Wir sind die Brains! - Widerstand ist zwecklos! Wie die Brains das Feld von hinten Aufräumen

Frei an Star Trek angelehnt:

Wir sind die Brains. Wir werden ihre biologischen und technologischen Charakteristika den unseren hinzufügen. Widerstand ist zwecklos!

Wir alle sind in der einen oder anderen Weise mal mehr und mal weniger stark von ADxS betroffen und eingeschränkt in unserem Selbst und unserem Alltag.
Aber: Es ist nicht alles schlecht. Auch ADxS kann schöne Seiten haben. :slight_smile:

Da wir schon einen Bullshit-Bingo-Threat haben dachte ich mir es wäre vielleicht schön einen zu eröffnen in dem wir gemeinsam individuelle, positive Eigenschaften und vor allem Erfolgserlebnisse sammeln können.

Entgegen der landläufigen Meinung sind wir keine unfähigen Vollidioten! Auch wir können Dinge! Trotz oder gerade, weil wir so sind wie wir sind. Teilweise sogar besser als alle anderen.

Der Hintergedanke dabei ist, dass Erfolgsgeschichten und die Besinnung auf positive Eigenschaften mMn unfassbar motivierend und wertvoll für uns alle aber speziell für diejenigen sein können die aktuell der Meinung sind rock bottom erreicht haben und an sich selbst zweifeln. Rock bottom ist zwar ein gutes Fundament, um seine Träume aufzubauen. Ein paar helfende Hände können dennoch nicht schaden. :slight_smile:

Der Vortritt gebührt dem der als erster möchte. :slight_smile:

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Ok, hier eine kleine Erfolgsgeschichte:

Für mein letztes Ausbildungsjahr war ich auf der Suche nach einer neuen KiTa. Nachdem die ersten 2 Ausbildungsjahre so problematisch waren, habe ich mir vorgenommen, mit offenen Karten zu spielen.

Letzte Woche hatte ich ein Vorstellungsgespräch und habe dort alles erzählt: welche spezifischen Probleme ich in der alten KiTa hatte, wie frustrierend das für beide Seiten war und dass ich nie wusste, wieso es so ist.
Dass ich die Ausbildung pausiert habe, weil es mir nicht gut ging und dass ich die Diagnose ADHS bekommen habe.

Ich habe gesagt, dass ich mir damit jetzt entweder selbst ins Knie schieße oder aber gesehen wird, dass ich um meine Probleme weiß und ich es nur fair fände, dass sie auch wüssten, worauf sie sich einlassen.

Gestern hat mich die Leitung angerufen und mir gesagt, dass ich die Stelle habe und sie sehr begeistert waren wie offen und mutig ich war :slight_smile: Und dass sie sich freuen, mit mir zu arbeiten :heart:

Ich weiß, dass das nicht überall so läuft. Es war riskant, aber ich möchte mich einfach nicht mehr verstecken.
Mein Arbeitgeber (Träger) wusste vorher schon über meine psych. Probleme Bescheid und war sehr unterstützend.

Es ist jedenfalls ein gutes Gefühl :blush:

Das lass ich mal als Erfolgserlebnis stehen. Ich glaube, ohne ein paar typische ADHS-Eigenschaften hätte ich sowas auch nicht gewagt :sweat_smile:

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Wooooaaaa, stark, stsrk stark :muscle: :blush:

Freu mich riesig für dich! Hast du richtig gut gemacht :two_hearts:

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Danke @Cicero für dieses schöne Thema hier :heart: , und @Zoi das hast Du wirklich ganz toll gemacht, ich gratuliere Dir. :+1::heart: :bouquet:

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Also ich persönlich habe ADHS immer als Vorteil erlebt und bin lange gar nicht auf die Idee gekommen, das es eine Krankheit ist.
Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt, bis die Komorbitäten heraus gekommen sind.

Irgendwie habe ich nach einer schweren Kindheit voller Schulwechsel und dem schlechtest möglichen Abitur für mich beschlossen, einfach so zu leben wie ich das am besten kann.

Ich war in meiner Jugend ein sehr aktiver Sprayer, bin darüber in die Kunst gekommen, hab dann ein Architekturstudium begonnen. Bin aufgestanden wann ich wollte und hab von Tiefkühlpizzas gelebt, die Sozialen Ängste mit Alkohol kaschiert und ein schönes Leben gehabt.

Ich war in manchen Semestern in keiner einzigen Vorlesung, aber hab die Abgaben dann jeweils in den letzten Tagen und Nächten davor dank Hyperfokus besser hinbekommen als viele andere. Mit Zahlen kann ich absolut nichts anfangen, die Fächer hab ich dann eben gar nicht probiert zu bestehen, aber am Ende zählen ja nur die erreichten Gesamtpunkte.

Auch mein späterer Beruf als Architekt verlief super, man hat sowieso Fachplaner für die Aufgaben die einen nicht interessieren und kann immer nur das bearbeiten, was man mag und das dann besonders gut, den Rest gibt man ab. Als Architekt ist das ganz normal und ich bilde mir manchmal ein, dass eigentlich jeder Architekt den ich kenne zumindest eine milde Form von ADHS haben muss, um gut zu sein.
Wenn man für seinen Entwurf brennt, dann gibt man mehr als 100 % das er realisiert wird, ansonsten funktioniert es eben nicht.
Viele Architekten entwickeln diese typische Arroganz als Coping Strategie, als wären sie für viele Arbeiten zu schade, in Wahrheit können sie das alles meiner Meinung nach oft aber einfach nicht und überspielen das dann bewusst oder unbewusst.
Im Büro sitzen und Routine erledigen kann ich nicht, dafür gibt es dann Bauzeichner, Statiker und so weiter, man muss nur den Überblick behalten was die alle so treiben.
Aber wenn alles brennt auf der Baustelle und niemand weiter weis und man impulsiv und spontan Lösungen finden muss, da ist man mit ADHSler zu Hause und funktioniert, daran wird in meinem Beruf gemessen.
Wenn es Probleme gibt und die gibt es permanent auf der Baustelle, dann funktioniere ich 200 %.

Anders ist aber das „normale“ Leben, Partnerschaft und besonders ein Kind, da funktioniere ich dann 10%. Da konnte ich mir nicht heraus suchen was ich gerne mache und habe plötzlich realisiert, dass ich absolut nicht in der Lage bin die einfachsten Dinge zu erledigen wenn sie erledigt werden müssten. Das ich gar keine Kontrolle darüber habe, was ich kann und was nicht, sondern meinem Dopaminspiegel ausgeliefert bin wie ein kleines Kind. Ich bin kein funktionierender Erwachsener und werde es nie sein.

Seit ich dafür die Gründe kenne, fällt es mir aber viel leichter.

Probleme macht ADHS immer nur bei mir, wenn ich versuche „normal“ zu sein, das kann ich einfach nicht. Solange ich das akzeptiere und meinen eigenen Weg gehe, funktioniert das super.