Wisst ihr, wie ihr wirklich seid?

Danke für deine Rückmeldung.

Unabhängig von der Ferndiagnose/Vermutung, macht mich das beschriebene ein wenig wütend. Ich empfinde es als ganz schön leichtfertig, zu schreiben, ich solle mich nicht so anstrengen, gemocht zu werden, nachdem ich an anderer Stelle (meine ich) erwähnt habe, dass das komplett unbewusst geschieht und ich es mir anders wünschen würde.

Als könnte ich das einfach so steuern oder abstellen.

Wenn dem so wäre, hätte ich dies nicht als problematisch benannt.

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Liebe @Fluttershy , ich bin mir persönlich eigentlich gerade sehr sicher das Dich @Ivy_Dancer mit ihrem Beitrag überhaupt nicht angreifen wollte, sondern im Gegenteil, ich glaube das sie Dir wirklich sehr gerne und vollkommen aufrichtig helfen möchte.

Von daher, versucht bitte beide ruhig und freundlich zu bleiben, Hauptsache ihr bleibt im Gespräch miteinander, weil dann könnt ihr eventuelle Missverständnisse jederzeit hier im Thema auch wieder friedlich miteinander klären, denn wie gesagt, wer hier schreibt und Hilfe sucht wird respektiert, und wer hier jemand im Forum antwortet, meint es ebenfalls nur gut. :heart:

Von daher, nur kein Stress, wir sind füreinander da.
:people_hugging:

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Ich bin vermutlich auch eher wütend auf die Tatsache an sich, da kann @Ivy_Dancer gar nichts für.

Vielleicht etwas ungünstig ihrerseits formuliert und sehr dünn häutig meinerseits aufgenommen :smiling_face_with_tear:

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Ich hab das gerade gegoogelt und ich erkenne mich tatsächlich darin wieder. Ich wusste nicht, dass das einen extra Namen hat.

Aber ja, genau so fühlt es sich an.. Eine kleine Veränderung in der Tonlage, ein fehlendes Lächeln, eine Äußerung wie “mit xy arbeite ich gerne zusammen” = mit mir nicht.

Ich hasse es, so zu empfinden. Ich Versuche auch, mit Logik dagegen zu steuern. Aber ich hab so viele andere Dinge, auf ich zusätzlich achte und denke und fühle. Das geht nicht.

Wow auch der Aspekt in Gruppen, die Annahme, dass sie mich nicht mögen werden. Neue Menschen. Sie werden mich abwerten. Das ist erstmal meine Grundannahme.

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Liebe @Fluttershy , dass Thema Rezeption Sensory Disorder (RSD) ist auch tatsächlich immer wieder ein sehr häufiges Thema unter uns Adhs’lern, weil wie ich persönlich glaube, wirklich sehr viele von uns Adhs’lern davon betroffen sind, und man deshalb auch immer wieder sehr viele Themen hier im Forum finden kann, die damit zu tun haben.

Ich selbst bekenne mich hier im Forum z.B. auch immer wieder sehr offen dazu das ich von diesem Muster betroffen bin, und schäme mich deshalb auch nicht im geringsten dafür das dies eine meiner Schwachstellen in meinem Leben ist.

Jedenfalls, will ich mit meinem Bekenntnis Dir gegenüber deshalb auch nur zum Ausdruck bringen, dass weder ich, noch andere hier im Forum, sich nicht schämen müssen wenn sie von RSD betroffen sind, sondern es nur wichtig für betroffene ist, dass wir Verständnis füreinander zeigen, und uns dann gegenseitig so gut wie wir es jeweils können, versuchen gegenseitig weiter zu helfen.

Und ich persönlich glaube deshalb, dass Dir @Ivy_Dancer nur versucht hatte das mitzuteilen.

Und wie gesagt, Du wirst wirklich ernst genommen und wirst hier im Forum vollständig respektiert.

Jetzt noch mal eine Anekdote aus meinem Leben, jedenfalls bin ich selbst z.B. in einer Familie aufgewachsen in der ich selbst, als das jüngste Kind, und das einzige Mädchen, von Anfang an in unserem Familienverband zum „schwächsten Familienmitglied“ dekradiert wurde, und das seit ich geboren wurde, und selbst heute noch, wo meine Eltern inzwischen hochbetagte Menschen sind, und nur noch einer meiner Brüder lebt, werde ich von meiner eigenen Herkunftsfamilie behandelt als sei ich immer noch ein kleines Kind.

Und Naja, jedenfalls prägt einen so eine Behandlung natürlich ein Leben lang, was schlussendlich dann auch dazu führte das ich sehr lange glaubte das es richtig sei wenn mich andere behandeln als sei ich nur ein dummes kleines Kind das den „erwachsenen“ folgen muss.

Aber Sorry, ich bin abgeschweift, jedenfalls ist es so das ich seeehr laaange in meinem Leben glaubte ich müsse mich anderen immer „unterordnen“.

Und jedenfalls, bis ich mich aus diesem Erziehungsmuster entgültig befreien konnte, habe ich wirklich seeehr laaange gebraucht, bis ich es aber dann doch noch, wenn auch leider erst spät in meinem Leben, endlich doch noch geschafft habe mich gegen dominante und manipulierende Menschen zur Wehr setzen zu können.

Und jedenfalls lange Rede, kurzer Sinn, jedenfalls ist RSD für mich persönlich deshalb auch bis heute immer wieder ein Thema für mich, wenn auch nicht mehr so oft, oder so schlimm wie früher, aber dennoch „nicht komplett verschwunden“ aus meinem Leben, und ich mich deshalb auch immer wieder mit diesem Thema von neuem auseinander setzen muss.
:heart:
Du bist jedenfalls nicht allein, und alle hier im Forum die Dir schreiben, möchten gerne helfen.
:people_hugging:

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@AbrissBirne ich danke dir für deine Offenheit und verdrücke gerade ein paar Tränchen.

Ich fühle mich auch innerhalb meiner Familie als nicht angenommen oder gleichwertig, besonders, wenn es um meinen Vater und meine jüngere Schwester geht. Sie kann nichts dafür. Ich war drei als sie zur Welt kam und bald schon wurde ich von Papa dafür verantwortlich gemacht, wenn sie weinte. Dann kam er in die Situation und fragte direkt, was ich denn gemacht habe, dass meine Schwester weint. Überhaupt hat er sie in vielen Dingen bevorzugt behandelt. Ich sollte vernünftig und die große Schwester sein, aber ich war auch noch ein Kind. Meine Seite hat er sich selten angehört in solchen Situationen. Er war sonst kein schlechter Vater, in dieser Hinsicht aber, hab ich bisschen was abbekommen nachhaltig. Und dann stellte sich bald heraus, dass Mama chronisch krank ist mit multipler Sklerose und nun war sie es, die ständig Rücksichtnahme verlangte. Ich habe ständig im Nebenzimmer in meinen Mülleimer gekotzt und sie hat das überhaupt nicht mitbekommen.

Heute noch fühle ich mich weniger gewollt, als meine Schwester, wenn ich mit Papa und ihr zusammen bin und ich fühle mich schlecht, wenn ich ärger oder Unmut gegenüber meiner kranken Mutter äußere, die sowieso aber alles in kurzer Zeit wieder vergisst.

@Ivy_Dancer Dankeschön für deinen Hinweis :sparkling_heart: ich bin es nicht gewohnt, dass ich gesehen werde, ohne bewertet zu werden. Bzw gibt mir einfach mein Kopf das Gefühl, abgewertet zu werden und es ist schwer, dem immer was entgegen zu wirken.

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Liebe @Fluttershy von Herzen gerne. :heart: :people_hugging: :kissing_cat:

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Ich selber weiß momentan eigentlich gar nicht mehr richtig wer ich eigentlich bin…

Ich hab schon in meiner Kindheit extrem viel Ablehnung von anderen erfahren, nicht nur von Kindern sondern auch Erwachsenen.

Im Laufe der Jahre bzw. würde ich meinen ab der etwas späteren Jugend hab ich angefangen immer mehr von mir zu unterdrücken.

Ich hab, vor allem meine Impulsivität, massiv unterdrückt/maskiert und ich war extrem streng mit mir selber.

Das ging so weit, dass mich z.B. Kollegen auf der Arbeit als ausgeglichen und ruhig beschreiben und auch meinten, dass ich so eine Ruhe ausstrahlen.

Innerlich ist dabei aber immer der Vulkan am brodeln gewesen. Manchmal kamen kleine Ausbrüche davon raus, ich hab ne starke Affinität zu Geräuschen und Musik (ich kann Menschen und Geräusche gut imitieren) auch fällt mir ständig und permanent zu einzelnen zufälligen Worten ein Filmzitat oder einen Liedtextzeile ein.

Manchmal hab ich die dann raus posaunt, wenn mein Mund wieder mal schneller war als meine Selbstkontrolle.

Ansonsten hab ich das meiste unterdrückt (meine Verpeiltheit durch mein permanentes Gedankenrasen konnte ich dabei allerdings nie “los werden”., genauso ist der Bewegungsfrank immer stark geblieben aber hat sich vor allem auf Fuß wippen, und Trommeln mit den Fingern, wackeln mit den Zehen gewandelt.

Auf jeden Fall haben mich plötzlich andere Menschen gemocht. Die fanden es angenehm mit mir. Aus der sonst so häufigen Ablehnung wurde das Gegenteil. Was mein Masking natürlich extrem befeuert hat.

Ich hab das irgendwann selbst geglaubt, dass ich so ein ruhiger ausgeglichener Typ bin (obwohl genau das Gegenteil der Fall ist. Mein Kopf ist ein Feuerwerk)

Zu bröckeln hat das ganze angefangen als ich Kinder bekommen habe. (Ich liebe meine Kinder über alles! Und ich bin unglaublich glücklich sie zu haben.)

Masking ist unglaublich kräftezehrend und plötzlich hatte ich einen 24 Stunden Job mit kaum noch Möglichkeiten Ausgleich.

Das hat bei mir irgendwann zu extremen Erschöpfungserscheinungen und einer Identitätskrise geführt.

Ich hab momentan keine richtige Ahnung wer ich bin, oder wo ich hin will.

Das Bild das ich von mir selbst “gezeichnet” habe und die Person die ich wirklich bin, klaffen unglaublich weit auseinander.

Meine Diagnose ist noch Taufrisch (ich habe sie erst gestern erhalten) aber natürlich hab ich seit dem Verdacht mich sehr sehr intensiv damit auseinander gesetzt und in zahllosen schlaflosen Nächten mein ganzes Leben und mein Selbst überdacht.

Die Diagnose hilft mir ungemein, nicht mehr so gnadenlos mit mir zu sein.

Ich hoffe, dass ich einen Therapieplatz bekomme und dort dann mir professioneller Hilfe wieder zu mir selbst finde…

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Hallo @Levi1608 ,

das mit der so ganz anderen Außenwirkung kommt mir sehr bekannt vor. Das setzt natürlich umso mehr unter Druck, wenn dann Erwartungen entstehen, die aufgrund des eigentlichen Wesens schwer zu erfüllen sind. Bzw werden sie natürlich erfüllt, aber unter welcher Anstrengung sieht halt keiner.

Ich drücke dir die Daumen für einen zeitnahen Therapiebeginn :slightly_smiling_face:

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Liebe @Fluttershy , ich war lange nicht da, drum entschuldige ich mich für meine verspätete Antwort.

Ja, meine Antwort war ganz aufrichtig als Hilfestellung gedacht. Ich weiß, daß es etwas krass formuliert war, und tatsächlich hatte ich es in Kauf genommen, daß sie Dich etwas aufwühlen würde.

Das war tatsächlich wohlgemeint-beabsichtigt, um dir ein wenig auf die Beine zu helfen, ein Shortcut gewissermaßen. Oft ist Wut in der Traurigkeit eine gute Medizin.

Und: durch all diese Gefühle und Zweifel ging ich auch. Ich bin dir lediglich zwei Schritte voraus.

Mein Mann ist Autist und sehr klar im Analysieren von Situationen und Verhaltensmustern (rational) und oft fühlte ich mich von ihm erstmal vor den Kopf gestoßen von den Dingen, die er mir gesagt hat. Im Nachhinein habe ich dann aber immer feststellen müssen, daß er recht hatte und diese glasklaren Aussagen, so ganz ohne “sozialen Weichspüler” brachten mich immer unglaublich schnell vorwärts.

Einer meiner Tutoren sagte immer: Nur die Wahrheit macht uns frei.

Alles Gute!

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Vielen Dank für Deine Fürsprache während meiner Abwesenheit :hugs:

Ja, das war wirklich hilfreich gemeint :heart:

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Hallo @Ivy_Dancer :slightly_smiling_face:

Du hast mir auch wirklich geholfen mit deinem Beitrag.

Und ja. Die Wahrheit ist halt oft notwendig, während “aiaiai” nicht zielführend ist.

Mein damaliger Therapeut hat mir auch mal die Wahrheit ins Gesicht geklatscht. Als ich wieder und wieder gesagt hatte “ich vermisse meinen Beruf und es würde mir so gut tun, wieder etwas zu machen”.. er warf zurück: “ja, Frau.. aber Sie tun nichts!” Nichts, um diese Situation zu ändern. Bald danach habe ich meinen Arsch bewegt und kam so wieder in meinen Beruf.

Ich wünsch dir ein tolles Wochenende :sun_with_face:

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:blush::star_struck::heart::hugs::hugs::hugs::hugs: Das freut mich

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Eigentlich bin ich schüchtern, mag nicht mit fremden reden, hasse generell andere Menschen. Zwischenmenschliche Kontakte rauben mir Energie. Ich liebe es alleine zu sein und könnte wocheag alleine irgendwo für mich was alleine machen.

Früher hab ich das alles versucht zu maskieren. Ich hab versucht, mich auch gezwungen, offen auf Menschen zu zugehen, meine schüchternheit versuchte ich mit Sprüchen und selbstbewustem spielen zu übertünchen. Weil das von mir erwartet wurde. Als langweiliges schüchternes Mauerblümchen schafft man nichts und kommt nicht weiter.

In einigen Situationen, wie der Arbeit bzw. Im arbeitsrecht mag das auch stimmen. Im sozialen sehe ich das mittlerweile anders.

Mittlerweile weiß ich, dass mir das alles mehr schadet als nützt. Wenn ich merke, dass meine Batterie leer ist, ist sie leer und ich versuche nicht mich krampfhaft irgendwo einzubringen, damit ich dazu gehöre. Sondern ich lass meine Batterie wieder laden, auch wenn ich dafür treffen mit anderen Menschen absage.

Vorallem achte ich mittlerweile darauf, wenn ich andere Menschen kennenlerne, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin und versuche mich ihnen nicht maskiert zu zeigen, sonder wie ich halt wirklich bin.

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