hallo, ich habe ADHS und habe zwei Kleinkinder zwischen null und drei Jahre. Ein Problem, was mich am meisten stört, ist meine Impulsivität und Wut und schlechte emotions Regulierung. Tagsüber habe ich das schon echt gut im Griff. Dank Therapie und Unterstützung. Jedoch habe ich ein Problem nachts, wenn meine Kinder endlos schreien oder sonst etwas haben. Ich weiß reinrational, dass sie nichts dafür können und dass das Beste ist, ruhig zu bleiben. Aber in dem Moment, wenn ich im Halbschlaf bin, helfen alle meine Strategien nichts und ich bin dann in meiner Wut und Emotionen gefangen, reagiere oftmals laut oder grob. Was die Situation natürlich nicht besser macht.
Ich habe demnächst einen Termin für Medikamente. Ich habe schon viel gelesen und gehört, dass die meisten Medikamente, die man als erstes verschrieben bekommt, vor allem tagsüber wirken. Aber tagsüber habe ich mich relativ gut im Griff und mir geht es vor allem um die Nacht. Hat einer von euch Erfahrungen und ähnliche Probleme? Und medikamentös eine Lösung?
Darüber hinaus würde mich natürlich auch interessieren, wenn ihr Strategien habt ihr euch in der Nacht beziehungsweise im Halbschlaf helfen.
1 und 3 Jahre. Eine sehr anstrengende Kombi aber es wird besser!
3jährige sollten normal durchschlafen nachts! Ist bei dem Kind alles in Ordnung?
1 jährige schlafen eher nicht durch und verarbeiten viel.
Ich brauche viel ungestörten Schlaf. Ich habe drei Kinder. Ich bin allerdings nachts nicht wütend sondern müde, schlapp und unkreativ herauszufinden, was das Kind gerade wirklich braucht. Mir hat geholfen das Aufstehen nachts abzustellen. Wer regelmäßig nachts wach wird, schläft bei mir im Bett. Dann habe ich gestillt oder hatte Alles für eine Milchmahlzeit griffbereit am Bett stehen. Dann hätten die Kinder schneller, was sie brauchten und ich musste nicht aufstehen. Nächtliches rumtragen habe ich auch nie gemacht.
Aber das bin ich. Du brauchst etwas, was dir mit der Wut hilft. Mhm. Ideensammlung:
Der Partner kümmert sich nachts.
Du übst eine Technik ein, die dich bevor du zum Kind gehst oder dich ihm zuwendest runter bringt. Visualisiere das „niedliche Kind mit den großen süßen Kulleraugen“ oder spüre das „Bündel Mensch, das man dir nach der Geburt in den Arm gelegt hat“ Also irgendwas, was bei dir Oxytocin ausschüttet, Milch einschießen lässt und dich in den Kuschelmodus versetzt. Und dann gehst du erst zum Kind.
Du zählst die berühmten 10 oder du rennst erstmal 2 Treppen hoch und runter.
Du nimmst erstmal dich in den Arm, beglückwünscht dich zu zwei gesunden Kindern und dass du sie schon so phantastisch bis heute begleitet hast, liebevoll und mit viel Humor, zugewandt und respektvoll.
Irgendwas, was den Wut-Impuls stoppt. Und so lange muss der kleine Schreihals warten. Wenn Du Dich ihm dann liebevoll zuwenden kannst, dann hat er da mehr von als von einer wütenden Mutter. Dann lohnt sich das Warten für das Kind.
Wenn du nicht wütend sein willst, dann darfst du dich so lange um dich kümmern bis die Wut verschwunden ist. Das bist du wert!
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass @Adhsphilipp ein Mann ist…?
Diese Aussage finde ich schwierig. Kinder sind verschieden und mein Sohn hat zum Beispiel einige Jahre gebraucht um durch zu schlafen. Bzw. er steht auch heute noch öfter auf in der Nacht und/oder hat Alpträume.
Das ist mir auch schon passiert, dass ich die Kinder angemotzt habe wenn sie mich nicht schlafen liessen. Ich konnte das auch nicht kontrollieren. Vor allem nicht nach mehreren Nächten am Stück in denen gefühlt immer ein Kind geschrien hat.
Geholfen hat mir früh ins Bett zu gehen. Am besten direkt mit den Kindern. Dann hatte ich schon mehr Schlaf bis das Geschrei wieder los ging. Wissend, dass ich nicht viel verpasse und diese Phasen endlich sind.
Ich habe oft einfach dann geschlafen wenn die Kinder geschlafen haben. Auch tagsüber wenn es möglich war.
Ich würde dem Arzt unbedingt von den Nächten und deiner Wut erzählen.
Ich gehe davon aus, dass ihr die Kinder zu zweit betreut?
Wie teilt ihr euch auf? Wer ist wann zuständig? Vielleicht könnt ihr euch ja abwechseln mit den Nachtschichten? Eine/r darf ungestört und ohne Kinder schlafen und sich erholen und ein Elternteil ist bei den Kindern?
Schlafentzug ist Folter und kann Abgründe zum Vorschein kommen lassen von denen ich nicht geahnt hätte, dass sie da sind.
Es wird besser mit dem Schlaf der Kinder. Irgendwann.
Achje… Das klingt schwierig mit der Wut, dazu kann ich leider nichts Hilfreiches beitragen.
Aber jedenfalls hat keines unserer beiden Kinder mit 3 Jahren durchgeschlafen… das brauchst du wirklich nicht glauben, dass da was bei euch nicht normal wäre.
Und unser älterer ist noch fast in der ganzen Grundschulzeit morgens um 5 in mein Bett gekommen und wollte, dass ich dann auch aufstehe. Ich habe echt kein Mittel gefunden, wie ich ihn davon abbringen konnte. Wenn ich dann einmal geweckt war, konnte ich sowieso nicht mehr einschlafen…
Ich hatte auch das zweite Kind von Anfang an einfach immer in meinem Bett, quasi mit dem Kopf zur Selbstbedienung an meiner Brust und es war irgendwie immer so ein Stillen-Schlafen. Hauptsache Ruhe von dieser Seite… der Kerl hat irgendwie im 2-Stundentakt getrunken, furchtbar.
Der ältere hat auch nie durchgeschlafen.
Wir sagen immer scherzhaft, dass von uns vieren fast zehn Jahre lang am Morgen keiner in dem Bett aufgewacht ist, in dem er abends eingeschlafen ist. Es war jedenfalls jahrelang furchtbar mühsam mit dem Schlafen.
Es ist bei Kindern mit ADHS jedenfalls recht normal, dass auch nachts Aktivität herrscht… leider.