smile: