Wie schnell fühlt ihr euch wie ein kleines Kind behandelt?

Hi ihr!

Mein zweiter Forumseintrag und schon so ein ernstes Thema! :sweat_smile:
Aber nun gut.

Meine Frage steht eigentlich schon oben.
Wie schnell fühlt ihr euch von Gleichaltrigen oder Älteren wie ein kleines Kind behandelt?
Und wann fühlt ihr euch am ehesten so? (Also Wortlaut, Situation, einfach alles was dazu passt)

Danke schon mal für Eure Antworten! :slight_smile:
Bernd

Von meinem Bruder regelmäßig. Und ein Gefühl ist es nicht, glaube ich, er behandelt mich immer wieder mal als seinen kleinen Bruder. Dabei bin ich schon 60 (und er 65).

Dabei habe ich meistens nur kurz mit ihm zu tun, er ist fast immer ganz schnell wieder weg, wenn wir uns sehen. So alle zwei Jahre für ein paar Stunden.

Aber wir telefonieren öfters miteinander. Und bei einem der letzten Male predigt er mich geradezu an, ich solle doch am Telefon lang-sa-mer und deut-li-cher sprechen. Ich antwortete ihm, zum Erziehen ist es etwas spät.

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Puh, … also wenn’s von respektlosem oder abwertendem Verhalten des Gegenübers begleitet wird … Sehr schnell!

Aber für Heute zieht mich das Thema zu sehr runter. Sorry

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Manchmal, von Verwandten auf jeden Fall. Sie sehen wahrscheinlich nach wie vor das tollpatschige Kind in mir. Auch fremde Personen sind oft herablassend oder sprechen komisch mit mir.

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Ich weiß nicht ob es ganz passt, aber ich finde es ein bisschen respektlos/von oben herab wenn mich fremde Leute (gerade in beruflichen Kontext) einfach Duzen. Ich bin mitte 20, hatte heute mittag einen geschäftlichen Termin mit einem Makler (mitte 30) also nicht viel älter als ich, ich hab ihn natürlich gesiezt und er hat mich einfach von Anfang an ohne fragen geduzt - und meistens (oder immer) sind es Männer (ich bin eine Frau). Wenn ich mit fremden Frauen zu tun habe, wird immer gefragt ob es ok ist sich zu duzen, aber Männer sind dann diejenigen die mich einfach duzen aber nicht sagen „Nenn mich auch Du“ sondern es einfach hinnehmen dass ich sie sieze. Vielleicht sollte ich einfach mal über gehen ins Du, entweder sie checken es…oder nicht.

Das wäre überhaupt keine Frage für mich. Wer jemand jenseits der 20 duzt, wird zurück geduzt. Wenn er das nicht gewollt hätte, hätte er ja nicht mit dem Duzen angefangen, oder?

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Stimmt auch wieder
Dann wird zukünftig direkt zurück geduzt :head_shaking_vertically:

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Ich glaube, das letzte Mal, als mir das passiert ist, war mit meiner Mutter, wenn sie in einer Situation für mich gesprochen hat. Das hat sie sehr oft gemacht, als ich Kind war, aber jetzt wo ich (schon eine Weile) erwachsen bin, muss sie das eigentlich nicht mehr. Abgesehen davon kann ich mich gerade an keine anderen Situationen erinnern.

Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Dank Klinefeltersyndrom fehlt mir eh dieses Männlich Markante. Folglich werde ich oft ungefragt geduzt. Und das bei Mitte 50

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Bei mir war es letztens nämlich so, dass ich mit meiner Sachbearbeiterin vom Integrationsfachdienst besprochen hatte, wie meine Ausbildung weiterlaufen soll, da ich mich von der Firma, in der ich arbeite, nicht gut ausgebildet und betreut fühle.
Immer wenn ich ihr erzähle wie es bei uns im Büro im Alltag abläuft, sagt sie immer nur, dass sie dazu nichts sagen könne, aber sobald mein Chef im gemeinsamen Gespräch irgendwas sagt, nimmt sie es sofort auf und stellt sich voll auf seine Seite.
Beide, weder sie noch mein Chef, haben keine Ahnung von meinem Ausbildungsbereich (wie mir beide jeweils mal zu mir sagten).
Dann wollte mir meine Sachbearbeiterin im letzten Einzelgespräch noch einen Coach vom Jobcenter anleiern, welcher sich dann für alle sichtbar an meinen Arbeitsplatz neben mich setzen würde.
Ich habe ihn aufgrund dessen abgelehnt, aber sie hat es erst nach dem 4. (!!!) Versuch akzeptiert.
Dann kam das nächste Gespräch mit meinem Chef und sie fing wieder damit an!
Ihre Begründung war immer, dass so etwas doch überhaupt nicht schlimm sei, dass es doch auch genügend Chefs gäbe, die sich einen Coach suchen würden. Das hab ich sofort mit „Ja, aber dieser Coach setzt sich nicht für alle Angestellten sichtbar neben den Chef, sondern unter absoluter Diskretion in dessen Büro…“ Mein Chef hat dann nur sowas wie „Ja, aber wer soll denn bei uns was reden oder denken! Du kennst doch unser Büro!“ Meine Antwort war nur noch „Ja, aber man sagt meistens nicht das, was man denkt!“
Dann hab ich mich zuerst mürbe reden lassen und zugesagt, aber dann am Abend meiner Sachbearbeiterin eine Mail geschrieben, dass ich mich echt übergangen gefühlt hab, weil sie nach meinem Nein wieder mit dem Coach um die Ecke kam.
Dann kam ihre Antwort-Mail in welcher sie sich mit „Es tut mir leid, dass sie sich so gefühlt haben“ entschuldigte und noch „… schade finde ich es trotzdem, dass sie das Coaching nicht ausprobieren wollen“ meinte.
Ich erzählte dann meinem Betreuer davon und auch, dass ich sie beim LWL melden würde, wenn sie noch einmal mit dem Coaching um die Ecke käme, was er dann mit „Ja, soll ich nicht einmal reden, während du draußen wartest?“ als Antwort gab. Ich hab mich nach diesem Satz völlig entmündigt gefühlt, weil es immer noch die Sache zwischen mir und der Sachbearbeiterin ist.
Dazu muss ich noch erwähnen, dass er bei dem Einzelgespräch als meine Sachbearbeiterin mit dem Coaching ankam, dabei war.
Ich komme eigentlich mit ihm richtig gut klar, kann über alles mit ihm reden. Aber manchmal kann er einem echt das Gefühl geben, dass man noch ein kleines Kind sei. Denn er ist eigentlich dazu da, mir zu helfen, wenn ich ihn darum bete und nicht, mich bei jedem Problem zu infantilisieren (denn so kam es mir besonders nach seinem obigen Satz rüber).

Echt, sind alle Sozialarbeiter so?

Es klingt so, als gäbe es aus deiner Sicht ein Problem mit dem Betrieb, du fühlst dich nicht gut ausgebildet, aber aus Sicht des Chefs und dem IFD gibt es ein Problem mit dir, das man vielleicht durch einen Jobcoach lösen könnte, oder wo ein Jobcoach besser vermitteln könnte. Wenn du mal ganz objektiv bist, könnte es sein, dass ein Teil des Problems bei dir liegt? Fällt dir Kommunikation schwer? Falls ja, hast du eine alternative Idee, was helfen könnte, wenn es kein Jobcoach sein soll?

Ich weiß auch nicht, wie das heutzutage ist: bei meiner Ausbildung habe ich auch oft wochenlang sinnlose Dinge gemacht, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, das als Azubi zu hinterfragen. Man durchläuft halt einen Prozess, und in vielen Arbeitsbereichen ist es dann auch so, dass es „learning by doing“ ist und man vieles erst nach der Ausbildung im praktischen Alltag lernt.

Was fehlt dir konkret in der Ausbildung? Vielleicht kannst du das auch nochmal ganz klar formulieren und dem IFD und/oder dem Chef so sagen. Auch wenn sich der Chef mit dem Arbeitsbereich nicht auskennt, wird er aber doch wohl Einfluss darauf haben, wie eine Ausbildung dort abläuft, oder er kann Problem und Lösung weitergeben.

Ich hätte es vermutlich nicht als Infantilisierung gesehen, dass zwei Leute reden wollen, während ich draußen warte. Aber ich war noch nicht in genau der gleichen Situation. Oft dachte ich in entfernt ähnlichen Situationen schon, „sollen die das doch direkt miteinander klären“. Ich denke, die können halt etwas offener über dich reden, wenn du nicht dabei bist, und manchmal lässt sich auf diesem Weg dann besser etwas erklären, wenn dabei keine Rücksicht auf deine Gefühle genommen werden muss. Was nicht bedeuten soll, dass gelästert oder schlecht über dich geredet werden soll, sondern konstruktiv und offen. Es ist schwieriger, wenn jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss, ggf. noch schwieriger, wenn z.B. ein Klient empfindlich ist oder manchmal Dinge missversteht, und in Situationen, wo man Hilfe braucht, ist man oftmals empfindlich. Besser kann ich das jetzt nicht erklären, ich hoffe, man versteht wie es gemeint ist. Man denkt zwar als mündiger Mensch, man müsste immer beteiligt sein, aber es schadet auch nichts, mal selbstkritisch zu schauen, ob es nicht auch Dinge gibt bei einem selbst, die für andere schwierig sind. Also sozusagen mal einen Perspektivenwechsel vornehmen. Wie würde es dir als Sozialarbeiter gehen, wenn du mit dir arbeiten müsstest, gäbe es da vielleicht Dinge, die es für dich schwierig machen, und wie würdest du damit umgehen?

Falls dir unklar ist, ob und welche Probleme der Chef ggf. mit dir hat, kannst du ja auch nochmal konkret nachfragen.

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Zur Kommunikation: ja, teilweise fällt sie mir schwer

Ich hab es mehrfach gesagt, was ich brauche. Allerdings fiel mir mein Chef (der mir mal sagte, selber ADHS zu haben) dann immer ins Wort. Und er selber ist in puncto Kommunikation jemand, der regelmäßig alle möglichen Termine vergisst und bei dem in der gesamten Firma bekannt ist, dass er super unklare Anweisungen gibt. Ich mache mit ihm zwei Termine, denen er zusagt, und am Ende vergisst er sie beide. Zunächst war das Problem dass er sagte, dass wir uns erstmal meinen Vorschläge anschauen sollen, und dann würden wir weitersehen. Hinterher wusste er auf einmal nichts mehr davon und beschwert sich mehr oder weniger, was das so lange mit der App dauern würde.
Ich bin halt leider jemand, der sich super schnell ungerecht behandelt fühlt und der jahrelang immer nur von allen verarscht wurde, weswegen ich langsam leider immer wieder Erfahrung machen musste, dass ich die Dinge am besten selber in die Hand nehme. Aber ja, ich war letztens super aufgebracht wegen der Dame von IfD, weil ich schon lange nicht mehr zwischen den Zeilen gelesen so beleidigt wurde.
Und deswegen hab ich jetzt eine ganz andere Idee und rufe die Frau vom IfD an und er sitzt daneben :smile: Danke für deine Ermutigung dazu! (Zum Dank ein Eis, ist warm draußen!: <3)

Mir ist das bei meinen ehemaligen Kolleginnen oft passiert. „Hast du nichts zu tun?“, eine dritte Kollegin, wenn ich mich mit einer anderen unterhalten habe. Oder auch „Na? Gehen wir wieder in der Firma spazieren?“, wenn ich aufgrund der fehlenden Warenwirtschaft selbst gucken musste, ob etwas auf Lager ist. Und das sind nur die Beispiele, die mir spontan einfallen.

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