Was wählt ihr bei der Arbeit, Flow ohne Pause oder fixe Zeitpläne?

Hallo ihr lieben,

mich drängt derzeit vor allem eine Frage: wie schaffe ich zufrieden möglichst viel ohne mich zu verausgaben. Desshalb interessiert mich wie ihr das löst.

Ich habe mir einen mehr oder weniger klaren Zeitplan geschaffen, der für die unterschiedlichen Aufgaben des Tages 9 Kategorien kennt. Aktuell sind wichtige Dinge wie Jobarbeit am Rechner darin in 40 minuten Blocks eingeteilt, danach folgen wechselnd 20m Pause oder Hausarbeit. Es ist relativ wurscht was ich tue, nach 10m bin ich je nach Aufgabe nicht mehr bei der Sache oder aber meistens im Flow. Oft genug komme ich da nicht raus und ehrlich gesagt will ich das auch in dem Moment gar nicht. Aber dadurch verpasse ich meine Pausen und Ausgleichseinheiten, was zu insgesamt weniger Leistung führt.

Dieses System nutze ich nun seit etwa 4 Wochen, davor war ich quasi vogelfrei und hab vieles nicht auf die Kette bekommen. Ich Frage mich ob ich mich einfach noch an das System gewöhnen muss, oder ob ich meinem Flow folgen sollte bis die Aufgabe abgeschlossen ist - nur wie vermeide ich dann das verzetteln in Kleinigkeiten? Oder helfen schon längere Zeiteinheiten?

Klar, jeder tickt anders, aber mich würde dennoch interessieren wie ihr sowas löst.

Vielen Dank dafür und LG

Auf der Arbeit hab ich einen vorgegebenen Zeitrahmen . Feste Arbeitzeiten und rien ne va plus wenn du Arbeitsschluss hast. Ist halt auch keine Buerojob. Haette ich einen wuerde ich mir fuer bestimmte Aufgaben Zeitraeume stecken nehme ich an.

Ich ergebe mich langsam der Einsicht, dass die meisten der neurotypischen Ratschläge nicht greifen.

Und versuche zu akzeptieren, dass mein Nervensystem eher auf PINCH anspricht:

P = Play
I = Interest
N = Novelty
C = Challenge
H = Hurry (or a Deadline).

Wobei ich sogar von dem „H“ darin inzwischen eher Abstand nehme, weil ich als Zeitblinde mit Zeitplanung noch nie viel anfangen konnte. Selbst Zeiträume mit Sicherheitszuschlag kommen an Grenzen, wenn man sein Nervensystem irgendwann so lange im Alarmzustand gehalten hat, dass der Rauchmelder auch schon bei einem Teelicht angeht.

Wenn es eher der Regelfall ist, dass die Aufmerksamkeit wie von einem wilden Fluss mitgerissen wird, dann muss man ja auch z.B. Flow nicht anstreben, sondern eher gegensteuern, mit Zwischenschritten, Zwischenüberschriften eines längeren Textes, usw.

Wie Trittsteine, die einen trittsicher über den Fluss tragen und Sicherheit vermitteln. Weil die andere Seite des Ufers das Ziel ist und nicht der Fluss. Externalisieren durch Gerüste, Merkposten im Außen („Scaffolding“, wie es Barkley predigt) usw., damit der Fluss der Zeit überhaupt spürbar und das andere Ufer im Blick bleibt.

Am Anfang die Latte so niedrig legen, dass es fast schon lächerlich ist. Es bleibt aber ein Nadelöhr: zu viel Trittsicherheit und zu viel Kleinteiligkeit… und schon ist der Fluss wieder mitreißender.

Trotzdem eher nicht mit 40 Minuten planen, sondern mit 5 oder 10. Darin schnell Momentum anstreben und erhalten durch viele Zwischenerfolge. Pause machen, wenn man eigentlich noch weitermachen will, dafür einen Wecker stellen.

Hemingway Brücken bauen auch am Abend: also etwas offenlassen, das Dich anzieht und interessiert.

Vermutlich sogar die Arbeitszeit insgesamt künstlich begrenzen, nachdem man jahrelang ohne Anfang und ohne Ende versucht hat, sein eigenes So-Sein zu kompensieren.

Aber Barkley empfiehlt zB auch fast durchgehend kleine Schlucke zuckerhaltiger Getränke - und für andere ist jeglicher Zucker komplett kontraproduktiv. Daher muss den Heiligen Gral wohl jede/r selbst suchen.

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Na dann hatte Berkeley wohl keinen Reizdarm, wenn der soviel Zucker und Kohlensäure vorschlägt. :rofl:

Aber die Berkleybrücke klingt interessant. Das Konzept Versuch ich mir mal zu merken. Ansonsten jetzt schon lieben Dank euch beiden für die Antworten. Ich bin gespannt ob und was andere noch so antworten.

Weder viel noch Kohlensäure. Es kann auch verdünnter Saft sein - und es geht gerade um bewussten Konsum zur Versorgung des Gehirns.

Also ich arbeite Teilzeit Mo-Mi/Do, mit täglich 6 Stunden.
Wenn ich mit meinem Chef zusammen arbeite, gibt es um 12 Uhr eine halbe Stunde Pause. Arbeite ich mit seiner Frau, dann wird durchgearbeitet.

Hinweis: Ich arbeite körperlich. Also in Gartenpflege und Gartenbau.