39 Jahre alt, geregeltes Leben, plötzlich kriminell?

Hallo,
ich melde mich nach längerer Zeit zurück und wollte mal wissen wie ihr die ganze Sache seht…
Es ist so das ich mittlerweile 39 Jahre alt bin und davon 38 Jahre lang ohne Adhs -Diagnose mein leben mehr oder weniger erfolgreich bewerkstelligte, nun aber innerhalb eines Jahres plötzlich als kriminell und unbelehrbar hingestellt werde. Ich für mich bin wirklich nicht einsichtig, weil ich für mich sage das ich in meiner damaligen Situation alles richtig gemacht hatte.(Nachfolgend geschrieben)
Ich hatte schon früh gemerkt das mit mir was anders ist, ich konnte mich noch nie gut konzentrieren, hatte probleme in der schule und erst recht in damals langweiligen Fächern wie Erdkunde, Mathe oder ähnliches.
Trotzdem kam ich bis zum Hauptschulabschluss immer geradeso durch.
Mit der Ausbildung wurde es dann anderst.
Im Alter von ca 16 Jahren interessierte ich mich für XTC und Amphetamine.
Ich merkte schon sehr bald, das ich XTC nicht viel abgewinnen konnte, aber Amphetamine mir auch ausserhalb von partys sehr hilfreich waren. Ich konnte nach dem Konsum plötzlich uninteressante Dinge lernen usw. - also nahm ich zunehmend Amphetamine um schulische Aufgaben zu bewältigen…
Das ganze ging ca. 4 Jahre, dann bekam ich das erste mal Führerscheinprobleme worauf ich die Amphetamine zur seite legte und alles notwendige tat um die Fahrerlaubnis behalten zu können.
Amphetamine waren dann lange zeit kein thema mehr.
Ich hatte meine Ausbildung als KFZ- Mechaniker abgeschlossen und bewältigte fast problemlos meine alltäglichen Routineaufgaben… Leider merkte ich schon schnell das das Geld so nicht reicht.
Ich wechselte damals in einen Pharma Produktionsbetrieb wo ich Schichtarbeit leistete und mehr verdiente.
Da das Thema Geld nun langsam in hintergrund rutschte aber ich immer noch merkte das zum perfekten Leben etwas mehr notwendig war, suchte ich sporadisch nach einem Job in der grenznahen Schweiz.
Es war im Jahre 2008 wo mein Leben eine positive Wende nahm.
Ich fand einen Job in Basel der mich vollends erfüllte, in dem ich zum ende das doppelte Gehalt hatte wie in Deutschland, ich war zum schluss in einer angesehenen position, und hatte mein Schichtteam das immer hinter mir stand und vor allem ein Betriebsleiter der mich sehr schätzte.
Gleich im Januar 2009 kaufte ich mir eine kleine Immobilie im Grenznahen Weil und pendelte täglich zur Arbeit.
Während der Beschäftigung in der Schweiz hatte ich im Jahre 2012 eine Zusatzausbildung gemacht die mich wieder sehr an meine Grenzen brachte. - Also konsumierte ich damals wieder zunehmend amphetamin, mit der ich dann die ausbildung mehr oder weniger problemlos hinbekam.
Etwa zur gleichen zeit kam ich mit meiner zukünftigen Frau zusammen, die von meiner dunklen seite mit den amphetaminen nichts ahnte.
Ca. 2015 kam wieder eine längere Pause mit dem Amphetamin aufgrund Kinderwunsch u. Familiengründung.
Es begann eine Zeit mit höhen und tiefen.
Ich verkaufte meine Immobilie, wir kauften etwas grösseres für die geplante familiengründung ca 20km entfernt, kurz darauf kam nach etlichen erfolglosen Versuchen die Diagnose Zeugungsunfähig aufgrund einer erkrankung im Kindesalter.
Damals entwickelten sich bei mir grosse ängste weil ich befürchtete meine Frau könnte mich verlassen. Sie hatte einen grossen Kinderwunsch.
Aber ich atte Sie damals falsch eingeschätzt, sie stand zu mir und wir suchten nach einer Lösung.
Wir waren schon kurz davor aus Holland auszuweichen und künstliche Befruchtung in Anspruch zu nehmen, da wurden wir plötzlich auf einen Urologen aus München aufmerksam.
Wir machten einen Termin und er war der erste Urologe der uns positiv zusprach und meinte ich könnte sehr wahrscheinlich eigene Kinder haben.
Voller Vorfreude unterzog ich mich einer 6 monatigen Hormontherapie, mit anschliessender Operation am Hoden mit der Spermien entnommen werden sollten.
Nach der Operation wurde mir von dem Arzt mit freuden die Nachricht überbracht, das genügend Spermien gefunden wurden um eine ganze Fussballmannschaft zu gründen.
Leider wurde zusätzlich ein knoten entdeckt der auf dem ultraschall nicht sichtbar war.
Der Knoten stellte sich als bösartiger Hodentumor heraus, der Hoden musste eine Woche später entfernt werden.
Trotz allem lies ich mich nicht unterkriegen, auch wenn mich sporadisch ängste überkamen irgendwann nicht mehr für meine Familie sorgen zu können.
Nach dem 3. Versuch der künstlichen Befruchtung kam im Januar 2019 unsere Tochter auf die Welt, wir waren für kurze Zeit eine glückliche Familie. ( Eigentlich waren wir von 2012 bis 2019 immer glücklich, trotz einzelner Problemen, es wurde alles gemeinsam bewältigt)
Auch geschäftlich lief alles super, ich wurde zum Schichtführer beförderd, verdiente genug um meiner Frau 2 Jahre Elternzeit ermöglichen zu können.
Im 2. Jahr fingen langsam die probleme an, meine Frau wollte wieder 2 halbe tage die woche arbeiten, was ich ihr natürlich zu sagte.
Leider fing damals die extreme belastung für mich an, aufgrund Schichtarbeit.
Ich kam abends 23:00 nachhause, bin um 1:00 ins Bett, musste aber um 6:00 wieder aufstehen da meine Frau ja arbeiten musste und ich nach der Tochter schauen musste.
Ich trank vermehrt alkohol und konsumierte wieder amphetamine um dem gesamten Druck zu stand zu halten.
Ich wollte schliesslich beruflich sowie privat höchstleistung erzielen.
Im jahr 2020-21 hatten wir öfters stress, wir redeten weniger miteinander, zum Jahresende als ich zig überstunden leistete weil auf sämtlichen Schichten aufgrund Krankheitsfällen ausgeholfen werden musste kam es dann im Dezember zum Auszug meiner Frau.
Zu dieser Zeit trank ich auch viel Alkohol.
Nach einer Woche beschlossen meine Frau und ich nochmals einen Versuch zu starten, meiner Tochter zu liebe.
Ich versprach nicht mehr zu trinken, was ich auch einhielt und begab mich in ambulante behandlung einer suchtklinik.
Die damalige psychiaterin hatte gleich zu Beginn der Behandlung nachdem sie meinen Lebenslauf hörte den Verdacht auf adhs geäusert.

Trotz allen Bemühungen , merkte ich auch das egal was ich die nächsten 6 Monate machte, immer nur die negativen Dinge erkannt wurden. Ich wurde zunehmend von der Familie meiner Frau ausgeschlossen. Familienfeiern wurden gefeiert wenn ich Schichtdienst hatte usw.
Nachdem ich meine Frau darauf ansprach, wurde ich als verrückt bezeichnet und ich würde dinge sehen die gar nicht da wären.
Weiterhin machte sie immer wieder meinen Job für unsere Beziehungsprobleme verantwortlich, da ich Wochenends 12 std schichten leisten musste und nach diesen anscheinend immer sehr gereizt war.
Also schaute ich nach einem neuen Job, den ich dann im Juni 21 auch fand und meinen bisherigen Job nach 12 Jahren kündigte.
2 Wochen nach meiner Kündigung zog meine Frau nach einem kurzen Streit und einige tage vor dem gemeinsamen urlaub nach erhalt eines hohen Geldbetrages aufgrund Erbschaft wieder aus.
Diesmal endgültig.
Anfangs wollte ich natürlich um unsere Beziehung kämpfen, schliesslich hatten wir gemeinsam vieles erreicht, ich wollte um jeden preis für meine Tochter da sein, die ich über alles liebte und aufgrund meiner Vorgeschichte nicht selbstverständlich war,
Am Anfang der Trennung bemerkte ich die Unsicherheit meiner Frau. Sie brachte mir oft früh morgends meine Tochter, meinte sie überlegt sich wieder zurück zu kommen, am abend als sie sie wieder holte meinte sie jedesmal das sie keine Zukunft mehr sehen würde.
Was zum damaligen Zeitpunkt völlig unerklärlich für mich war… Ich hatte mittlerweile meine Adhs Diagnose erhalten und war kurz vor der medikamentösen einstellung,
Ich wollte damals meiner frau erklären, das es für meine impulsivität usw. eine erklärung gab, eine diagnose die sehr gut behandelt werden kann…
Sie hörte damals nicht zu, und glaubte nur an Ausreden, da es Adhs nicht gäbe… Freundinnen hätten ihr das auch bestätigt…
Da damals mein ganzes Leben unter meinen Füssen wegbrach, und ich einfach keine Antworten bekam, öffnete ich ihren icloud account, wodurch ich zugriff auf whatsapp und alles andere hatte.
(Das ist verboten, doch ich wusste mir damals nicht anderst zu helfen)
Ich fand sprachnachrichten die sie mit ihrer schwester auswechselte, in denen sie seid januar ihren auszug plante. - Als ich sie darauf ansprach, setzte sie einen Gewaltschutzantrag wegen stalking durch. (Acounts gehackt blablabla…- dann verweigerte sie mir zu jedem erdenklichen zeitpunkt meine tochter und zeigte mich an wegen amphetaminkonsum, Es ging so noch mit einigen stufen weiter, das urteil war jetzt letztens, meine tochter kann ich endlich wieder sehen, 6 Monate bewährung und 5000 euro geldstrafe wegen amphetaminbesitz ist das ergebnis. Die Frau noch immer das opfer, obwohl herauskam das sie seid anfang an eine beziehung mit einem 10 jahre jüngeren Typen hatte.
Ich sehe in meinem handeln noch immer keine fehler.
Laut Gericht habe ich 40 jahre alles falsch gemacht,

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Krass.

Ich denke wichtig ist dass du mit dir selbst im Reinen bist.

Das war eine erfolgreiche Selbstmedikamentation, leider mit verbotenen Stoffen.
Und das hat deine Frau dann geschickt gegen dich ausgespielt.

Ich gebe zu, ich habe nur quer gelesen, der Text ist mir viel zu lang und die Dramatik nur schwer auszuhalten.

Aber ein paar Gedanken:
-Dass du verbotene Substanzen konsumiert hast und dass du einen fremden Account gehackt hast, sind Fehler.
-Gerichte und Richter sind meistens Geiseln ihres Systems, entsprechend sind die Entscheidungen.
-Das ständige Auf und Ab in deinem Leben und das Drama um deine Familie ist wirklich bitter.

Warum ich eigentlich überhaupt antworte: Du musst das hinter dir lassen, einen für dich versöhnlichen Abschluss finden. Die ganze Bitterkeit über das, was war, macht es eher schlimmer, es blockiert dich. Du hast einen guten Ausgangspunkt, weil du jetzt weißt, dass ADHS gut behandelt werden kann. Versuch vor allem auch deiner Tochter gegenüber neutral zu bleiben, was deine Ex-Frau betrifft.

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Jetzt ist mir Seven quasi zuvor gekommen mit ähnlichen Gedanken, ich schickst trotzdem noch ab:

Schwierige Sache, und ich verstehe, dass du damit haderst.

Das ist nicht erlaubt.

Das ist gesetzlich geregelt und teils halt einfach verboten.

Das ist erlaubt, dagegen gibts kein Gesetz.

Das ist wohl in aller Kürze das, was zu (d)einer innerlichen Zerrissenheit führt. Beziehungsgeschichten interessieren das Gericht allenfalls, um einen Kontext zu haben und Beweggründe zu erkennen. Ein Urteil wird aber über Illegales und Strafbares gefällt.

Bitte erlaube mir kurz Klartext zu reden, denn ich glaube es könnte wichtig sein für dich und dir für einen nächsten Schritt helfen: Aus Sicht des Staates bist du kriminell - und uneinsichtig. Punkt. Aus. Fertig.

Das Dümmste, was dir passieren kann, wäre jetzt noch die Bewährungsstrafe absitzen zu müssen, weil du mit irgendwelchem Kleinkram nochmal dran kommst. Bewährung ist eine Chance. Deine Chance. Mach einen Strich unter die Vergangenheit und schau vorwärts. Und: Hol dir Hilfe dafür. Auch hier im Forum. Hast du Therapie, Arzt und allenfall gar einen Coach?

Last, but not least:
Halt Sorge zur Beziehung mit deiner Tochter. Für all das, was geschehen ist und noch immer geschieht, trägt sie keine Schuld, kann nichts daran ändern und ist dir und ihrer Mutter ausgeliefert. Sie ist es wert, dass du vorwärts gehst.

Du hast nicht 40 Jahre alles falsch gemacht. Einiges allerdings schon. Ich lese in deinem Beitrag, dass du ehrgeizig sein kannst, Ziele erreichst und du kämpfen kannst. Tue es dort, wo es richtig ist und wichtig, dort, wo du etwas bewirken kannst. Dein ADHS inklusive Rauschmittelkonsum stehen da oben auf der Liste. Gleich nach deiner Tochter.

Viel Erfolg!

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Hab noch kurz deine älteren Beiträge gelesen, drum etwas Anschliessendes: Wann immer du mit Behörden, der Polizei oder wem auch immer zu tun hast und so schwer es manchmal auch fällt: Verhalte dich kooperativ. Niemals gegen diese Leute Druck aufbauen. Weil: Die sind immer, immer, immer stärker. Immer.

Lass Anwalt oder deine Vertretung mit denen verhandeln. Dein Job dabei: Ruhig deine Sicht darlegen - und dann fragen, was du nun tun kannst, damit deine Sicht Gehör und Eingang in ein Verfahren findet. Ein „Bitte, ich möchte das klarstellen, wie kann ich das tun?“ öffnet Türen, wohingegen „Das ist falsch, das stimmt so nicht, Sie müssen das korrigieren“ Türen schliesst.

Viel Erfolg!

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Also nur aufgrund dessen was du jetzt geschrieben hast:

Nein du bist nicht kriminell. Du bist ein Mensch. Du hast Fehler gemacht. Du hast die Beziehung vernachlässigt weil du dich wie viele Männer durch deine Stellung in der Gesellschaft und Karriere definierst.
Deine Frau hat dich einfach seit geraumer Zeit nicht mehr um deiner Selbst Willen geliebt und dich als Versorger ausgenutzt, bis Sie selbst genug Kapital hatte, um unabhängig zu werden. Und jetzt hat sie halt die Schwächen die Sie bei dir entdeckt hat gegen dich verwendet.
„Schuld“ ist wie sooft bei beiden Parteien zu finden.

Es ist toll, das du wenigstens den Zugang zu deiner Tochter wieder hast.

Hast du jemanden in deiner Umgebung oder eine psychologische Betreuung an die du dich wenden kannst?

Von mir ganz viel Kraft um das durchzustehen und daran zu wachsen.

Shit happens.

Lebe dein Leben.

Halte dich von Leuten fern, die dich in etwas reinziehen könnten.

Bei Problemen selbst nicht reden, sondern direkt alles über den Anwalt regeln lassen.

Mache deinen Job, aber übertreibe es nicht.

Nutze die Zeit zum Verreisen soweit möglich.

Schenke der Ex absolut keine Beachtung aber bleibe für deine Tochter jederzeit (emotional) erreichbar.

Rede mit deiner Tochter nie negativ über ihre Mutter, sondern eher sachlich bis positiv. Denn mit Sicherheit wird die Mutter und ihre Familie schlecht über dich reden - das rächt sich eines Tages für die Mutter.

Mach eine Therapie und suche dir Gleichgesinnte vor Ort um nicht abzudriften.

Es ist jetzt passiert, du kannst es nicht mehr ändern.

Konzentriere dich auf die Zukunft.

Lass den Alkohol weg und suche dir Sport für den Abbau unnötiger negativer Energie.

Kopf hoch! :slight_smile:

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Servus Michi,

ist denn beim Gerichtsverfahren wegen Amphetaminbesitz dein ADHS thematisiert worden?

Manchen ADHS Betroffenen wurde bzw. wird (falls sich das nicht geändert hat) auch Amphetamin verschrieben.

Gruß vom Faultier

Ich würde das nur etwas anders formulieren:
Gerichte sprechen Recht (das ist ihr Job) und nicht Moral.

Und Gerechtigkeit hat mit Recht soviel gemeinsam wie das ideale Auto (braucht keinen Sprit, ist unendlich schnell, geht nie kaputt, brauch keinen Parkplatz, es geht unendlich viel rein) mit dem aktuellen Golf.

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Hallo,

mir sind die bisherigen Reaktionen zu distanzlos und zu einseitig.

Ja, @Michi083 , ich habe Mitgefühl mit dir, es ist sehr traurig dass deine Ehe in die Brüche gegangen ist und dass du deine Tochter selten siehst.

Aber - sorry, dein Schimpfen auf deine Frau und das Gericht und das Bagatellisieren deines Verhaltens finde ich völlig unangemessen - du hast so viele Fehler gemacht und siehst es nicht mal ein.

Okay, erschwert durch deine ADHS und meist nicht in böser Absicht. Aber du kannst deine Fehler nur hinter dir lassen und daraus lernen, wenn du für sie Verantwortung übernimmst, anstatt sich mit den Fehlern der Anderen zu beschäftigen.

Es ist doch mehr als verständlich, dass deine Frau gegangen ist, sie musste deine Impulsivität, deinen Alkohol- und Amfetaminkonsum über längere Zeit ertragen.

Ja, die ADHS-Diagnose und die ADHS-Behandlung hätten die Sache zum Guten wenden können - wenn sie früher gekommen wären. Was du und wie du es gemacht hast, ist mit durch ADHS erklärlich, aber ADHS ist auch keine Psychose, die uns fernsteuert, (erwachsene!) ADHS-Betroffene sind für ihr Handeln verantwortlich.

(Vielleicht bin ich auch zu hart. Ich musste schon öfters am nächsten Tag abmildern, was ich spät in der Nacht geschrieben habe.)

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Also natürlich hat er Fehler gemacht, aber sie ist gegangen, als er gerade dabei war, diese aus dem Weg zu räumen. Er hat keinen Alkohol mehr getrunken und auch keine Amphetamine mehr genommen. Er hat auch den Job gekündigt (den sehe ich als das Hauptproblem, mit Familie am Wochenende 12-Stunden-Schichten schieben, die man nur unter Drogenkonsum durchhält, ist halt einfach nicht drin- Scheiß auf die Kohle, es gibt Wichtigeres!).

Nein, sie hat ihn sauber verarscht. Ist geblieben, solange er ihr ein schönes Leben finanzier hat, und ist dann weg, als sie es sich selbst leisten konnte. Wenn wirklich die Vergangenheit das Problem war, warum geht sie nicht früher (da hätte sie jedes Verständnis von mir bekommen), sondern plant dann noch einen gemeinsamen Urlaub mit ihm?

Weil sie vielleicht früher nicht die Kraft hatte.

Das spielt dann keine Rolle mehr.

Ich wäre ganz vorsichtig mit solchen Aussagen.

Überhaupt sollten wir jede Be- und Verurteilung der Frau unterlassen. Es steht uns überhaupt nicht zu.
Wir kennen ihre Version der Geschichte nicht. Und sie kann sich hier auch nicht äußern.

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Bei solchen Geschichten gibt es immer zwei Seiten, wir kennen die erzählte Perspektive von einer Person.

Ich glaube seiner Frau ist die Entscheidung nicht leichtfertig gefallen. Manchmal ist aber Selbstschutz sehr wichtig - gerade Mütter sind da dann sehr vorsichtig und warten dann auf den Moment.

Ich bilde mir hier, aufgrund der fehlenden inhaltlichen Ausgeglichenheit, kein Urteil. Für uns kann die Erfahrung und Sichtweise von Michi helfen, achtsam zu sein um aus seinen Fehlern zu lernen. ADHS hat, insbesondere bei Unkenntnis in solchen Krisensituationen, extreme Nachteile.

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Es sind wenig Rechtfertigungsgründe dafür denkbar, dass eine Frau ihren (Noch-)Ehemann und Vater ihres Kindes bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft anzeigt.

In Zusammenhang mit dem Kindesentzug ist das ein von Rache und dem Willen, den Ex-Partner aus dem eigenen Leben und dem Leben des Kindes auszulöschen, geprägtes Verhalten. Und das ist zu verurteilen.

Häusliche Gewalt wäre so ein Grund.

Und lass dir eins gesagt sein, ich habe eine Ehe hinter mir mit einem Alkoholiker, der anfänglich auch ein toller Typ war, mit dem ich auch viel erreicht habe, der, wenn er nüchtern war, mich auf Händen getragen hat. Der unseren Sohn geliebt hat, ein guter Vater war. Aber immer, wenn er nicht nüchtern war, wurde er aggressiv mir gegenüber und nur mir gegenüber. Erst verbal, irgendwann auch körperlich. Mehr als einmal musste ich die Polizei rufen, damit sie ihn mitnimmt. Ich hätte ihn jedesmal anzeigen können. Und du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr Angst lähmen kann. Ich bin geblieben, lange habe ich verziehen, lange habe ich das Gute sehen wollen. Irgendwann ist er mit einem Messer auf mich los, dem größten, das wir hatten, und wollte mich tot machen.

Also, jetzt sag du mir, kennst du alle Details dieser Ehe? Kennst du die andere Version, die der Frau? Nein.

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Bist mir grad zuvorgekommen. Michi schreibt ja eben selber von Genuss-/Suchtmittelmissbrauch. Gewisse Substanzen machen aus einem lieben Menschen einen Täter. Der sich vielleicht, wieder nüchtern, nicht mal vollständig an Geschehenes erinnert.

Michis Geschichte hat genug Ansatzpunkte, die in sich Handlungspunkte aufzeigen, ohne Dritte einbeziehen oder Schuldige suchen zu müssen.

Ich kenn zu viele Frauen (könnten auch Männer sein), die viel zu lange gerade nicht zur Polizei gingen, das aber längst fällig gewesen wäre. Himmelnochmal ist mir das unverständlich, was man alles über sich ergehen lässt, nur weil…

Es tut mir Leid für dich, Seven, und freue mich für dich, dass das vorbei ist.

Was Alkohol als legales Genussmittel alles verursacht… Eigentlich unglaublich.

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Sie hat ihn aber nicht wegen psychischer oder physischer Gewalt angezeigt, sondern weil er ihren Account gehackt hat (was er natürlich nicht hätte tun dürfen). Wenn er wirklich gewalttätig wäre, warum bringt sie ihm dann nach der Trennung noch die Tochter zum Babysitten vorbei und macht ihm Hoffnung, vielleicht doch zurück zu kommen, sie planen sogar noch den nächsten gemeinsamen Urlaub? Das macht doch keine Frau, die noch bis 5 zählen kann.

Das ging dann, bis sie das Geld geerbt hatte. Danach musste sie nicht mehr arbeiten und konnte sich alleine um das Kind kümmern. Ab dem Zeitpunkt hat sie versucht, seinen Kontakt zum Kind zu verhindern.

Natürlich kennen wir nur seine Version. Er schreibt aber nicht so, als wolle er sich reinwaschen und die Schuld nur bei anderen suchen. Er schreibt selbst von seinen Alkohol - und Amphetaminproblemen, dass er zuviel gearbeitet hat und durch den Stress und den Alkohol sehr gereizt war.

Sie hat Bedingungen gestellt (Alkoholverzicht, Drogenverzicht und anderer Job) und ihn verlassen, nachdem er diese erfüllt hatte. Sie hat ihm Hoffnungen gemacht, bis sie ihn nicht mehr brauchte. Das nenne ich „verarscht“.

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Wir kennen die A-Seite der Kassette, die B-Seite ist uns fremd. Echt unnötig sich sen Kopf darüber zu zerbrechen.

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Ich zerbreche mir nicht den Kopf, Ich bewerte was ich gelesen habe als wahr und fälle daraufhin mein Urteil, was bleibt mir anderes übrig?

Wenn wir jetzt jede Aussage hier erstmal in Zweifel ziehen, bevor wir antworten, kann man das Forum auch schließen. Wird aber bei anderen Usern nicht gemacht, wie z. B. die Reaktionen zeigen, wenn sich Daydreamer in ihrer Berg- und Talfahrt über ihre Schichtleitung „beschwert“. Die SL hat auch keine Möglichkeit, hier eine Gegendarstellung zu schreiben. Daher wird Daydreamer uneingeschränkt geglaubt, es gibt ja auch keinen Grund, ihr nicht zu glauben. Warum wird das bei diesem User hier anders gemacht?

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