Es klingt so, als gäbe es aus deiner Sicht ein Problem mit dem Betrieb, du fühlst dich nicht gut ausgebildet, aber aus Sicht des Chefs und dem IFD gibt es ein Problem mit dir, das man vielleicht durch einen Jobcoach lösen könnte, oder wo ein Jobcoach besser vermitteln könnte. Wenn du mal ganz objektiv bist, könnte es sein, dass ein Teil des Problems bei dir liegt? Fällt dir Kommunikation schwer? Falls ja, hast du eine alternative Idee, was helfen könnte, wenn es kein Jobcoach sein soll?
Ich weiß auch nicht, wie das heutzutage ist: bei meiner Ausbildung habe ich auch oft wochenlang sinnlose Dinge gemacht, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, das als Azubi zu hinterfragen. Man durchläuft halt einen Prozess, und in vielen Arbeitsbereichen ist es dann auch so, dass es „learning by doing“ ist und man vieles erst nach der Ausbildung im praktischen Alltag lernt.
Was fehlt dir konkret in der Ausbildung? Vielleicht kannst du das auch nochmal ganz klar formulieren und dem IFD und/oder dem Chef so sagen. Auch wenn sich der Chef mit dem Arbeitsbereich nicht auskennt, wird er aber doch wohl Einfluss darauf haben, wie eine Ausbildung dort abläuft, oder er kann Problem und Lösung weitergeben.
Ich hätte es vermutlich nicht als Infantilisierung gesehen, dass zwei Leute reden wollen, während ich draußen warte. Aber ich war noch nicht in genau der gleichen Situation. Oft dachte ich in entfernt ähnlichen Situationen schon, „sollen die das doch direkt miteinander klären“. Ich denke, die können halt etwas offener über dich reden, wenn du nicht dabei bist, und manchmal lässt sich auf diesem Weg dann besser etwas erklären, wenn dabei keine Rücksicht auf deine Gefühle genommen werden muss. Was nicht bedeuten soll, dass gelästert oder schlecht über dich geredet werden soll, sondern konstruktiv und offen. Es ist schwieriger, wenn jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss, ggf. noch schwieriger, wenn z.B. ein Klient empfindlich ist oder manchmal Dinge missversteht, und in Situationen, wo man Hilfe braucht, ist man oftmals empfindlich. Besser kann ich das jetzt nicht erklären, ich hoffe, man versteht wie es gemeint ist. Man denkt zwar als mündiger Mensch, man müsste immer beteiligt sein, aber es schadet auch nichts, mal selbstkritisch zu schauen, ob es nicht auch Dinge gibt bei einem selbst, die für andere schwierig sind. Also sozusagen mal einen Perspektivenwechsel vornehmen. Wie würde es dir als Sozialarbeiter gehen, wenn du mit dir arbeiten müsstest, gäbe es da vielleicht Dinge, die es für dich schwierig machen, und wie würdest du damit umgehen?
Falls dir unklar ist, ob und welche Probleme der Chef ggf. mit dir hat, kannst du ja auch nochmal konkret nachfragen.