Abgrenzung Neurotypen/Diagnosen

Ich will eigentlich nur das man mich in ruhe lässt, damit ich mich nie wieder wegen irgendwelchen stumpfen möchtegern Machern ums überleben kämpfen muss. Wie man das dafür nennen muss, in welche Schublade das dann eingeordnet wird ist mir eigentlich wirklich egal.

Nein. Asperger hing von den Beeinträchtigungen in der Sprache und in der Intelligenz ab, nicht vom Unterstützungsbedarf. Oder hängt noch immer in Deutschland, denn die Diagnose wird ja nach wie vor vergeben solange der ICD 11 nicht gilt.

Es mag sein, dass man mit mangelnder „funktionaler“ Sprache und Intelligenzminderung eine größere Beeinträchtigung hat als ohne, aber auch das ist ziemlich vom Einzelfall abhängig. Zumal der Bedarf an Unterstützung im Laufe des Lebens wechseln kann, wie ja schon gesagt wurde.

Vielleicht ist an dieser Stelle mal notwendig zu erwähnen, dass es in der Diskussion hier nicht darum gehen soll, seinen eigenen Bedarf an Hilfe infragezustellen oder irgendwelche Einzelschicksale zu bewerten.

Mein persönliches Interesse dreht sich ganz generell um die Beziehung zwischen psychiatrischen Erkrankungen und neurologisch-biologischen Ursachen, so wie man allgemein sehen kann, dass es in der ganzen Psychologie um die Fragen Anlage oder Umwelt/Natur vs. Nurture dreht.

Um noch einmal auf die Argumente von Uta Frith zurückzukommen: Sie schlägt, wenn ich mich nicht täusche, keine Rückkehr zur ursprünglichen Dreieraufteilung von Autismus vor, sondern eine neue Kategorie für Autisten , die nur geringe kommunikative Schwierigkeiten haben, die laut ihrer Aussage in ihrer Kindheit völlig unauffällig waren, beruflich erfolgreich sind usw.

Ich habe einige Bücher von ihr gelesen und ich kann mich nicht erinnern, dass sie nur mit nonverbalen Autisten gearbeitet hat, vielleicht sogar eher mit denen, die gut in das einstmalige Asperger-Schema passen.

Ich glaube, es geht ihr mehr darum, dass bei diesen, vermehrt in den letzten Jahren, diagnostizierten Personen mit ASS keine oder nur zu uneindeutige Zeichen einer Reifungsverzögerung des zentralen Nervensystems vorliegen und dass zu wenige Gemeinsamkeiten zu den klar erkennbaren Autismuspresentationen vorliegen. Gemeinsamkeiten sind dann öfter durch soziale Ängste u.ä. vermittelt als durch Autismus, Rigidität durch Zwänge usw.

Gestern hat Tom Harrendorf Folgendes in seinem Video gebracht:

„Ich habe es weite Strecken meines Lebens selbst so empfunden, als eine Beeinträchtigung oder Behinderung wahrgenommen, intelligent zu sein. Und das ist eine Sache, die war so und die ist so. Ich habe mir häufig in meinem Leben gewünscht, einfacher gestrickt zu sein und vielleicht mit weniger Grübelneigung, mit wenigen ethisch moralischen Überlegungen, warum ich das eine könnte und das andere von allen Dingen auch nicht könnte… ähm ja, dass ich vielleicht, wenn ich einfacher gestrickt wäre, sozusagen auch glücklicher wäre, weil ich mir mit meiner eigenen Intelligenz meinen Grübeleien, meinen philosophischen Ansichten, meinen ethisch-moralischen Skrupeln, die sich auch aus meine ethisch-moralischen Überlegungen ergeben haben, auch häufig in meinen Handlungen und somit in meiner Lebensentwicklung irgendwie blockiert empfunden habe.“

Gegen Ende des Videos fügt er sinngemäß hinzu, dass „niedrig-funktionale Autisten“ weniger Hilfebedarf hätten, weil ihre Ansprüche (insgesamt?) niedriger seien, und Hilfe für Körperpflege im Vergleich zu Leiden hochintelligenter Autisten einfach zu leisten sei.

Wie findet ihr seine Argumente :face_with_monocle:?

Der Herr Harrendorf hatte vor nicht allzu langer Zeit mal ein Video über eine Studie über Menschen die die Diagnostiker unter Druck setzen, bis hin zu Bedrohungen um an die Diagnose zu kommen. Sollen wohl überwiegend Frauen gewesen sein laut Studie ( Habe die aber nicht gelesen). Keine Ahnung was ich davon halten soll.

Nimmt der Herr Harrendorf eigentlich Medikamente wegen seiner ADHS?
Die Borderline Diagnose, die er damals bekommen hat muss ja einen Grund haben, mir fällt auf die schnelle kein anderer ein in Kombination mit Autismus.

So aber nun zum eigentlichen Thema…

Ist aber schon was älter der Link.
https://autismus-kultur.de/high-functioning-autismus/