Guten Morgen zusammen, heute ein ganz klassischer Moment. Wie kriege ich heute oder dieses Wochenende Work Life Balance und Zeitmanagement hin?
Ich habe die ganze Woche schlecht geschlafen und nach einem arbeitsmäßig sehr intensiven und erfolgreichen Sonntag schaffte ich den Rest der Woche nur die Minimalanforderungen, es blieb also sehr viel liegen bzw. der Berg wurde insgesamt eher größer als kleiner.
Und nun??? Jetzt fühle ich mich gerade ganz gut. Also will ich:
- viel abarbeiten
- viel für die nächste Zeit im Voraus vorbereiten, um nicht wieder in diesen Stress zu kommen
- endlich mal wieder rausgehen
- endlich mal wieder meine eigentlich regelmäßige Sporteinheit zu Hause machen (halbe Stunde)
- endlich mal wieder was zum Auspowern machen (ca. dreiviertel Stunde plus Nachschwitzen plus Duschen etc.)
- endlich mal einfach mal nichts tun
- endlich mal wieder Musik machen
- früh schlafen gehen, um nicht wieder im Teufelskreis zu versinken
- ich muss noch einkaufen…
Und ich habe das Gefühl, dass ich das alles unbedingt HEUTE machen muss. Denn ich habe ja in der vergangenen Woche (und in meinem ganzen bisherigen Leben) gelernt, dass so ein Tag, an dem ich mich leistungsfähig fühle, eher selten ist.
Ich denke, wenn ich mich an diesem einen Tag nicht so verausgabt hätte, wäre ich auch an den nächsten Tagen fitter gewesen.
Ich denke, wenn ich an diesem einen Tag „das Richtige“ gemacht hätte, hätte ich in der darauffolgenden Woche weniger Stress und mehr Zeit zum Abarbeiten weiterer Dinge gehabt.
Ich denke, wenn ich einen besseren = regelmäßigen Schlafrhythmus hätte, könnte ich auch besser regelmäßig arbeiten.
Ich denke, wenn ich regelmäßig Sport mache, geht es mir besser.
Eat the frog first. Was genau ist der Frog überhaupt?
Vielleicht starte ich am besten mit dem, was mich in der kommenden Woche am meisten stresst, wenn ich jetzt nicht mache?
Und was, wenn ich dann darin im Hyperfokus versinke und nichts anderes hinbekomme? Dann habe ich ja trotzdem wieder Stress.
Ich fange am besten erst mal mit Frühstück an, damit ich das Medikinet nehmen kann…
Und dann versuche ich mal, mich einfach hinzusetzen, die Augen zu schließen und auf mein Gefühl zu hören, was als nächstes dran ist.
Ich habe auch die ganze Zeit im Hinterkopf, dass es hier noch einen anderen Thread irgendwo gibt, der ein ähnliches Thema adressiert und wo ich schon länger antworten will, aber dafür brauche ich mehr Zeit, weil der Anfangspost, auf den ich antworten wollte, so lang ist…
@Brunoschokoluno: Ich bin zumindest „froh“, dass auch du am Wochenende arbeitest und ich nicht alleine damit bin.
Irgendwann kriegen wir es schon hin, dass es besser wird!
Ach ja, oben in der Liste fehlen die sozialen Kontakte!!! All die Leute, die mich gefragt haben, ob wir nicht mal wieder sprechen oder uns verabreden wollen. Je größer mein Berg an Arbeit ist, desto weniger Lust habe ich darauf, weil ich ja weiß, dass ich anschließend NOCH mehr Stress habe als vorher. Auch wenn mein Mann mich fragt, wann/wo wir Urlaub machen wollen, dann denke ich nur: „Lass ich in Ruhe, ich habe so viel zu tun, dass ich keine Zeit für sowas habe.“
Und einen Tag einteilen kann ich nicht, da ich es noch nie geschafft habe, meinen eigenen Zeitplan zu befolgen. Ich glaube, ich bin seit 9 Uhr wach und habe es noch nicht geschafft, endlich zu frühstücken. Obwohl oder weil ich ja weiß, dass ich heute so viel erledigen will…
Da fangen ja glatt jetzt schon die Selbstvorwürfe an: „Hätte ich sofort gefrühstückt, dann hätte ich vielleicht die erste Aufgabe schon abgearbeitet haben können! Jetzt ist es schon wieder so spät! Wie immer! Es ändert sich nie!“
Gleichzeitig bin ich aber voller Hoffnung: „Doch, IRGENDWANN kriege ich das hin!“
Ach ja, heute Morgen beim Nachdenken habe ich überlegt:
Wenn ich versuche, nach meinem Gefühl zu gehen, was als nächstes dran ist, werden sich vermutlich mehrere Anteile melden. Ein Anteil will endlich die Arbeit erledigen, ein anderer Anteil will endlich mal ausruhen, ein weiterer Anteil will endlich mal was Angenehmes machen usw. Und statt mich für einen zu entscheiden, will ich nach dem Frühstück versuchen, dass all die Anteile sich einigen. Das wird zwar wohl auf einen Zeitplan hinauslaufen, aber mit dem Bild der inneren Anteile dahinter und wenn ich das auf einen Zettel schreibe, den ich den Tag über vor mir habe, könnte das vielleicht besser klappen… Wir werden sehen. 