Wie sehr passt dein Beruf zu deiner ADHS – und wie sehr stresst er dich?

Hey liebe Community,

ich bin Laura Berisha, Studentin der Wirtschaftspsychologie an der BSP Business & Law School Potsdam – und schreibe meine Bachelorarbeit zu einem Thema, das viele von euch wahrscheinlich direkt betrifft:

Wie beeinflusst die berufliche Umwelt das Stresserleben von Menschen mit ADHS-Symptomen?

Wir wissen: ADHS bringt im Job oft besondere Herausforderungen mit sich – Zeitdruck, Ablenkung, Struktur…
Aber: Manche Umfelder scheinen besser zu ADHS zu passen als andere . Vielleicht sogar so gut, dass Menschen mit starker ADHS-Symptomatik weniger Stress erleben – einfach weil die Umgebung „matcht“.
Genau darum geht’s in meiner Umfrage:

Wie stark sind deine ADHS-Merkmale (egal ob offiziell diagnostiziert oder nicht)?
Wie stark fühlst du dich im Job gestresst?
Und: Was genau machst du beruflich?

Ich werte dann aus, ob die Passung zwischen Jobumfeld und ADHS-Merkmalen das Stresserleben beeinflusst – und ob kreative oder flexible Jobs z. B. besser funktionieren als hochstrukturierte Berufe wie Buchhaltung oder Verwaltung.

Was du wissen solltest:

Dauer: ca. 10–15 Minuten (Zeitspanne: 2,5 Wochen), anonym & freiwillig und für alle ab 18 Jahren
Kein Muss, dass du eine ADHS-Diagnose hast –es geht um das Spektrum!

Hier geht’s direkt zur Umfrage:

Du hilfst mir nicht nur wissenschaftlich, sondern auch dabei, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass ADHS nicht nur Defizite bedeutet, sondern auch besondere Stärken mit sich bringt.
Je besser wir verstehen, wie berufliche Umfelder mit ADHS zusammenspielen, desto gezielter kann man Bedingungen schaffen, in denen Menschen mit ADHS wirklich aufblühen.

Falls du Fragen oder Gedanken hast, schreib mir gerne hier im Thread.

Ich freu mich über jede Teilnahme.
Danke dir und liebe Grüße,
Laura

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Hey Laura,

interessantes Thema jedenfalls.

Prokrastinieren schwingt ja im Fragebogen ein bisschen durch, aber was mir noch etwas gefehlt hat, ist die stark schwankende Leistungsfähigkeit, hängt auch mit dem Thema Hyperfokus zusammen. Also du kannst über Wochen den kompletten Durchhänger haben, dich komplett antriebslos und wertlos fühlen, aber wenn es drauf ankommt (Rücken zur Wand), oder wenn die Aufgabe extrem reizvoll ist, kann es immense Kräfte entfesseln. Wenn einem da nicht vertraut wird und stattdessen kontinuierliche Leistung abverlangt wird, kann es sehr belastend sein. Das ist mir schon im Studium (Psychologie) aufgefallen. Die „Musterschüler“ (NC-Fach-Syndrom) haben mit mir in Arbeitsgruppen Panik geschoben, aber manche haben es irgendwann begriffen und mich machen lassen, weil es bei mir zum Glück noch funktional ausgeprägt ist und ich es extrem selten wirklich vergeigt habe.

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Der Bereich ob ich mich wertgeschätzt fühle und Unterstützung etc bekomme .
Grundlegend Mitarbeitersupport. Kollegialer Umgang (Fehlerkultur ) Umgang mit Krankschreibung etc fehlt aus meiner Sicht, weil das macht auch ne große Auswirkung auf die ADHS Symptome.
Ebenso eigentlich auch der Bereich wo man kompensiert und ob mit oder ohne Medikation spielt auch eine Rolle.

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Moin.

Eigentlich passt mein Beruf Intensivpflege gut zu mir. Da kann ich nicht Prokrastinieren, da muß ich ja ran. Der Job ist spannend, sorgt für den Dopaminspiegel. Die Arbeit ist Kognitiv komplex und ich kann mich das reindenken, mitfiebern etc.

Stressen tuen mich meine Kollegen.
Ich gehe anders dan die Sachen ran. Habe andere Strategien mit denen die Leute nichts anfangen können und dann diskutieren wird dinge die völlig sinnlos für mich sind und nur Zeit kosten. Auch diese Sozialen Strukturen verstehe ich grundsätzlich, kann mich das aber nicht einfügen. Ich find da einfach keinen weg. Und mittlerweile will ich es auch nicht mehr.

Ich hab den Job heute auf dieser Station an den Nagel gehangen

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Hey, ich danke dir für deinen Beitrag. Ich finde den Hyperfokus sehr spannend. Vielleicht kann ich diesen Aspekt am Ende in der Diskussion meiner Bachelorarbeit noch miteinbringen.

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Hey, das ist tatsächlich ein Punkt, an den ich nicht gedacht habe. Ich danke dir für deine Verbesserungsvorschläge!

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Vielen Dank, das ist eine weitere Perspektive, die ich in meine Diskussion am Ende miteinbringen kann.

Schau dir mal den Thread Der Wahnsinn im Gesundheitswesen an.

Dort schreibe ich woran ich aber scheitere.

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  • Pausensituation ggf mit Ruhemöglichkeit
  • anpassbare Raumtemperatur , frische Luft , Raumklima
  • Komme ich schnell an gesundes Essen, kann ich gesundes Essen lagern?
  • Raumakustik
  • ruhige Arbeitsatmosphäre wenn nötig
  • Kommunikationsregeln
  • kein Gruppen WC
  • auch koffeinfreier Kaffee bei der Gemeinschaftsversorgung
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Ist alles futter für den Ausblick im Diskussionsteil. :wink:

Falls du noch einen Master in der Richtung machen willst: Was ich methodisch auch sehr reizvoll finde bei solchen Umfragestudien, ist, die verschiedenen Aspekte gleichzeitig mit qualitativen und quantitativen Items abzufragen. Also neben jedem quantitativen Item oder Skala gäbe es ein optional auszufüllendes Freifeld. Dadurch bekommt man z.B. auch eher heraus, ob die Versuchspersonen die Fragen anders interpretiert haben als man sich selbst das gedacht hat. Und es gibt viel Inspiration für den Diskussionsteil. Im Studium wurde uns diese Variante irgendwie nie nahegelegt, ich habe das erst bei Christina Heil und ihren Publikationen so bewusst wahrgenommen.

Viel Erfolg mit der Bachelorarbeit.

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