ADHS / ASS Diagnostik anfechten (Selbstzahler) - Benötige Hilfe

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach weiteren Informationen zu der Auswertung, Scores / Cut-off Werte usw. für bestimmte Tests, die in der ADHS Diagnostik Bestandteil sind. Konkret geht es um die folgenden Tests:

  • Wender-Reimherr-Interview (WRI)
    • Cut-Off/ Schwellwerte Summenscore
    • Gesamtbeurteilung (Diskrepanz berechneter Wert + objektive Bewertung Diagnostiker in Gesamtbeurteilung)
  • CAARS Selbstbeurteilung + Fremdbeurteilung
    • Cut-Off/ Schwellwerte
    • Umrechnung Rohwert → T-Wert
  • WURS-K
    • Cut-off/Schwellwerte

Hat hier jemand Fachinformationen, Tabellen o.ä.?

Und weiß jemand welche Tests laut Leitlinien “Maßgebend” sind? Also gibt es eine offizielle Gewichtung oder wonach wird dann entschieden, ob es eine ADS oder ADHS Diagnose ist? Grundsätzlich sind mir die Unterschiede bekannt mit den Codes nach ICD-10/ICD-11 und DSM-5. Also ich weiß welche Voraussetzung für die F90 Diagnose nach ICD-10 notwendig ist. Ich kann nur die Entscheidung der Praxis nicht nachvollziehen.

Kurz zum Hintergrund: Ich habe als Selbstzahler eine kombinierte Diagnostik durchführen lassen, bin aber mit der Durchführung und den Ergebnissen nicht zufrieden. Im Bericht wurde nach ICD–10 die ADS Diagnose (F98.8) und nach ICD-11: 6A05.0 vergeben. Ich habe meine Patientenakte angefordert und diese mittlerweile vorliegen. Und würde nun gerne die Testergebnisse besser verstehen.

PS: Ich werde noch ausführlicher zu meinem Anliegen berichten. Wollte nur schon einmal vorab diese konkrete Frage stellen. Vielleicht hat ja jemand nützliche Informationen, die mir weiter helfen.

Liebe Grüße

So was ich nicht verstanden habe

Hast du eine Adhs Diagnose?
Hast du eine Ads Diagnose?
Hast du keine Diagnose?

Weil grundsätzlich können die Tests gar nichts genau aussagen, wird immer wieder von Fachärzten auf den Adhs Veranstaltungen gesagt. Man sieht eigentlich nur das es das was auffälliges gibt oder nichts auffälliges gibt.

Dazu kommen die Schulzeugnisse wenn sie etwas verraten, die Fragebögen der Angehörigen und die persönlichen Gespräche aus denen gefiltert wird.

Auf Frauen sind die Tests am wenigsten ausgelegt da sie für kleine sehr auffällige Jungs mal entwickelt worden.

So ist die Diagnostik eigentlich umfassend und braucht erfahrene Ärzte die eben möglichst weit schauen und nuchts übersehen.

Wenn du in Therapie bist und den Therapeuten das auch für sehe wahrscheinlich hält sind auch solche Berichte unterstützend. Schwieriger/ Problematischer ist es eher wenn man wirklich ganz im Randbereich ist um es wirklich abgrenzen zu lassen.

Vielleicht nochmal mit nem ruhigen Kopf schauen ggf. im Gespräch versuchen zu klären was du nicht gesehen sieht und warum - weil es wahrscheinlich der schnellere und bessere Weg ist

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Du hast die Diagnose des Subtyps ADHS-I erhalten, also ADS ohne Hyperaktivität.

Das wird im ICD10 nicht direkt als Subtyp definiert, weil man unterschiedliche Ursachen der Entstehung annahm.

Im ICD 11 sieht das anders aus:

„Einige hyperaktiv-impulsive Symptome können auch vorhanden sein, aber diese sind in Bezug auf die unaufmerksamen Symptome nicht klinisch signifikant.“

_> 54

_ > 30

Fragebögen sollten aber nur einen kleinen Teil der Beurteilung ausmachen, weil sie sehr subjektiv sind, z.B. hätten lt. bestimmten Stichproben demnach 19 % aller Menschen ADHS, was sich aber nicht mit anderen Tests und tatsächlichen biografischen Daten deckt. Wichtig sind neben Zeugnissen, AG-Tests und Inhibitionstests.

Warum willst du klagen?

Danke für deine Antwort @Kathy .

Im Bericht haben sie nach ICD-10 “ADS” und nach ICD-11 “ADHS - Vorwiegend unkonzentrierter Typ” diagnostiziert.

Nun ist es bei mir aber nicht gerade der Standard-Fall und etwas spezieller - einfach ausgedrückt. Ich versuche es nachfolgend einmal zu erklären:

  • Die ADHS Diagnose habe ich (eigentlich) bereits seit 1 Jahr
  • Warum “eigentlich”?
    • Arzt aus der ADxS Adressliste aufgesucht, Diagnostik mit Fragebögen, Schulzeugnissen & Interview
    • “mündliche” ADHS Diagnose ohne großartigen Bericht
    • Mit MPH eindosiert, auf Ritalin adult gewechselt
    • vor ca. 3 Monaten neues Rezept holen wollen → Info vom Arzt, dass er ggf. bald keine Rezepte mehr dafür ausstellen könne weil Theater mit der Kasse. WENN er einen Bericht von einem Psychiater/Neurologen bekommen könne, könne er das weiter ausstellen. Wer hier jetzt ein bisschen Ahnung hat, versteht das eigentliche Problem dahinter sicherlich, ohne weiteren Text von mir

Praktisch zu diesem Zeitpunkt: Ich hatte meine ASS-Diagnostik bei der Praxis (die mit ADS diagnostiziert hat MIT Bericht usw.) bereits gebucht. Ich hatte bewusst die ADHS-Diagnostik dazu gebucht inkl. IQ Testung weil eine reine ASS Diagnostik aus meiner Sicht nicht sinnvoll ist, wenn man nicht der absolut offensichtliche Härtefall ist. Also eine kombinierte Diagnostik, um auch (gegenseitiges) Maskieren usw. mit zu berücksichtigen.

Und jetzt kommt das Problem / das “Aber”: Die Praxis hat aus meiner Sicht genau DAS nicht berücksichtigt und war auch nicht erfahren genug, um über die Standard Fragebögen und Interview-Leitfäden hinaus die richtigen Fragen zu stellen.

Und mit richtig meine ich, die für MICH richtigen Fragen, sodass ich die Antworten gebe, die sie für die Beurteilung benötigen. Ich Antworte immer sehr “stumpf” auf die Fragen, die mir gestellt werden. “Haben Sie Probleme in einer Schlange zu warten?” → Nein; “Zappeln sie viel herum, wenn Sie im Kino einen Film ansehen?” → Nein. Ich schaue aber zb wirklich gerne Filme und Serien. Und fragt man mich, ob ich die meiste Zeit des Serien Guckens gut konzentriert wirklich nur die Serie gucke, ist meine Antwort “Nein, ich habe fast permanent mein Handy in der Hand und mache nebenher etwas anderes, wirklich auf eine Serie zu 100 Prozent konzentrieren kann ich mich nur, wenn mich die Serie wirklich extrem gefesselt hat - das ist aber höchst selten. Wenn ich kein Handy zur Hand habe, dann wäre ich unruhig. Bzw habe dann eben zig andere Dinge im Kopf und zappel nicht offensichtlich herum (ich habe als Kind gelernt das macht man nicht :wink: ).

Dass meine Antworten in den Interviews mich und meine wirklichen Probleme mich nicht widerspiegeln ist mir im Diagnose-Prozess selbst aufgefallen. Weshalb ich einen Zusatztermin gebucht habe und zwei mal zwei sehr ausführliche Zusatzdokumente mit meinen Beschreibungen und Beobachtungen “eingereicht” habe. Die aber aus meiner Sicht nicht ausreichend Beachtung gefunden haben. Und scheinbar habe ich die Themen zum Bereich “Hyperaktivität” nicht genug in den Fokus gesetzt. Was eigentlich auch verständlich ist - ICH bin ja nicht die Diagnostikerin und muss ALLES im Blick haben, was hier relevant wäre. Das wäre ja der Job der Praxis. Gezielt nachfragen, um herauszufinden, ob die Antworten wirklich so passen oder nicht. Das hat z.B. der Arzt, bei dem ich ganz zu Beginn meine ADHS Diagnose erhalten habe, wunderbar gekonnt. Er hat genau die Rückfragen gestellt, die ich brauchte, damit er einen “realen Überblick” bekommt.

Dass die Tests nicht als ausschließliches Diagnose-Tool genutzt werden können und sollen ist denke ich allen bewusst. Die Praxis scheint sich aber sehr an “akademischen” Vorgaben zu orientieren, also sehr nach Standard und Leitlinien-Vorgabe zu arbeiten. Anders kann ich mir die Befundung nicht erklären. Als Beispiel meine Ergebnisse nach dem WRI Interview:

  1. Aufmerksamkeitsstörung (5): Summenscore 6,5 / Gesamtbeurteilung “mittlere” → Erfüllt JA
  2. Überaktivität (3): Summenscore 3 / Gesamtbeurteilung “leichte” → Erfüllt NEIN
  3. Temperament (3): Summenscore 5 / Gesamtbeurteilung “leichte” → Erfüllt JA
  4. Affektive Labilität (4): Summenscore 5 / Gesamtbeurteilung “leichte” → Erfüllt NEIN
  5. Emotionale Überreagibilität (3): Summenscore 2 / Gesamtbeurteilung “leichte” → Erfüllt NEIN
  6. Desorganisation (5): Summenscore 9 / Gesamtbeurteilung “mittlere” → Erfüllt JA
  7. Impulsivität (5): Summenscore 8 / Gesamtbeurteilung “mittlere” → Erfüllt JA

Diagnose adultes HKS - ADHS vorhanden, wenn Kriterien 1 und 2 sowie mindestens 2 weitere Kriterien von 2 bis 7 nachgewiesen werden können:

Ergebnis Adultes HKS - ADHS: JA / Bemerkung: ADS Hyperaktivität nicht ausreichend erfüllt

Im Test selbst steht zur/vor der Gesamtbeurteilung: “Die Gesamtbeurteilung soll sich nicht allein auf die Summierung der einzelnen Symptome beziehen sondern soll die einzelnen Symptome in Ihrer Ausprägung gewichten, bswp. im Sinne einer Symptomschwere. Auch sollen die Behinderungen und Einschränkungen, die für den Patienten damit verbunden sind in der Gesamtbeurteilung Berücksichtigung finden. Teil der Gesamtbeurteilung ist auch der Eindruck, den der Untersucher in der Exploration vom Patienten gewinnt.

Die Fragen vom WRI bezüglich der Hyperaktivität (Bereich 2) z.B. waren übrigens genau diese Fragen (Schlange anstehen, Kinobesuch usw.).

So und jetzt wird es NOCH SPEZIELLER: Ich glaube der Praxis war gar nicht bewusst, dass ich während der gesamten Testung und bereits ein 3/4 Jahr davor Ritalin genommen habe. Ich habe das im Eingangstermin erwähnt. In meiner Patientenakte steht aber als Notiz “schon symp. Diagnose bei Hausarzt, nichts off., Ritalin aber nicht weiter wg. Arzt XXX (kann ich nicht entziffern) Kasse”. → Somit gehe ich davon aus, die Diagnostikerin dachte ich nehme keine Medikamente. Habe ich aber - und das beeinflusst ja einfach mal die gesamte Diagnostik.

Ich muss an dieser Stelle leider unterbrechen, weil ich zu einem Termin aufbrechen muss. Möchte diesen Part aber bereits absenden. Ich werde noch einen weiteren Teil dazu schreiben…

von “Klagen” habe ich nichts geschrieben. Man kann ja auch das Gespräch mit der Praxis suchen. Davor möchte ich mich aber vernünftig zu den Ergebnissen, Auswertung (Schwellenwerte) usw. informieren.

Das Warum habe ich in meinem Post gerade eben angefangen zu erklären. Es folgt noch mehr…

Kurzversion zum Warum: Teure Selbstzahler Diagnostik durchführen lassen, die aus meiner Sicht nicht korrekt war. Wg der Problematik mit dem Arzt neuen gesucht, einen Psychiater. Dieser sagt “sie haben nur ADS - ich darf Ihnen kein Ritalin aufschreiben”. Und nun sitze ich hier, weiß dass mir das Ritalin hilft. Und werde es vorerst nicht bekommen. UND muss mich darum bemühen, dass eine sinnvolle / objektive Diagnostik durchgeführt wird.

Hä.. Mal von der stigmatisierenden und überholten Aussage des Arztes “nur” “ADS” abgesehen - seit wann darf bei “ADS” kein MPH verschrieben werden? Habe ich da etwas verpasst? Oder ist das in DE kassenabhängig?

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So wie ich es bisher verstanden habe, übernehmen die Kassen nur die Kosten, wenn es aufgrund von f.90 also ICD-10 ADHS verschrieben wird. Nur das sieht die Kasse als zulässig an. Das sagte der Psychiater und das hat bisher auch meine Internet Recherche ergeben. Und laut meinem Bericht habe ich ja “nur” ADS mit der in Deutschland zur Abrechnung verwendeten ICD-10. Dh der Arzt dürfte mit meiner Codierung kein Rezept ausstellen. Bzw müsste am Ende bei einer Prüfung das Geld an die Kasse aus eigener Tasche zurückzahlen. Um richtiges “dürfen” geht es hier ja gar nicht. Sondern um die Frage der Kostenübernahne - “darf” er aus Sicht der Kasse MPH mit dem Diagnose Schlüssel aufschreiben oder nicht.

Ich denke viele Praxen werden dann ggf trotz einer nur ADS Diagnose am Ende die ADHS Diagnose vergeben, damit die Medikamente als Kassenleistung aufgeschrieben werden können.

Und “mein” Psychiater bei dem ich jetzt das 1. Mal war, hat die Praxis erst neu eröffnet. Ich weiß nicht, ob er vorher nur im Angestelltenverhältnis unterwegs war. Es wirkte auf jeden Fall so als wenn er insgesamt relativ wenig Ahnung von den Abrechnungsthematiken hat. Und alles sehr korrekt machen möchte.

Ich habe zb eine neue ASS Diagnostik angefangen, diese ist allerdings nur Psychologin. Sie arbeitet daher häufig mit Überweisung von einem Psychiater im Auftrag. D.h. er stellt Überweisung aus, sie führt die Diagnostik durch. Der Psychiater wertet für sich die Ergebnisse aus und vergibt dann als approbierter Arzt, eine offizielle Diagnose mit dem entsprechenden Kürzel. MEIN Psychiater allerdings war von Grund auf verwirrt wieso er für eine Psychologin ohne Kassenzulassung eine Überweisung ausstellen soll. Die Überweisung stellt dann ja aber nur den Auftrag dar - wer das ganze bezahlt steht ja auf einem anderen Blatt. Anstelle der Kasse zahle ich es eben privat. In Kliniken führen ja auch oft Psychologen Diagnostik durch, und ein Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut vergibt die offizielle Diagnose.

Bei mir hat es sich leider zeitlich nun alles ungünstig überschnitten. Ich habe relativ kurzfristig die Möglichkeit für die ersten Termine bei der Psychologin für die ASS Diagnostik bekommen. Und der 1. Termin beim Psychiater stand noch aus. War in diesem Fall mein eigenes Risiko die 2. Diagnostik Runde für ASS als Selbstzahler zu starten ohne vorher mit dem Psychiater gesprochen zu haben, ob er die Testung im Auftrag für eine eigene Diagnosevergabe verwenden würde. Ob er das grundsätzlich machen würde weiß ich nun nicht mal, weil er sich ja nur an der Abrechnungsthematik aufgehängt und dies nicht verstanden hat.

Vielleicht ist das gerade das Problem das du zu viel gedacht und vorausgesetzt hast, dich aber nicht vergewissert hast.

Typischer Eigen und Fremdwahrnehmungsstörung.

Ich denke nicht das eine Klage was bringt.

Ich würde ins Gespräch gehen und ganz klar kopien mit Stempel aus der Apotheke mitnehmen welche Medikamente du gegen die Adhs zu diesem Zeitpunkt in welcher Dosierung genommen hast.

Vielleicht meinst du auch nur es gesagt zu haben und hadt es nicht, es wirkte dort so beiläufig das es nucht auffiel oder oder oder

Eine Klage ist teurer und macht keinen großen Sinn, dann kannst du lieber woanders hingehen und dich neu testen lassen das wird viel billiger und dann würde ich einfach ein paar Tage Ritalin raus lassen. Es aber auch schriftlich mit allen Fragestellungen abgeben weil exakt dann kann nicht so viel schief gehen

Und wenn du eine Diagnose seit einem Jahr hadt dann geh doch mit diese Diagnose und lasse dir in einer Akutambulanz oder in einer anderen Psychatrischen Praxis Ritalin aufschreiben.

Das das mit dem Arzt ein Problem gibt ist logisch und ich denke der wird dir gesagt haben das er in gewissen Abständen Fachärztliche Berichte benötigt und entweder ist das bei dir untergegangen, du hast es nicht wahrgenommen oder oder was auch zeigt das du zumindest zu diesem Zeitpunkt wohl nicht gut oder gar nicht eingestellt warst.

Eskalierende Lösungen wie du sie gerade anstrebst können und werden wenn du das irgendwo bei anderen Ärzten erwähnst oder sie es herausbekommen eher schlecht/ sblehnend (ob Angst oder Unsicherheit oder keine Lust auf Auseinandersetzungen mit Patienten) und kann dann weitgreifendere Folgen mit sich bringen.

Ich hab auch schon ein paar mal mich mit Ärzten auch der Lungenärztin gefetzt aber immer das Gespräch gesucht, das wurde immer gewährt und anerkannt aber auch eine für beide Seiten Tragbaren Lösungen gefunden.

Alleine wenn der Arzt jetzt in die Diagnose schreibt, daß er nicht wußte das du Ritalin in Dosis x y mal am Tag genommen hadt und dies mit Blick auf die Testergebnisse als plausible Abweichungsbegründung zu werden ist und somit der Folgeschluß korrigiert werden muß, daß es doch eher sehr wahrscheinlich ist, daß Adhs in Fom von…
und er unbedingt eine Weiterbehandlung mit Methylfinidat befürwortet wird…

Mehr als ausschreichend für den verordnenden Arzt und dann besser alle 6 Monate zum Facharzt damit solche Probleme nicht nochmal aufkommen

Eigentlich ist doch Ads als Diagnose abgeschafft und und es heißt Adhs und dazu die Subtypen.

Geh zu deiner Krankenkasse und frage da mal wegen Ads nach statt hier so einen Aufwand zu fahren, vielleicht können sie dir sogar für den verordnen Arzt bescheinigen das Ads ein veralteter Diagnoseschlüssel ist und er bitte den neuen Diagnoseschlüssel verwendet - dann wäre dein gesamtes hochfahren eh für den Popo und alles wäre gut.

Einfach mal zur Krankenkasse gehen und sprechen

Das ist der Grund warum ich eigentlich so ungern in Foren schreibe. Weil viele Dinge lesen, die nicht geschrieben wurden. Weil sie interpretieren…

Ich habe bereits gesagt, dass ich nicht klagen will. Das Wort “anfechten” aus meinem Titel ist nicht einzeig und allein für einen Gerichtsprozess reserviert. Man kann es durch aus in einem anderen sprachlichen Kontext nutzen.

Weiterhin habe ich ganz bestimmt nicht bei meinem Arzt, der mir das Ritalin bisher verschrieben hat, “überhört”, dass er in regelmäßigen Abständen irgendwelche Berichte von einem Facharzt benötigt, damit er mir Ritalin verschreiben kann. Der gute Mann ist ein Hausarzt und hätte mir initial die Diagnose gar nicht stellen dürfen. Wenn ich aber als Patient zu einem Arzt gehe, der 1. Damit auf seiner Website wirbt, dass er ADHS Diagnosen stellt und 2. Auch in einer Adressliste dieses Forums geführt wird für eben dieses und 3. dieser Mann mir dann in unserem ersten Termin sagt, dass er die Diagnose durchführen kann, fange ich doch nicht an in Frage zu stellen, ob er das überhaupt darf.

Ja, theoretisch ist ADS abgeschafft mit Herausgabe der ICD-11. Dort werden alle subtypen unter einem Diagnose Schlüssel geführt. Wie ich aber bereits erwähnte, rechnen die Kassen in Deutschland noch nach der alten ICD-10 ab. Es gibt eine Frist bis 2027 meine ich - bis dahin muss die ICD-11 eingeführt und ab dann angewandt werden. Deutschland reizt diese Frist aber entsprechend lang aus. Weil Deutschland in Sachen Digitalisierung einfach extrem hinter her hängt und solche Änderungen sämtliche Beteiligten immer vor mega Probleme stellt. Nicht umsonst gab es während Corona so ein Chaos… das nur mal so am Rande.

Eigentlich wollte ich ja auch nur Informationen zu den genannten Tests. Natürlich kommen dann bei euch Fragen auf, die ich auch gerne beantworte. Damit man versteht, warum ich danach frage. Ob und wie ich dann ins Gespräch mit der Praxis gehe, die die Diagnostik durchgeführt hat, ist doch ein ganz anderer Punkt. Und stand für mich hier erst einmal überhaupt nicht zur Debatte.

Vergiss dein Wissen geh zur Krankenkasse und stell dich dum und erkundige dich ggf. führen sie dir Lösungsmöglichkeiten auf auf die du nicht gekommen wärst oder andere Informationen die es dann hslt noch git machen.

Aber jeder wie er mag dann mit Kravsll und Problemen…

ich muß nicht danit leben

Achsoo ok das war mir nicht bewusst. Bin in der Schweiz und weiss, dass es hier kein Problen gibt. Habe mehrere Freunde mit vorwiegend unaufmerksamem Typ, die in DE ihre Medis verschrieben bekommen, daher ging ich einfach davon aus, es wäre da auch so. Kann aber gut sein, dass die alle, wie du schreibst, einfach Glück hatten mit ihrer Praxis

Ja das war mir bis vor kurzem eben auch nicht bewusst. Bzw ich gehe aufgrund der Aussage vom Psychiater davon aus, dass die Praxen entsprechend “flexibel” arbeiten.

Die Praxis, die die Diagnostik erstellt hat, hat aufgrund fehlender Kassenzulassung selbst auch kein Interesse an einer Diagnose, die ein Kassenrezept begründet. Das einfach nur mal ganz sachlich + nüchtern betrachtet.

Oder aber mein Psychiater hat auch in diesem Fall nicht so viel Ahnung und es ist doch möglich :joy::woman_shrugging:t3: er fand beispielsweise auch eine 3. niedrige Dosis MPH am Abend sehr ungewöhnlich. Normal sei ja maximal 2x Ritalin am Tag…

Vielleicht melden sich hier ja noch andere zu Wort mit anderen Informationen bzgl der Abrechnung usw :blush:

Okay. So ist es vielleicht theoretisch. Aber auch praktisch?

Ich meine, wenn deine Ärztinnen dir trotzdem Rezepte ausstellen, gibt es doch kein Problem? Oder weißt du sicher, dass sie es nicht tun würden?

Ich habe 2003 auch eine ADS Diagnose bekommen, also ohne Hyperaktivität. Hat mich gewundert, weil ich kann ganz schon hibbelig und impulsiv sein.

Aber mir ist das auch einerlei. Ich bekomme seit über 20 Jahren Methylphenidat verordnet. Beschwert hat sich noch niemand, kein Arzt und keine Kasse.

Und ich gehe auch davon aus, dass das allgemein so ist. Ansonsten würde ja kaum eine Frau Stimulanzien bekommen, und viele Männer auch nicht.

Ja, das weiß ich. Ist oben vielleicht nicht ganz deutlich geworden. Ist ja auch etwas verworren in meinem Fall.

Die 1. ADHS Diagnose hat ein Hausarzt gestellt. Dieser sagte ja explizit, dass er für künftige Rezepte eine Diagnose von einem Facharzt benötigt.

Mein kürzlicher Termin beim Psychiater war vorrangig für die Weiterbehandlung (medikamentös) der ADHS. Die in Praxis 2 ja auch diagnostiziert wurde - so dachte ich, bis zum Besuch beim Psychiater. Ich habe ehrlich gesagt mit der Diagnose ADS im Befundbericht nicht gedacht, dass es nun Probleme mit den Medikamenten geben würde. Ich war froh dass ich eine “offizielle” Diagnose habe und nun alles seine regelten Bahnen geht. Und dann sagt der Psychiater “sie haben kein ADHS, sie haben ADS und damit darf ich Ihnen kein Ritalin verordnen”.

Das mal eben selbst dazu schreiben bzw dann eben von sich aus die f.90 Codierung vergeben wollte er nach dem ersten Termin nicht. Er möchte mich erst kennenlernen. Was ja grundsätzlich auch okay ist. Nächster Termin ist aber auch erst Anfang Februar…

So und dann bin ich jetzt nach Durchsicht meiner Patientenakte (die ich ursprünglich und vorrangig wg der nicht gestellten ASS Diagnose angefordert habe) darüber gestolpert, dass scheinbar nicht mal berücksichtigt wurde, dass ich während der Diagnostik Ritalin genommen habe. Meine Antworten bei den Fragebögen usw. also auch entsprechend “verwaschen” waren und sind.

D.h. Aktuell gibt es aus meiner Sicht 2 Optionen für die Weiterbehandlung

  1. Die Diagnostik Praxis korrigiert das ADS zu ADHS weil sie letztenendes im Rahmen der Diagnostik meine aktuelle Lage unter Ritalin erfasst haben und die Werte/Antworten unbehandelt mit Sicherheit anders ausgefallen wären. (Ich habe mich zb nach 3 Monaten Ritalin gefragt, was es nun überhaupt bringt, ob es überhaupt was bringt. Das habe ich aber in meinem Urlaub NACH der ganzen Diagnostik deutlich gemerkt. Ich hatte im Urlaub auf Ritalin verzichtet und war ein wenig von mir selbst erschrocken. Hatte meinen Partner sogar gefragt, ob ich vorher ohne das Ritalin auch so unfassbar verwirrt und chaotisch war :laughing:)
  2. Der Psychiater verschreibt mir trotz der gestellten ADS Diagnose Ritalin. Was er ja aber bisher nicht getan hat. Und selbst wenn er sich irren sollte, und es möglich ist, auch bei ADS Ritalin zu verschreiben, wird er vermutlich nicht sehr begeistert davon sein, wenn ich ihn auf einen solchen Fehler Hinweise. (WENN es so ist..)

Die dritte Option wäre dann nur noch, dass ich es als Privatrezept verordnet bekomme. Denn das verschreiben “dürfen” bezieht sich hier ja vielmehr auf die Kostenübernahme.

Und damit ich für Option 1 etwas besser vorbereitet und informiert bin, habe ich diesen Post hier erstellt. Um die Ergebnisse meiner Fragebögen mit etwas mehr Fachwissen und nicht nur reinen Vermutungen bei der Praxis hinterfragen zu können.

Mir fällt gerade noch ein, dass bei den CAARS Bögen die Werte der einzelnen Bereiche interessant für mich wären, nicht nur die Gesamtwerte. Denn in meinem Fall geht es ja darum, ob das H mit dazu genommen wird oder nicht. Nicht, ob ich grundsätzlich AD(H)S habe.

Mir liegen leider nur die Rohwert dieser Tests vor. Was ich eigentlich auch merkwürdig finde, wenn mir die komplette Patientenakte zur Verfügung gestellt wurde. Schließlich müssen die Rohwert auch in die entsprechenden T Werte “umgerechnet” werden. Ob die gute Frau das wirklich alles im Kopf gemacht hat, und just im Anschluss den Befundbericht getippt hat, sodass es dazu keinerlei Notizen gibt?!

Hallo,

also, zu Option 1: Könnte sein, dass die Diagnostikstelle das unkompliziert sieht. Aber nicht, weil du ihr Ergebnis „anfechtest“. Wenn sie so genau auf ihren Testergebnissen bestehen (die Genauigkeit nur vortäuschen, aber das werden sie nicht so sehen), dann werden sie ihr Ergebnis verteidigen.

Aber wenn du ihnen sagst, der Psychiater ist leider kompliziert und verordnet mir nichts, wenn das und das drin steht, dann schreiben sie vielleicht eine Klarstellung. In der Art, dass du auch Elemente von Hyperaktivität hast und sie eine Medikation dringend empfehlen. So dass sie ihr Gesicht wahren und der Psychiater zufrieden ist.

Option 2: Ja, kann sein, dass sich der Psychiater im neuen Jahr umbesinnt von sich aus. Ist aber ungewiss. Und er scheint überhaupt einen Stock verschluckt zu haben, siehe Abenddosis. Wer weiß, ob du mit dem noch warm wirst.

Option 3: Nee oder?

Aber ich denke, es gibt hier noch mindestens zwei weitere Optionen.

Option 4: Du findest eine andere Psychiaterin, die kein Problem hat mit Ritalin bei ADS ohne H. So wie hunderte andere ihrer Kolleginnen auch.

Option 5: Du gehst wieder zu deinem Allgemeinarzt. Was wollte er haben - eine richtige Diagnose von zertifizierten Fachleuten. Hast du jetzt doch, oder nicht?

Eventuell geht auch eine Kombination aus 4 und 5. Alle Facharztpraxen sind voll und nehmen keine neuen Patientinnen, aber du willst ja nur einmal hingehen und einen Bericht für deinen Hausarzt, da machen sie vielleicht eine Ausnahme?

Sorry, ich kannte den Begriff „anfechten“ bisher immer nur als Synonym für Einspruch erheben bei juristischer Urteilen o.ä., wollte da jetzt nichts in eine falsche Richtung lenken.

Also ja, im engeren Sinne muss ADS wegen der immer noch gültigen ICD-10 nicht auf dieselbe Weise behandelt werden. Es muss aber auch nicht jede ADHS-C / HI medikamentös behandelt werden. Ich denke, wenn der Psychiater die Indikation für angebracht hält und diese richtig begründet, dann dürfte die Krankenkasse keine Probleme machen.

Meine Vermutung ist eher, dass dein Psychiater ein Problem Stimulanzien hat, weil sie unter das BtMG fallen.

Ich würde mich den vorangegangenen Empfehlungen anschließen und mir einen neuen Psychiater suchen, der weniger Vorbehalte hat, zur Überbrücken der langen Wartezeit eine Akutambulanz beanspruchen etc.

Ein anderer Punkt wäre auch, dass es ziemlich schwierig ist bei Erwachsenen zwischen Hypo- und Hyperaktivität zu unterscheiden, weil die Hyperaktivität eigentlich nicht mehr so stark externalisiert wird, wie Kinder das tun und in Gesellschaft erst recht nicht oder bist du flatternd wie ein Hühnchen um den Schreibtisch des Psychologen gerannt, um danach vom Heizkörper auf den Rollcontainer zu klettern und hast du ihn danach mit Fragen torpediert?

Darum geht es auch nicht.

Es gibt Psychiater, die keine Stimulanzien verschreiben wollen.

Als ich meinen Verdacht zum ersten Mal bei einem Arzt geäußert habe, hat dieser das direkt bestätigt und gleich hinzugefügt, dass er keine Stimulanzien verschreiben wird, weil ihm das zu gefährlich ist :roll_eyes:

Ich habe mal spontan in der AWMF-Leitlinie nachgelesen:

In den ersten Zeilen der Präambel steht:

„Die vorliegende Leitlinie betrifft alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (gemäß DSM-5: ADHD (314); bzw. gemäß ICD-10: Hyperkinetische Störungen (F90) oder Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (F98.8)) jeglichen Schweregrads, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die einen klinisch relevanten Schweregrad der Symptomatik aufweisen, aber die vollen diagnostischen Kriterien nicht erfüllen, unabhängig von Art und Ausmaß möglicher komorbider Erkrankungen.“ ​
Im Kapitel 1.4. findest du dann die Pharmakologische Therapie. Krankenkassen akzeptieren die Empfehlungen der Leitlinie normalerweise.

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@Jajoov scheint den Punkt zu treffen: Der Psychiater will nicht. Und um die lästige Patientin los zu werden, behauptet er eben, er könne nicht.

Wenn du ihm eine neue Diagnose bringst, sucht er einen anderen Grund.

Ja das denke ich auch.

Ich habe die Beiträge verfolgt und bin ganz verwirrt. Meine Tochter hat auch „nur“ ADS (98.8) und der Psychiater stellt trotzdem Kassenrezepte aus und bei so vielen anderen ja auch. Ich wusste gar nicht dass es da Probleme geben kann.

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