Weiß nicht mehr weiter, Depression, ADHS oder was anderes?

Vielleicht kannst Du für den Anfang etwas stabilisierendes Selbstmitgefühl daraus ziehen, dass viel von der Selbstsabotage eigentlich Selbstberuhigung oder sogar eine Art Selbstmedikation ist. „Maladaptives Coping“ hilft vielleicht als Suchwort.

Man zweifelt vielleicht anfangs ein bisschen an sich. Vielleicht sogar, weil da wirklich noch irgendein Informationsdefizit ist vor dem Lösen der Aufgabe. Weil aber das Gefühl so unangenehm ist, flieht man, vergrößert dadurch den Zeitdruck. Dann gibt es ein Nadelöhr, in dem das stimulierend und aktivierend sein könnte für ein Nervensystem, das eher PINCH-verlötet ist: Play - Interest - Novelty - Competition - Hurry.

Aber wenn man an dieser Haarnadel-Kurvenausfahrt vorbeifährt, dann wird der Druck gefühlt so groß, dass Vermeiden fast schon objektiv verständlich ist… und so geht es weiter.

Gerade letzte Woche wieder durchgespielt, ich auch. Und welche Ironie: Genau in dieser Phase war die Scham über meine eigenen Defizite so groß, dass auch die ablenkenden Gedanken am größten waren. Als ich es gerade so über den Berg geschafft hatte, ließ das von selbst nach.

Teufelskreis - und der dreht leider noch schneller, wenn man ihn nicht als solchen erkennt.

Ob ADHS oder nicht - das wird eher ein gradueller Unterschied sein. Wenn auch evtl. ein entscheidender beim Gegensteuern.

Im „Deep Work“-Buch von Cal Newport kann man an einem Fallbeispiel nachlesen, dass schlechte Gewohnheiten gerade digital bis zu 98 % der Arbeitszeit fressen können und wie der Rückweg aussehen kann. (Mir hat es geholfen, es mal von jemand anderem zu lesen, weil der Einsicht ja manchmal fast Unglauben entgegensteht, wie sehr man sich sabotieren kann.)

Anna Lembkes Content liefert eine weitere Fundstelle möglicher Entwöhnung.

Ohne genug Dopamin fällt man leichter in solche Gruben und findet schwerer wieder raus, v.a. unbehandelt. Aber so oder so braucht es Gegenwehr. Es gibt genug Algorithmen, die um unsere Aufmerksamkeit kämpfen.

Kann (!) auch an diesem Prozess liegen, der mit ADHS weniger gut funktioniert: Konkurrierende Netzwerke - DMN vs. TPN

Entschuldigung für den Link- und Info-Dump. Berührte mich aus eigener Betroffenheit. KI hätte es vielleicht pädagogischer aufbereitet.

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