Wie fühlt es sich an zu demaskieren?

Hallo zusammen,

ich bin erst vor zwei Monaten diagnostiziert wurden und kämpfe mit den Dingen, die einem Spätdiagnostizierten das Leben schwer machen.

Neben Therapie und hoffentlich baldiger Einsatz von Stimulanzien, habe ich bei dem Besuch einer Online-Selbsthilfegruppe bemerkt, dass ich gemerkt habe, wie ich total maskiere.

Im Job vor allem, habe ich die Angewohnheit gehabt oder habe sie immer noch, mich penibel zu strukturieren. Sonst fange ich das Abschweifen an. Genauso habe ich es auch Kolleginnen immer gesagt.

Während dieser Online-Selbsthilfegruppe sollte man sich vorstellen und, da ich es verinnerlicht habe, antworte ich in kurzen knappen Sätzen zu mir.

Die Menschen nach mir haben ausgeholt und sind in Details reingegangen. Während dieser Stunde saß ich dann sehr lange und habe mich gefragt, warum ich nicht auch mehr erzählt hatte. Denn eigentlich wollte ich. Ich wollte meine Geschichte zu meiner Diagnose erzählen und die Gefühle mitteilen. Stattdessen habe ich mich stark eingeschränkt bei meinen Aussagen, es fühlte sich an wie maskieren. Als ich das Ende der Stunde bemerkt habe. Was da passiert war, war ich total aufgelöst. Hatte ich mein Leben lang genau das getan. „Mich zusammengerissen“? Dieses Gefühl hier muss ich das nicht tun, hier lasse ich die Maske. In der Stunde war… ich kann es noch nicht Mal beschreiben. Vielleicht hat dann auf einmal alles gepasst.

Jetzt zu meiner Frage: Habt ihr selbst solche Momente erlebt, wo ihr eure Demaskierung bemerkt habt? Was hat es mit euch gemacht?

Lieben Gruß,

Basti

2 „Gefällt mir“

Willkommen hier!

Hat mich geplättet, wie vom Panzer überfahren anfangs. Für mich ist das auch eher ein andauernder und natürlich auch situationsabhängiger Vorgang (jeder maskiert in bestimmten Situationen, weil es auch hilfreich sein kann). Die Maske fiel und fällt Stück für Stück, aber der Moment in dem ich es zuerst bemerkte, war niederschmetternd. Eine Zeit lang habe ich dann irgendwie deutlich weniger auf die Reihe gekriegt (Arbeit, Haushalt etc.) bzw. brauchte dafür noch mehr Energie als sonst. Glücklicherweise hielt das Gefühl nicht ewig an (hoffe das tröstet dich ein bisschen).

Wie wäre es, wenn du das hier jetzt für dich nachholst? Hier kannst du so ausladend und detailverliebt erzählen wie du willst, ohne Maske.

Grüße und willkommen noch mal!

1 „Gefällt mir“

Hallo :slight_smile:

ich bin auch noch nicht lange diagnostiziert und auch noch nicht lange hier im Forum unterwegs. 4 Wochen jetzt.

Für mich ist es extrem schwierig zu verstehen, was maskieren ist/war und was einfach ich bin.

Ich gehöre auch zu denen, die durch eine fast zwanghafte Terminorganisation und Arbeitsorganisation wenig durch Chaos, Unpünktlichkeit usw. aufgefallen sind. An diesem Punkt sage ich aber schon seit Jahren über mich selbst „Das ganze Organisieren ist nur dafür da, das innere Chaos im Zaum zu halten“. Jetzt mit der Diagnose erklärt sich aber warum ich vom normalen (vermeintlich harmlosen) Alltag so extrem erschöpft war und vom Planen gar nicht mehr loslassen konnte. Das geht gerade etwas besser und fühlt sich erleichternd an. Aber auch schräg und ungewohnt mich jetzt dabei mitzubekommen, dass ich teilweise unorganisierter bin.

Anderes Thema ist mein Redefluss. Als Kind und in der Pubertät habe ich unglaublich viel geredet, von mir und über alles mögliche. Mit einem schlechten Gefühl für die Situation. Auch das habe ich irgendwann unterdrückt. Sprich, ähnlich wie Du in der Selbsthilfegruppe, eher kontrolliert was ich preis gebe. Nur wenn ich explizit gefragt wurde war das anders. Auch hier merke ich wie diese Zurückhaltung weniger wird. Allerdings bin ich sensibler für die Situationen geworden und thematisiere das dann. Manchmal als Entschuldigung, manchmal einfach im Sinne von zeigen, dass es mir selbst aufgefallen ist. Da habe ich bisher zum Glück viel Verständnis bekommen.

Was weh tut, dass Menschen in meinem Umfeld mich anscheinend so anders wahrgenommen haben, dass es ihnen jetzt schwer fällt zu verstehen ‚wie ich diese Diagnose haben kann‘. Das Erklären ist dann je nachdem wie wichtig mir die Person ist durchaus zusätzlich anstrengend.

Hallo lieber @Deinbasti,

herzlich willkommen! Dein Beitrag hat mich sofort berührt. Danke dafür!

Bei mir hatte diese Erkenntnis, dass ich mich eigentlich mein ganzes Leben lang nur zusammengerissen habe, zweierlei Auswirkungen:

  • Ich war (und bin es zum Teil immer noch) schockiert, traurig, irritiert, verunsichert
  • Ich war gleichzeitig sehr erleichtert, weil es meine permanente Erschöpfung endlich erklärt hat

Über Jahrzehnte war ich auf der Suche nach der Ursache für diese Erschöpfung und vor allem auf der Suche nach der Energiequelle, die meine Batterien wieder aufladen kann. Ich habe beides nie gefunden, bin von Facharzt zu Facharzt gelaufen, hatte Klinik- und Kuraufenthalte, habe alle möglichen Ansätze zur Entspannung und Regeneration ausprobiert, alles ohne wirklichen und nachhaltigen Erfolg. Erst dieser Moment der Erkenntnis hat hier wirklich eine Weiche in meinem Leben gestellt. Und das war aber gleichzeitig unfassbar schockierend.

Seitdem ich nun nach und nach demaskiere (Elvanse hilft mir dabei übrigens extrem gut - trotz aller Schwierigkeiten und Nebenwirkungen), bekomme ich zunehmend das Gefühl, selbstbestimmt, selbstwirksam und selbstbewusst (im eigentlichen Sinn des Wortes) leben zu können. Gleichzeitig führt das Demaskieren aber auch zu Schwierigkeiten mit meinem Umfeld. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext. Das ist glaube ich ein wirklich langwieriger Prozess - aber wenn ich bedenke, wie lange ich mich zusammengerissen habe, sollte ich mir für diesen neuen Prozess eigentlich auch genügend Entwicklungszeit zugestehen. Das ist halt so eine Sache mit dieser Geduld… ist aber ein anderes Thema.

Die Kunst ist glaube ich, das Maskieren da bewusst einzusetzen, wo es mir den Alltag unter neurotypischen Menschen erleichtert und es da sein zu lassen, wo es mir selbst schadet. Der Weg zur Erleuchtung ist aber wahrscheinlich ein langer und vor allem ein unendlicher :woman_in_lotus_position: :wheel_of_dharma: :wink:

Ich finde den Vorschlag von @Petrolblau super, dass wir das Demaskieren hier im Forum üben. Bin gespannt!

Liebe Grüße

3 „Gefällt mir“

Hey :smiley:

interessante Frage.

Ich kann dir nur sagen, wie ich vorgehe, falls es hilfreich für dich ist:

In vielen Alltagssituationen gebe ich mich so wie ich auch wirklich bin. Sprich: Ich öffne mich gegenüber anderen Menschen, halte Smalltalk an der Supermarktkasse etc. Mir hat der Gedanke geholfen, dass andere Menschen mir in den allermeisten Fällen ohnehin „nichts können“, also kann ich auch gleich ich selbst sein und mir den Stress sparen (ja, ich weiß, dass dazu Selbstbewusstsein und Mut gehört und das nicht von heute auf morgen umsetzbar ist; war bei mir auch ein Prozess, aber jetzt ist es so natürlich und fühlt sich für mich irgendwie leicht an, also im metaphorischen Sinne).

Ich differenziere auf der Arbeit/in professionellen Kontexten: Da ich Spießigkeit verabscheue, bin und gebe ich mich fröhlich, herzlich, höflich, lache auch viel, wenn es nicht völlig unangebracht ist und schätze gzte Unterhaltung(-en)/fachlichen Austausch. Und natürlich denke ich vorher auch darüber nach, was ich in diesem Kontext sagen kann und was absolut unangebracht wäre. Allerdings habe ich auch due Erfahrung gemacht, dass viele Männer, auch eher die Ü50, da etwas ungenierter sind…

Wenn man begreift, wie kurz und ja auch endlich das Leben ist, ergibt es für mich keinen Sinn, ein Leben „zu spielen“ bzw. sich derart zurückzunehmen/zu maskieren (bin mir nicht sicher, was alles unters Maskieren, was unter Selbstschutz oder der Aufrechterhaltung einer professionellen Identität fällt etc.). Ich habe für mich entschieden, möglichst keine (vorgefertigte) Rolle einzunehmen, mich möglichst authentisch und autonom zu verhalten. Das hat als „Nebenwirkung“ dazu geführt, dass ich sehr respektiert werde, was mich natürlich wiederum bestärkt.

Es gibt da auch noch ein Zitat von Steve Jobs, der gesagt haben soll: „Remembering that you are going to die is the best way I know to avoid the trap of thinking you have something to lose. (…) Your time is limited, so don’t waste it living someone’s else life.“

(Mit der Kritik an Jobs teils schwieriger Persönlichkeit, Lebensweise etc. bin ich vertraut, aber einige Zitate von ihm finde ich dennoch äußerst überzeugend und wegweisend).

Für mehr Lebenstipps folge mir gern auf… :wink:

Alles Gute und viel Erfolg beim Demaskierem! :slight_smile:

PS: Ich räume aber trotzdem das Haus auf, wenn wir Besuch erwarten oder ich mein Auto verleihe. Aber tun das nicht auch andere Personen ohne ADHS? Finde es schwer, da eine Grenze zu ziehen… vielleicht bin ich auch einfach sehr schlecht im Maskieren geworden, auch möglich (Ende des Gesprächs mit mir selbst :grinning_face:).

Hallo alle. Erstmal vielen Dank für eure Antworten, das hat mir schon geholfen zu verstehen, dass es euch auch so geht. Ich war am Ende der Selbsthilfegruppe so mutig und habe angesprochen, dass ich gerne mehr gesagt hätte, aber mich zurückgehalten habe.

Dann Versuche ich es Mal (unmaskiert):slight_smile:

Ich bin 40 Jahre alt und bin mein gesamtes Leben, seitdem Tod meiner lieben Oma mit Depressionen diagnostiziert worden. Zusätzlich hat ein traumatisches Erlebnis im Verwandtschaftskontext nicht gerade geholfen mein Selbstwertgefühl zu heben.

Nach aussen hin habe ich immer gelächelt und war für alle da, obwohl ich innerlich gar nicht so freundlich. Aber nur zu einer Person, nämlich mir. Ich habe mich wirklich innerlich gar nicht gut behandelt.

Ich habe immer gedacht: Wenn nur jemand rausreden, wie ich wirklich bin. Wie schlimm ich wirklich bin.

Es hat mich bis in mein Erwachsenenleben verfolgt. Irgendwann in den letzten Jahren habe ich auf den Punkt gebracht: Ich bin es nicht wert.

Ich habe versucht nach den neurotypisvhrn, oder wie ich damals dachte „normalen“ Spielregeln zu spielen. Sei nett, halt dich zurück, warte erst bis alle anderen geredet haben, lass deine spontanen Einfälle weg…usw.

Den inneren Kritiker habe ich als meinen dunklen Partner akzeptiert und er gab mir bei jedem kleinsten sozialen Fehltritt wochenlang Futter für Negatives.

Einmal habe ich meinen Chef auf dem Flur die Hand ganz offiziell gegeben. Obwohl ich den Job gerade bekommen hatte und ihn schon öfters gesehen hatte. Ich stand innerlich vor Scham in Flammen und hatte die nächsten Tage immer wieder damit zu tun. Solche Beispiele gab es Zuhauf.

Durch diese Fehltritte hatte ich Angst. Dass jemand rausfindet, wie jämmerlich ich war.

Zudem nahm ich typische Verhaltensweisen von mir gar nicht mehr wahr, vor allem das Vergessen von Gegenständen in der Bahn oder dem Vergessen von Dingen, die nicht vor mir lagen. Ich war halt so.

Und ich war vor allem eins: Alleine. Alleine in meinem Kopf mit einer negativen Stimme, die nur darauf lauerte mein niedriges Selbstwertgefühl mit Negativem zu füttern.

Aber ich bin kreativ und habe kreative Sachen gemocht. Seitdem ich denken kann, Versuche ich ein Buch fertig zu schreiben, mittlerweile verstehe ich warum das nicht klappen will. Seit 30 Jahren.

Im Jahr 2022 habe ich Schilddrüsenkrrbs bekommen. Das ist ein Thema für sich, aber durch das Überstehen dieser Krankheit habe ich eine psychotherapeutische Betreuung gebraucht. Zwar wurde ich durch das Überleben etwas lockerer, aber der innere Kritiker würde nicht mitrausoperiert. Im erwachsenen Alter war er auch eher leider, denn ich hatte ihn schon verinnerlicht.

Im Rahmen der Therapie berichtete ich meinem Therapeut, dass ich Probleme mit Nachverfolgen von Sachen habe. Aufgrund dieses minimalen Satzes schaute er mich und meinte"Haben Sie sich Mal auf ADHS getestet?" Nein, das war ein Thema mit dem ich gar nichts anfangen konnte und dachte es wäre was für das Kindesalter.

In der nächsten Sitzung sollte der Fragebogen durchgegangen, ich habe aber vorher natürlich mit maximalen Hyperfokus sehr viel über ADHS gelesen. Egal was ich zuerst gelesen und gesehen hatte, ich saß davor und dachte „Warum schreiben die eigentlich über mich“ ,oder „Das Problem haben auch andere“ Aber der Gedanke hat mich emotional nicht erreicht. Wir machten den Test. Witzig war auf die Frage: Sind sie manchmal abgelenkt und können Gesprächen nicht folgen? Antwortete ich mit „Was haben sie gesagt“.

Am Ende hatte ich zu 90 Prozent eine bestätigte ADS Diagnose. Seitdem habe ich mich durch alles durchgelesen und es ist wie eine Sucht, nochmal den nächsten Ratgeber durchzugehen.

Mein innerer Kritiker übrigens wollte es dauernd verleugnen mit „Du hast keine ADHS - du bist es nicht wert.“

Es ist jetzt zwei Monate später weiter in mein Gehirn eingedrungen und dieser Selbsthilfegruppentermin war der lebendige Knackpunkt. Vor mir saßen digital 10 Bastis und die hatten alle dieselben Probleme.

Am Schluss der Sitzung sagte ich: „Ich bin froh nicht mehr allein damit zu sein.“

Das Bild was mich am meisten dabei traurig gemacht hat, war dieser kleine Junge. Ich. Der sich selber quälte sein Kinder und Jugendzeit über und alleine da saß mit einer dunklen Seite, die dabei half mich alleine zu fühlen. Der kleine Junge tut mir jetzt immer noch leid, denn er wusste nicht, dass es eigentlich ein biochemisches Problem war und nicht, dass er es nicht wert war.

Ich habe zwei Söhne und wenn ich mir vorstelle, dass einer dasselbe durchmacht, kann ich mich mit Weinen nicht zurückhalten.

Ich habe gelernt, dass nicht die Vergesslichkeit das Schlimmste für mich, sondern die Zurückweisungsempfindlichkeit. Hatte ich es früher gewusst, wäre mein Leben wahrscheinlich gleich verlaufen, aber ich hatte gewusst wer mit mir alleine als kleiner Junge da sitzt.

Ich Versuche jetzt zu verstehen wer ich wirklich bin und wo ich meine Maske senken kann. Vielleicht ist das hier ein Anfang. Danke für eure Offenheit.

5 „Gefällt mir“

Ganz offen und ehrlich sowie aus eigener Erfahrung:

Alle Menschen verhalten sich täglich mehr oder minder dämlich, Menschen passieren Unannehmlichkeiten, Menschen treten in Fettnäpfchen, machen Dinge falsch. Und trotzdem wüsste ich nicht, wie ich ohne andere Menschen leben sollte.

Wir leben alle zum ersten Mal! :wink:

Ich bin keine Therapeutin, aber ich würde dir raten - sofern Rat erwünscht ist -: Lenke den Fokus weg von deinem Inneren. Würde ich jeden Tag Revue passieren lassen, würde ich auch fündig werden nach Fehltritten etc…

Das Leben sollte auch zum Leben und Genossen werden da sein. Da ich keinerlei Erfahrungen mit Depressionen habe, kann ich diese schwer nachvollziehen und es tut mir leid, falls ich zu direkt bin.

Wenn du weiterhin Therapie machst, wirst du deinen Kindern sicherlich perspektivisch ein gutes Vorbild und ein Wegweiser sein können. :slight_smile:

Danke fürs teilen deiner Gefühle, Gedanken und Erfahrungen :shamrock:

Ich empfinde das als eine Frage , die sehr schwierig zu beantworten ist.

Maskieren tue ich ja nicht nur für andere oder dem aktuellen Kontext, sondern auch für mich .

„Maskieren“ tut mir ja auch selber gut. Z.B. den Babbel in einem Gespräch halten kostet wegen des maskierens natürlich Energie. Maskiere ich nicht und lasse alles raus ,was in meinem Kopf rumspukt, dann schaukelt sich das immer höher und ich fühle mich total unglücklich wenn ich plötzlich total hochgefahren bin und nichts mehr regulieren kann.

Zur gleichen Zeit nehme ich ja wahr wie ich dadurch den anderen mehr Energie koste und auch nerve , oder die ganze Sache „unproduktiver“ wird weil ich ständig neue Themen aufmachen oder „belangloses“ reinquatsche. Ich bin dann innerlich verzweifelt und unglücklich und verbrate damit auch meine Energie und zugleich müssen alle mehr Energie aufwenden um den roten Faden zu halten . Und im Rückblick bin ich dann auch nicht glücklich über die Situation und das kostet auch wieder Energie um das zu verarbeiten .

In meiner Hobbygruppe , lasse ich auch schonmal die Dritte Dosis meiner Medis aus und gebe meinem ADHS freien Lauf. Ich muss dann alles kommentieren und ständig Wortzaubern , hab zu allem was zu sagen. Meine Sprüche sind dann schon mal drüber , ich nerve den Anleiter, weil ich unterbreche . Ich bin im Thema und innerlich mit 1000 anderen Themen beschäftigt und mache irgendwelche Faxen aller Klassenclown.

Wenn ich mir überlege, bin ich doch sinnbildlich dann ein unmaskierter Klassenclown :clown_face: , der trotzdem eine Maske trägt , weil auch unmaskiert bin ich ja auch nicht ganz glücklich darüber und dann ist es ja irgendwie auch wieder ein Pokerface :joker:.

Auf Fortbildungen habe ich manchmal das Gefühl die „bravste“ zu sein während andere sich wie die „Schuljungs aus der hintersten Reihe“ benehmen . Ich empfinde es manchmal dann auch als ungerecht , weil ich mir so viel Mühe gebe, …während andere…und ehrlich gesagt finde ich sowas auch unhöflich dem Referenten gegenüber und es nervt einfach .

Die Alternative wäre ja, einfach mich mit nach hinten zu den „Schuljungs aus der hintersten Reihe“ zu setzten und mich genau so zu benehmen . Null-Komma-Nix , wäre ich vermutlich die Auffälligste von allen und würde auch noch alle anstacheln.

Nicht zu maskieren würde für mich somit bedeuten so zu sein, wie ich es von anderen als unhöflich und störend empfinde .

Also meine maskieren ist in vielen Situationen auch etwas was ich selber möchte , weil ich es von anderen als störend empfinde.

Mir hilft allerdings da die Medikation sehr, weil ich mich „natürlicher“ vom inneren heraus ruhiger finde und nicht so viel Energie verbraten muss.

Am meisten „demaskiere“ ich wenn es mir gelingt rechtzeitig „Nein“ zu sagen und leider auch mein sozialer Rückzug, weil ich wiederum damit den Preis zahle , weniger dabei zu sein.

Ich habe das Gefühl dass es schon fast egal ist wie ich mich gebe, maskiert oder demaskiert , beides kostet trotzdem seinen Preis , den ich zu tragen habe.

Maskieren bedeute für mich auch zu versuchen im ruhigeren Fahrwasser zu bleiben oder im Wildwasser, dass Boot ruhig zu halten und demaskiert wäre es eine ungesteurte Wildwasserfahrt , die neben dem Spaß auch irgendwie überlebt werden muss.

Ich hoffe ich kann verdeutliche , dass ich es total schwierig finde , da eine gesunde Waage zu finden,

2 „Gefällt mir“

Wow… ich finde das total bewegend und sehr gut nachvollziehbar.

Beim Lesen ist mir einiges wie Schuppen von den Augen gefallen…

Ich selber maskiere weiterhin ganz oft ganz viel, aber das geht eigentlich nur noch mit Medikamenten.

Ohne Medis läuft bei mir sowieso kaum noch was und ich gehe nirgendwo hin, weil ich die Energie schon gar nicht mehr habe.