14 Jahre, wie lange gibt man einem best. Medikament die Chance

Wird der Thread zu lang, wenn ich hier weiterwurschtle?:sweat_smile:

Zur Situation, mit engmaschiger Kontrolle „dürfen“ wir boostern für Training etc., was am Abend stattfindet. Jetzt kommt das ABER. Das Kind verträgt das unretardierte Medikinet nicht mehr. 10 mg, 5 mg egal ob als Booster oder als Einzelgabe am Tag: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlapp - also alles, was man beim Sport nicht haben will.

Ich habe nächste Woche einen Termin, um die Situation zu besprechen.

Was haben wir denn für Möglichkeiten? Nur damit ich mich vorab schon mal informieren kann…

LG

Mmh das liest sich erstmal eher unwahrscheinlich, dass er das auf einmal nichtmehr verträgt.

Wie systematisch habt ihr getestet?
Hat er von demselben Hersteller (auch wenn eigentlich die unretadiertem Tabletten da wenig unterschied zwischen den Herstellern haben sollten) die Tabletten früher vertragen?
Was passiert wenn er die Äquivalenzdosis von seine 54mg Kinecteen morgens nimmt? Also z.b. mal am Wochenende an einem Tag, an dem er in Kauf nehmen kann, dass es ihm ggf ein paar stunden echt Bescheiden geht, testen: statt der Kinecteen 15mg unretadiertes MPH nehmen und dann schauen was in den darauffolgenden 2 bis max 3h passiert. Einfach um mal zu testen, ob er es komplett nicht mehr verträgt oder ob es irgendwie mit Dosis oder Timing oder … der Booster Einnahme zu tun hat

Wann nimmt er die unretadierte Tablette ein? Bevor die Kinecteenwirkung spürbar komplett weg ist oder danach?
Wann treten die Nebenwirkungen auf (also abstand zur Einnahme)?

Ah und noch einen Punkt: Seid ihr absolut socher, dass er nicht unbewusst durch die Wirkverlängerung weniger isst oder trinkt. Ggf mal ein paar Tage mitschreiben, um dem auf die Spur zu kommen. Oder bewusst kontrollieren, z.B. dass die Wasserflasche zu einem Zeitpunkt leer ist und nach dem Training eine bestimmte Menge getrunken ist. Oder extra vor/zur Einnahme der Boosterdosis und vor/nach dem Training extra Zwischenmahlzeit (mit Kohlenhydraten und Einweiß) essen. Sollte was sein, was er gerne ist.
Hilft Traubenzucker genommen, sobald die erstem anzeichen von Kopfschmerzen aufkommen?

Und hat er sonst nichts geändert? Also gleiche Trainingsintensität, gleiche Tagesabläufe, etc

So viele Fragen. Danke für die Denkanstöße!

MPH unretardiert ist sogar die selbe Packung. Wir haben bisher erst diese eine, weil wir zügig zu Retard gewechselt haben.

Mmh das liest sich erstmal eher unwahrscheinlich, dass er das auf einmal nichtmehr verträgt.

Ich finde es auch seltsam, da der Wirkstoff ja gleich ist. Und Kinecteen verträgt er!
Die Essensaufnahme ist tatsächlich darunter etwas genauer zu kontrollieren.

Wir haben noch Ferien. Alles ist anders, ich bin berufstätig … könnte also schon etwas ausmachen.

Den Booster nimmt er eine halbe Stunde vor dem Training. Damit er die 2h Training etwas davon hat. Wobei es zum Ende hin schon deutlich nachlässt. Das ist am frühen Abend und Kinecteen zeigt keine Wirkung mehr. Wobei wir das nur an der Frusttoleranz merken. Und im Training ist auch nur die Frusttoleranz ein Problem.

Als er 10 mg als Booster vor dem Training genommen hat, dachte ich, dass es vielleicht in Summe mit dem restl. Kinecteen zu viel war. Dass er auch ferienbedingt später als üblich eingenommen hat.
Allerdings hat er 2 Tage drauf kein Kinecteen genommen (vergessen) und nur 10 mg Medikinet und es war genauso. Vom Kind kam: „Ach Sch …“ Ich vertrage es nicht mehr, das nehme ich nicht mehr.

Beim Herantasten am Anfang der Behandlung waren 15 mg Medikinet zu viel, 12,5 mg haben gepasst.

Wir hatten in der trainingsfreien Zeit mit der Boostergabe pausiert, weil er mit 54 mg schon an der Grenze der max. Tagesdosis ist. Der Arzt das „gar nicht gut fand“ wg. max. 1 mg/kg Körpergewicht und wir da ohnehin schon drüber sind.

Puh. Ich dachte nicht, dass das alles so kompliziert ist :sweat_smile:

Puuh das ist schwierig. Bzgl Dosierung nach Gewicht ist schon sehr lange bekannt, dass das nicht sinnvoll ist. Sondern Dosierung nach Wirkung. Aber da machste nichts, wenn der Arzt mit Wissen von vorgestern unterwegs ist.

Ich würde mal vermuten, dass das Problem eher das Auf und Ab ist am Nachmittag, weil keine kontinuerliche Wirkung da ist, sonder erst die von Kinecteen schon ne Weile weg (also Blutspiegel unterhalb der Wirkungshöhe) und dann halt die retadierte Dosis später ggf noch im rebound on top kommt. So ein auf und ab ist eigentlich nicht das was man anstrebt, sondern kontinuierliche Wirkspiegel. Also die Dosis so nehmen, dass sie zum erwarten Wirkende der vorherigen Dosis wirkt. Ist individuell auszutesten, wie lange das ist.

Aber mal als Beispiel (mit „ausgedachten“ Angaben, aber so dass es hoffentlich verständlicher ist):
Annahmr Kinecteen 54mg wirkt z
B. bis 15 Uhr.
Einnahme 10mg unret. (entspricht 2/3 des Einzeldosisäquivalent in Kinecteen) um 14.30 uhr
Folge: keine Wirklücke, kein Rebound und Wirkung bis 17.30 Uhr

Es braucht längere Wirkung? Dann:
Einnahme 5mg unret um 17.00 Uhr
Folge wieder: keine Wirklücke, kein Rebound und Wirkung verlängert bis 20.00 Uhr

Also ich habe hier halt angenommen, dass nach 30min dieWirkung von unret. MPH da ist und die Wirkung etwa 3h lang anhält.
Ihr müsst halt individuell schauen, wie es tatsächlich bei ihm ist. Auch die Höhe von10mg muss nicht passen. Als Faustregel wird oft angegeben die Dosis liegt im Bereich von 2/3 bis 1/3 der vorherigen (natürlich muss man bei Retard umrechnen, was es in unret. MPH für eine Dosis entsprechen würde).

Je nachdem wie lange er die Wirkung braucht und wann Kinecteen aufhört zu Wirken, wäre z.b. auch Ritalin LA als zweite Einnahme sinnvoller als unret. Einfach weil es etwa doppelt so lange wirkt wie unretadiertes (und keinen essenszwang zur einnahme hat, wie Medikinet retard).

Und ich würde auch dahingehend plädieren, dass er nicht nur an Tagen mit Training eine Ganztagesabdeckung benötigt. Weil ADHS ist ja auch an den anderen tagen da und gerade innerhalb der Familie, wenn am Spätnachmittag dann alle wieder heimkommen, es doch sinnvoll sein kann für alle (sowohl für euren sohn als auch für euch und ggf. Geschwister) wenn die von ADHS betroffene Person durch Medikation einen ausgeglicheneren Neurotransmitterhaushalt hat.

Habt ihr die Möglichkeit einen anderen Arzt zu suchen? Diesen so lange warmhalten bis ihr wo anders sicher seit, dass es besser ist.

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Wenn 12.5mg beim Eindosieren die gute Dosis war, kann es sein, dass 10mg als einzeldosis Nebenwirkungen macht, weil zu niedrig dosiert.
Und man muss immer im Blick behalten, dass es halt wirklich max 3h wirkt. Alles was danach ist, ist dem Rebound oder der nicht mehr vorhandenen Wirkung zuzuschreiben

Das klingt alles sehr logisch, deckt sich mit der Erfahrung eines Einnahmefehlers, den wir hatten. Das war nur ein Tag, aber es wurde versehentlich statt einem Booster nocheinmal eine Kinecteen gegeben. Wirkung bis 9, trotzdem gut geschlafen und ein entspannter Tag.

Puh.

Arztwechsel ist.mega schwierig, v.a. sind die anderen bzgl. der Details auch nicht besser informiert (man lebt in seiner Bubble und kennt sich). Einer Freundin wurde erzählt, dass ein Joghurt zu Medikineteinnahme ausreicht.

Aber danke, das hilft mir schon mal weiter.

Würde ja in die Richtung tendieren, dass er zu denen gehört, bei denen MPH den Schlaf nicht stört.
Es gibt ja manche, die sogar eine Mini Dosis zum Schlafen nehmen, weil sie dann besser schlafen. Und andere dürfen absolut keiner Restwirkung mehr haben, sonst sind sie glockenwach und schlafen nie und nimmer oder grottenschlecht.

Zum Thema Arzt: hast du dir mal die Liste hier aus dem forum kommen lassen?
Falls es euch möglich ist, ist es mamchmal auch eine Idee eine weitere Anfahrt in Kaif zu nehmen. Manche Praxen verschicken auch zwischendurch die Rezepte (oder der Kinderarzt stellt Rezepte aus, wenn er entsprechende fachärztliche Berichte bekommt) und haben Telefonsprechstunden u.ä., so dass man am Ende vielleicht 1 oder 2 mal im Jahr nur die längere Strecke fahren muss

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Die Liste habe ich, wollte für mich gucken. Hab tatsächlich auch für die Kinder (!) geguckt. Uferlos.

Ach Mist. Das ist echt doof. Ihr habt ja eigentlich klar vor Augen was sinnvoll ist und ihm wirklich hilft und dann da nicht vernünftig ranzukommen, sondern mit echt arg suboptimalen Lösungen unterwegs sein zu müssen ist echt mies.

Und nach dem was du schreibst, kann ja dein Sohn schon sehr gut selbst rückmelden, was passt und was nicht passt. Das können nicht alle in dem Alter. Und das ist ja eigentlich sehr wertvoll. Schade wenn der Arzt damit nicht umgehen kann und dass nicht bei der Medikamentemverschreibung mit einbezieht.

Ich drücke die Daumen, dass sich irgendwie eine Lösung finden lässt, mit der ihr an eine sinnvolle und zum konkreten Leben deines Sohnes passende medikamentöse Behandlung kommt

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