Hallo ihr Lieben;
der Weg der Diagnose ist ja echt ein wilder Ritt. Ich bin ein ganz besonderer Fall - hatte die Diagnose schon als Kind. Meine Mama dachte mangels entsprechender Aufklärung, ADHS sei eine “Kinderkrankheit” und als ich nach der Schulzeit depressiv wurde, kam ich deswegen in Therapie und bekam eine Borderline Diagnose.
Als ich mich dann in meiner mündlichen Examensprüfung nicht auf die Frage der Prüfer konzentrierte, sondern auf einen Vogel der vorm Fenster flatterte, war mir klar, dass das nicht Borderline sein kann.
Ich bekam die Diagnose und nehme seitdem 300 mg Bupropion weil ich Stimulanzien nicht gut vertragen habe. Damit geht es mir eigentlich gut. Dennoch merke ich, dass ich (insbesondere kurz vor meiner Periode) immernoch ziemlich mit Reizüberflutung zu kämpfen habe.
Ich habe verstanden, dass alles ein Reiz sein kann - auch Gefühle.
Nun hatte ich eine sehr anstrengende Woche. War auf Geschäftsreise und lerne gerade für mein 2. juristisches Staatsexamen. Bin generell viel im Zug gesessen. Dazu kommt noch emotionale Belastung in einer zwischenmenschlichen Beziehung. Heute Nacht bin ich aufgewacht weil meine Gedanken so extrem gekreist sind, dass ich gar nicht mehr zur Ruhe kam und nicht mehr einschlafen konnte. Kann das nur als Gedankensausen beschreiben. Habe das Gefühl, alles hat sich zu einer undefinierbaren Masse vermischt und ich kann meine Gefühle nicht mehr greifen. Zudem wirken die Medis ab irgendeinem Punkt vor meiner Periode echt bescheiden bis gar nicht.
Nun habe ich aber die nächsten 2 tage immernoch viel zu tun. Kann man ja auch nicht immer vermeiden und mir graut es davor. In meinem Kopf laufen gerade drölf Ohrwürmer gleichzeitig.
Was sind eure Tipps ? Musik ? ADHS Frequenzen ? Noise Cancelling Kopfhörer ? Morgens eine Stunde meditieren ? Spazierengehen ?
Ich würde mich extrem über Tipps freuen, da ich momentan echt fertig bin.
Herzliche Grüße